Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Emmendingen Jubilaeum 04.jpg (24449 Byte)


Emmendingen (Kreisstadt / Baden-Württemberg) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge nach 1945


Vergleiche (interne Links) Seite zur jüdischen Geschichte Emmendingens (bis 1940)    
    Seite zum jüdischen Museum in Emmendingen    
    Seite zum alten jüdischen Friedhof Emmendingen  
    Seite zum neuen jüdischen Friedhof Emmendingen  

 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und des Betsaals / der Synagoge nach 1945    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos  
Einzelne Presseberichte   
Februar 2010: 15 Jahre jüdische Gemeinde Emmendingen 
Links und Literatur   

      

Aktuell: Jüdisches Lehrhaus Emmendingen - Programm Winter/Frühjahr 2010  (Programmflyer, pdf-Datei)  
  
Das Wesen des Judentums - Vortrag mit Vladimir Itamar Baum, Lehrer für jüdische Fächer, Dozent am Jüdischen Lehrhaus Emmendingen. 
Das Judentum ist die erste monotheistische Religion der Welt. Die religiösen Juden glauben an den einzigen Gott, der die Welt und den Menschen erschaffen hat. Aber wie ist es mit der Allmacht Gottes und seiner Allgegenwart? Hier gibt es im Judentum verschiedene Ansichten, die im Vortrag angesprochen und vorgestellt werden. Auch was die Liebe Gottes und seine Gerechtigkeit betrifft, bestehen im Judentum durchaus unterschiedliche Meinungen. 
Der Referent lädt die Teilnehmer im Anschluss an den Vortrag dazu ein, über die genannten Fragestellungen miteinander ins Gespräch zu kommen. 
Emmendingen, Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, Gemeindesaal 
Sonntag, 21.02.2010, 14:00-15:30 Uhr, Eintritt 6,00 €
    

        

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und des Betsaals/der Synagoge nach 1945 
(das Foto oben zeigt das Glasfenster im neu renovierten Gemeindesaal in der alten Synagoge Kirchstraße 11, seit 2006: Simon-Veit-Haus)

1978 siedelte sich eine jüdische Familie in Emmendingen an. Durch den Zuzug jüdischer Emigranten seit der Zeit um 1990 aus der ehemaligen Sowjetunion kam es am 12. Februar 1995 zur Neubegründung einer jüdischen Gemeinde in Emmendingen. Dem Festakt der Gemeindegründung wohnten neben Ignaz Bubis s.A. (Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland) zahlreiche Repräsentanten des politischen, religiösen und öffentlichen Lebens bei. Damals zählte die jüdische Gemeinde Emmendingen 74 Mitglieder, die in den beiden Landkreisen Emmendingen und Ortenaukreis lebten. Die Gemeinde vergrößert sich rasch auf rund 300 Mitglieder (Anfang 2006), darunter etwa 60 Kinder und Jugendliche.
Diese neue Gemeinde mietete für ihre Gottesdienste zunächst einmal monatlich einen Saal von der Stadt. 1999 wurde das Gebäude Kirchstraße 11 der jüdischen Gemeinde zurückerstattet. Seitdem befinden sich in ihm Büros und die Bücherei der Gemeinde. Für den Betsaal/Synagoge und das Gemeindezentrum der Gemeinde konnte ein Gebäude in der Stadt angemietet werden.
Im September 1999 wurden die Integrationsbemühungen der Jüdischen Gemeinde Emmendingen mit der Überreichung des Karl-Kübel-Preises für beispielhafte Familieninitiativen in religiösen Gemeinden in der Frankfurter Paulskirche gewürdigt. Der Aufbau der Jüdischen Gemeinde Emmendingen, Lebenswerk des Ehepaars Teschemacher, findet bundesweit Anerkennung.
Regelmäßige Gottesdienste am Sabbat und an allen jüdischen Feiertagen, jüdische Feste, vielfältige Gruppenaktivitäten und ehrenamtlich geleistete Sozialarbeit prägen die junge jüdische Gemeinde Emmendingen.

