Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Cannstatt (Stuttgart)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte von Bad Cannstatt

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bad Cannstatt wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt.  
Weitere Texte finden sich im Zusammenhang mit der Synagogengeschichte auf der Seite zur Jüdischen Geschichte / Synagoge in Bad Cannstatt  
sowie auf der Seite zum jüdischen Friedhof in Bad Cannstatt.  

     
Übersicht:

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
-  Lehrer Adler wird Nachfolger von Lehrer Metzger (1908)  
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
-  Schwierigkeiten mit den Reformen im Synagogen-Gottesdienst (1861)  
-  Oberrabbiner Kahn (Trier) berichtet aus der Kur in Bad Cannstatt (1866/67)  
-  Berthold Auerbach äußert sich patriotisch (1870)   
-  Aufführung der Synagogenvereins im Kursaal - Jugendgottesdienst in der Synagoge (1892)  
-  Ein Verein zur Unterstützung der armen russischen Juden wird gegründet (1892) 
Vortrag über "Das Judentum und seine Teilnahme an der Bodenkultur" (1898)     
-  Plenarversammlung des Israelitischen Lehrervereins in Württemberg in Cannstatt (1900)  
-  Denkmal für Berthold Auerbach (1909)  
-  Zusammenschluss der Gemeinden Stuttgart und Cannstatt (1936)  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
-  Zum Tod von Samuel Cannstadt in Mainz (1881)  
-  Louis Elsass wird mit dem Titel "Kommerzienrat" ausgezeichnet (1892)  
-  Auszeichnung für Henriette Unger geb. Mannheimer (1898)  
-  Zum Tod von Kommerzienrat Louis Elsass (1898)  
-  Denkstein-Einweihung für Levy und Isaak Straus (1903)  
Goldene Hochzeit von Jakob Kops und seiner Frau (1908)  
-  Zum Tod von Ferdinand Levi (1921)    
-  Zum Tod von Veit Kahn (1923)  
-  Zum Tod von Siegfried Kahn (1932)  
-  Herbert und Julius Kahn emigrieren (1938)   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
-  Der Optiker und Graveur J. Dessauer verlässt Cannstatt (1861) 
-  Anzeige des Hotels von Simon Löwenthal (1882)  
Das israelitische Hotel Löwenthal ist zu verpachten (1887)   
Mitarbeiterin für das Hotel Löwenthal gesucht (1897)   
Anzeige von Frau Siegmund Rothschild (1889)  
Anzeige von Frau M. Rothschild (1900) 
Mitarbeitersuche der Viehhandlung von Salomon Rothschild (1903)  
Konditorei zu verkaufen (1907)  
Anzeige der Wurstfabrik L. Rothschild (1909) 
Anzeige der Viehhandlung von Jakob Thalheimer (1909)  
Mitarbeitersuche der Pferdehandlung S. Löwenthal (1920)  
Geburtsanzeige einer Tochter von Siegfried Kahn und Else geb. Nathan (1921)  
Ausschreibung der Rabbinerstelle der Religions-Gesellschaft Stuttgart - unterzeichnet von Siegfried Kahn in Cannstatt (1925)  
Todesanzeige für David Nathan (1931)  

  

  

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    
Lehrer Adler wird Nachfolger von Lehrer Metzger (1908)   

Cannstatt Israelit 01101908.jpg (35670 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Januar 1908: "Cannstatt, 21. September (1908). Bei der gestern erfolgten Wahl eines Nachfolgers für den bisherigen langjährigen Lehrer an der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herrn Metzger, der vor einigen Wochen in den Ruhestand getreten ist, wurde mit 55 von 75 abgegebenen Stimmen Herr Lehrer Adler aus Stuttgart gewählt."  

    
   
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Schwierigkeiten mit den Reformen im Synagogen-Gottesdienst (1861)  

Cannstatt AZJ 24091861.JPG (120206 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. September 1861: "Die Gemeinden Württembergs sind durch die Rabbinate zur Erklärung aufgefordert worden, ob sie die neue Gottesdienstordnung von Stuttgart für ihre Synagogen adoptieren wollen. Allein abgesehen von den Kosten, ist nicht jede Synagoge zur Aufnahme einer Orgel geeignet. Auch ist die Gemeinde durch fragliche Gottesdienstweise nahezu mundtot gemacht, da Rabbiner, Vorsänger und Orgel meistens allein in Aktivität sind, während die Gemeindemitglieder meistens unbeteiligt erscheinen. Die Einteilung des Schmona-Esra-Gebets, aus welchem die mittleren Benediktionen zur stillen Andacht degradiert sind, der dreijährige Zyklus in der Weise, wie er in Stuttgart beliebt wurde, will selbst manchem Cannstatter Badegast nicht recht goutieren, da nach diesem Zyklus jede Perikope in drei Teile geteilt, und in je drei Jahren ein Teil durchgelesen werden soll. Man hat also am Simchas-Tora jeden Jahres nicht einen dritten Teil der Tora, sondern den dritten Teil zu einer Sidra gelesen."   

   
Oberrabbiner Kahn (Trier) berichtet aus der Kur in Bad Cannstatt (1866/67)  

Cannstatt Ben Chananja 15111866.jpg (54916 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 15. November 1866: "Vom 16. August bis Anfang September verweilte ich in diesem Jahre im Bade Cannstatt bei Stuttgart. Ich konnte von dort, wie früher von Bade Ems aus keine Berichte für den ‚Ben Chananja’ schreiben, da nur wenige Kurgäste dort waren und die wenigen auch aus der Nähe. Ich trage jetzt noch nach, was ich damals wahrgenommen und dem ‚Ben Chananja’ von Interesse sein dürfte. Die israelitischen Kultusverhältnisse sind in Württemberg vom Staate schon seit langem geordnet und werden von demselben überwacht. Es besteht eine israelitische Oberkirchenbehörde, dessen geistliches Mitglied Herr Kirchenrat, Rabbiner Dr. Mayer, ist."
  
