Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hamm (Sieg) mit Wissen, Betzdorf und Kirchen (Kreis Altenkirchen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Hamm bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird 1663 ein jüdische Einwohner am Ort genannt (Jud Lazarus aus Gladenbach). Nach 1675 ließen sich weitere jüdische Familien nieder. 1789 wurden vier jüdische Familien gezählt, die von den Grafen von Sayn Schutzbriefe erhalten hatten.   

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1800 7 jüdische Familien mit 46 Personen, 1846 48 jüdische Einwohner, 1857 51 (in elf Haushaltungen), 1858 58, 1880 98, 1895 99. 
  
Die jüdischen Einwohner lebten bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts insbesondere vom Handel und vom Schlachten, teilweise in sehr armseligen Verhältnissen.  
 
Zunächst bildeten die in Hamm lebenden jüdischen Personen gemeinsam mit denen in Altenkirchen eine Gemeinde. Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Bemühungen, gemeinsam mit den in Wissen, Betzdorf und Kirchen lebenden jüdischen Personen eine Gemeinde mit Sitz in Hamm zu bilden. Nach mehreren Antragen wurde dies von der Königlichen Regierung in Koblenz 1876 genehmigt. Die Gemeinde konstituierte sich 1883 und umfasste damals insgesamt 98 Mitglieder. Es wurden gezählt: In Wissen 1883 10, 1924 10, 1932 11 jüdische Einwohner, in Betzdorf 1883 13, 1924 35, 1932 43 jüdische Einwohner, in Kirchen 1924 5 jüdische Einwohner.     
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 1903 wird als solcher J.H. Stamm genannt, 1932 Emanuel Springer. 
  
In den Jahren zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg lebten die jüdischen Familien in 15 Häusern (nach dem Beitrag von Kunibert Schock, 2005 s. Lit.; heutige Straßenbezeichnungen); Aron Salomon (Bergstraße, abgerissen), Bachenheimer (Ringelsmorgen, abgerissen), August Bär (Synagogenplatz, abgerissen), Emil, Friedrich Bär (Friedrich-Ebert-Straße 8), Heinrich Bär (Friedrich-Ebert-Straße 7), Heinrich David (Scheidterstraße 11, Kulturhaus Hamm), Karl David (Bergstraße 1), Aland Frank (Raiffeisenstraße), Arnold Gunzenhäuser (Scheidterstraße), Moritz Herz, (Raiffeisenstraße), Sally Meyer (Siegstraße/Balkertsweg, abgerissen), Simon Simon (Scheidterstraße), Hermann Tobias (Scheidterstraße), Max Hirsch (Scheidterstraße 8, abgerissen). Die Familien lebten vom Viehhandel, im Möbelhandel, als Metzger.      
 
Um 1924, als zur Gemeinde etwa 60 Personen gehörten (3,7 % von insgesamt etwa 1.600 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Max Hirsch, Max Bär und Leopold David (zu letzterem vgl. die Todesanzeige von 1933 unten). Der Repräsentanz gehörten an die Herren Moritz Herz, S. Simon, Julius Gunzenhäuser, August Bär, Max Michel, Hugo Tobias, Liebmann Hony in Wissen, Gustav Tobias in Betzdorf und Julius Moses in Kirchen. 1932 waren die Gemeindevorsteher Max Hirsch (1. Vors.), Leopold David (2. Vors., gest. 1933) und Hermann Bär in Wissen (3. Vors.). Der Repräsentanz gehörten neun Personen an unter dem Vorsitz von Julius Moses in Kirchen. Als Lehrer war Emanuel Springer tätig; er erteilte im Schuljahr 1931/32 5 Kindern der Gemeinde den Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen gab es den Israelitischen Frauenverein (gegründet 1885, 1932 unter Vorsitz der Frau von Ad. Bär mit 13 Mitgliedern, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger), den Israelitischen Männerverein (Chewra Kadischa) (1932 unter Leitung von Max Michel, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger).    
   
