Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gera mit Greiz und Weida (Kreisstadt, Thüringen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
- Dokumente zu jüdischen Gewerbebetrieben  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
   
In Gera bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Erstmals werden 1331 Juden in der Stadt genannt: Kaiser Ludwig bestätigte dem Vogt Heinrich von Gera die Rechte über die Juden in seinem Gebiet. Die Judenverfolgung in der Pestzeit 1349 traf auch die Juden in Gera. Ein Überlebender war möglicherweise der 1357 in Erfurt genannte Jude Abraham von Gera. 
  
Die jüdischen Familien wohnten vermutlich in der zwischen Markt und Kornmarkt gelegenen "Jüdengasse", jedoch ist unklar, aus welcher Zeit die Bezeichnung und damit die jüdische Ansiedlung in dieser Gasse stammt. Möglicherweise stammt die Bezeichnung erst aus der Zeit nach der Verfolgung von 1349. Eine Synagoge ("Judenschule") wird 1502 genannt, als der Hofjude Meyer mit ihr und einem Haus in der Vorstadt belehnt wurde. Davor lassen sich Juden (in der Zeit nach der Verfolgung in der Pestzeit) erst seit 1478 in Gera nachweisen: in diesem Jahr wirkte der jüdische Arzt Michel in der Stadt. Wenig später zog ein anderer Jude aus Eger nach Gera zu. Der genannte Hofjude Meyer lebte vom Geldhandel und war insbesondere für den Landesherrn tätig. 1491 wurden die Geraer Juden auf Bitten des Rates von Leipzig gefangen gesetzt unter der Beschuldigung, ein in einem Leipziger Kloster gestohlenes Sakrament gekauft zu haben. 1500 wurden die Juden angeblich aus der Stadt vertrieben, doch wird bereits 1502 der oben genannte Hofjude Meyer in der Stadt erwähnt. Danach schweigen jedoch die Quellen über mehrere Jahrhundert bezüglich Juden in der Stadt.         
  
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind Juden wieder in der Stadt zugezogen. Unter den ersten war Hermann Tietz (Namensgeber des Warenhauskonzerns "HERTIE"), der am 1. März 1882 ein kleines Geschäft in der Stadt eröffnete. 1885 wurde die Israelitische Kultusgemeinde (IKG bzw. IsrKG) als sogenannte "freie Vereinigung" gegründet. Zu ihren Gründungsmitgliedern gehörte Hermann Tietz.     
   
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich wie folgt: 1907 280, 1924 ca. 500 Gemeindeglieder. 
 
Zur jüdischen Gemeinde gehörten auch die in Greiz lebenden jüdischen Personen (1924: 25). Mehrere jüdische Kaufhäuser und Einzelhandelsgeschäfte waren in Greiz in den 1920er-Jahren und bis nach 1933 im Besitz jüdischer Personen, so das Herrenkonfektionsgeschäft Wiesenthal & Co. (Inh. Karl Wiesenthal; Ecke Thomasstraße/Burgstraße), das Geschäft der Brüder Philipp und Samuel Laßmann (Markt 6), die Schuhmacherei Baruch Reisler (Marktstraße 6), das Schuhgeschäft von Moritz Recher (Brückenstraße 14), das Kaufhaus Wohlwerth (Inhaber Eduard Lippmann, Marktstraße 4). In der Stadt lebten außerdem Familie Leo Popper (Kugelacker 27), Familie Hans Kramer (Mitinhaber der Fa. Franz Müller und Kramer) sowie einige weitere Personen. 
In Weida lebten im Haus Geraer Straße 40 die jüdischen Familien Fröhlich und Sabersky (Haus besteht nicht mehr, März 2017 wurden "Stolpersteine" im Gehweg verlegt).     
  
An Einrichtungen bestanden eine beziehungsweise mehrere Synagogen / Beträume (s.u.), eine jüdische Schule/Gemeindehaus (im ehemaligen Meistergässchen 10 neben dem Walkmühlenplatz; hier inzwischen eine neue Straßenführung; Gebäude nicht mehr erhalten), vermutlich auch ein rituelles Bad oder mehrere Bäder. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden auf den städtischen Friedhöfen beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der auch als Vorbeter ("Prediger") tätig war.    
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Arthur Berger (geb. 14.1895 in Stolberg, gef. 6.5.1916), Oskar Berger (geb. 28.1887 in Stolberg, gef. 31.12.1914), Willy Brüg (geb. 14.8.1892 in Gera, gef. 26.7.1915). Arno Goldschmidt (geb. 15.1.1878 in Eisenach, gef. 31.8.1916, beigesetzt in Bleicherode, siehe Foto unten). Unteroffizier Isidor Goldschmidt (geb. 5.3.1888 in Krotoschin, gef. 6.11.1918), Feldarzt Dr. Adolf Jankelowitz (geb. 27.9.18769 in Neustadt b. Heydekrug, gef. 4.3.1917), Unteroffizier Ernst Sommer (geb. 30.4.1892 in Brakel, gef. 14.11.1914), Offiz.St. Joseph Winter (geb. 7.12.1885 in Glogau, gef. 21.1.1916).       
 
Um 1924, als zur Gemeinde etwa 500 Personen gehörten (0,6 % von insgesamt etwa 80.000 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Dagobert Halpert, Willy Goldmann, Louis Schalscha, Louis Cohn und Abraham Rosenbaum. Als Prediger und Lehrer war David Wertheim tätig, als Organistin in der (liberalen) Synagoge Maria Dörre. An jüdischen Vereinen gab es den Wohltätigkeits- und Bestattungsverein Chewra Kadischa (1886 gegründet, 1924 unter Vorsitz von Bernhard Süßmann, 1932 unter Vorsitz von Gustav Hauptmann [Bärengasse 1] mit 26 Mitgliedern; Zwecke und Arbeitsgebiete: Wanderfürsorge, Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen), den Israelitischen Frauenverein (1896 gegründet, 1924 unter Leitung der Frau von Dr. Hirsch, 1932 unter Leitung von Paula Süßmann [Louis-Schlutter-Straße 18] mit 23 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger) und den Israelitischen Jugendverein (1924 unter Leitung von S. Jacobus). Weiterhin gab es den Jugendverband Blau-Weiß, eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und den Sportverein "Bar Kochba" (als Ortsverein erst nach 1935).  
  
1932 war Gemeindevorsteher Dagobert Halpert (Promenadenstraße 30). Als Lehrer war weiterhin David Wertheim tätig (Sedanstraße 8) .   