Cannstatt Chananja 01081867.jpg (330604 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 1. August 1867: "Kahns Bade- und Reiseberichte. I. Bad Ems, 22. Juli (1867). Seit Freitagmittag bin ich erst hier, ich kann mithin noch nicht viel, was dem ‚Ben Chananja’ von Interesse sein könnte, von hier aus berichten. Ich will daher manches über Cannstatt bei Stuttgart mitteilen. Cannstatt ist auch ein Kurort, der aber hauptsächlich nur von Württembergern, Badensern und Bayern besucht wird. Ich traf dort zwei sehr würdige Rabbinen Württembergs, den Rabbiner Wälder aus Laupheim, einen sehr gemütlichen und menschenfreundlichen Mann, welcher der konservativen religiösen Richtung, jedoch nicht der unduldsamen, fanatischen angehört, und den Rabbiner Herz aus Jebenhausen, aber nicht minder wohlwollenden und gutmütigen Geistlichen, welcher dem gemäßigten Fortschritte huldigt.       
Bekanntlich sind in Württemberg die jüdischen Verhältnisse seit vielen Jahren vom Staates geordnet durch die von ihm eingesetzte und anerkannte jüdische obere Kirchenbehörde, deren erstes geistliches Mitglied Herr Kirchenrat Rabbiner Dr. Maier in Stuttgart ist. Wie in dieser Beziehung eine Parität zwischen den jüdischen und christlichen Geistlichen herrscht, beweist, dass neulich dem Herrn Kirchenrat Maier bei Gelegenheit der Feier seines 70-jährigen Geburtstages ein höherer Orden, mit welchem der Adel für seine Person verbunden ist, vom Könige erteilt wurde.     
So segensreich auch diese Organisation in vieler Beziehung ist, so hat sie doch auch das entschieden Nachteilige, dass diese selbst wieder stabil wird und eine eigentliche freie Bewegung hemmt, sowie sie auch manches Unjüdische sanktioniert. So werden z.B. die Eltern, welche ihre Kinder nicht konfirmieren lassen, vor die Kirchenbehörde geladen, hierüber ermahnt und wenn sie bei ihrer Renitenz verharren, mit einer Geldstrafe belegt. – So sehr ich auch für die Konfirmationsfeier bin, so entschieden muss ich mich gegen jeden Zwang aussprechen, - und gewiss mit mir jeder Denkende und für das Judentum begeisterte Israelit.    Aus Mangel der freien Bewegung und aus Scheu, gegen die veralteten Gewohnheiten ihrer Gemeindeglieder offen und freimütig aufzutreten, nimmt daher auch mancher Rabbiner zu sophistischen Umgehungen derselben seine Zuflucht. So wurde mir mitgeteilt, dass am verflossenen 33. im Omer zwei Trauungen in zwei verschiedenen voneinander entfernten Gemeinden von einem Rabbiner vorgenommen werden sollten. Da dieses aber unmöglich war, so ließ derselbe am 32. im Omer am Tage vorher um 12 ½ Uhr die Gemeinde das Mincha-Gebet verrichten, wodurch von dieser Zeit an der ganze halbe Nachmittag als Nacht und somit als 33. im Omer betrachtet wurde, womit sich die Parteien zufrieden erklärten und ihr Gewissen beruhigten. Auf diese Schilderung möge passend folgender Lichtpunkt aus Nr. 171 der Petersburger Zeitung vom 27. Juni dieses Jahres folgen. Dies wurde mir von einem sehr intelligenten christlichen Arzt, mit dem ich in Cannstatt bekannt wurde, mitgeteilt. In dieser befindet sich eine Kritik über einen Vortrag: ‚Der ewige Jude und der ewige Johannes’ von Hermann Delton, evangelischem Prediger dort, der, wie mir mein freisinniger Arzt mitteilt, häufig gegen Berthold Auerbachs neueste Romane in seinen Predigt eifert. Delton stellt den Grundsatz auf: ‚Der ewige Jude ist das Leben ohne Hoffnung, der ewige Johannes das Leben in der Fülle gottverklärter Hoffnung.’ Dagegen äußert sich der Rezensent in der Petersburger Zeitung also: ‚Auch in der Geschichte sprießt ein neues Leben immer wieder auf den Grabstätten der Völker. Wenn ein Volk sein Tagewerk vollendet hat, so macht es einem anderen Platz. Nur ein Volk gibt es, fast 4.000 Jahre alt,
Cannstatt Chananja 01081867b.jpg (85544 Byte)seit fast 1.800 Jahren aufgelöst und doch noch lebenskräftig; ein Volk, das jetzt alle Völker durchwandelt und doch seine Eigentümlichkeit nicht verloren hat; ein Volk, welches die Weltgeschichte nicht begraben kann, wie sie andere Völker begräbt: das jüdische Volk – dieses Volk in seiner Zerstreuung und Entfremdung und zugleich in seiner ungebrochenen Messiashoffnung hat sein Bild in jenem ewigen Juden der Sage. Was dieses Volk nicht untergehen lässt, ist seine Vergangenheit und Zukunft.’     
Ist diese Anerkennung des ewigen Fortbestehens des jüdischen Volkes nicht ein hell strahlender Lichtpunkt, zumal in der ‚Petersburger Zeitung’? Und wenn auch der Ausgangspunkt des Rezensenten ein anderer, als der unserige, sein mag, so wollen wir von dessen Voraussetzungen doch gerne Notiz nehmen, da sie mit unserer festen Überzeugung, dass das jüdische Volk und das Judentum ihre heilige Mission gewiss einst erfüllen werden, übereinstimmen." 

 
Berthold Auerbach äußert sich patriotisch (1870)  

Cannstatt Israelit 24081870.jpg (124362 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. August 1870: "Aus Schwaben. Unser berühmter Landsmann, Berthold Auerbach, der bekannte Schriftsteller, der sonst nicht gewohnt ist, seine Feder dem Dienste des Krieges zu weihen, sondern lieber auf den friedlichen Gehöften biederer Dorfbewohner den Stoff seiner Erzählungen sich bewegen lässt, hat in jüngster Zeit, als er sich in den Gauen seiner Heimat im Schwarzwald befand, mit einem von wahrem Patriotismus eingegebenen Aufsatz: ‚Was will der Franzos? Was will der Deutsche?’ sein engeres und weiteres Vaterland überrascht, der vermöge seiner echtdeutschen Haltung nicht verfehlen konnte, auf alle deutschen Leser, die im Ingrimm gegen ihre übermütigen Nachbarn bisher nicht hatten Worte finden können, um demselben Ausdruck zu verleihen, den tiefsten Eindruck zu machen. Während seines Aufenthalts in dem schwäbischen Bad Cannstatt wurde ihm von der Gesellschaft Concordia und von der Kurkapelle als Zeichen der Verehrung ein Ständchen gebracht, wozu eine große Menge Teilnehmer vor der Wohnung des Gastes sich sammelte. Seine geistreiche Ansprache an die hunderte von Anwesenden endete mit einem ‚Deutschland Hoch!’ und rief einen kaum zu beschreibenden Sturm von Beifallsbezeugungen hervor.   
Es ist dieser Vorfall wieder ein erhebendes Zeichen dafür, dass die Konfession nicht einen Markstein für den Patriotismus bildet."

