Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Knetzgau (Kreis Hassberge)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   
      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde    

In Knetzgau bestand eine jüdische Gemeinde bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./17. Jahrhunderts zurück.
  
1803
lebten in Knetzgau 28 jüdische Einwohner (insgesamt 828 Einwohner). 
  
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 (einschließlich den drei Veränderungen bis 1822/25) werden auf den damals sechs Matrikelstellen in Knetzgau die folgenden jüdischen Familienvorsteher genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig sowie Familienverhältnissen): Salomon Prager (lebte vom Schnitthandel, 66 Jahre alt, verheiratet, drei ledige Söhne, ein verheirateter Sohn, eine ledige Tochter und eine verheiratete Tochter), Jacob Aschbacher (lebte vom Schnitthandel, 42 Jahre alt, verheiratet), Joseph Fleischmann (lebte vom Viehhandel, 42 Jahre alt, verheiratet, drei Söhne, eine Tochter), Emanuel Prager (Weber, Matrikelplatz ab 1822), Moses Goldschmitt (war Schullehrer und lebte vom Schnittwarenhandel; 62 Jahre alt, verheiratet, zwei Söhne eine Tochter, zunächst als Schullehrer kein Matrikelplatz, eingetragen ab 1822), Wolf Prager (lebte vom Feldbau, eingetragen 1825).
   
An zwei anderen Orten werden 1817 aus Knetzgau stammende Juden genannt. Zum einen in Westheim bei Hassfurt Moses Knezthaler, der zuvor Moses Jandorf hieß und sich bei der Annahme der festen Familiennamen zunächst Knetzgauer nennen wollte, was jedoch abgelehnt wurde. Er war 1769 in Knetzgau geboren und 1801 nach Westheim zugezogen. Zum anderen in Obbach Löb Kronenthal, der vor der Annahme eines festen Familiennamen Löb Salomon hieß und in Obbach einen Schutzbrief von 1815 erhalten hatte. Er war gleichfalls von Knetzgau gebürtig.  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner in Knetzgau wie folgt: 1803 28 jüdische Einwohner. Auch im Laufe der folgenden Jahrzehnte dürfte es kaum mehr als 25 bis 30 jüdische Einwohner am Ort gegeben haben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Abwanderung in andere Orte oder auch die Auswanderung nach Nordamerika. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Religionsschule) sowie ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde gab es zeitweise einen Religionslehrer am Ort, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. In der Matrikelliste von 1817 wird als Lehrer Moses Goldschmitt genannt. Er lebte neben seinem vermutlich sehr bescheidenen Einkommen als Schullehrer vom Schnittwarenhandel. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Kleinsteinach oder in Limbach beigesetzt. 
   
Von den in Knetzgau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  In beiden Listen werden keine Personen aus Knetzgau genannt.   
   
   
  

Zur Geschichte der Synagoge

Die ehemalige, möglicherweise aus dem 17. Jahrhundert stammende Synagoge wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts als solche genutzt, danach verkauft und zu einem bis heute erhaltenen Wohnhaus umgebaut.    
   

Adresse/Standort der SynagogeWestheimer Straße 3

Fotos
(Hahn, Aufnahmedatum 10.4.2007)

Die ehemalige Synagoge Knetzgau Synagoge 106.jpg (87555 Byte) Knetzgau Synagoge 104.jpg (72377 Byte)
  Blick auf Dorfkirche Knetzgau, rechts davor die ehemalige Synagoge    
     
Knetzgau Synagoge 105.jpg (74398 Byte) Knetzgau Schule 100.jpg (90928 Byte) Knetzgau Synagoge 100.jpg (98846 Byte)
Blick in den "Judenhof" an der Westheimer Straße, links hinten die ehemalige Synagoge Blick auf die ehemalige jüdische Schule, heute gleichfalls Wohnhaus Auffallende Darstellung am Hauseingang - die Darstellung einer Beschneidungszeremonie wurde schon darin vermutet.
     
Knetzgau Synagoge 103.jpg (75181 Byte) Knetzgau Synagoge 102.jpg (95976 Byte) Knetzgau Synagoge 101.jpg (72509 Byte)
Zugang zur ehemaligen Mikwe Über dem Tauchbecken eine Ablage (für Kleider?) Das nur noch teilweise vorhandene Tauchbecken; ein Teil ist zubetoniert
     

  
  

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Knetzgau - die Angabe mit den 28 jüdischen Einwohnern findet sich auf der Seite zur Chronik der Gemeinde (Chronologische Kurzfassung
Auszug aus dem Dorfbuch Knetzgau - Rektor i. R. Paul Hinz, Dr. Rainer Wailersbacher)

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 284.348 (Kurznotiz mit der Angabe, dass die Knetzgauer Juden in Kimbach beigesetzt wurden.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 82. 1992² S. 89. 
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. 2008. Zu Knetzgau bzw. den von dort stammenden jüdischen Personen S. 146.251.279.   

       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. Februar 2010