Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Reichenborn (Marktflecken Merenberg, Kreis Limburg-Weilburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur jüdischen Geschichte des Ortes     
Berichte zur jüdischen Geschichte   
Fotos  
Links und Literatur   

   

Zur jüdischen Geschichte des Ortes  
     
In Reichenborn lebten seit dem 18. Jahrhundert wenige jüdische Familien, wahrscheinlich nur jeweils zwei bis drei Familien. Gemeinsam mit den in Mengerskirchen und in Waldernbach und Neunkirchen lebenden jüdischen Familien wurde zeitweise eine kleine jüdische Gemeinde gebildet, die im "Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung" von 1924/25 (und auch noch 1932) als selbständige Gemeinde im Rabbinatsbezirk Weilburg aufgeführt ist (unter der Bezeichnung "S.G." = Synagogengemeinde).  
 
An Einrichtungen bestand seit der Zeit um 1900 ein jüdischer Friedhof. Ein eigener Betraum war vermutlich in einem der jüdischen Häuser vorhanden, sonst wäre die Anerkennung als selbständige Gemeinde nicht möglich gewesen. Ansonsten wurden die Gottesdienste in Ellar besucht, da es mit dem Minjan in Reichenborn regelmäßig Schwierigkeiten gegeben haben dürfte. Reichenborn gehörte mit den jüdischen Gemeinden der Umgebung bis 1924 zum Rabbinat Weilburg, danach zum Rabbinat Bad Ems-Weilburg.     

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1843 16 jüdische Einwohner, 1905 17. Unter den jüdischen Familiennamen kamen vor allem vor: Henoch, Kaiser und Seligmann.     
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus den jüdischen Familien der am 1. März 1890 in Reichenborn geborene Nathan Seligmann. Er ist am 28. August 1914 als Soldat in einem Infanterieregiment gefallen. Sein Name steht auf dem Gefallenendenkmal beim Friedhof der Gemeinde.   
  
In den 1920er-Jahren lebten noch drei jüdische Familien am Ort. Die Männer betrieben Viehhandel und hatten etwas Landwirtschaft. Um 1924 waren die Gemeindevorsteher Siegfried Kaiser und Josef Seligmann. Zu den damals 13 bis 15 jüdischen Einwohnern am Ort kamen die in Mengerskirchen lebenden 10 jüdischen Personen, sodass die Gemeinde Reichenborn-Neunkirchen damals etwa 25 Personen umfasste.   

1933 lebten noch acht jüdische Personen am Ort, von denen vermutlich mehrere in den folgenden Jahren
auf Grund der zunehmenden Repressalien der NS-Zeit weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Von der vor 1933 nach Gießen verzogenen Familie Henoch kamen andererseits einige Personen nach Reichenborn zurück: Anfang 1940 lebten in Reichenborn Klara Henoch geb. Isselbächer (geb. 1862 in Isselbach), Brigitte Henoch (geb. 1936 in Gießen) und Betty Henoch geb. Mayer (Verkäuferin, geb. 1903 in Echzell). Alle drei sind 1941/42 von Frankfurt aus deportiert worden und im Ghetto Kowno beziehungsweise im Ghetto Theresienstadt umgekommen.       
  
Von den in Reichenborn geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Henriette Frank geb. Seligmann (1887), Betty Henoch geb. Mayer (1903), Brigitte Henoch (1936), Heinrich Henoch (1901), Klara Henoch geb. Isselbächer (1862), Flora Kaiser geb. Henoch (1869), Karoline Neumann (1867), Ottilie Salomon geb. Kaiser (1901).    
  
Aus Waldernbach sind umgekommen: in den genannten Gedenkbüchern werden keine Personen aus Waldernbach genannt.     
    
    
    
Berichte zur jüdischen Geschichte 
     
In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zu Reichenborn gefunden.  
     
     
     
Fotos
(Quelle: Hahn, Aufnahmedatum 23.08.2009)     

Name des im Ersten Weltkrieg gefallenen 
Nathan Seligmann auf dem Gedenkstein 
beim Friedhof der Gemeinde 
Reichenborn Friedhof 180.jpg (100809 Byte)  
     

    
     
Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Merenberg   

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 214.  

       
         

                   
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Stand: 22. Dezember 2014