  
Aufführung des Synagogenvereins im Kursaal  -  Jugendgottesdienst in der Synagoge (1892)  

Cannstatt AZJ 05021892.jpg (93243 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Februar 1892: "Cannstatt, 1. Februar (1892). Wie schön öfters gab er hiesige Synagogen-Chorverein am 16. vorigen Monats im Kursaal hier wieder eine größere Aufführung, wobei die Beteiligung des Publikums von hier und Stuttgart, namentlich aber auch von Christen und hervorragenden Musikern eine sehr starke war. Wie schon der Name des Vereins besagt, dient solcher in erster Linie der Aufführung der synagogalen Gesänge, widmet sich aber auch in hervorragender Weise dem Studium anderer Werke, um seinen Mitgliedern umfassende musikalische Belehrung, und mit dieser verbunden auch nicht selten ein gesellschaftliches Vergnügen zu bieten. Daher kommt es auch, dass in unserem Synagogenchor alle musikbegabten Gemeindemitglieder beteiligt sind und hierbei durchaus kein Standesunterschied zu bemerken ist. Am Freitagabend ist mit dem öffentlichen Gottesdienst der so genannte Jugendgottesdienst verbunden und glaubt Schreiber dieses, gerade den Freitagabendgottesdienst in mehrfacher Beziehung dem Samstagnachmittagsgottesdienst für genannten Zweck vorziehen zu dürfen. Über das oben genannte Konzert äußerten sich alle in Stuttgart und hier erscheinenden Blätter in sehr lobender Weise."

 
Ein Verein zur Unterstützung der armen russischen Juden wird gegründet (1892)  

Cannstatt Israelit 02051892.jpg (52721 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Mai 1892: "Cannstatt, Ende April (1892). Auf Veranlassung der Frau Veit Kahn dahier, hat sich hier ein Verein gebildet, dessen Mitglieder sich verpflichten, jeden Freitag mindestens 20 Pfennig in eine besondere Büchse zu legen zur Unterstützung unserer armen russischen Glaubensgenossen. Frau Veit Kahn hat soeben die erste Sendung im Betrage von Mark 201.60 an die Redaktion des ‚Israelit’ abgesandt. Vielleicht findet dieses Beispiel auch in anderen Gemeinden Nachahmung."

  
Vortrag über "Das Judentum und seine Teilnahme an der Bodenkultur" (1898)
     

Wuerzburg AZJ 18031898.jpg (188382 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. März 1898: "Würzburg, 13. März (1898). 'Das Judentum und seine Teilnahme an der Bodenkultur' lautete das Thema, das am 2. dieses Monats von Herrn Dr. Finkel im neuen Saalbau des Herrn Hotelier Goldschmidt behandelt wurde. Alle Kreise der jüdischen Bevölkerung waren vertreten und lauschten mit gespannter Aufmerksamkeit den interessanten Ausführungen des Redners. Als der lebhafte Beifall verklungen war, entspann sich eine anregende Diskussion, die erkennen ließ, dass man erfasst hatte, der Beruf des Gärtners und Landwirtes sei von größter Wichtigkeit, und gerade ihm müsste die jüdische Jugend mehr als bisher zugeführt werden. Als Musteranstalt für die Heranbildung junger Leute zu tüchtigen Gärtnern und Landwirten wurde die bekannte landwirtschaftliche Schule in Ahlem erwähnt. Da bei den meisten der anwesenden Herren und Damen doch die Existenz dieser Anstalt als unbekannt vorauszusetzen war, so übernahm es ein anwesender Prediger, der einige Jahre vorher, einer Einladung des hochherzigen Gründers jener Schule folgend, diese eingehend besichtigt, eine eingehende Schilderung derselben zu geben. Die Diskussion förderte die sofortige Gründung eines Lokalkomitees, welches sich zur Aufgabe macht, für Erweiterung und entsprechende Unterstützung der landwirtschaftlichen Schule in Ahlem nach Kräften tätig zu sein. Das Komitee besteht vorläufig aus den Herren: Fröhlich sen., Hanauer, Jakobi Apotheker Landauer, Rechtsanwalt Dr. Alfred Oppenheimer, Vorsitzender der neugegründeten Loge, Rosenheim, Rechtsanwalt Dr. Stern, 1. Vorsitzender hiesiger Gemeinde, Seminarlehrer Weißbart. Herr Baron von Hirsch erklärte im Laufe der Diskussion in bereitwilligster Weise, dem wichtigen Gegenstande sein Interesse fernerhin bekunden zu wollen. Auch in anderen Städten, die der Redner mit einem Vortrage bedacht, zeigte sich der Erfolg in der Bildung eines Komitees in unmittelbarem Anschluss an den Vortrag. Ein solches setzte sich in Stuttgart- Cannstatt zusammen aus den Herren: S. Ettlinger, Gustav Gottschalk, Dr. A. Gutmann, Veit Kahn, Kirchenrat Dr. Kroner, Rabbiner Dr. Stößel, Isak Strauß. Ferner in Heilbronn aus den Herren: J. Erlanger, Bankier Gumpel, Rabbiner Kahn, Adolf Oppenheimer, Rechtsanwalt Schloß, M. Wachs. Möge es Herrn Dr. Finkel gelingen, auch in andere Gemeinden die Überzeugung zu bringen, dass er einem überaus wichtigen Faktor für die Weiterentwicklung des Judentums das Wort redet."    

  
Plenarversammlung der israelitischen Lehrervereins in Württemberg in Cannstatt (1900)  

Cannstatt AZJ 17081900.jpg (158103 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. August 1900: "Cannstatt, 12. August (1900). Die Plenarversammlung des israelitischen Lehrervereins in Württemberg hat am 8. August stattgefunden. Die Versammlung, unter der Leitung des Vorstandes, Herrn Lehrer Schmal aus Ludwigsburg, war ziemlich stark besucht und wurde mit einer meisterhaften Anrede des Vorsitzenden eröffnet. Nach dem üblichen Rechenschaftsberichte, vorgetragen vom Lehrer Metzger – Cannstatt, wurde in die eigentliche Tagesordnung eingetreten, und zwar: 1. Unsere Denkschrift. 2. Belohnung der Kirchendienste israelitischer Volksschullehrer. Erstere oder eigentlich die Antwort der Kultusbehörde hierauf wurde unter allseitiger Zustimmung vom Kollegen Pressburger – Creglingen behandelt, und letztere von Spatz – Affaltrach in der Weise ausgeführt, dass sie zu einer erneuten Eingabe an die Behörde führte. An der Debatte beteiligten sich auch die gern gesehenen Gäste, nämlich die anwesenden drei Rabbiner, wovon jedoch die Ansichten des Rabbiners Kahn – Esslingen durchaus nicht mit den Anschauungen der Vereinsmitglieder harmonierten und fast eine Dissonanz in die Versammlung brachten. Sehr auffallend aber muss es uns vorkommen, dass wie gewöhnlich immer nur ein oder zwei Sprecher das Wort führen, und die An- und Absichten anderer fast nie zum Ausdruck und zu Gehör kommen können. Es ist dies ein großer Fehler unserer Versammlungen und hat die Folge, dass manche schätzenswerte Mitglieder unseres Vereins der Versammlung fern bleiben. Außerdem hält man sich zu viel mit nebensächlichen Dingen auf, sodass die Tagesordnung fast nie erschöpft wird. Daher kommt es, dass die meisten Teilnehmer sehr unbefriedigt wieder nach Hause gehen. Dem abzuhelfen, wäre wohl für die Folge eine lohnenswerte Aufgabe des Ausschusses respektive des Vorsitzenden und ich bin fest überzeugt, dass unsere Mitglieder mit weit mehr Freude und Eifer unseren Versammlungen anwohnen werden."   