1933 lebten 378 jüdische Personen in der Stadt.
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Am 28. Oktober 1938 wurden 140 sogenannte "Ostjuden" aus allen Stadtteilen abgeholt und zur Ausreise gezwungen; sie wurden an die deutsch-polnische Grenze transportiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die beiden Synagogen geschändet und demoliert (s.u.). Die meisten der jüdischen Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Bis 1939 wurden die letzten jüdischen Geschäfte "arisiert". Für die noch in der Stadt lebenden jüdischen Personen wurden sogenannte "Judenhäuser" eingerichtet: das Haus der Familie Borenstein in der Schulstraße 16 (heute Hußstraße), das Haus der Familie Birnbaum in der Agnesstraße 4 (heute Gagarinstraße) und das Haus Zschochernstraße 32. 1942 wurden noch 64 jüdische Einwohner gezählt. Die meisten von ihnen wurden bei zwei Deportationen in diesem Jahr in Vernichtungslager verbracht: am 9. Mai 1942 waren es 34 jüdische Personen aus 18 Familien, darunter sechs Kinder, am 19./20. September 1942 weitere 14 jüdische Personen.      
  
Von den in Gera geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Motel Moszek Abkewicz (1894), Else Altmann geb. Groß (), Fella Altmann (), Isaak Altmann (), Rifka Altmann geb. Kantorowicz (), Samuel (Schmul) Altmann (), Viola Altmann (), Margarethe (Betty) Altschüler geb. Halpert (1892), Jenny Antmann (), Moses Antmann (1894), Rosa Antmann geb. Kafka (1891), Mathilde Bachmann geb. Eichenberg (1849), Rosalie Bachmann geb. Baruch (1880), Siegmund Bachmann (1881), Egon Alexander Wolfgang Barasch (1926), Hermann Chaskiel (Chaskier) Barasch (1896), Johanna Selma (Salomea) Barasch geb. Sabersky (1902), Chana Berger (), Alfred Birnbaum (1916), Chawe Deborah Birnbaum (), Feige Fanny Birnbaum geb. Verständig (1888), Juda Birnbaum (1879), Mendel Birnbaum (1885), Rosa Birnbaum geb. Wiesenthal (1880), Mordka Max Blachmann (1890), Rosa (Taube, Rebekka) Blachmann geb. Adelski (1895), Sophie Rebekka Blachmann (1922), Itta Blumenstein (), Ida Frieda (Friedel) Borenstein (1918), Leo Leib Borenstein (1884), Pepi Borenstein geb. Grünstein (1884), Mendel Israel Brandwein (1886), Minna Brandwein geb. Wiesenthal (1882), Lucie Pauline Braun geb. Brueg (1901), Dora Brenner geb. Berndt (1887), Ernst Brueg (1883), Gertrud Brueg geb. Gilles (1883), Felicitas Bütow geb. Wolff (1888), Waltraut Gabriele Bütow (1925), Moses Chilewitz (1893), Galel Ciup (1902), Chaja Perl Clärchen Eidelmann geb. Greidinger (1913), Pesse Eidelmann (1939), Markus Faust (), Evelyn Fischmann (1930), Heinrich Fischmann (), Marion Fischmann (1926), Paula Fischmann geb. Schipper (1891), Max Fraenke (1930), Eisig Fränkel (1872), Jacob Abraham Fränkel (1902), Bruno Frank (1892), Kurt Freudenthal (1891), Lieba Friedmann geb. Adelski (), Moses Judko Friedmann (1896), Hermann Fröhlich (1922(, Ruth Fröhlich (1927), Salomon Frost (), Mathias Gaensel (1882), Josef Gelber (1865), Jakob Geller (1872), Gertrud Goldmann geb. Walther (1890), Hermann Goldmann (1878), Wally Goldschmidt (1891), Benno Gottfried (), Markus Gottfried (1896), Moses Gottfried (1875), Paula Gottfried geb. Leibenstein (1897), Sara Gottfried geb. Klahr (), Zita Gottfried (), Josef Greidinger (),  Cywia Cella Gross geb. Urbach (1903), Fajawell Fritz Gross (1928), Hella Grünberg geb. Nussenbaum (), Moses Gruenberg (), Abraham Gutwilen (1894), Helene Gutwilen (1931), Hermann Gutwilen (1931), Rena Gutwilen geb. Pick (1889), Paul Hennin (), David Herschberg (1885), Rosa Rachel Herschberg geb. Neumann (1891), Max Hirsch (1887), Hans Hirschhorn (), Helene Hirschhorn geb. Birnbaum (), Samuel Hirschhorn (), Frieda Fradel Hofstein geb. Zawadzki (1882), Rubin Hofstein (1877), Herbert Joseph (), Friedrich Käckell (1886), Leo Kantorowicz (1899), Moritz Moische Kantorowicz (1899), Sara Kantorowicz geb. Sternberg (1902), Aron Katz (1882), Benjamin Katz (), Frieda Katz geb. Tabak (1892), Leo Katz (1883), Margula Katz geb. Pfeffer (1872), Matthias (Mathis) Katz (1875), Hirsch Jakob Keller (1896), Taube Liebe Keller geb. Klingenfrau (1896), Anni (Anna) Knispel geb. Wassermann (1911), Elly Kornick geb. Wolff (1883), Frieda Feige Kronberg geb. Rapoport (1886), Moritz Kronberg (1882), Ida Landsberg geb. Jahr (), Carmen Helene Laubheimer geb. Harf (1923), Else Lewin geb. Wolff (1879), Elise Lichtenstein geb. Hauptmann (1894), Gustav Lichtenstein (1881), Herta Lichtenstein (1905), Elfriede (Frida) Lindmann geb. Hirsch (1892), Eleonore Lissner geb. Rosenthal (1901), Emil Löwenstein (1884), Heinz Hans Hermann Löwenstein (1926), Käte Löwenstein geb. Hauptmann (1895), Felix Lomnitz (1884), Basia Berthel Lorbeer geb. Schweizer (1905), Max H. Lorbeer (1904), Ruth Lorbeer (1936), Ester Lurje geb. Geller (1910), Chaim Malachowsky (1881), Josef Malachowsky (1914), Warda Mindel Malachowsky geb. Gusowsky (1891), Wally Anna Marie Mandel (1907), Adele Mayer geb. Hirschfeld (1877), Klara Meyer geb. Sandheim (1888), Moses Aron Milewicz (1897), Lilli Moses geb. Biermann (1895), Werner Müller (1910), Lucie Münzer geb. Kupfer (1899), Erna Nawratzki geb. Prytek (1895), Katherina Erna Neukamp geb. Gottheil (1893), Frieda Orenstein (), Ida Orenstein (1911), Leon Luser Leo Orenstein (1884), Marie (Maria) Orenstein geb. Ripstein (1884), Olga Sara Orenstein (1912), Sura Orenstein (1914), Wolf Orenstein (1918), Esther Organek (), Hermann Chaim Organek (1893), Hilde Organek geb. Zawadzki (1900), Rosa Elsbeth Philipp geb. Schiff (1878), Paula Perla Lea Bella Pressburger geb. Organek (1905), Erika Pringsauf geb. Goldmann (1914), Baruch Reisler (1894), Max Reisler (1910), Edmond Riesel (), Margot Rose (1902), Cäcilie Zitty Rosenbaum geb. Kissinger (1873), Toni Rosenberg geb. Fraenkel (), Feodora Rosin geb. Kalb (1893), Margarete Sabersky geb. Epstein (1877), Rifka Sarakowski geb. Milewitzsch (1889), Adolf Sawatzki (), Berta Schäfer geb. Langer (1890), Elie Scharf geb. Kraushaar (1897), Jakob Scharf (1895), Sonja Scharf (1927), Edith Schmidt-Lorenz geb. Schalscha (1892), Zippora Schnitzer (1906), Scheina Jenny Schoenlank geb. Klimberg (1864), Margarete Schönwald geb. Lomnitz (1881), Baruch Schweizer (1882), Max Schweizer (1907), Paul Schweizer (1900), Toni Schweizer geb. Lindenbaum (1907), Martel Marcus Sejnewski (1922), Sellow Seligmann (1906), Bernhard Siminski (1926), Julius Simsohn (1888), Julius Sindel (1887), N.N. Sindel (), Klara (Klärchen) Sindel (), Tzila Sindel geb. Poper (), Wolfgang Sindel (), Hermann Sklow (1870), Ellen Sochaczewer geb. Steinitz (1886), Paula Sommerfeld geb. Rubinson (1898), Ruth Sommerfeld (1927), David Spiegel (1882), Deborah (Dvora) Spiegel geb. Halpern (1880), Jakob Spiegel (1889), Auguste Steinitz geb. Aron (), Sidonie Sternberg geb. Münzer (1913), Hermann Stiglitz (1903), Paula (Bela) Stolnikowitz (1912), Grete Taus geb. Guggenheim (1900), Sylvia Irmgard Libeni Taus (1925), Moritz Tondowski (1906), Ida Itka Urbach geb. Waldmann (1907), Lilli Wahl geb. Jankelowitz (1907), Emmy Weber (1909), Regina Wechsler geb. Liebermann (1905), Clara Wernik geb. Heller-Berger (), Dawid Wernik (1892), Fanny Wernik (1896), Lotte Wernik (1929), Cora Wilamowska (1910), Berthold Winkelmaier (1902), Ruth Ilse Wolf geb. Hirsch (1905), Wilhelm Wolff (1885), Heinz Wolkowitz (1929), Mendel Max Wolkowitz (), Regina Rifka Wolkowitz (), Rudolf Wolkowitz (1934), Felicitas Fella Zawadzki (1924), Frieda Zawadzki (1928), Leopold Lewinsohn Zawadzki (1902), Marie Zawadzki geb. Maneli (1903), Sally Zawadzki (1890), Ziril Civel Zawadzki geb. Pericovicz (1866), Johanna Zuer geb. Brinitzer (1886), Wolfgang Zuer (1921).                 
   
