Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Horb B013.jpg (33290 Byte)

 

Förderstiftung
"Jüdischer Betsaal Horb"

(Eine Initiative des Träger- und Fördervereins
Ehemalige Synagoge Rexingen)
(Freudenstädter Str. 16, 72160 Horb-Rexingen)


Hinter dem Ihlinger Tor in Horb steht, stadtauswärts, ein imposantes Gebäude mit einer auffallenden, im stumpfen Winkel abgeschrägten Fassade. Wer näher herangeht, bemerkt rechts neben der Eingangstür eine Gedenktafel.
    

Horb Synagoge 151.jpg (54974 Byte)Die Geschichte des jüdischen Betsaals
(weitere Informationen siehe Seite zur Synagoge Horb)

Von 1903 bis 1938 war hier der Betsaal für die Horber Juden untergebracht. Die jüdische Gemeinde hatte das Stockwerk im Hochparterre im Wohnhaus des Viehhändlers Louis Schwarz gemietet. In den Lebenserinnerungen von Fritz Frank, der 1886 in Horb geboren wurde und 1935 nach Palästina emigrierte, findet man die einzig uns bekannte Beschreibung des Betsaals:

"Aus etwa 30 Familien bestehend, besaß die kleine jüdische Gemeinde Horb nichts, was sich gleichwertig an Größe und Schönheit einer Kirche gegenüberstellen ließ. Ihre Synagoge, das sind zwei ineinandergehende Stuben über dem Stall des Viehhändler Schwarz. Das Gemuhe mischt sich mit dem Gottesdienst, ohne dass dies von den Betern, die mit dem Vieh sozusagen groß geworden sind, als Störung empfunden oder überhaupt wahrgenommen wird. Der Männersaal hat zur Einrichtung den Schrank mit den Torarollen an der Ostwand, das Betpult mit einer samtenen Decke und zehn Stuhlreihen. Rechts und links vom Betpult ist je eine schmale Bank für die Kinder, die auf diese Weise unter dem Auge gehalten werden und nicht stören. der Frauensaal daneben, mit einem türbreiten Durchbruch, gibt den Blick frei auf Betpult, Vorbeter und Toraschrank. Einfache Stuhlreihen sind auch hier die ganze Ausstattung."
  
Die jüdische Gemeinde in Horb wuchs Anfang des 20. Jahrhunderts stark an. Der Sitz des Rabbiners, der bis 1911 in Mühringen war, wurde 1913 nach Horb verlegt. Damit wurde auch der gedachten zukünftigen Bedeutung der Horber Gemeinde für das ganze Rabbinat Rechnung getragen. Die jüdische Gemeinde bemühte sich, eine eigene Synagoge zu bauen. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten verhinderte die Verwirklichung dieser Pläne.
Der Betsaal wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 von SA-Männern verwüstet, die Einrichtung auf der Straße verbrannt. Das Haus selbst wurde nicht angezündet, wahrscheinlich weil es sich zu der Zeit im Besitz der christlichen Familie Diesch befand. Der geschändete Betsaal wurde in der Folgezeit in zwei Wohnungen aufgeteilt, es wurden Zwischenwände eingebaut, die Außentreppe zum Betsaal wurde abgerissen und die Eingangstür zugemauert. Heute erinnern nur noch die Gedenktafel und die auffällig großen Fenster an die frühere Nutzung.
    