  
Denkmal für Berthold Auerbach (1909)  

Cannstatt Israelit 03061909a.jpg (113223 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1909: "Stuttgart, 23. Mai (1909). Es verstößt gegen das Gesetz der Tora, den großen Männern in Israel Denkmäler zu setzen – ihre Werke bilden das Denkmal, das sie sich selbst errichten. So weit ab wir demnach von der Errichtung von Denkmälern aus Erz und Stein stehen, so vermögen wir gleichwohl zu begreifen und zu würdigen, wenn die nichtjüdische Menschheit bedeutende und verdienstvolle Männer durch Monumente zu ehren unternimmt. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, folgte ich heute einer Einladung zur Einweihung des Berthold Auerbach-Denkmals auf dem Sulzerrain in Cannstatt- Stuttgart. Wir gesetzestreue Juden haben als solche keine Ursache, auf Berthold Auerbach stolz zu sein und ihn zu preisen. Er hat unser Judentum, das Judentum unserer Väter, nie verstanden und frühzeitig all das von sich geworfen, was uns heiligste Lebenspflicht ist. Dennoch soll nicht vergessen werden, dass er sich um seine Stammesgenossen Verdienste erworben hat. Wir brauchen nur daran zu erinnern, wie der unerschrockene Volksmann wider Richard Wagner, den berühmten Chirurgen Billrot, den Historiker Treitschke u.a.m. zu Gunsten seiner geschmähten Glaubensgenossen kühn auf den Kampfplatz trat, wie er gekrönten Häuptern gegenüber ohne Scheu vor Missdeutung den Finger auf die Wunde legte, die Neid
Cannstatt Israelit 03061909b.jpg (232909 Byte)und Hass geschlagen und wie er den viel vermögenden Einfluss seiner ganzen Persönlichkeit daran setzte, um das Los der rumänischen Juden zu lindern, als der Kongress zu Berlin 1878 tagte…  
Der Sulzerrain, innerhalb der Kuranlage des Brunnenvereins Cannstatt, ist eine Stätte, da Berthold Auerbach oft und gerne weilte. Auf dieser Höhe wurde einst Auerbach zu Ehren eine Linde gepflanzt, die seinen Namen trägt. Gegenüber dieser Linde erhebt sich jetzt auf einem mächtigen Schwarzwälder Granitblock die eherne Büste Berthold Auerbachs. Sinnig ist der Platz umsäumt von Tannen, die an den Schwarzwald und die anmutigen Schwarzwälder Dorfgeschichten gemahnen.   Zur Feier hatte sich ein zahlreiches Publikum eingestellt und unter den Erschienenen befanden sich der Oberbürgermeister von Gauß von Stuttgart, Gemeinderat Dr. Mattes, Bürgerausschussobmann Dr. Erlanger, Bürgerausschussmitglied Dr. Wölz, Bankdirektor Pfeiffer u.a.m.     
Dr. Anton Bettelheim aus Wien hielt die oratorisch meisterhafte Weiherede, natürlich nicht ohne kränkende Seitenhiebe auf die Orthodoxie, der sich Auerbach glücklich entwunden habe. Bettelheim sprach mit großer Wärme über Berthold Auerbach und wusste die Zuhörer zu fesseln, indem er die Ritter des Geistes, mit ihren Berthold Auerbach Lob spendenden Urteilen, der Reihe nach vorüber ziehen ließ.    
Nach Bettelheims Rede übergab in einer markigen Ansprache Geheimer Hofrat Prof. Otto Güntter das Denkmal an den Brunnenverein, dessen Vorsitzender Gemeinderat Dr. Mattes, die Übernahme erklärte und das Denkmal in besonderen Schutz zu nehmen versprach.   Hierauf legten Lorbeerkränze mit Worten der Liebe und Dankbarkeit nieder:   
Die Söhne Auerbachs Rudolf und Justizrat Eugen Auerbach, Geheimer Hofrat Prof. Otto Güntter für den Schillerverein, die Cotta’sche Verlagsanstalt, der Literarische Club, Dr. Anton Bettelheim, die Burschenschaft Germania in Tübingen, die Freimaurerloge zur aufgehenden Morgenröte, die Heimatgemeinde Nordstetten, der Berthold Auerbach-Verein Stuttgart und die Verwandten Berthold Auerbachs.    
Wer Berthold Auerbachs Brief an Jakob Auerbach gelesen hat und die erschütternde, geradezu vernichtende Wirkung kennt, die der Antisemitismus der achtziger Jahre auf den Dichter ausgeübt hat, der wird dem Toten die Genugtuung gönnen, die in dieser Denkmalsfeier liegt. In jener Zeit der Ernüchterung hat Auerbach – so wie er offen bekannte, in seinem ‚Spinoza’ den Amsterdamer Rabbinen Unrecht getan zu haben – wohl über manche jüdischen Dinge anders denken gelernt, wie in seinem Sturm und Drang, und wer weiß, ob er eines Tages nicht ein gut Stück Weges zu seiner geistigen Heimat zurückgefunden hätte, wäre ihm längeres Leben vergönnt gewesen."  
  
Cannstatt OstundWest Juli 1909.jpg (95240 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Ost und West" vom Juli 1909: "Das Denkmal für Berthold Auerbach. In Cannstatt, jenem Erdenfleck, den der Dichter der ‚Schwarzwaldgeschichten’ so geliebt, wurde jüngst sein Denkmal enthüllt. Die Feier gestaltete sich zu einem erhebenden Gedenken für den Poeten, dessen bleibende Bedeutung für die deutsche Literatur der Festredner Dr. Anton Bettelheim, der ausgezeichnete Biograph Auerbachs, in seiner Rede hervorhob. Der Jude Berthold Auerbach war ein deutscher Dichter, der sein Vaterland liebte und dessen letzte Lebensjahr vergällt waren durch die erwachende antisemitische Propaganda dieser Zeit. Und so gewinnt dieses Denkmal auf deutscher Erde erhöhte Bedeutung."

 
   
Zusammenschluss der Gemeinden Stuttgart und Cannstatt (1936) 

Cannstatt Israelit 16011936.jpg (38513 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1936: "Stuttgart. Die jüdischen Gemeinden Stuttgart und Cannstatt sind mit Wirkung vom 1. Januar zu einer Gemeinde zusammengeschlossen worden. Anlässlich der Vereinigung fand in Stuttgart eine Festsitzung des Oberrates der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs und des Israelitischen Gemeindevorsteheramts Groß-Stuttgart statt."   

