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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Buttenhausen (Stadt
Münsingen, Landkreis Reutlingen) Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
siehe Seite zur Synagoge in Buttenhausen Zur Geschichte dieses Friedhofes 1789 konnte die jüdische Gemeinde Buttenhausen einen eigenen Friedhof am Nordhang des Mühlbergwaldes (über dem jüdischen Wohngebiet) anlegen (Fläche 39,87 a). Auf ihm befinden sich ein Gedenkstein für die jüdische Gemeinde und eine Hinweistafel mit Angaben zu ihrer Geschichte (der Weg zum Friedhof ist von der Ortsmitte an ausgeschildert).
Weitere Fotos: vgl.: http://www.pantel-web.de/bw_mirror/history/bw324.htm
An der Stätte des Todes In dem freundlichen Albdörfchen Buttenhausen wohnen Christen und Juden etwa je hälftig nebeneinander. Ich erinnere mich nicht, dass das gute Verhältnis der beiden je ernstlich getrübt worden wäre. Wir hatten am Ende des Dorfes ein gemeinsames Schulhaus. In demselben waren zwei Schulzimmer und zwei Lehrerwohnungen je mit gesonderten Eingängen. In dem einen Zimmer wurde die christliche Jugend groß und stark und mit den Künsten des Lesens und Schreibens vertraut gemacht, und in dem anderen saßen die jüdischen Buben und Mädels und wuchsen empor zu reifen, vollen Menschen. Am Samstag war unser Schulzimmer geschlossen. Wir zogen festlich gekleidet zur Synagoge, die auf einer Anhöhe stand und uns allen ein Heiligtum voll Heimlichkeiten und Geheimnissen war. Dagegen schritten wir am Sonntag mit dem Bücherranzen wieder zur Schule, wenn unsere christlichen Kameraden zur Kirche gingen. Diese lag auf dem entgegengesetzten Berge. Kirche und Synagoge standen friedlich über dem Tal einander gegenüber als zwei Stätten menschlicher Gottesverehrung. Und hinter beiden lagen am Berghang, am Rande des Waldes, die beiden Friedhöfe. Wenn Christen und Juden im Dorf neben- und miteinander lebten, wenn sie sich gegenseitig halfen und unterstützten: am Schul- und am Kirchentore trennten sich ihre Wege, und die da unten miteinander gelebt, sie sollten nicht nebeneinander liegen, wenn das Leben erloschen und der Todesschlag begonnen. Durch das Tal voneinander getrennt lag auf der linken Seite in den Mauerresten alter Schlossruinen der christliche Friedhof und auf der rechten am Waldesrand, umzäunt von niedern Tannen der jüdische "Gute Ort", wie wir ihn nannten. Und über die beiden Friedhöfe - über den kreuzgeschmückten und über jenem, wo nur Grabsteine aus rotem und gelbem Sand aufragten, lag wie ein weites verbindendes Band der gemeinsame Himmel. Der jüdische Friedhof hatte eigentlich zwei Hälften. Im südlichen Teil lag die alte Hälfte. Von den dort begrabenen Leuten kannten wir nicht einen. Die Grabhügel waren kaum mehr zu erkennen, die Grabsteine verwittert und verfallen und in die Erde gesunken. Buschwerk hatte fast alle Gräber überwuchert. Nur ein schöner großer Grabstein mit Marmortafeln stand mitten im Trümmerfelde, an der Stätte des Zerfallens, des Sterbens. Einer vom Dorf, der in Amerika reich geworden ist, sollte dort unten ausruhen, so erzählten wir uns. Sooft wir vom Dorf zum "Gutort" aufsagen, immer traf unser Blick zuerst diesen großen Stein und er schien uns fremd und fern. Er war nicht aus dem heimischen Boden gewachsen. - Der andere Teil, die nördliche Hälfte, getrennt von der südlichen durch einen Grasweg, zeigte schönere Grabdenkmäler. Die Gräber waren eingefasst, teilweise angepflanzt und mit Gittern versehen. Nicht Tod und Vergehen sollte das Beth-Chajim - Raum des Lebens - allein uns künden, nein, auch Entstehen, Fortschreiten, neuen Anfang, Blühen aus Untergang und Ende. Dunkle Tannen, kräftige Buchen vom nahen Wald hängten ihre Zweige schützend über die erste Gräberreihe neben dem Zaun. Geheimnisvoll mischte sich ihr Rauschen in das Geflüster der abgeschiedenen Seelen. Der dunkle Wald, der gleichsam aus dem "Gutort" herauswuchs, erhöhte das Rätselhafte dieses Ortes. Tausend ängstliche Träume durchzogen unsere Seele, wenn wir dann und wann diesen ruhigen, stillen Ort bei einem Begräbnis besuchten. Einfach, ruhig und würdig ging es dabei zu. Wir fühlten das Geheimnisvolle des Todes, mächtig ergriff uns das stimme Weinen der Leidtragenden, das harte, polternde Aufschlagen der Erdschollen auf den hölzernen, schmucklosen Sarg. Unten im Dorf war's zwar ruhig, aber doch ging das Leben dort weiter. Die Landstraße entlang fuhr ein Wagen und kümmerte sich nicht um unsere Welt, die uns da oben umgab. Der Gegensatz des Lebens durchzog unser Gemüt. Sein Reichtum und seine Fülle, sein Hoffen und sein Bangen standen lebendig vor uns. Die Töne des Totengebets schlugen an unser Ohr, sie klangen wie singendes Weinen. Dann zerstreuten sich die Begleiter nach allen Ecken, um die Gräber Verstorbener aufzusuchen. Still beteten sie dort. Es bewegte uns schmerz- und leidvoll. Langsam leerte sich die Ruhestätte der Toten. Ruhig stiegen wir den Berg herab an der Synagoge vorbei. Am Flusse wuschen wir uns die Hände. Lang noch klangen die Saiten, die dort oben angeschlagen. Sooft ich wieder das liebliche Tal betrete, zieht's mich hinaus zum "Gutort", Zwiesprache zu halten mit den dort Ruhenden. Ich kenne sie besser als die jetzt im Dorf Lebenden, die mir fremd geworden sind, und eine große stattliche Reihe ist's geworden seit den Tagen der Kindheit. Lebendig stehen sie vor mir, wie sie gearbeitet haben, wie sie in der Synagoge standen, wie sie im Dorfe gelebt und gelitten und wie sie glücklich gewesen sind.
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