Aus Greiz sind umgekommen: Emilie Arnstein geb. Heller (1896). Sigrid Chraplewski (1923), Hans Cohn (196), Margarete Fickel geb. Cohn (1896), Dora Flom (1906), Klara Klemm geb. Heit (1905), Helene Krämer geb. Berl (1897), Hans Kramer (1893), Hilde Kramer (), Olga Lilienthal geb. Schneider (1866), Julie Popper geb. Knöpfelmacher (1866), Baruch Reisler (1894), Max Reisler (1910), Gertrud Zellner (1890).  
Am 18. Oktober 2011 wurden in Greiz vier "Stolpersteine" verlegt für:  Hilde und Hans Kramer (Gartenweg 7) sowie Julie Popper (Kugelacker 27) und Dora Weigel (Südstraße 6, hat mehrere KZ schwer verletzt überlebt).     
    
Aus Weida sind umgekommen: Clara Fröhlich geb. Voigt (1877, gest. 1944 im Krankenhaus Gera), Hermann Fröhlich (1920), Ruth Fröhlich (1927), Simon Fröhlich (1876) Egon Sabersky (1911), Margarete Sabersky geb. Epstein (1877). 
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde       
       
Schächtverbot durch den Stadtrat (1885)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Oktober 1885: "Gera, im Oktober (1885). Unter der Aufschrift 'Der Stadtrat von Gera' enthält die Berliner 'Allgemeine Fleischer-Zeitung' vom 12. Oktober folgenden beißenden Artikel:
'Der Stadtrat zu Gera muss aus Leuten bestehen, die nicht viel Sorgen haben; soweit sind die Herren nur zu beneiden; aber sie machen sich unnutze Sorgen und werden dadurch ihren Nebenmenschen unbequem; das ist schon weniger schön.  
In Gera hat es wahrscheinlich bis vor wenigen Jahren überhaupt keine Judengemeinde gegeben; in den letzten Jahren mögen wohl einige sich dort angesiedelt haben; diese haben nun, da die Juden bekanntlich eine eigentümlich Manier besitzen, die Tiere zu schlachten, sich einen 'Schächter' engagiert, der ihnen dies nach üblichem Ritus besorgen sollte.  
Die Geraer Ratsherren haben vielleicht von diesem Ritus nichts gewusst, und nun kam ihnen die ganze Geschichte sonderbar vor, und sie haben kurzweg das 'Schächten' verboten; aber bevor man etwas verbietet, sollte doch selbst ein Ratsherr in Gera sich erkundigen, wie die Sache anderwärts gehandhabt wird. In Berlin, in Paris, in London sind doch die Magistrate am Ende ebenso klug und ebenso human als in Gera; im ganzen deutschen Vaterlande können die Juden unbeanstandet 'schächten'; nur in Gera schlägt dem Stadtrat das Herz für das Rindvieh wärmer als anderwärts. 
Der wohlweise Stadtrat hätte sich auch erkundigen können, wie die Männer der Wissenschaft über das 'Schächten' denken; da hätte er gehört, dass die ersten Autoritäten diese Form des Schlachtens als vorteilhaft für Mensch und Tier betrachten; denn Moses hat das Schächten nur eingeführt, weil er ein Tierfreund war, und weil durch den Schnitt, den ein darauf eingeübter Mensch mit einem haarscharfen Messer in einem Zuge ausführt, das Tier am wenigsten gequält wird; und die Menschen kommen gut dabei fort, weil das Blut bei dieser Schlachtmethode rasch abfließt und das Fleisch nicht so rasch verwest, als wenn das Blut in den Adern gerinnt.  
Man wird doch nicht in Gera gescheiter sein wollen, als in der ganzen Welt. Oder sollte am Ende ein bisschen Judenhass in diese Ochsenliebe hineinspielen? Das können wir von den aufgeklärten Thüringern nicht gut glauben. Jedenfalls werden die Juden, die bekanntlich ein zähes Völklein sind, diesen Bescheid des Senats von Gera nicht ruhig hinnehmen; und die Geraer werden am Ende doch zur Einsicht kommen, dass die Tierschutzvereine, welche gegen das 'Schächten' eifern, aus einer Mücke einen Elefanten machen.'"        