 
 
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Zum Tod von Samuel Cannstadt in Mainz (1881)  

Cannstatt Israelit 06071881.jpg (193717 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juli 1881: "Mainz, 30. Juni (1881). Heute verstarb in seinem 90. Lebensjahre Herr Samuel Cannstadt von hier. Derselbe war der letzte männliche Spross einer in der Geschichte der israelitischen Gemeinde zu Mainz hoch berühmten Familie. 
Die Familie Cannstatt hat sich nach der Vertreibung der Juden aus Württemberg im 16. Jahrhundert in Mainz niedergelassen und gehörte mit zu den Begründern der Gemeinde, nachdem ungefähr ein jahrhundert lang kein Jude in Mainz hatte wohnen dürfen. Viele hervorragende Männer, die fast immer an der Spitze der Gemeinde als Vorsteher oder, wie man damals sagte, als Vorgänger fungierten, gingen aus dieser Familie hervor. Der Berühmteste von Allen war Rabbi Moscheh Cannstatt. Derselbe war ein großer Talmudgelehrter und war Mitglied des von Napoleon nach Paris berufenen großen Synhedriums. In Mainz war sein Geschäft ein Doppeltes. Er war Inhaber eines jüdischen Gasthofes und fungierte beim jüdischen Gerichtshofe als Rechtsanwalt (Morschen). Er hinterließ sechs Töchter und einen Sohn. Eine seiner Töchter, im Elsass verheiratet, wurde die Schwiegertochter des Berühmten Adolphe Crémieux. – Sein einziger Sohn, Rabbi Jokew Cannstadt, war ein ebenso großer Talmudgelehrter wie sein Vater. Der nunmehr verstorbene, älteste Sohn desselben, Herr Samuel Cannstadt, ist auch der letzte Mainzer Bürger, welcher noch zur Zeit der kurfürstlichen Herrschaft geboren wurde. Seine Kindheit und seine Jünglingsjahre fielen in die Zeit des Napoleonischen Kaiserreichs; in Folge dessen war seine Bildung eine durchaus französische geworden, was sich namentlich dadurch dokumentierte, dass er nur französische Zeitungen las. Trotzdem war er ein eifriger, deutscher Patriot, und bei der jüngsten Reichstagswahl ließ sich der hoch betagte Greis, der nicht mehr gehen konnte, an die Wahlurne fahren, um seiner Pflicht als Bürger des deutschen Reiches nachzukommen."

 
Louis Elsass wird mit dem Titel "Kommerzienrat" ausgezeichnet (1892)  

Cannstatt AZJ 18031892.jpg (50094 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. März 1892: "Cannstatt am Neckar, 4. März (1892). Unser um die Gemeinde sehr verdientes Mitglied, Herr Fabrikant Louis Elsas, wurde am Geburtstagsfeste unseres Königs, am 25. Februar, mit dem Titel ‚Kommerzienrat’ ausgezeichnet. Herr Elsas ist seit 20 Jahren ununterbrochen im Vorstande der Gemeinde, ständiges Mitglied der Handelskammer und seit langem Mitglied der städtischen Kollegien. Möge sich der verehrte Herr recht lange der verdienten Auszeichnung erfreuen!"

 
Auszeichnung für Henriette Unger geb. Mannheimer (1898)  

Cannstatt AZJ 26081898.jpg (15217 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. August 1898: "Der Kaiser hat Frau Henriette Unger geb. Mannheimer, in Cannstatt die Centenar-Medaille verliehen." 

 
Zum Tod von Kommerzienrat Louis Elsass (1898) 

Cannstatt AZJ 16091898.jpg (25603 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. September 1898: "In Cannstatt ist am 9. dieses Monats der allgemein geachtete Kommerzienrat Louis Elsass, Mitglied der Kirchenbehörde, des Gemeinderats, des Bürgerausschusses und der Handelskammer, gestorben." 
 
Cannstatt AZJ 30091898.jpg (160133 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. September 1898: "Cannstatt, 11. September (1898). Heute Vormittag fand die Beerdigung des im Alter von 74 Jahren verstorbenen Kommerzienrats Louis Elsas unter zahlreicher Beteiligung von hier und auswärts auf dem israelitischen Friedhofe statt. Die Grabrede hielt Lehrer Metzger. Er schilderte das reiche Leben des Verstorbenen und hob seine großen Verdienste um die hiesige israelitische Gemeinde hervor. L. Elsas, zu Aldingen in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, widmete sich frühzeitig der Weberei, gründete später mit seinen Brüdern in Ludwigsburg eine kleine Fabrik, aus welcher sodann die mechanische Buntweberei hervorging, die unter dem unermüdlichen Fleiße des Entschlafenen zu einem ansehnlichen Fabrikanwesen aufblühte. Seine eifrigen Bemühungen führten vor 27 Jahren zur Gründung einer eigenen israelitischen Kirchengemeinde, deren Kollegium er von Anfang an angehörte. Durch das Vertrauen seiner Mitbürger wurde er wiederholt in den Gemeinderat und Bürgerausschuss gewählt, auch gehörte er viele Jahre der Vorstandschaft des hiesigen Gewerbevereins an, war vieljähriges Mitglied der Handels- und Gewerbekammer und wurde vor 15 Jahren zum lebenslänglichen Mitglied der israelitischen Oberkirchenbehörde ernannt. Zum Schluss gedachte der Redner noch unter Dankesworten der Mildtätigkeit und aufopfernden Tätigkeit des Verstorbenen für das Gemeinwohl. Hierauf legten unter Anerkennung seiner Verdienste Regierungsrat Dr. Schmal namens der israelitischen Oberkirchenbehörde, Rabbiner Dr. Stößel namens des Bezirks, Fabrikant Stern namens der hiesigen Gemeinde, Schneidermeister Reichert namens des Gewerbevereins, Buchhalter Schlossmann namens der Fabrikbeamten sowie Vertreter der Arbeiter von der hiesigen und Murrhardter Fabrik Kränze an dem Grabe des Mannes nieder, der zu den angesehensten jüdischen Bürgern Württembergs gehörte. Friede seinem Andenken!"  

 
Denkstein-Einweihung für Levy und Isaak Straus (1903)  

Cannstatt Israelit 12021903.jpg (89073 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Februar 1903: "Cannstatt, im Februar (1903). Die Beamten der Bettfedernfabrik von Straus und Comp., hier und Untertürkheim, stifteten anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Geschäftes einen Denkstein für die verstorbenen ehemaligen Besitzer Levy Straus und Isaak Straus. Die Enthüllung geschah in Anwesenheit der Angestellten und der Ortsbehörden. Die Firma bewilligt bedeutende Beiträge für die Pensionskasse ihrer Beamten, jedem derselben besondere Gratifikationen und stiftete noch 10.000 Mark zu wohltätigen Zwecken. Staatsrat von Grupp sandte namens der Zentralstelle für Gewerbe und Handel ein Glückwunschschreiben. Von Interesse dürfte sein, dass der Chef der Firma S.L. Straus das Geschäft mit einem Darlehen von 2.000 Gulden begründete, die er von seinem Hauptmann, Freiherrn von Walzleben, erhalten hatte. Jetzt hat die Firma einen Weltruf."

