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"Mitglieder von AJ"

Förderstiftung
"Jüdischer Betsaal Horb"
(Eine Initiative des Träger- und Fördervereins
Ehemalige Synagoge Rexingen)
(Freudenstädter Str. 16, 72160
Horb-Rexingen)
Hinter dem Ihlinger Tor in Horb steht, stadtauswärts, ein imposantes
Gebäude mit einer auffallenden, im stumpfen Winkel abgeschrägten Fassade. Wer
näher herangeht, bemerkt rechts neben der Eingangstür eine Gedenktafel.
Die Geschichte des jüdischen Betsaals
(weitere Informationen siehe Seite
zur Synagoge Horb)
Von 1903 bis 1938 war hier der Betsaal für die Horber Juden untergebracht.
Die jüdische Gemeinde hatte das Stockwerk im Hochparterre im Wohnhaus des
Viehhändlers Louis Schwarz gemietet. In den Lebenserinnerungen von Fritz Frank,
der 1886 in Horb geboren wurde und 1935 nach Palästina emigrierte, findet man
die einzig uns bekannte Beschreibung des Betsaals:
"Aus etwa 30 Familien bestehend, besaß die kleine jüdische Gemeinde Horb
nichts, was sich gleichwertig an Größe und Schönheit einer Kirche
gegenüberstellen ließ. Ihre Synagoge, das sind zwei ineinandergehende Stuben
über dem Stall des Viehhändler Schwarz. Das Gemuhe mischt sich mit dem
Gottesdienst, ohne dass dies von den Betern, die mit dem Vieh sozusagen groß
geworden sind, als Störung empfunden oder überhaupt wahrgenommen wird. Der
Männersaal hat zur Einrichtung den Schrank mit den Torarollen an der Ostwand,
das Betpult mit einer samtenen Decke und zehn Stuhlreihen. Rechts und links vom
Betpult ist je eine schmale Bank für die Kinder, die auf diese Weise unter dem
Auge gehalten werden und nicht stören. der Frauensaal daneben, mit einem
türbreiten Durchbruch, gibt den Blick frei auf Betpult, Vorbeter und
Toraschrank. Einfache Stuhlreihen sind auch hier die ganze Ausstattung."
Die jüdische Gemeinde in Horb wuchs Anfang des 20. Jahrhunderts stark an. Der
Sitz des Rabbiners, der bis 1911 in Mühringen war, wurde 1913 nach Horb
verlegt. Damit wurde auch der gedachten zukünftigen Bedeutung der Horber
Gemeinde für das ganze Rabbinat Rechnung getragen. Die jüdische Gemeinde
bemühte sich, eine eigene Synagoge zu bauen. Die Machtergreifung der
Nationalsozialisten verhinderte die Verwirklichung dieser Pläne.
Der Betsaal wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 von SA-Männern
verwüstet, die Einrichtung auf der Straße verbrannt. Das Haus selbst wurde
nicht angezündet, wahrscheinlich weil es sich zu der Zeit im Besitz der
christlichen Familie Diesch befand. Der geschändete Betsaal wurde in der Folgezeit
in zwei Wohnungen aufgeteilt, es wurden Zwischenwände eingebaut, die
Außentreppe zum Betsaal wurde abgerissen und die Eingangstür zugemauert. Heute
erinnern nur noch die Gedenktafel und die auffällig großen Fenster an die
frühere Nutzung.
Abbildungen in
der oberen Zeile aus einem Informationsblatt des
Förder- und
Trägervereins "Ehemalige Synagoge Rexingen" |
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Bebauungsplan
aus dem Jahr
1939 |
Die Umbaupläne von 1939. Es
wurden Zwischenwände in den geschändeten Betsaal eingebaut. Die Tür an
der Vorderfront wurde zugemauert (Veränderungen rot) |
Detail einer Luftbildaufnahme
aus dem Jahre 1964. Sie zeigt die
Bebauung, wie sie schon 1938 bestand |
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| Der vordere Raum
(linkes Bild) der drei aus dem ehemaligen Männerbereich entstandenen
Räume. Rechts des Fensters befand sich vermutlich der Toraschrein. Das
Bild rechts zeigt den hinteren der drei aus dem ehemaligen Männerbereich
entstandenen Räume. |
Der mittlere der drei aus dem
ehemaligen Betsaal
entstandenen Räume |
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| Fotos aus dem Artikel
"Auf der Suche nach dem Betsaal" in: Südwest Presse Extra"
vom 2.9.2005 |
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Links: Mit Hilfe von Sondagen
will der Restaurator Wilhelm Glaser herausfinden, wie der Betsaal vor 1939
beispielsweise in Sachen Farbe ausgesehen hat. |
Pläne für eine zukünftige Nutzung
Ende 2004 wurde das Gebäude von vier Mitgliedern des Rexinger
Synagogenvereins gekauft, um es für eine öffentliche Nutzung zu erschließen.