   
Nationalsozialisten zertrümmern Schaufensterscheiben jüdischer Geschäfte (1928) 
   

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 26. September 1927: "Berlin (J.T.A.). Nationalsozialisten haben in Gera am Sonnabend im Kaufhaus Bütow zwei und im Warenhaus Tietz eine große Fensterscheibe mit Steinen zertrümmert. Als Haupttäter und Anstifter wurden der Herausgeber der antisemitischen 'Sturmglocke' und drei Mittäter, die alle geständig sind, festgestellt."     

      
Anzeige von Abraham Rosenbaum (1928)        

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 21. September 1928: 
"Älteres Fräulein oder alleinstehende Frau als 
Haushälterin
 
für einzelnen älteren Herrn in kleinen, nichtrituellen Haushalt gesucht. Bewerberinnen, die ähnliche Stellungen bereits innehatten, wollen sich unter Beifügung von Referenzen an Unterzeichneten werden. Antritt hat spätestens 15. Oktober zu erfolgen. 
Abraham Rosenbaum   
Gera 
  
Eisenbahnstraße 11."           

     
Die jüdische Gemeinde von Gera bittet den Reichsminister des Innern, Dr. Joseph Wirth um eine Intervention gegen Minister Dr. Wilhelm Frick (1930)     
Anmerkung: Dr. Wilhelm Frick (1877-1946) war von Januar 1930 bis April 1931 in Thüringen Staatsminister für Inneres und Volksbildung. Er war der erste Minister der NSDAP zu Zeiten der Weimarer Republik. In dieser Zeit suchte er bereits in massiver Weise die nationalsozialistische Bewegung und Weltanschauung in Thüringen durchzusehen. Siehe Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Frick   

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juli 1930: "Die thüringische Judenheit appelliert. Die thüringische Israelitische Religionsgemeinschaft richtete durch die Israelitische Religionsgemeinde in Gera an den Reichsminister des Innern, Dr. Wirth, das folgende Schreiben..."            

     
     
Dokumente zu jüdischen Gewerbebetrieben 

Ansichtskarte des Marktplatzes in Gera 
mit dem Geschäft der Gebrüder Goldmann 
(ca. 1910-1920) 
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller,
 Kirchheim / Ries)  
Gera Dok 2013010.jpg (343039 Byte) Gera Dok 2013010a.jpg (235480 Byte)
 Gera Simsonbrunnen.jpg (89918 Byte) Auf der Ansichtkarte sind verschiedene Geschäfte, Hotel und Apotheke rund um den Marktplatz zu sehen, darunter das Geschäft der Gebrüder Goldmann. In der Mitte der Simson-Brunnen mit dem biblischen Motiv des Simson.
vgl. Wikipedia-Artikel "Simsonbrunnen (Gera)"   
Das Foto links mit dem aktuellen Zustand aus der Website der Stadt Gera.  

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge    
 
    
Bereits im Mittelalter war eine Synagoge ("Judenschule") vorhanden (1502 genannt). 
  
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde (nach 1885) eine Synagoge (Tempel) in der Leipziger Straße  eingerichtet. Nach dem Ende der Ersten Weltkrieges wurden die Gottesdienste in einem Hintergebäude (Obergeschoss eines Seitenflügels) des damaligen Hotels "Kronprinz" am Rossplatz (später "Platz der Republik") abgehalten. Daneben gab des Beträume verschiedener orthodoxer Richtungen, ein größerer (orthodoxe Synagoge) bis 1938 in der Hospitalstraße.
      
Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Synagogen im Hotel "Kronprinz" und in der Hospitalstraße durch NS-Anhänger geschändet, die Einrichtungs- und Kultgegenstände wurden verbrannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude des Hotel Kronprinz (mit dem Betsaal im Hintergebäude) zerstört. 
   
Im November 1989 wurde ein Denkmal für die zerstörte Synagoge eingeweiht. Das Denkmal besteht aus vier Zeilen: einem zerbrochenen Synagogeneingang mit der Inschrift: "Synagoge zu Gera 9.11.1938" und drei Steinplatten, die davor im Boden liegen. Eine kleinere Steinplatte zeigt eine Menora; auf einer der Inschriftenplatten steht: "Die Pogromnacht des 9. November 1938 brachte Zerstörung, unendliches Leid und Tod über unsere jüdischen Mitbürger"; auf der anderen: "Sechs Millionen Juden wurden von 1933 bis 1945 Opfer des deutschen Faschismus".  
     
Adresse/Standorte der Synagogen: 
   
Betsaal im Hintergebäude des nicht mehr bestehenden Hotel Kronprinz:    Schülerstraße / Ecke Anna-Schneider-Weg; 
-   orthodoxe Synagoge in der Hospitalstraße (später Karl-Liebknecht-Straße) 
      
      
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmen von 29.6.2011)   

   Die Gedenkstätte für
 die nicht mehr bestehende Synagoge
      
  Der "zerbrochene Eingang" für das 1938 geschändete und später kriegszerstörte
 Synagogengebäude
     
  Die oben zitierte Inschrift ist leider durch die eingetretene Verwitterung kaum mehr lesbar. 
     