  
Goldene Hochzeit von Jakob Kops und seiner Frau (1908)  

Cannstatt Israelit 12111908.jpg (71362 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. November 1908: "Cannstatt, 8. November (1908). Am jüngsten Schabbat Lech Lecha feierte Herr Privatier Jakob Kops mit seiner Gattin in geistiger und körperlicher Frische das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar war lange Jahre Synagogendiener in hiesiger Gemeinde. Durch Pflichttreue, Fleiß und Bescheidenheit hat er es verstanden, sich eine geachtete Stellung zu erwerben, dafür war auch die Anteilnahme der ganzen Gemeinde an ihrem Ehrentage ein beredtes Zeugnis. Die Söhne des Jubelpaares feierten den Tag durch Anlegung einer Stiftung von 4.000 Mark, deren Zinsen Armen und Bedürftigen zufallen. Mögen dem Jubelpaare noch recht viele Jahre ungetrübten Glücks gegönnt sein."  

   
Zum Tod von Ferdinand Levi (1921)   

Cannstatt AZJ 07011921.jpg (153293 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Januar 1921: "Cannstatt, 31. Dezember (1921). Einen schweren Verlust hat die israelitische Kirchengemeinde Cannstatt und mit ihr die gesamte israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs zu beklagen. Am 19. Dezember verschied nach langem, schwerem Leiden Herr Privatier Ferdinand Levi. Derselbe war einer der immer seltener werdenden Männer, welche aus innerster Überzeugung und mit ganzer Kraft sich der Sache des Judentums widmeten und durch ihr Wirken auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, namentlich aber auf dem der Wohltätigkeit, sich große Verdiente erwarben und darum in der breitesten Öffentlichkeit großes Ansehen genießen. – Die Beisetzung gestaltete sich zu einer wohltuenden Kundgebung der Liebe und der Verehrung für den Entschlafenen. Die Kapelle des israelitischen Friedhofes konnte die Masse der Teilnehmenden nicht fassen. Nach der eigentlichen Grabrede des Herrn Lehrers E. Adler, welcher den Verstorbenen als einen charakterfesten, aufrechten und für das Wohl seiner Glaubensgenossen und der Allgemeinheit unermüdlich tätigen Mann, als treuen Israeliten und als edlen Menschen und guten Bürger schilderte, sprachen Herr Präsident Dr. von Bälz namens der israelitischen Oberkirchenbehörde, Herr H. Würzburger im Auftrage des israelitischen Kirchenvorsteheramts und Herr F. Mayer für den Israelitischen Wohltätigkeitsverein Cannstatt, dessen erster Vorstand der Verewigte viele Jahre war, Worte des Dankes, der Anerkennung und der Verehrung aus. Es sprachen ferner Herr Landgerichtsdirektor Stern für das Waisenhaus Wilhelmspflege, Herr Fabrikant Hugo Kahn für die Stuttgart-Loge und andere mehr. Herr Oberbürgermeister Lautenschlager, der persönlich am Erscheinen verhindert war, sprach seine Teilnahme schriftlich aus."

 
Zum Tod von Veit Kahn (1923)  

Cannstatt Israelit 12071923.jpg (198831 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juli 1923: "Cannstatt, 3. Juli (1923). Heute bestatteten wir den angesehensten und ehrwürdigsten Mann unserer Gemeinde zur letzten Ruhe, Veit Kahn. Er hat in der hiesigen Stadt als einziger orthodoxer Jude streng gesetzestreu gelebt und im Verein mit seiner edlen Gattin sein haus in diesem Sinne geführt und seine Kinder, Söhne und Töchter so erzogen, dass sie in ihren Kreisen Muster und Säulen des altüberlieferten Judentums sind. Geboren in Baisingen und von seinem Vater, Hirsch Kahn, zum tatkräftigen Bekenner und Betätiger des Judentums erzogen, hat er trotz anstrengendem und aufreibendem Berufsleben seine Zeit dem ‚Lernen’ und Ausüben der Mizwaus (Gottesgebote) gewidmet. Nach Cannstatt, einer Stadt der Reform und später der religiösen Indifferenz, verheiratet, hat er stets für das Judentum und die Mizwaus Kampf geführt und sich bald durch seine Geradheit und Offenheit, durch seine Selbstlosigkeit und seinen idealen Sinn, durch seine unbegrenzte Wohltätigkeit und Gebefreudigkeit, durch seine Gefälligkeit und Liebenswürdigkeit, durch seine Menschenfreundlichkeit gegen Reich und Arm, Hoch und Niedrig, gesunde und Kranke die allgemeine Anerkennung errungen, sodass seine Gemeindegenossen ihn bald nach seiner Niederlassung ins israelitische Gemeindekollegium wählten und ihn dann bei allen folgenden Wahlen neu bestätigten. Die Gastfreundschaft, die er im Vereine mit seiner ihm treu und gleich gesinnten Frau übte, war beispiellos und ohne Schranken. Die Hochachtung und Verehrung, die er sich erwarb und die allgemein von Juden und Christen ihm entgegengebracht wurde, zeigte sich schon bei seinen Lebzeiten und wurde schon bei Gelegenheit seines 70. und 75. Geburtstages und seines 40-jährigen Jubiläums als Gemeindevorsteher auch äußerlich durch Adressen und Besuche der Gemeinde- und Vereinsvorstände usw. zum Ausdruck gebracht. Weit über die Grenze der schwäbischen Residenz wirkte er für das Judentum im ganzen Ländle, war auch ein sehr beliebter, weit berufener Mohel. Kein Wunder, dass auch sein Leichenbegängnis zu einem Triumphe nicht allein seiner Persönlichkeit, sondern auch des altüberlieferten Judentums sich gestaltete, indem Vorsänger Adler – Cannstatt, der Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft Stuttgart, Herr Dr. Ansbacher, ferner Vertreter des Kirchenvorsteheramts, des Wohltätigkeitsvereins, des Landesvereins der Viehhändler, der Stuttgart-Loge die verschiedenen Seiten seines Charakters und seines Wirkens als aus seiner echten Frömmigkeit hervorgegangenen, darstellten und zeichneten. Im Namen der Familie sprach Rabbiner Dr. Kahn – Mergentheim dem Edlen den Dank der weiteren Familie aus für die vielen Wohltaten, die er deren einzelnen Angehörigen zeitlebens erwiesen hatte und hob die Idealität seines Charakters, seine Liebe zur Wahrheit und seinen Eifer für die Sache Gottes und des Judentums hervor, indem er ihn mit Pinchas, von dem uns die laufenden Wochenabschnitte berichten, verglich. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

 
Zum Tod von Siegfried Kahn (1932) 