Emmendingen SVHaus Art01.jpg (201760 Byte)Das Gebäude Kirchstraße 11 wurde im Februar 2006 nach dem langjährigen Gemeindevorsteher Simon Veit (1880 bis 1930 Vorsteher der Gemeinde, 1940 nach Gurs verschleppt und ermordet) Simon Veit-Haus benannt (siehe Artikel links aus der Badischen Zeitung vom 14. Februar 2006) mit Foto: "Ute Teschemacher, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, enthüllt die Gedenk- und Ehrentafel am Simon-Veit-Haus".

 

   
   

               
Fotos:  

Fotos 2001:
(Quelle: Jüdische Gemeinde Emmendingen)
Emmendingen Synagoge n01.jpg (25335 Byte) Emmendingen Synagoge n02.jpg (32814 Byte) 
Die neue Torarolle der Gemeinde wird in den neuen Betsaal in der Stadt eingebracht Die alte Synagoge Kirchstraße 11 kam wieder in den Besitz der jüdischen Gemeinde
     

Fotos 2003:
(Hahn; Aufnahmedatum 23.3.2003) 

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  Türschild am Gebäude der alten Emmendinger Synagoge, die in den kommenden Jahren wieder zu einer Synagoge umgebaut werden soll Im derzeitigen Betsaal der Emmendinger jüdischen Gemeinde
     

  

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  Rechts des Toraschrankes: Klaus Teschemacher, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Emmendingen Gebetbuch  in russischer Sprache für neue Mitglieder der Emmendinger Gemeinde
           

Fotos Februar 2005: Jubiläumsfeier "10 Jahre neue jüdische Gemeinde in Emmendingen"
(Fotos: Carola Grasse)