1933 lebten noch etwa 60 jüdische Personen in Hamm. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen
Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Der langjährige Gemeindevorsteher Max Hirsch verließ 1937 die Gemeinde. 1935 umfasste die Gemeinde (mit Wissen, Betzdorf und Kirchen) noch insgesamt 70, 1938 58 Mitglieder. Beim Novemberpogrom 1938 wurde von SA-Leuten und Nationalsozialisten die Synagoge zerstört (s.u.). Auch die Wohnhäuser der jüdischen Familien wurden überfallen. Die jüdischen Männer wurden in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau verschleppt. Die letzten jüdischen Geschäften mussten zum 12. November 1938 schließen.  
  
Von den in Hamm geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): u.a. Arthur Bär (1889), Bernhard Bär (1891), Edith Bär (1925), Emil Bär (1887), Helene Bär (1885), Werner Adolf Bär (geb. 1932 in Wissen, danach wohnhaft in Hamm), Johanna Bloch geb. Simon (1882), Klara Dahl geb. David (1892), Heinrich David (1894), Ilse David (geb. 1931 in Wissen, danach wohnhaft in Hamm), Johanna Düring geb. Bär (1889), Ida Elkan geb. Gunzenhäuser (1878), Arnold Gunzenhäuser (1892), Hedwig Gunzenhäuser (1880), Arthur Herz (1894), Adele Klein geb. Simon (1876), Valeska Lewin geb. Simon (1879), Lena Meier geb. Simon (1883), Elsa Müller geb. Bär (1887), Paula Plaut geb. Heimann (1885), Hedwig Reichenberg geb. Simon (1884), Julius Rosenberg (1870), Adele Simon (1913), David Simon (1888), Hermine Simon (geb. 1928 in Wissen, danach wohnhaft in Hamm), Julius Simon (1885), Siegmund Simon (1873), Johanna Soesmann geb. Elias (1875), Berta Stamm (1875), Ernestine Stamm (1875), Walter Tobias (1901).    
Anmerkung: die Recherche in den angegebenen Listen ist außerordentlich schwierig (bei Yad Vashem so gut wie unmöglich), da nur teilweise klar zwischen Hamm (Nordrhein-Westfalen) und Hamm (Sieg) unterschieden wird. Auch in der Namenliste oben kann es auf Grund von Verwechslungen zu Fehlern gekommen sein.         

Aus Wissen sind umgekommen: Hannelore Abraham (1930), Werner Adolf Bär (1932), Ilse David (1931), Paula Frank geb. Bär (1890), Abraham Haber (1906), Liebmann Hony (1862), Ruth Michel (1937), Hedwig Neumann geb. Bär (1892), Hermine Simon (1928). 
  
Im Januar 2011 wurden in Wissen "Stolpersteine" verlegt (siehe Pressebericht unten).     
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
Nachruf zum Tod von Leopold David (1933)  

Anzeige in der Zeitschrift des "Central-Vereins" ("CV-Zeitung") vom 4. April 1933: "Nachruf
Am 29. März verschied das Mitglied unseres Vorstandes der Synagogengemeinde Hamm a.d. Sieg, Herr 
Leopold David. 

Der Verstorbene war seit 1899 Mitglied des Repräsentanten-Kollegiums und seit 1905 dauernd als Vorstandsmitglied mit großer, treuer Pflichterfüllung tätig. Er hat stets für das Wohl unserer Gemeinde gesorgt und das Beste gewollt. Wir werden ihm das treueste Andenken bewahren.
Hamm a.d. Sieg, am 30. März 1933. 
Der Vorstand und die Repräsentanten der Synagogengemeinde. 
i.A.: Max Hirsch, Vorsitzender."    


