Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Betzdorf (Kreis Altenkirchen) 
Jüdische Geschichte 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Einwohner  
Berichte zur Geschichte der jüdischen Einwohner  
Zur Geschichte des Betraumes   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Einwohner    

In Betzdorf bestand keine selbständige jüdische Gemeinde. Die am Ort lebenden jüdischen Familien gehörten zur Synagogengemeinde in Hamm (Sieg).   
 
Die ersten jüdischen Personen/Familien sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Betzdorf zugezogen. 1882 wird im Adressbuch der Stadt Callmann Tobias genannt. 1883 wurden 13 jüdische Einwohner gezählt, 1924 35.  
    
In den 1930er-Jahren wohnten in über 20 Familien mehr als 40 jüdische Personen (1932: 43) in Betzdorf. Die jüdischen Haushaltsvorsteher waren als Viehhändler oder als Kaufleute tätig. Ihre Geschäfte (Handlungen, Läden) befanden sich in der Tiergartenstraße (heute Steinerother Straße) / Ecke Hellerstraße (Viehhandlung Tobias), Kirchstraße (Kaufhaus der Familie Gerolstein), Viktoriastraße (Konfektionshaus der Gebrüder Rosenberg), Bahnhofstraße (Textilladen der Geschwister Winter), Siegstraße, Wilhelmstraße und im Klosterhof.   
 
An Einrichtungen bestanden ein Betraum (s.u.), seit 1921 ein Friedhof. Zuvor hatte man die in der Stadt verstorbenen jüdischen Personen im jüdischen Friedhof in Hamm beigesetzt. Der jüdische Lehrer aus Hamm kam regelmäßig zum Religionsunterricht der jüdischen Kinder nach Betzdorf.     
 
Im Ersten Weltkrieg ist Unteroffizier Dagobert Tobias gefallen (geb. 5.10.1895 in Betzdorf als Sohn von Callmann Tobias, gef. 15.10.1916).      
   
In den Jahren nach 1933 sind mit der Zeit alle jüdischen Einwohner auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1935 war am Bahnhof auf einem Schild zu lesen: "Juden sind in Betzdorf unerwünscht". Boykottmaßnahmen richteten sich u.a. gegen das jüdische Kaufhaus Gerolstein in der Kirchstraße. Aus der Gedenktafel der Gefallenen des Ersten Weltkrieges am Denkmal im Rainchen wurde der Name von Dagobert Tobias, Sohn von Callmann Tobias entfernt. 1935 wurden noch 21 jüdische Personen in der Stadt gezählt, 1939 lebten keine jüdischen Personen mehr in Betzdorf.    
  
Von den in Betzdorf geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; ergänzt durch die Angaben im "Betzdorfer Gedenkbuch" des Vereins "Benzdorfer Geschichte e.V."): Hilde Buschhoff geb. Strauss (1910), Anneliese Cohn geb. Tobias (1907), Saul Hausmann (1886), Fanny Hausmann geb. Spiegel (1891), Arthur Herz (1894), Erna Herz geb. Levy (1896), Karoline (Lina) Hirschberg geb. Meyer (1890), Hedwig Koerber geb. Hahn (1903), Herz Hugo Moses (1883), Felix Schwoim (1892), Emma Sonnenberg geb. Bär (1879), Hedwig Strauss (1906), Martha Strauß (1902), Henriette Süßkind (1890), Betty Tobias geb. Marx (1905), Erich Ernst Tobias (1913), Friedrich Tobias (1908), Moses Tobias gen. Milton (1904), Ruth Tobias (1931), Theodor Tobias (1882), Theodor Tobias (1904), Julia Winter (1879), Paula Winter geb. Lubinsky (1874), Rosalie Winter (1875).  
  
Weitere Informationen zu den einzelnen Personen im "Betzdorfer Gedenkbuch" des Vereins "Betzdorfer Geschichte e.V." (siehe unten)         
   
   
   

Berichte zur Geschichte der jüdischen Einwohner       
  

Berichte in jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts zur jüdischen Geschichte in Betzdorf wurden noch nicht gefunden.  

  

     
Zur Geschichte des Betraumes   

Die in Betzdorf lebenden jüdischen Familien hatten einen Betraum im Hotel Stangier, dem späteren Hotel Bayerischer Hof (heute Schuhhaus Feisel) eingerichtet, später in den Räumen der Eisenbahnhauptwerkstätte hinter dem Kaufhaus Eufinger.   
 
In der Nähe des früheren Standorts eines Betraums wurde 1988 - an einer Säule der Fußgängerüberführung über die Bahngleise vor der Treppe zur Viktoriastraße - eine Gedenk-Rosette angebracht mit dem Text: "Den Lebenden zur Mahnung. Den Toten zum Gedenken. Zur Erinnerung an unsere jüdischen Mitbürger. 9. November 1988".  
    
  
Adresse/Standort des Hauses mit dem Betraum       Viktoriastraße 
  

Fotos
(Fotos der Seiten des Gedenkbuches in der alten Friedhofskapelle erstellt am 25.08.2009 von Hahn)    

Das Betzdorfer Gedenkbuch - Seiten zur jüdischen Geschichte des Vereins "Betzdorfer Geschichte e.V." Betzdorf Friedhof 221.jpg (92433 Byte) Betzdorf Friedhof 222.jpg (48577 Byte)
  Das "Betzdorfer Gedenkbuch" Titelblatt
     
Betzdorf Friedhof 223.jpg (65544 Byte) Betzdorf Friedhof 224.jpg (148140 Byte) Betzdorf Friedhof 226.jpg (160376 Byte) Betzdorf Friedhof 227.jpg (160375 Byte) Betzdorf Friedhof 228.jpg (158770 Byte) Betzdorf Friedhof 229.jpg (104786 Byte)
Liste der Gefallenen
 des Ersten Weltkrieges
 mit Dagobert Tobias
Vorwort zum
 Gedenkbuch
"Verschollene/
 ermordete Juden" -
 Einführung
Die Namen der in der NS-Zeit ermordeten jüdischen 
Personen und weitere biografische Angaben zu ihnen
       

  
   
Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Betzdorf    

Website des Vereins "Betzdorfer Geschichte e.V." mit Seite zum "Betzdorfer Gedenkbuch"  
Seite zum jüdischen Friedhof bei www.betzdorf-sieg.de  sowie ebd. Seite über "Jüdische Mitbürger in Betzdorf"   
Beitrag von Ernst Helmut Zöllner: Betzdorfer Bürger und Bürgerinnen mit jüdischem Glauben - Wo wohnten sie? Was wurde aus ihnen? Online zugänglich  (veröffentlicht im Heimatbuch des Kreisheimatvereins Altenkirchen 2007).   

Literatur:  

Betzdorf Lit 01.jpg (201042 Byte)"Weg des Erinnerns". Von Thomas A. Bartolosch. Reihe: Betzdorfer Geschichte(n). Schriftenreihe des Betzdorfer Geschichte e.V. Nr. 1. Betzdorf 2005.  (vergriffen)     
Betzdorf Lit 04.jpg (290452 Byte)"Betzdorfer Gedenkbuch:  Gerd Bäumer/Gerhard Hermann/Ernst-Helmut Zöllner: Nicht vergessen. Opfer von Krieg und Gewalt. Aus dem Amt Betzdorf. Reihe: Betzdorfer Geschichte(n). Schriftenreihe des Betzdorfer Geschichte e.V. Nr. 4. Betzdorf 2008. 
  

                

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. September 2011