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im Elsass"
Hirsingue
(Hirsingen,
Dep. Haut-Rhin / Alsace / Oberelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Hirsingen bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeiten des 17./18 Jahrhunderts
zurück. 1784 wurden 20 jüdische Familien (mit zusammen 95 Personen) am
Ort gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1846 127 jüdische Einwohner, 1861 94, 1910 etwa 80.
Zu schweren Ausschreitungen am Ort (antijüdische Unruhen im Sundgau) kam es 1848.
Dabei wurden die Synagoge schwer beschädigt und zahlreiche jüdische Wohnungen
geplündert.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule
und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof
in Altkirch beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war
im 19. Jahrhundert zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter
und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte (seit 1844) zum Rabbinat Altkirch.
1936 wurden noch 28 jüdische Einwohner gezählt. Diejenigen von ihnen,
die in den folgenden Jahren nicht emigriert sind, wurden unter der deutschen
Besatzung 1940 nach Südfrankreich deportiert.
Von den in Hirsingue geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Mathilde Cerf geb.
Levy (1885), Justin Hubschwerlin (1915), Marguerite Meyer (1886), Rose Meyer
(1874), Juliah Meyer geb. Schwob (1888), Henriette Picard (1886), Armand Schwob
(1902), Alexandre Weill (1876), Julie Weill geb. Meyer (1870).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
| In jüdischen Periodika des 19./20.
Jahrhunderts wurden außer dem Bericht zur Synagogeneinweihung (siehe
unten) noch keine weiteren Bericht zur jüdischen Geschichte in Hirsingue
gefunden. |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine ältere Synagoge wurde bei den Unruhen 1848 schwer
beschädigt. Sie wurde in die Folgezeit mehrfach repariert (u.a. 1858). Nach dem
Bau der neuen Synagoge wurde das Gebäude 1920 verkauft. Das Gebäude ist
erhalten.
1912/13 wurde eine neue Synagoge erbaut. Sie konnte am 24. September 1913
durch Rabbiner Auscher aus Altkirch eingeweiht werden, worüber ein Bericht
vorliegt:
Einweihung der Synagoge (1913)
Mitteilung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Oktober 1913:
"Unter großen Festlichkeiten der Gesamtbevölkerung wurde am 24.
September in Hirsingen (Oberelsass) eine neue Synagoge eingeweiht. Herr
Rabbiner Dr. Auscher - Altkirch hielt die
Weiherede." |
Nur etwa 25 Jahre war diese neue Synagoge Mittelpunkt des
jüdischen Gemeindelebens am Ort. Im Juli 1940 wurde die Synagoge geschlossen.
1962 wurde das Gebäude verkauft und zu einem bis heute erhaltenen Wohnhaus
umgebaut.
Adresse/Standort der Synagoge: Alte
Synagoge: 32 rue de Lattre-de-Tassigny
Neue Synagoge: 13 rue de la
Synagogue
Fotos
(Quelle der Fotos: M. Rothé - französische
Informationsseite s.u. bzw. aus Rothé/Warschawsky s. Lit. S. 166;
untere Zeile rechts aus der Website
des Ministère de la culture)
| Die alte Synagoge |
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| Die neue Synagoge |
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Seite aus der Denkmalliste des Ministère de la culture mit
Beschreibung der Synagoge in Hirsingue (französisch, pdf-Datei)
Links und Literatur
Links:
Literatur:
n.e.

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