Der langjährige Gemeindevorsteher Max Hirsch verlässt die Gemeinde (1937)  

Hamm Israelit 04111937.jpg (89081 Byte)Artikel in der 4. November 1937: "Hamm (Sieg), 25. Oktober (1937). Am vergangenen Schabbat fand im Rahmen des Gottesdienstes eine Abschiedsfeier statt. Herr Max Hirsch, der Vorsitzende der Gemeinde, verlässt seine Wirkungsstätte, um seinen Wohnsitz nach Köln am Rhein zu verlegen. Er hatte 35 Jahre im Vorstande das Ehrenamt des Vorsitzenden inne und war lange Jahre vorher Repräsentant in der Gemeindevertretung. Über 50 Jahre betete er am Jom Kippur und in Abwesenheit des Chasens (Vorbeters) ehrenamtlich vor. Die Gemeinde hat mit dem Wegzuge von Max Hirsch einen schweren Verlust erlitten, da er die Gemeindeverwaltung vorbildlich leitete und lenkte. - In seiner Abschiedspredigt würdigte Herr Lehrer Scheiner die Verdienste des scheidenden Vorstandes und brachte den Dank der Gemeinde und der Chewra Kadischa zum Ausdruck. Nach dem Segensspruch betragt Herr M. Hirsch den Rednerpult, um sich mit bewegten und herzlichen Worten von seiner Gemeinde zu verabschieden. K.S."   

     
     
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Ausschreibung für neue Ritualien in einer Gemeinde (1869)  
Anmerkung: da S. Bendorf von "einer Gemeinde" den Auftrag hat, ist nicht unbedingt Hamm mit der Gemeinde gemeint. 

Hamm Israelit 30061869.jpg (70440 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1869: "Der Unterzeichnete hat von einer Gemeinde den Auftrag zur Beschaffung nachbenannter Artikel übernommen: 1) drei Parochot (Toraschreinvorhänge) und zwar a. für den gewöhnlichen Gebrauch, b. für die drei Wallfahrtsfeste (gemeint Pessach, Schawuoth und Sukkot) und c. für Rosch Haschana und Jom Kippur; 2) Torarollen-Mäntelchen, je sechs in demselben Verhältnis angefertigt wie unter sub a. usw.; drei Torahände (Zeiger zum Lesen) für den Vorleser. Die unter Nr. 1. und 2 aufgeführten Artikel müssen aus dem besten Seidensammet und die Torahände aus gediegenem Silber angefertigt sein. Hierauf bezügliche Submissions-Offerten nebst Beilagen von Probestoffen nimmt franco entgegen S. Bendorf in Hamm a.d. Sieg."   

   
Todesanzeige für Bernhard Bär (1879)  

Hamm Israelit 22101879.jpg (56189 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Oktober 1879: "Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unsern innigst geliebten Gatten, Vater, Bruder und Schwager, den Herrn Bernhard Bär, im beinahe vollendeten 64 Lebensjahre nach kaum fünftägigem Krankenlager am Hoschanoh Raboh (8. Oktober) in das bessere Jenseits abzurufen. Verwandten und Bekannten widmen diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Teilnahme 
die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Hamm a.d. Sieg, 13. Oktober 1879."   

 
Spendenaufruf für eine verarmte Familie (1903)  

Hamm Israelit 23031903.jpg (112999 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. März 1903: "Öffne deine Hand für deine Brüder, die Armen und Bedürftigen! 
Am hiesigen Orte wohnt eine Familie, bestehend aus sieben Personen, welche bisher durch das geringe Ergebnis des Betriebes einer sehr kleinen Metzgerei sich notdürftig ernährte; ihr Anwesen ist jedoch mit einer sehr beträchtlichen Schuldensumme belastet, deren Zinsenzahlung fortan unmöglich und sind überdies zahlreiche geschäftliche Verbindlichkeiten derart angehäuft, dass alle Kreditansprüche erschöpft sind. Wenn hier nicht bald hilfreiche Hand geboten wird, so geht diese Familie einem sicheren Ruin entgegen, Darben und Hunger wird ihr Los werden. 
Mit den herzlichen Worten - Israel, barmherzige Söhne sein ihr - ergeht daher an alle edeldenkenden und mildtätigen Glaubensgenossen die dringende Bitte, durch Gaben an die Bedürftigen, freiwillige Gaben, die Dürftigkeit stillen, Not und Armut lindern zu helfen, dafür sich ein Lohn im eigenen Herzen schon freudig kund gibt. 
Der Unterzeichnete erklärt sich hiermit gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und dieselben ihrer Bestimmung zu übermitteln und seinerzeit durch verehrliche Geschäftsstelle dieses Blattes zu quittieren. J.H. Stamm, Lehrer und Kantor, Hamm a.d. Sieg.