Andernorts entdeckt - auf dem 
jüdischen Friedhof in Bleicherode
Bleicherode Friedhof 164.jpg (182311 Byte)  
   Grabmal für den im Ersten Weltkrieg gefallenen Arno Goldschmidt aus Gera (1878 - 1916)
 und Sophie Goldschmidt geb. Grünstein (1851 - 1924)  

      
      
      

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte
  

Anfang 2009: "Stolperstein"-Aktion in Gera 
Artikel von Sylvia Eigenrauch, Gera aus der Thüringischen Landeszeitung vom 26. Februar 2009 (Artikel):     
 Stolpern gegen das Vergessen.  
Die Dokumentation junger Leute aus dem Evangelischen Jugendhaus Shalom über die Initiative Stolpersteine in Gera nimmt Pastor Uwe Heimowski heute mit auf seine Reise nach Israel.
Das Material, das sieben Jugendliche in Gera zusammentrugen und ihm gestern überreichten, will er dem Dokumentationszentrum der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem überreichen. Die 1953 gegründete Stätte ist für Menschen mit jüdischen Vorfahren oft die erste Anlaufstelle, um Familienwurzeln zu entdecken. Heute lagern dort über 60 Millionen Dokumentseiten, gibt es 263 000 Fotografien und über zwei Millionen Gedenkblätter in der Halle der Namen. 
Denen wird jetzt das Material aus Gera hinzugefügt. Voriges Frühjahr hatte Günter Domkowsky die Initiative Stolpersteine in der Stadt angeregt und obendrein einen Stadtrundgang konzipiert, der die Teilnehmer zu den Häusern der einst in Gera lebenden Juden führt. 217 Juden aus der Stadt sind im Holocaust umgekommen. Nicht allen wird ein Stein ins Pflaster gelegt werden können, weiß Domkowsky. "Auch wenn die Steine keine Begegnungen schaffen, so lassen sie uns mitten im Leben stolpern und uns erinnern, dass es auch hier Menschen jüdischen Glaubens gab", sagt Pastor Heimowski. Er sucht als Reiseleiter für eine Gruppe der Reisemission Leipzig in Israel den Kontakt mit den Juden. Auch Geraer sind mit ihm bis zum 7. März unterwegs. 
Unterdessen wird der zweite Termin für das Legen von Stolpersteinen für den 6. April vorbereitet. Dann will auch Philipp Meyer sich an der Erarbeitung der Dokumentation beteiligen. Der künftige Erzieher absolviert derzeit ein Praktikum im Shalom. "Jugendliche leisten hier einen Beitrag, dass Geschichte lebendig bleibt, von der man sonst nichts weiß, die verdrängt oder vergessen wird", sagt Domkowsky.
Mit den Namen leben die Geraer Opfer des Nationalsozialismus weiter. Die nächsten Stolpersteine sollen symbolisch auch für andere stehen. "Wenn wir an Rudolf Diener erinnern, dann werden auch all die anderen aufgeschrieben, die wie er im Gefängnis umkamen", so Domkowsky.
Gera ist europaweit der 361. Ort, an dem der Kölner Künstler Gunter Demnig seit 1993 Stolpersteine gegen das Vergessen legte. Sie erinnern meist vor ihrem früheren Wohnhaus an die Opfer des Nationalsozialismus. Bisher liegen 16 500 dieser Steine.  
In Gera wird so seit dem 7. Oktober 2008 an fünf jüdische Mitbürger erinnert: An Julius Simsohn (1888-1944) in der Nestmannstraße, an Prof. Dr. Hans Simmel (1891-1943) vor dem Waldklinikum und an Familie Oskar, Martha und Hans Salomon in der Laasener Straße.      
    
Juni 2010: Nach dem Diebstahl von "Stolpersteinen" in Gera - Ermittlungen gegen Verdächtigen im Gange  
Artikel in "RP-Online" (Artikel): ""Stolpersteine" in Gera - Gedenksteine der Nazi-Opfer gestohlen
Die Thüringer Polizei ermittelt gegen einen 22 Jahre alten Mann, der in Gera sogenannte Stolpersteine zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus gestohlen haben soll. Zu den Vorwürfen äußerte sich der Mann bisher nicht. 
Zeugen hatten in der Nacht zum Sonntag beobachtet, wie ein Mann mit Werkzeug die in einen Fußweg eingelassenen Gedenksteine entfernte, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die Polizei nahm in unmittelbarer Nähe den 22-Jährigen fest, der Werkzeuge dabei hatte.
Die fünf gestohlenen Gedenktafeln seien bisher nicht gefunden worden. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um in den Gehweg eingelassene Gedenktafeln (Maße 10x10x10 Zentimeter) zur Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus."  
  
Juli  2010: Ein weiterer "Stolperstein" wurde gestohlen   
Artikel in "RP-online" vom 30. Juli 2010: "Gera. Erneut Gedenk-"Stolperstein" gestohlen
Gera
(RPO). In Gera ist erneut ein "Stolperstein" gestohlen worden. Die in den Fußweg eingelassene Gedenktafel zur Erinnerung an jüdische Opfer des Nationalsozialismus sei in der Nacht zum Freitag entfernt worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Erst Ende Juni waren in der Stadt fünf "Stolpersteine" entwendet worden. Sie sind den Angaben zufolge bis heute verschwunden. Die Kriminalpolizei bildete jetzt eine Arbeitsgruppe, die einen Zusammenhang zwischen den Taten prüft. Zudem sollen mit mehr Streifenfahrten weitere Diebstähle verhindert werden. ddp/erd/stu."  
  
November 2010: Schändung des Denkmals für die Synagoge   
Artikel in der "Thüringischen Landeszeitung" vom 11. November 2010 (Artikel): 
"Denkmal für einstige Synagoge in Gera geschändet - Täter gefasst. 
Auf frischer Tat wurde ein 32-jähriger Geraer gestellt, der am Dienstagabend gegen 22.55 Uhr das Denkmal für die einstige Synagoge in der Schülerstraße schändete. 
Gera
. An dem Tag hatte sich zum 72. Mal die Reichspogromnacht gejährt. Der Mann hatte Blumengebinde, die am Abend niedergelegt worden waren, und Grabkerzen weggetreten. Er wurde von Beamten der Polizeiinspektion Zentrale Dienste überrascht und festgenommen. Mittlerweile befindet er sich aber wieder auf freiem Fuß. Der Täter war alkoholisiert, ein Atemtest ergab 2,04 Promille. Der 32-Jährige ist polizeibekannt wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Beleidigung und Sachbeschädigung, teilte eine Polizeisprecherin mit. Das Denkmal war wiederholt Ziel von Sachbeschädigungen in den letzten Jahren. 
Der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Lemb und das Aktionsbündnis "Gera gegen Rechts" äußerten sich schockiert. "Nicht einmal das Gedenken an die Pogromnacht bleibt von Taten mit rechtsradikalem Hintergrund verschont. Das ist traurig und sollte uns alle zum Nachdenken anregen", äußerte sich Christoph Berger, einer der Sprecher. Die Tat reihe sich ein in mehrere Vorfälle, so seien u.a. Stolpersteine entwendet worden, die an Opfer des NS-Regimes erinnern. Nicole Schneider von der mobilen Beratung in Thüringen für Demokratie gegen Rechtsextremismus (moBiT) sieht im Vergehen eine antisemitische Tat. "Wenn ein Mensch auf die Idee kommt, die Zeichen der friedlichen Erinnerung und des Mahnens gewaltsam zu zerstören, ist das eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus." Da der Täter sich trotz Anwesenheit von Passanten es waren Polizisten in Zivil, die den Mann verhafteten am Denkmal zu schaffen machte, müsse er sich sicher gefühlt haben. Begrüßt wird das Handeln der Polizei. 
Am Sonntag um 14.45 Uhr will das Aktionsbündnis am Grab des Widerstandskämpfers Rudolf Diener auf dem Ostfriedhof der Nazi-Opfer gedenken. "   
 