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Einzelne Presseberichte  

Februar 2010: 15 Jahre jüdische Gemeinde in Emmendingen  
Emmendingen PA 2010-02-01.jpg (79173 Byte)Foto links von Markus Zimmermann-Duerkop: Wolfgang Fuhl, der Vorsitzende des Oberrats (Mitte) überreichte Vorstand und Geschäftsführung ein Gemälde      
Artikel von Markus Zimmermann-Duerkop in der "Badischen Zeitung" vom 22. Februar 2010 (Artikel): 
"15 Jahre Jüdische Gemeinde Emmendingen - Den Menschen eine Heimat gegeben
"Sie haben den Menschen eine Heimat gegeben, was eine Behörde mit noch so viel Mitteln und Personen nicht kann", würdigte Landrat Hanno Hurth die Aufbauarbeit der jüdischen Gemeinde Emmendingen anlässlich des Empfangs zum 15-jährigen Bestehen am Sonntag in der Steinhalle. Jüdische Tradition werde durch die Gemeinde mit Leben erfüllt, zur Bereicherung des Lebens für die Mitglieder und die Menschen im Landkreis und der Ortenau. 
"Jüdisches Leben ist heute aus Emmendingen nicht mehr wegzudenken", freute sich die Vorsitzende Ute Teschemacher über die Wertschätzung für die Gemeinde durch den Besuch zahlreicher, renommierter Gäste. Dass dies nicht immer so war, rief Landrat Hurth in Erinnerung, denn die Israelitische Landesgemeinde Baden hatte noch 1954 das Haus der alten Synagoge an die Stadt verkauft, da nicht damit gerechnet wurde, dass Juden wieder ansässig würden. Fünf waren es dann doch, als 1988 im Vorfeld des Besuchs von ehemaligen jüdischen Mitbürgern eine breite Diskussion über den Gedenktafeltext für die in der Pogromnacht zerstörte Synagoge entfacht wurde. "Dem damaligen BZ-Redaktionsleiter Gerhard Kiefer gebührt noch heute ein Orden dafür", so Klaus Teschemacher. Es sei für Deutschland einmalig, dass auf einer solchen Tafel die Bürger der Stadt als Täter benannt werden.
Gemeindezentrum als nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Geschäftsführer Teschemacher erinnerte an die spannungsgeladene Gründungszeit der Gemeinde. "Es ging auch um Machtpolitik im Oberrat der Israeliten Badens", so dessen Vorsitzende Wolfgang Fuhl. Eine Phase, über die man sich schämen müssen und in der unsinnig Geld verbraten worden sei. Was die Emmendinger Gemeinde "im Prinzip mittellos" mit Willen und Durchsetzungskraft geschaffen habe, verdiene höchsten Respekt. Zumal aus der Emmendinger Gemeinde seit Jahren auch Mitglieder des Vorstandes des Oberrats kommen. Fuhl würdigte die Vielfalt des Gemeindelebens, erinnerte aber auch an die Verpflichtung zur Solidarität mit anderen Gemeinden. Als Geburtstagsgeschenk stellte er in Aussicht, dass es bis zum Gedenktag an die Deportation am 21. Oktober gelingen könne, die Gemeinde von ihren Schulden zu befreien und ihr das Gemeindezentrum an der Landvogtei zu übergeben. Zugleich warnte Fuhl davor, "den erschreckend wachsenden Antisemitismus in Europa nicht wahrnehmen zu wollen und dabei auf dem rechten, aber auch auf dem radikalislamischen Auge blind zu sein". 
An die gemeinsamen Wurzeln erinnerte Yilmaz Ceylan. "Man muss sich vor unserer Religion nicht fürchten", betonte der Immam der Emmendinger Muslime und betonte den interreligiösen Dialog vor Ort. Miteinander reden, sich besuchen, biete die Möglichkeit des Kennen Lernens und bereite den Boden für ein friedliches, gesegnetes Miteinander.
Pfarrer Georg Metzger erinnerte daran, dass die Gemeinde vielen Juden aus den Sowjetrepubliken ihre "Glaubensheimat zurückgegeben hat". Mit der Gründung der Gemeinde sei eine schmerzende Lücke geschlossen worden, so der Pfarrer der evangelischen Stadtkirche. "Die jüdische Gemeinde ist eine Bereicherung für alle", betonte für die Katholiken Kooperator Michael Teipel.
"Das Jubiläum ist ein Grund zur Freude", so Landesrabbiner Benjamin Soussan. Er erinnerte an den aktuellen Freudenmonat Adar und wünschte eine erfüllte Zukunft – "ad mea ve’esrim" – bis zum vollkommenen Alter von 120. "Froh und dankbar sei sie für das Aufblühen jüdischen Lebens", betonte Carola Grasse. Die Vorsitzende des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur versprach zugleich, die Gemeinde auch zukünftig nach Kräften zu unterstützen.
"Die Wiedergründung war ein Pflänzchen der Hoffnung", erinnerte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer. Dass es die jüdische Gemeinde, die noch in diesem Jahr erstmals wieder eine Hochzeit nach traditionellen Ritus feiern kann, wieder gibt, sei eine Freude und eine soziale, kulturelle und religiöse Bereicherung für die Stadt.
"Es waren nicht wir allein, die jüdische Gemeinde ist, was die Mitglieder aus ihr gemacht haben", dankte Klaus Teschemacher für die vielfach angestimmte Würdigung des Engagements seiner Frau Ute und von ihm selbst. Und dennoch bleibt, da waren sich alle Festredner einig: Ohne das Ehepaar Teschemacher gebe es die Gemeinde nicht." 
 
 

   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Emmendingen     

Jüdische Gemeinde Emmendingen
  

Literatur zur jüdischen Geschichte Emmendingens: vgl. die auf der vorigen Seite angegebene Literatur, insbesondere: 

Carola Grasse/ Helmut R. Merz/ Christa Rutz: Jüdisches Leben in Emmendingen. Orte, Schauplätze, Spuren. Reihe: Orte jüdischer Kultur. Haigerloch 2001. 

    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. Februar 2010