      
      
    
  
Zur Geschichte der Synagoge    
   
Eine ältere Synagoge unbekannten Baujahres war in Hamm vorhanden. In den 1880er-Jahren entsprach sie immer weniger den Bedürfnissen der Gemeinde, zumal sie sich in schlechtem Bauzustand befand und für die gestiegene Zahl der Gemeindeglieder zu klein war.  
 
Im Mai 1891 wurde vom Gemeindevorsteher bei der Regierung die Bitte um Genehmigung des Baus einer neuen Synagoge eingereicht, die 1893 auch positiv beschieden wurde. Bereits 1892 wurde der Grundstein für die neue Synagoge gelegt. Sie wurde nach Plänen des Kölner Architekten Franz-Josef Seché gebaut. Am 17. August 1894 erfolgte die Einweihung durch den Kölner Oberrabbiner Dr. Frank. Er hatte zunächst einen Abschiedsgottesdienst in der alten Synagoge abgehalten; mit einem Festzug durch den Art brachte man die Torarollen zur neuen Synagoge. Der ganze Ort feierte mit: Vertreter beider christlicher Konfessionen, Behörden und Abordnungen aller Vereine nahmen an der Einweihung teil. Zur Einweihung gehörte auch ein "Festball in dem eigens hierzu errichteten Zelte" am Samstag und ebendaselbst Schlußball" am Sonntagabend.  
   
Meldung der Einweihung der neuen Synagoge 

Hamm Israelit 06091894.jpg (12111 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. September 1894: "Hamm, 20. August (1894). Vorgestern ist in erhebender Feier unsere neue Synagoge eingeweiht worden."  

Die Synagoge war in maurisch-byzantinischen und neuromanischen Stilformen erbaut. Charakteristisch für den zweigeschossigen quadratischen Ziegelbau war das Haubendach, das von einer monumentalen, mit Kupferplatten belegten Zwiebelhaube gekrönt war, auf deren Spitze ein Davidstern prangte.  

Nur 44 Jahre war die - gemeinsam mit der evangelischen und der katholischen Kirche das Ortsbild prägende Synagoge - Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in Hamm. 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Leuten und anderen Nationalsozialisten zerstört. Zunächst wurde das Mobiliar der Synagoge demoliert. Danach wurde das Gebäude geplündert und in Brand gesteckt. Die Brandruine wurde 1945 abgebrochen. 
  
Das Grundstück der Synagoge wurde zum Synagogenplatz umgestaltet. Seit 1978 erinnert eine Eisenarbeit des Künstlers Erwin Wortelkamp an die Zerstörung der Synagoge.  2007 erfolgte eine Neugestaltung des Synagogenplatzes unter Einbeziehung eines ehemaligen Wohnhauses der jüdischen Familie David, das mit einem ergänzenden Neubau in die Konzeption eines "Kulturhauses Hamm/Sieg" einbezogen wurde. Dazu Informationen auf der Website der Gemeinde Hamm.       
  
  
Adresse/Standort der SynagogeKirchberg 1 
  
Fotos
(Quelle: historische Abbildungen: Landesamt S. 179-180; neuere Fotos: Hahn: Aufnahmedatum 25.08.2009) 

Nach 1894: die Synagoge - ein 
prägendes Gebäude in Hamm
Hamm Sieg Synagoge 011.jpg (78183 Byte) Hamm Sieg Synagoge 010.jpg (59406 Byte)
  Blick auf die Synagoge, dahinter 
die evangelische Kirche (um 1900)
Ansichtskarte von 1911 mit der
 evangelischen Kirche (links), der 
Synagoge und der katholischen Kirche
  