Januar 2011: Geldstrafe für den Denkmalschänder  
Artikel aus den t-online-Nachrichten vom 19.Januar 2011 (Artikel): "Geldstrafe wegen Schändung jüdischer Gedenkstätte
Gera (dapd-lth). Wegen der Schändung einer jüdischen Gedenkstätte ist gegen einen 32-jährigen Mann aus Gera eine Geldstrafe in Höhe von 800 Euro verhängt worden. Der Mann habe zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht im vergangenen Jahr gezielt gegen Blumenkränze und Grabkerzen an der ehemaligen Synagoge getreten, teilte das Amtsgericht Gera am Mittwoch mit.
Da bei dem Verurteilten kurz nach der Tat ein Atemalkoholtest von 2,04 Promille festgestellt wurde, ging das Gericht in seiner Entscheidung von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Das Denkmal für die von Nationalsozialisten zerstörte Synagoge war in den vergangenen Jahren mehrfach beschädigt worden."   
 
September 2011: Über den Jüdisch-Deutschen Kulturverein in Gera       
Artikel von Elke Lier in der "Thüringer Allgemeinen" vom 2. September 2011 (Artikel): "Jüdisch-Deutscher Kulturverein sucht jüdische Spuren in Gera. Der Jüdisch-Deutsche Kulturverein wurde als Projekt des interkulturellen Vereins gegründet. Die Mitglieder sind Migranten aus jüdischen Familien und Geraer Bürger. Ziel ist die Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes in Gera..."  
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Oktober/November 2011: Zum Programm der Jüdisch-Israelischen Kulturtage in Gera   
Pressemitteilung vom 6. Oktober 2011: "Die Jüdisch-Israelischen Kulturtage wieder in Gera
Die 19. Jüdisch-Israelischen Kulturtage in Thüringen finden vom 27.Oktober bis zum 13. November statt. Das vielfältige Programm aus Konzerten, Lesungen, Vorträgen und Filmen ist auch wieder in Gera zu erleben. Die Otto-Dix-Stadt wird mit einem eigenen Programm zu interessanten Veranstaltungen laden. Ein Höhepunkt wird das Konzert mit dem israelischen Quintett 'Oy Division' am 30. Oktober in der Trinitatiskirche sein. Der 9. November steht dann wieder ganz in dem Gedenken an die Pogromnacht von 1938. Zur Auseinandersetzung mit der lokalen jüdischen Geschichte ermutigen die Stadtführung 'Steine und Namen' zu Stätten jüdischen Wirkens in Gera am 2. November so wie ein Vortrag über jüdisches Leben im Mittelalter, der am 10. November im Stadtmuseum Gera stattfinden wird."  
  
Oktober 2011: Auch in Greiz wurden "Stolpersteine" verlegt  
Artikel von Holger Zaumsegel in der "Ostthüringischen Zeitung" vom 19. Oktober 2011:  "Stolpersteine in Greiz gesetzt. Mit den am Dienstag, 18. Oktober, vier gesetzten Stolpersteinen ist nun auch die Park- und Schlossstadt Teil des weitweit größten dezentralen Mahnmals..."  
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Dezember 2011: Gerichtsverhandlung zum Diebstahl von "Stolpersteinen"   
Artikel von Katja Schmidtke in der "Ostthüringer Zeitung" vom 7. Dezember 2011: "Das Amtsgericht Gera verhandelt den Diebstahl von Stolpersteinen. Das Amtsgericht Gera verhandelt wegen Diebstahl und Störung der Totenruhe. 
Gera.
Es war ein sommerlicher Sonnabend, dieser 26. Juni 2010..." 
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Oktober 2012: Neue Gedenktafel  
Artikel in "Deutschland today" vom 5. Oktober 2012: "Veranstaltung im Hauptbahnhof Gera. Gedenktafel zur Deportation jüdischer Familien aus Gera. Gera (Evangelische Kirche Gera) - Vor 70 Jahren begann im Mai die Deportation der jüdischen Mitbürger aus unserer Stadt. Am 9. Mai 1942 wurden 34 jüdische Mitbürger aus 18 Familien, darunter sechs Kinder, und am 19./20. September 1942 weitere 14 Geraer Bürger in die Massen-Vernichtungslager deportiert. 
Erstmals sind rund 140 jüdische Mitbürger aus Gera am 28. Oktober 1938 an die polnisch-deutsche Grenze nach Bentschen transportiert und abgeschoben worden. Durch den Geraer Hauptbahnhof sind von 1942 bis 1945 weitere Züge gefahren, die Menschen in die Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus brachten. Der Jüdisch-deutsche Kulturverein Gera hatte in diesem Jahr am 10. Mai in einer Veranstaltung im Hauptbahnhof Gera dieser Ereignisse gedacht. Am 15. Oktober 2012 um 16.00 Uhr möchte der Verein im Gebäude des Hauptbahnhofs Gera eine Gedenktafel aus Anlass dieser Ereignisse enthüllen. Die Gedenktafel trägt die Namen der deportierten Geraer Bürger und soll für immer an die schreckliche Tat der Nationalsozialisten in Gera erinnern. Der Jüdisch-deutsche Kulturverein organisiert die Veranstaltung im Rahmen seines Projektes 'Jüdisches Leben in Gera – gestern und heute', das im Rahmen des Bundesprogramms 'TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN' gefördert wird. 
Die Oberbürgermeisterin der Stadt Gera Frau Dr. Viola Hahn wird an der Veranstaltung teilnehmen. Der Rabbiner der Jüdischen Landesgemeinde in Erfurt Konstantin Pal wird der deportierten jüdischen Mitbürger mit einem Gebet gedenken.
Der Jüdisch-deutsche Kulturverein Gera lädt alle Geraer Bürger ein, an der Veranstaltung teilzunehmen."  
 