Cannstatt Israelit 09061932.jpg (245385 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juni 1932: "Siegfried Kahn – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Stuttgart-Cannstatt, 5. Juni (1932). Am Montag, den 30. Mai, durcheilte in den späten Abendstunden unsere Stadt die Kunde, dass Siegfried Kahn nach kurzer Krankheit, im Alter von nur 53 Jahren unerwartet entschlafen sei. Mit Siegfried Kahn, den man als einen ebenso guten Jehudi wie Menschen bezeichnen darf, ging einer unserer Besten von uns. Die Achtung und Liebe, die man sowohl in Stuttgart, als auch im ganzen Lande dem leider viel zu früh seinem arbeitsreichen Leben Entrissenen entgegen brachte, ging weit über das übliche Maß hinaus. Man kann das wohl am besten an den ehrenvollen Nachrufen ermessen, die von den Vertretern verschiedener Vereine und Verbände, denen der Verstorbene angehört hat, gehalten wurden.  
Die Beerdigung fand am Mittwochnachmittag auf dem Israelitischen Friedhof in Cannstatt statt. Als erster sprach Oberrabbiner (falsch für: Oberlehrer!) Adler, Cannstatt. Er wies darauf hin, dass der Entschlafene mit dem Propheten Samuel außer dem Namen, auch die Reinheit und Erhabenheit der Handlungen und Gedanken gemein hatte. Er betonte besonders, dass in ihm die Mitwelt einen Jehudi verliere, der nicht so leicht zu ersetzen wäre, und dass die Armen und Bedürftigen einen stets hilfsbereiten Freund in ihm vermissen werden. Rabbiner Dr. Bamberger sprach alsdann für die Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft, Stuttgart. Er hob die zielbewusste Leitung des langjährigen Leiters der Gemeinde besonders hervor, und dankte dem treuen Freund und Berater für seine aufopfernde Tätigkeit. Es folgt Rechtsanwalt Hayum für die Israelitische Landesversammlung, welcher der Verstorbene seit ihrer Gründung angehörte, Dr. Hasgall für den Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft Stuttgart. Er gab in kurzen Zügen ein klares und liebevolles Bild des toten. Es sprach ferner ein Vertreter der Offiziere des ehemaligen Landsturmregiments Esslingen, der hauptsächlich die Vaterlandsliebe des Entschlafenen hervorhob. Alfred Ullmann gab dem Mitgefühle über den Heimgang des angesehenen Bruders der Stuttgart-Loge Ausdruck. Zuletzt sprach noch ein Vertreter für das Personal der Firma.   Bei all denen, die den Verstorbenen gekannt haben, wird sein Andenken bleiben und in höchsten Ehren gehalten werden.   Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens.   
Der Vorgänger unseres verehrten Raws, Herr Rabbiner Dr. Ansbacher, Wiesbaden, hielt noch im Owel-Hause (Trauerhause) eine Ansprache und widmete warme, sehr zu Herzen gehende Worte dem heimgegangenen Freunde. Unter den zahlreichen verdiensten hob er besonders hervor, dass die Gründung des orthodoxen Rabbinats in Stuttgart in erster Linie das Werk Siegfried Kahns – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – gewesen war. Seine Lebensaufgabe war der jüdischen Sache geweiht. Mit der Gewissheit, dass der Name Siegfried Kahn dauernd mit der Geschichte der Stuttgarter Religionsgesellschaft verbunden bleiben wird, schloss Dr. Ansbacher den Hesped (Trauerrede).   Es war ein großer Kreis, die gesamte Kehillo (Gemeinde), die tief ergriffen zu später Abendstunde erschienen war."  
   
Cannstatt Israelit 09061932c.jpg (66900 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juni 1932: "Durch den Heimgang unseres Vorsitzenden, des Herrn Siegfried Kahn ist unsere Gemeinde in tiefe Trauer versetzt worden. Seine zielbewusste Führung, seine selbstlose, gewissenhafte Hingabe, seine unermüdliche Tatkraft waren uns vorbildlich. Wir werden dem Führer, der in Frömmigkeit und Menschenliebe wirkte, ein ehrendes Andenken bewahren. 
Der Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft, Stuttgart."

  
Herbert und Julius Kahn emigrieren (1938) 

Cannstatt Israelit 24021938.jpg (94580 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1938: "Stuttgart, 20. Februar (1938). Unsere Religionsgesellschaft teilt das Schicksal aller Gemeinden Deutschlands. Dass sie wertvolle und verdienstreiche Mitglieder durch die notwendig gewordene Auswanderung verliert. So sahen wir mit innigem Bedauern dem Brüderpaar Herbert und Julius Kahn nach. Ersterer hat unserem Vorstandskollegium angehört, nachdem sein Vater Siegfried Kahn – Cannstatt lange Jahre dessen Vorsitzender gewesen war, und ist vor Jahresfrist nach Transvaal ausgewandert. Julius Kahn hat viele Jahre in unserem Bes haknoses (Synagoge) das leienen (Vorbeter) versehen in vorbildlicher Pünktlichkeit, obwohl er während der Woche von Geschäft und Geschäftsreisen vollauf in Anspruch genommen war. Beide Brüder haben zu den rührigsten Schülern ihres Raw (der orthodoxe Rabbiner in Stuttgart) gehört und sich schöne Fertigkeit im Gemoro-Lernen angeeignet. Julius Kahn fährt nach Erez Israel. Möge es beiden Herren, jedem an seinem Niederlassungsort, gelingen, deutsche Organisation und Wirksamkeit zum Besten von Tauroh (Tora) und Awaudo (Gottesdienst) zu entwickeln. Mögen sie ihrer Mutter, die zu ihrer religiösen Entfaltung soviel beigetragen hat, nur Gutes zu melden haben. Amious."

 
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Der Optiker und Graveur J. Dessauer verlässt Cannstatt (1861)  

Cannstatt AZJ 04061861.jpg (51583 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Juni 1861: "Wildbad in Württemberg. 
Unterzeichneter zeigt hiermit ergebenst an, dass er seinen Wohnsitz von Cannstatt nach Wildbad verlegt und während der Saison eine Israelitische Restauration errichtet hat; für reinliche, gute Speisen, verbunden mit reeller und guter Bedienung, werde ich alle Sorge tragen, und lade zu zahlreichem Zuspruch höflichst ein.   
J. Dessauer, Optiker und Graveur, Hauptstraße No. 183."    

 
Anzeige des Hotels von Simon Löwenthal (1882)  

Cannstatt AZJ 05071882.jpg (46488 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Juli 1882: "Cannstatt. Hotel Löwenthal. Koscher. 
Empfehle mein neu und komfortabel eingerichtetes Hotel in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs zum Logieren wie auch zur Abhaltung von Hochzeiten. 
Restauration zu jeder Tageszeit. 
Simon Löwenthal."