     
Nach der Zerstörung 
beim Novemberpogrom 1938
Hamm Sieg Synagoge 012.jpg (108491 Byte)   
Die Brandruine der Synagoge 
am 10. November 1938
 
     
Der Synagogenplatz 
im Sommer 2009
Hamm Synagoge 212.jpg (70408 Byte) Hamm Synagoge 211.jpg (58989 Byte)
   Blick vom Synagogenplatz zur 
evangelischen Kirche
Blick über den Synagogenplatz, rechts ist 
das "Kulturhaus Hamm/Sieg" zu erkennen
     
  Hamm Synagoge 205.jpg (73502 Byte) Hamm Synagoge 210.jpg (89557 Byte)
  Auf dem Platz ist der Grundriss der Synagoge vereinfacht durch eine Einfassung in
 Naturstein und eine besondere Pflasterung nachgezeichnet. In diesem Grundriss erinnert
 die Eisenarbeit (1978) des Künstlers Erwin Wortelkamp an die Zerstörung der Synagoge
     
Hamm Synagoge 202.jpg (89119 Byte) Hamm Synagoge 204.jpg (89912 Byte) Hamm Synagoge 209.jpg (109574 Byte)
Hinweistafel auf der Synagogenplatz zur "Synagoge Hamm" (links) mit weiteren Erinnerungen an die ehemalige Synagoge.
     
     
Die Reste des 
rituellen Bades
Hamm Synagoge 201.jpg (69215 Byte) Hamm Synagoge 207.jpg (82119 Byte)
  Hinweistafel mit Text: "Bei den Bauarbeiten zur Gestaltung des Synagogenplatzes wurden im Boden Mauerreste gefunden. Arbeiter der Baufirma informierten fachkundige Bürger und diese vermuteten, dass es sich hierbei um die Reste einer Mikwe handelt. Die Untersuchungen der Generaldirektion Kulturelles Erbe in Mainz bestätigen dies... Die Anlage in Hamm erlaubte in gehockter Haltung das geforderte Untertauchen des ganzen entkleideten Körpers. Die baulichen Überreste der Mikwe sind als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt".  
       

Presseartikel und weitere Informationen zum rituellen Bad:   

 

Hamm RZ 09032007.jpg (303268 Byte)Links: Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom 9. März 2007: "Altes jüdisches Tauchbad entdeckt. Bei Sanierungsarbeiten in Hamm eine 'Mikwe' der Holzsynagoge ausgegraben- Heimatforscher Dieter Krämer ist begeistert". Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.    

Weitere Informationen zur Mikwe in der alten Hammer Synagoge:    
- Dieter Krämer: Die Mikwe (jüdisches Tauchbecken) in der alten Hammer Synagoge. Online eingestellt.    
- Artikel im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Hamm-Sieg vom 21. März 2007. Online eingestellt.   
(Beiträge erhalten von Dieter Krämer in Hamm).   

     

Hamm Binswanger 010.jpg (64950 Byte)Artikel von Ulf Steffenfauseweg über einen Besuch von Prof. Dr. Binswanger (St. Gallen) in Hamm in der "Rhein-Zeitung" vom 27. Februar 2008: als pdf-Datei eingestellt
Foto links (erhalten von Dieter Krämer): Dieter Krämer (links) freute sich, seinen alten Bekannten Prof. Dr. Hans-Christoph Binswanger in Hamm zu begrüßen und ihm die Überreste der jüdischen Mikwe auf dem Synagogenplatz zeigen zu können.       

     

    
    
 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Januar 2011: Verlegung von "Stolpersteinen" in Wissen    
Artikel im "Altenkirchener Kurier" vom 29. Januar 2011 (Artikel): "Gedenken an die Toten und Mahnung für die Lebenden 
Die "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig sind Mahnmale, die an die Opfers des Nazis-Regimes erinnern. Auch 66 Jahre nach der Befreiiung des KZ Auschwitz ist das Erinnern und die Mahnung für die heutige und kommende Generation wichtig. In der VG Wissen wurden sechs "Stolpersteine" verlegt..."    
 