November 2013: Gedenkstunde zum 75. Jahrestag des Novemberpogroms 1938   
Artikel von Elk Lier in der "Ostthüringer Zeitung" vom 11. November 2013: "Gedenken an 217 jüdische Bürger von Gera
Mit Kranzniederlegung an der ehemaligen jüdischen Synagoge gedenken Geraer der Pogromnacht vor 75 Jahren
Gera
. "Wer die Opfer vergisst", tötet sie aufs Neue". Die Kranzschleife des Interkulturellen Vereins Gera am weißen Chrysanthemengebinde trug diese Worte des Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland. Einzelne Rosen und Gebinde schmückten am Sonnabend das Mahnmal der am 9. zum 10. November 1938 in Flammen aufgegangenen jüdischen Synagoge von Gera.
OB Viola Hahn (parteilos) und Pfarrer Thomas Härtel von der Methodistisch-Evangelischen Kirche Gera gedachten mit Vertretern der Stadtratsfraktionen und Vereinen sowie Geraer Einwohnern in der Schülerstraße der Pogromnacht vor 75 Jahren. Schweigend hielten während der Ansprachen Mitglieder der antifaschistischen Aktion ein Spruchband mit der Forderung hoch: "Kein Vergeben! Kein Vergessen!". Am 10. November 1938 hatten die Nazis in Gera alle jüdischen Männer der Stadt in das Konzentrationslager Buchenwald abtransportieren lassen, 217 jüdische Bürger kamen von 1938 bis 1945 ums Leben. OB Hahn forderte in der Erinnerung an diese Nacht, die die mörderische Verfolgung der Juden in Europa mit sechs Millionen Toten einleitete, ein engagiertes Eintreten gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit. Ihre Wertschätzung gehöre allen Menschen die sich dem Alltagsrassismus entgegenstellen. Pfarrer Thomas Härtel wandte sich als Vertreter der Kirche gegen die Waffenindustrie und deutsche Waffenexporte und erneuerte das Streben, Menschen und ihr Leben zu schützen. Höhepunkt der Gedenkveranstaltung waren die bewegenden Worte Thomas Geves, eines ehemaligen jüdischen KZ-Häftlings, der schilderte, wie er als Junge die Reichspogromnacht erlebte.
Dieter Nendel vom Jüdisch-Deutschen Kulturverein Gera lud dazu ein, sich die erschütternden Kinderbilder Thomas Geves in der Volkshochschule Gera anzuschauen, die der heute 84-jährige im Winter 1945 in Buchenwald gezeichnet hatte. Gestern besuchte Thomas Geve Buchenwald."  
(Link zum Artikel)     
 
Dezember 2013: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" in Gera   
Artikel in der "Ostthüringer Zeitung" vom 9. Dezember 2013: "Gera hat 10 neue Stolpersteine - Schicksale im Straßenpflaster
In Gera sind zehn weitere Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden. Sie erinnern an Juden, Widerstandskämpfer und Zeugen Jehovas. Doch Dutzende Schicksale liegen noch im Dunkeln... " 
Link zum Artikel       
Hinweis: es wurden "Stolpersteine" verlegt u.a. in der Schmelzhüttenstraße 33 für Alfred Adomeit, seine jüdische Ehefrau Wally, Tochter Liselott und Jenny Schoenlank geb. Klimberg (1864), eine Bekannte der Familie; in der Gagarinstraße 26 für die jüdische Familie Sklow: Hermann Sklow war seit 1896 Direktor des Geraer Tietz-Warenhauses (Frau Betty geb. Behrendt (1880) und die Töchter Charlotte Sklow verh. Rosenthal (1905) und Helene Sklow-Roenthal (1907) konnten in die USA emirgieren). Insgesamt liegen nun (Stand Dezember 2013) 51 "Stolpersteine" in Gera.     
 
März 2015: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" in Gera  
Von den sieben Stolpersteinen, die am 19. März verlegt wurden, erinnern die sechs in der Altenburger Straße 6 verlegten Gedenksteine an sechs Angehörige der Familie Gutwilen. Familie Gutwilen lebte in Gera, bis sie im Herbst 1938 deportiert wurde. Leo und Heni Gutwilen konnten 1937 nach Palästina auswandern und damit dem Tod entkommen. Abraham, Rena, Hermann und Leni lebten nach der Deportation in Lodz und wurden im März 1942 ermordet.  
 
März 2017: Verlegung von "Stolpersteinen" in Weida   
Artikel von Marcel Hilbert in der "Ostthüringer Zeitung" vom 20. März 2017: "Die Namen zurückgegeben: In Weida Stolpersteine für Opfer des NS-Regimes verlegt
Weida. Gedemütigt, entrechtet, deportiert, ermordet – Es sind nur wenige Worte, die neben Name und Lebensdaten Platz finden auf den kleinen Gedenktafeln. Und doch reichen sie, einem die Gräuel vor Augen zu führen, denen zu Zeiten des Nationalsozialismus auch Weidaer Mitbürger ausgesetzt waren.
In der Geraer Straße, wo einst das verächtlich "Judenhaus" genannte Wohnhaus stand und heute die Zufahrt zum Edeka-Markt ist, wurden am Sonnabendmorgen fünf Stolpersteine verlegt, die den NS-Opfern Fritz, Egon und Margarete Sabersky sowie Simon und Clara Fröhlich ihre Namen wiedergeben. Der Kölner Bildhauer und Erfinder der in Straßen und Gehwege eingelassenen Mini-Denkmale verlegte die Stolpersteine im Beisein von etwa 40 Weidaern. Darunter der Bürgermeister Werner Beyer (parteilos), Stadträte aller Fraktionen und Weidaer. Mit Renate Reuter war auch eine Nachkommin der Saberskys dabei, die sichtlich gerührt der Vollendung des mehrjährigen Projektes folgte. Dieses hatte der gebürtige Weidaer Hans-Joachim Wolger initiiert und mit viel Unterstützung, auch von Schülern der Greil-Regelschule umsetzen können. 'Ziel ist es, nun eine Publikation mit unseren Rechercheergebnisse herauszugeben', sagt er: 'Die Initiative geht weiter"'...".  
Link zum Artikel    

  
Video zur Verlegung von "Stolpersteinen" in Gera (Ostthüringische Zeitung, 17. Juni 2011)
 