Der Betsaal soll als Gedenk- und Begegnungsort der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden, ein Museum zur Geschichte des Rabbinats Horb-Mühringen soll
dort seinen Platz finden. Außerdem bietet sich der Betsaal durch seine Nähe
zum Gymnasium als Ort an, wo Geschichte an einem authentischen Ort gelernt
werden kann.
Es ist geplant, eine Förderstiftung "jüdischer Betsaal Horb" unter
dem Dach des Träger- und Fördervereins Ehemalige Synagoge Rexingen zu bilden. Sobald
die Förderstiftung gegründet ist (wahrscheinlich bis Ende 2005), werden
weitere Gründungsstifter gesucht. Privatpersonen können mit einem Betrag ab
1.000 € und Institutionen ab 2.000 € als Gründungsstifter dieses Projekt
mittragen. Daneben wird sich die Förderstiftung über jede Spende freuen, die
der Renovierung des ehemaligen jüdischen Betsaales zugute kommt.
Im Jahr 2007 soll das ganze Gebäude in Abstimmung mit den Denkmalbehörden
grundlegend renoviert werden. Für den Betsaal konnte der Dießener Restaurator
Wilhelm Glaser gewonnen werden, der ein Konzept für die Renovierung des
ehemaligen Betsaal entwickelt.
Neben der Begegnungs- und Gedenkstätte Jüdischer Betsaal wird das Gebäude
vier attraktive Wohnungen erhalten, die als Wohneigentum erworben werden
können.
Ihre Hilfe wird gebraucht!
Das Rabbinat Mühringen/Horb war Anfang des 19. Jahrhunderts das
flächenmäßig und von der Personenzahl größte Rabbinat in Württemberg.
Seine Ausdehnung erstreckt sich von Wankheim bei Tübingen über die jüdischen
Gemeinden um Horb bis nach Rottweil. Bedeutende Rabbinerpersönlichkeiten waren
für die jüdischen Gemeinden des Rabbinats Mühringen/Horb verantwortlich.
Jüdische Lehrer leisteten ihren Beitrag zum kulturelle Leben. Jüdische
Kaufleute und Viehhändler spielten im wirtschaftlichen Leben eine wichtige Rolle.
Für die jüdischen Familien war die Gegend am Oberen Neckar Heimat.
Bis heute gibt es keinen Ort, wo die Geschichte dieses großen Rabbinats und seiner
Menschen in seiner Gesamtheit dargestellt wird. Mit dem ehemaligen
jüdischen Betsaal ist nun eine Räumlichkeit vorhanden, wo dies geleistet
werden kann - an einem Ort, an dem sich der Sitz des Rabbiners und das Zentrum
des Rabbinats befand.
Es ist eine kulturelle Aufgabe der großen Kreisstadt Horb und des Landkreises Freudenstadt, die jüdische Geschichte seiner Gemeinden zu dokumentieren und zu
bewahren, wie es an vielen anderen Orten mit jüdischer Vergangenheit
geschieht. Für die Bewältigung dieser Aufgabe wird bürgerschaftliches
Engagement benötigt und es werden Köpfe und Hände gebracht, die mithelfen
wollen und sich einbringen können.
Dafür sollten Sie mit uns Kontakt aufnehmen unter Tel. 07451/620689
(Barbara Staudacher und Heinz Högerle) oder
an unseren Verein schreiben:
Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge
Rexingen, Priorbergstraße 7,
72160 Horb-Dettingen E-Mail.
Vereinskonto: Raiffeisenbank Horb Konto Nr. 73 801
003 BLZ 600 697 98.
Links:
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