September 2011: Gang zu den "Stolpersteinen" in Wissen   
Artikel von "riwa" im "Altenkirchener Kurier" vom 12. September 2011: "Gegen das Vergessen - Abendspaziergang zu den Stolpersteinen. Zu einem Abendspaziergang der besonderen Art hatte die Kolpingsfamilie Wissen eingeladen. Der Weg durch die Stadt führte zu den Stolpersteinen des Künstlers Gunter Demnig, die an die einstigen Mitbürger erinnern, die dem Naziterror zum Opfer fielen."  
Link zum Artikel
.     
 
November 2016: Veranstaltung zum Gedenken an den Novemberpogrom 1938    
Artikel im "Altenkirchener Kurier" vom 10. November 2016: "Gedenkfeier in Hamm: Botschaft von Komponist Samuel Adler
Traditionell erinnern in Hamm am 9. November die Zivil- und die beiden Kirchengemeinden, an die Reichspogromnacht von 1938. Seit Jahren ist der Synagogenplatz mit seinem Denkmal und dem Kulturhaus dafür der würdige Platz. Hier stand einst das jüdische Gotteshaus, bevor es in Flammen aufging. In diesem Jahr, dem Wetter geschuldet, wurde die Gedenkfeier im Kulturhaus durchgeführt. Eine Grußbotschaft aus New York des Komponisten Samuel Adler wurde verlesen.
Hamm. Am Mittwochabend, 9. November, gestaltete die Ortsgemeinde, gemeinsam mit den beiden Kirchengemeinden, die Gedenkfeier für die jüdischen Mitbürger, die im November 1938 dem Regime und seinen Handlangern zum Opfer fielen. Ortsbürgermeister Bernd Niederhausen verlas 26 Namen, teilweise ganze Familien, und sagte 'auch möchten wir Denen gedenken, deren Namen wir nicht mehr wissen'...."  
Link zum Artikel    

  
   

Links und Literatur

Links:  

Website der Ortsgemeinde Hamm a.d. Sieg   
mit einem kurzen Abriss zur Geschichte der Hammer Juden von Brigitte Burbach   
innerhalb von Seiten zum Kulturhaus Hamm  

Literatur:  

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 179-180 (mit weiteren Literaturangaben).
Kunibert Stock: Wo wohnten die jüdischen Familien im Hammer Land. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen. 2005 S. 271-274. 
Beitrag online zugänglich.    
Brigitte Burbach:  ....so doch mein Vaterland. Menschen jüdischen Glaubens in Hamm an der Sieg. Hamm 2007.  

    
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hamm  Jews are first mentioned in 1663 and lived in Hamm under letters of protection through the 18th century, engaging in trade despite the opposition of local merchants and artisans. Notwithstanding the liberal atmosphere in the Napoleonic era, numerous restrictions were applied to the Jews throughout the Duchy of Nassau (against purchasing houses, marrying without official authorizations, etc.). In helping make the town a center of the cattle trade in the late 19th century, Jewish merchants contributed to its economic development. The Jewish population rose from 39 in 1817 to a peak of 145 (total 1,362) in 1903. In the latter year, 19 Jews were cattle dealers and three were butchers. Jews were active in local life, belonging to the poplar markmen's and gymnastics clubs. A synagogue was consecrated in 1824 and a number of communities were subsequently attached to the congregation (Dattenfeld, Rosbach, Schladern, Wissen, Betzdorf, Kirchen). A new synagogue was completed in 1894. In the 1920s, Hamm became a Nazi stronghold and when the Nazis came to power in 1933, the generally good relations between the Jews and the local population began to deteriorate as the economic boycott was enforced. 
In 1933, 50 Jews remained, with the Jewish population rising to 93 in 1936. In early October 1938, windows of Jewish houses were smashed. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was set on fire and Jewish homes and stores were wrecked along with the Jewish cemetery, Jews were detained at the Dachau concentration camp for six weeks. Of the 50 Jews present in 1933, 37 moved to other German cities, most between April and November 1938. They ultimately perished in the concentration camps.  
   
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 04. Mai 2017