  

      

 
Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Gera   

Über die Firma Max Biermann in Gera (Seite in der website dahliengarten-gera.de)  

Onlineplattform zum jüdischen Leben in Thüringen:   
Der Förderverein Alte und Kleine Synagoge Erfurt e.V. wird mit Hilfe des Leo-Baeck-Programms der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" sowie des Thüringer Kultusministeriums ein Onlineportal zum jüdischen Leben in Thüringen schaffen. Ziel sei es, künftig einen gemeinsamen Veranstaltungskalender, wissenschaftliche Publikationen sowie Bild- und Tonarchive einzubinden. Ein besonderer Fokus soll auf ehrenamtlich agierenden Initiativen vor Ort liegen. Mit den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen in Thüringen hat der Förderverein in den vergangenen Jahren seine Netzwerkfähigkeit unter Beweis stellen können. Weitere Informationen zum geplanten Netzwerk gibt es im Internet unter www.synagogenverein-erfurt.de.  

 Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 277; III,1 S. 433-434. 
Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Berlin 1992. S. 271-272.     
Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link). Zu Gera S. 131-134. 
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Band 8 Thüringen. Frankfurt 2003. S.  76-79 (zu Gera) und S. 113-114 (zu Greiz).
Werner Simsohn: Juden in Gera - ein geschichtlicher Überblick. Hrsg. von Erhard Roy Wiehn.  Konstanz 1997. 
Über den Autor und seine Publikation (aus www.gera.de): "Lebenslauf und Würdigung Herr Werner Simsohn 
Herr Werner Simsohn wurde am 18. Dezember 1924 in Berlin geboren und lebte seit 1927 in Gera. Als Kind und Jugendlicher erlebte er hier als selbst Betroffener die Diskriminierung und Verfolgung jüdischer Familien durch den NS-Staat. Sein Vater wurde 1944 im KZ Auschwitz ermordet, andere Verwandte wurden deportiert und kamen ebenfalls um. Er selbst wurde im Oktober 1944 verhaftet und in ein so genanntes "Erziehungslager" in den Buna-Werken in Schkopau bei Merseburg gebracht, von wo ihm in den letzten Kriegswochen die Flucht gelang. 
Nachdem Herr Werner Simsohn den notwendigen Abstand zu dem Erlebten und Durchlittenen gewonnen hatte, erkannte er die Notwendigkeit, die Geschichte der jüdischen Einwohner Geras vor dem Vergessen zu bewahren. Da es zu diesem Kapitel der Stadtgeschichte kaum archivalische Quellen gibt, konnte diese Aufgabe nur durch die Befragung Überlebender gelöst werden. Herr Werner Simsohn war sich bewusst, dass nur ein selbst Betroffener das Vertrauen der Überlebenden bzw. deren Angehöriger erringen konnte. Er stellte sich dieser großen Verantwortung. Neben seiner beruflichen Arbeit und seinem ehrenamtlichen Engagement im Sport gelang es ihm im Laufe jahrzehntelanger, mühevoller Recherchen, auf eigene Kosten und ohne institutionelle Unterstützung, eine Fülle von Anschriften in mehreren Kontinenten zu ermitteln und Dutzende von Zeitzeugen zu befragen.
Als Ergebnis liegt heute eine umfangreiche Sammlung und Dokumentation zur Geschichte der Juden in Gera vor, die bezeugt, dass die Geschichte der Stadt nicht ohne die Rolle der Juden verstanden werden kann. Das von ihm auf dieser Grundlage verfasste Manuskript vermittelt ein tiefgründiges und differenziertes Bild des Lebens, Wirkens und Leidens der Juden in Gera. Die Darstellung des Schicksals Geraer jüdischer Familien verleiht der Geschichte Namen und Gesicht. Seine Arbeit tilgt nicht nur einen weißen Fleck in der Geschichte der Stadt Gera; sie ist zugleich repräsentativ für das Schicksal der jüdischen Bevölkerung auch in anderen Orten und Regionen. Durch seine vielfältigen Briefkontakte in alle Welt konnte Herr Werner Simsohn auch viele Vorurteile aus dem Weg räumen und hat damit Wesentliches zur Hebung des Ansehens der Stadt Gera in vielen Orten und Ländern der Erde beigetragen.
Am 25. April 1995 übereignete Herr Werner Simsohn seine Sammlungen Schenkungsweise der Stadt Gera, um die Ergebnisse seines Lebenswerkes für die Zukunft zu bewahren und der Öffentlichkeit nutzbar zu machen.
Im Jahr 1997 erschien im Hartung-Gorre-Verlag Konstanz, z.T. auf eigene Kosten, der erste Band seiner auf vier Bände angelegten "Geschichte der Juden in Gera". Die Veröffentlichung dieser Bände zu einem subventionierten Preis bietet allen Geraer Bürgern, insbesondere der jüngeren Generation, die Chance, sich exemplarisch mit einem wichtigen, wenngleich dunklen Kapitel der Geschichte Geras auseinander zu setzen.
Die Initiative und Leistung von Herrn Werner Simsohn ist beispielgebend und für das Image der Stadt Gera von unschätzbarem Wert.
Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an ihn stellte eine dementsprechende und verdiente öffentliche Anerkennung und Ehrung dar.
Die Feierlichkeiten der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Herrn Simsohn wurden mit der Ausstellungseröffnung "Aenne Biermann zum 100." am 01. November 1998 verbunden." 

    
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Gera, Thuringia. There is evidence of sporadic settlement as well as expulsion of Jews from Gera since the 14th century. A synagogue is known to have existed in 1502. A sizable Jewish population began to develop only in the late 19th century, increasing rapidly owing to the influx of Jews from Eatern Europe. A Jewish community was formally founded in 1885 and in 1895, there were 90 Jews in Gera engaged mostly in commerce. Hermann Tietz and his nephew Oskar Tietz, who came to Gera in 1882, were the founders of a chain of department stores all ober Germany. The Jewish population grew from 150 in 1900 to 519 in 1925 (0,6 % of the total). With the Nazi rise to power in 1933, many Jews emigrated and the Jewish population dropped to 378. Forced 'Aryanization' of Jewish businesses began here as early as 1933 and in 1934 the Tietz concern was forced to sell pout. In October 1938, all Jews who had Polish citizenship were deported to Poland. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the two synagogues in Gera were vandalized and one destroyed, 36 Jewish men were arrested, and the Jewish shops were closed down. In 1939, only 77 Jews remained in Gera. They were deported to death camps during the war. 
    
     

                   
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Stand: 21. März 2017