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Friedhöfe in der Region"
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Lichtenfels (Kreisstadt)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Lichtenfels
(interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Die Toten der jüdischen Gemeinde
in Lichtenfels wurden seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts (nachweislich
spätestens seit 1737) in Burgkunstadt
beigesetzt. 1840 konnte ein Friedhof bei Lichtenfels angelegt werden.
Der Viehhändler Samuel Brüll hatte dazu von seinem Vetter, dem Metzgermeister
Michael Brüll, einen Acker in der Flurlage "Heide" erworben. Der
Gemeindevorsteher Samuel Ehrmann beantragte bei den Behörden, auf diesem Areal
einen Friedhof anlegen zu dürfen. Die Regierung von Oberfranken genehmigte den
Antrag am 27. November 1840. Wenige Tage zuvor war mit der
ersten Beisetzung am 20. November 1840 die Einweihung des Friedhofes vorgenommen
worden (Kind Josef
Gutmann).
Fast 100 Jahre wurde der Friedhof belegt. Auch die in Seubelsdorf verstorbenen
Juden wurden in Lichtenfels beigesetzt. Die letzten Beisetzungen waren am
12. Januar 1940 (der langjährige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde
Carl Kraus) und im Januar 1941 (der Korbhändler Willy Marchand). Der Friedhof
war mit einer Steinmauer umgeben. Die
Friedhofsfläche umfasst 15,00 ar.
Bereits 1938 und wiederum im
März 1930 wurde der Friedhof durch Jugendliche geschändet:
Die "Jüdische Liberale
Zeitung" berichtete am 26. März 1930: "Lichtenfels.
(Friedhofschändung). Aus Lichtenfels wird berichtet, dass Fremde, die am
Donnerstag, den 6. März (1930), die Gräber ihrer Angehörigen auf dem
jüdischen Friedhof besuchen wollten, dort acht Grabsteine umgelegt vorhanden.
Auch dort sind zwar Nachforschungen angestellt, doch die Täter noch nicht
ermittelt worden."
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Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. März 1930: "Neue
Schändungen jüdischer Kultstätten. Berlin, 13. März (1930). Aus
Lichtenfeld wird berichtet..." Text wie oben. |
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Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
19. Juni 1930: "Schwabach, 13. Juni (1930). Die
Grabschändungen im israelitischen Friedhof in Lichtenfels fanden vor dem
dortigen Schöffengericht ihre Sühne. Angeklagt waren drei junge
Burschen, von welchen einer dem Jugendgericht zur Aburteilung überwiesen
wurde. Die Anklage lautete auf Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und
Grabschändung. Wegen des letzteren Vergehens konnte nur der Angeklagte
Klarmann überführt werden, der zu 150 Mark Geldstraße eventuell 30
Tagen Gefängnis verurteilt wurde. Der zweite Angeklagte, Zimmermann
Weberpals, erhielt lediglich wegen Hausfriedensbruchs 45 Mark Geldstrafe
eventuell 9 Tage Gefängnis". |
In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört. 1941
wurden die meisten Grabsteine zerschlagen, die Sandsteinmauer um den Friedhof
wurde niedergerissen. 1940 war bereits
der neuere Teil des Friedhofes von der Stadtverwaltung beschlagnahmt worden. Die
Gebeine der hier Beigesetzten mussten auf den jüdischen Friedhof in Burgkunstadt
überführt werden. Die Steine der Einfriedungsmauer und fast alle Grabsteine wurden gestohlen und
zum Straßenbau verwendet (u.a. für die Auffüllung der Oberen Brunnengasse). Heute sind auf dem von einer Buchenhecke und einem
Drahtzaun eingefriedeten Grundstück nur noch drei Grabsteine vorhanden.
Links
des Eingang befindet sich seit dem 7. September 1952 ein Gedenkstein mit den Namen von 25 ermordeten Juden
aus Lichtenfels. Es wurde in Anwesen´heit von Oberrabbiner Prof. Y. S.
Avidor eingeweiht.
Lage des Friedhofes
Östlich des Stadtzentrums von Lichtenfels bei der
Straße "An der Friedenslinde" zwischen mehreren
Gartengrundstücken.
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Lage des jüdischen Friedhofes
auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis
der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, israel." |
Fotos
(Fotos der zweiten und dritten Fotoreihe: Jürgen Hanke, Kronach)
Historische
Aufnahmen
(Quelle: Motschmann/Rudolph s.Lit.
S. 137-138) |
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Grab der
Korbhändlerfamilie Kohn
(Vordergrund; Aufnahme von 1939) |
Der Friedhof nach
der Schändung vor
dem Abtransport der Grabsteine |
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| Neuere
Aufnahmen |
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Eingangstor
zum Friedhof |
Blick über das abgeräumte
Friedhofsgelände |
Gedenkstein mit den Namen von
25
ermordeten Lichtenfelser Juden |
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Zwei der erhaltenen
Grabsteine |
Grabstein für Hugo
Goldschmidt und Bella
Goldschmidt geb. Ehrlich (beide gest. 1929) |
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| Fotos des
Friedhofes 2007 (Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 11.4.2007) |
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| Eingangstor |
Blick über den Friedhof |
Der Gedenkstein |
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| Gedenkstein mit
den Namen von 25 ermordeten Lichtenfelser Juden |
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| Wenige, noch
vorhandenen Einzelgrabsteine |
Schändung
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens
in Bayern. 1988 S. 214-215. |
 | Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in
Lichtenfels.
In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 11. Jahrgang
Nr. 70 vom September 1996 S. 29. |
 | Josef Motschmann/Siegfried Rudolph:
"Guter Ort" über dem Maintal - Der jüdische Friedhof bei
Burgkunstadt. Lichtenfels 1999 (Reihe: Colloquium Historicum Wirsbergense).
Innerhalb des Abschnittes von Günter Dippold: Die jüdischen Friedhöfe in
der Umgebung von Burgkunstadt. Zum jüdischen Friedhof in Lichtenfels S.
136-139. |

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