 
Das israelitische Hotel Löwenthal ist zu verpachten (1887)  

Cannstatt Israelit 04081887.jpg (59295 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1887: "Israelitisches Hotel sofort zu verpachten. Das gut renommierte und frequente am Bahnhof Cannstatt gelegene Hotel Löwenthal ist wegen eingetretenen Sterbefalls unter günstigen Bedingungen auf eine Reihe von Jahren sofort zu vermieten und bitte ich Reflektanten, sich gefälligst an mich wenden zu wollen. Bernhard Ostertag, Cannstatt, Seelbergerstrasse 18."
 
Cannstatt AZJ 18081887.jpg (40547 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. August 1887: derselbe Text. 

 
Mitarbeiterin für das Hotel Löwenthal gesucht (1897)  

Cannstatt Israelit 25111897.jpg (35759 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. November 1897: "Suche für mein Hotel ein solides, anständiges Mädchen, aus ordentlicher Familie, zum Servieren. Offerten bitte zu richten 
Hotel Löwenthal, Cannstatt am Neckar." 

 
Anzeige von Frau Siegmund Rothschild (1899)  

Cannstatt Israelit 28091899.jpg (38431 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. September 1899: "Für sofort wird ein erfahrenes, tüchtiges Mädchen, zu einem alten Ehepaare gesucht. Guter Lohn und Behandlung zugesichert. Offerten zu richten an 
Frau Siegmund Rothschild, 
Cannstatt, Württemberg, Olgastraße 44".

 
Anzeige von Frau M. Rothschild (1900)

Cannstatt Israelit 31121900.jpg (36295 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Dezember 1900: "Gebildetes, 20-jähriges Mädchen 
sucht Stellung als Stützte der Hausfrau, in nur erster Familie. Näheres durch 
Frau M. Rotschild, 

Cannstatt am Neckar, Schillerstraße 24."

  
Mitarbeitersuche der Viehhandlung von Salomon Rothschild (1903)  

Cannstatt Israelit 17121903.jpg (48011 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1903: "1-2 tüchtige junge Leute als Ein- und Verkäufer bei gutem Gehalt gesucht. Es wollen sich nur erste Kräfte melden. Offerten mit Gehaltsansprüchen, Zeugnisabschriften und Photographie erbeten an Salomon Rothschild, Viehhändler, Cannstatt (Württemberg)."

 
Konditorei zu verkaufen (1907)  

Cannstatt Israelit 10011907.jpg (172121 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1907: "Wegen Geschäftsaufgabe habe ich am hiesigen Platz eine der ersten Konditoreien zu verkaufen oder auf mehrere Jahre an einen tüchtigen Konditor zu verpachten. Das Anwesen ist in bester Geschäftslage, nur drei Minuten vom Bahnhof entfernt, und erfreut sich einer sehr guten Kundschaft. 
Dasselbe würde sich speziell für einen israelitischen Geschäftsmann eignen, da durch Verkauf das einzige jüdische Hotel am Platze per 1. Februar dieses Jahres eingeht, ein Ersatz noch nicht beschaffen, obwohl mehrere zur Kultusgemeinde zählende, auswärts wohnende Familien auf eine rituelle Wirtschaft angewiesen sind, ebenso eine Anzahl junge Leute eine solche bevorzugen würden. Außerdem wohnen am Platz ca. 130 Familien. 
Die Konditorei ist für Weinschank konzessioniert. Lokalitäten sind genügend vorhanden und es hätte ein tüchtiger Mann mit etwas Vermögen ausgezeichnete Gelegenheit zur Existenzgründung. Die Übernahme kann sofort oder per 1. April erfolgen. Selbstinteressenten erfahren gegen Retourmarke alles Weitere durch den Beauftragten. Jacob Hirsch, Cannstatt, Karlstraße 64."

    
Anzeige der Wurstfabrik L. Rothschild (1909)

Cannstatt Israelit 28011909.jpg (61866 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1909: "Wurstfabrik mit elektrischem Betrieb. Empfehle meine anerkannt vorzüglichen Spezialitäten: 
Fleischwürste per Stück 15 Pfennig. 
Knoblauchwürste per Stück 15 Pfennig. 
Hamburger Gemüsewürste per Stück 1 Mark. 
Lyoner Wurst das Pfund 1.20 Mark. 
L. Rothschild  Stuttgart-Cannstatt. Wilhelmstraße."

 
Anzeige der Viehhandlung von Jakob Thalheimer (1909)  

Cannstatt Israelit 21101909.jpg (68648 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Oktober 1909: Cannstatt, Württemberg. 
Suche für meinen Viehhandel (Zuchtviehhandel) einen tüchtigen jungen Mann
der Ein- und Verkauf selbständig besorgen kann und mit der Landkundschaft umzugehen versteht. Süddeutscher bevorzugt. 
Nur tüchtige, vertrauenswürdige junge Leute, welche auf eine dauernde Stellung reflektieren, wollen sich melden. 
Jakob Thalheimer."   

 
Mitarbeitersuche der Pferdehandlung S. Löwenthal (1920)  

Cannstatt Israelit 15011920.jpg (50037 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Januar 1920: "Perfekter, selbständiger Buchhalter und Korrespondent wird zu sofortigem Eintritt gesucht. Nur erste Kräfte mit ersten Referenzen wollen sich unter Angabe der Gehaltsansprüche und Zeugnisabschriften melden. S. Löwenthal, Pferdehandlung. Cannstatt – Stuttgart." 

 
Geburtsanzeige einer Tochter von Siegfried Kahn und Else geb. Nathan (1921)  

Cannstatt Israelit 05051921.jpg (31119 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Mai 1921: "Die glückliche Geburt einer Tochter beehren sich anzuzeigen Siegfried Kahn und Frau Else geb. Nathan. Cannstatt, 21. April 1921." 

 
Ausschreibung der Rabbinerstelle der Religions-Gesellschaft Stuttgart - unterzeichnet von Siegfried Kahn in Cannstatt (1925)  

Cannstatt Israelit 26021925.jpg (52467 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Februar 1925: "An unserer Religions-Gesellschaft ist die Stelle eines Rabbiners neu zu besetzen. Orthodoxe Herren, mit pädagogischer Bildung, die über pädagogische und rhetorische Kräfte verfügen und im Besitze Hattara Horaa orthodoxer Autoritäten sind, werden gebeten, ihre Bewerbungen dem Unterzeichneten baldmöglichst einzusenden. Israelitische Religionsgesellschaft, e.V., Stuttgart. Der Vorstand: Siegfried Kahn, Cannstatt".

 
Todesanzeige für David Nathan (1931)  

Cannstatt Israelit 30041931.jpg (56099 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1931: "Am Heiligen Schabbat, dem 25. April 1931 entschlief sanft nach kurzer Krankheit unser lieber, treu besorgter Vater und Großvater, Herr David Nathan – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – im 73. Lebensjahr. Cannstatt, 27. April 1931. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Siegfried Kahn und Frau Else geb. Nathan. Herbert, Julius und Minne Kahn."      

 

 

 

 

 

 

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Stand: 12. Juli 2010