  

Abbildungen in der oberen Zeile aus einem Informationsblatt des 
Förder- und Trägervereins "Ehemalige Synagoge Rexingen"
Horb B016.jpg (156131 Byte) Horb B018.jpg (106902 Byte) Horb B017.jpg (108456 Byte)
Bebauungsplan 
aus dem Jahr 1939
Die Umbaupläne von 1939. Es wurden Zwischenwände in den geschändeten Betsaal eingebaut. Die Tür an der Vorderfront wurde zugemauert (Veränderungen rot) Detail einer Luftbildaufnahme 
aus dem Jahre 1964. Sie zeigt die 
Bebauung, wie sie schon 1938 bestand
 
        
Horb B011.jpg (52324 Byte) Horb B010.jpg (45752 Byte) Horb B012.jpg (63479 Byte)
Der vordere Raum (linkes Bild) der drei aus dem ehemaligen Männerbereich entstandenen Räume. Rechts des Fensters befand sich vermutlich der Toraschrein. Das Bild rechts zeigt den hinteren der drei aus dem ehemaligen Männerbereich entstandenen Räume. Der mittlere der drei aus dem 
ehemaligen Betsaal 
entstandenen Räume 
   
Fotos aus dem Artikel "Auf der Suche nach dem Betsaal" in: Südwest Presse Extra" vom 2.9.2005 Horb B020.jpg (54048 Byte) Links: Mit Hilfe von Sondagen will der Restaurator Wilhelm Glaser herausfinden, wie der Betsaal vor 1939 beispielsweise in Sachen Farbe ausgesehen hat.

   
Pläne für eine zukünftige Nutzung

Ende 2004 wurde das Gebäude von vier Mitgliedern des Rexinger Synagogenvereins gekauft, um es für eine öffentliche Nutzung zu erschließen. Der Betsaal soll als Gedenk- und Begegnungsort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ein Museum zur Geschichte des Rabbinats Horb-Mühringen soll dort seinen Platz finden. Außerdem bietet sich der Betsaal durch seine Nähe zum Gymnasium als Ort an, wo Geschichte an einem authentischen Ort gelernt werden kann.
Es ist geplant, eine Förderstiftung "jüdischer Betsaal Horb" unter dem Dach des Träger- und Fördervereins Ehemalige Synagoge Rexingen zu bilden. Sobald die Förderstiftung gegründet ist (wahrscheinlich bis Ende 2005), werden weitere Gründungsstifter gesucht. Privatpersonen können mit einem Betrag ab 1.000 € und Institutionen ab 2.000 € als Gründungsstifter dieses Projekt mittragen. Daneben wird sich die Förderstiftung über jede Spende freuen, die der Renovierung des ehemaligen jüdischen Betsaales zugute kommt.
   
Horb B015.jpg (78231 Byte)Im Jahr 2007 soll das ganze Gebäude in Abstimmung mit den Denkmalbehörden grundlegend renoviert werden. Für den Betsaal konnte der Dießener Restaurator Wilhelm Glaser gewonnen werden, der ein Konzept für die Renovierung des ehemaligen Betsaal entwickelt.
Neben der Begegnungs- und Gedenkstätte Jüdischer Betsaal wird das Gebäude vier attraktive Wohnungen erhalten, die als Wohneigentum erworben werden können.


    
   
Ihre Hilfe wird gebraucht!   

Horb B022.jpg (60707 Byte)Das Rabbinat Mühringen/Horb war Anfang des 19. Jahrhunderts das flächenmäßig und von der Personenzahl größte Rabbinat in Württemberg. Seine Ausdehnung erstreckt sich von Wankheim bei Tübingen über die jüdischen Gemeinden um Horb bis nach Rottweil. Bedeutende Rabbinerpersönlichkeiten waren für die jüdischen Gemeinden des Rabbinats Mühringen/Horb verantwortlich. Jüdische Lehrer leisteten ihren Beitrag zum kulturelle Leben. Jüdische Kaufleute und Viehhändler spielten im wirtschaftlichen Leben eine wichtige Rolle. Für die jüdischen Familien war die Gegend am Oberen Neckar Heimat.  
 
Bis heute gibt es keinen Ort, wo die Geschichte dieses großen Rabbinats und seiner Menschen in seiner Gesamtheit dargestellt wird. Mit dem ehemaligen jüdischen Betsaal ist nun eine Räumlichkeit vorhanden, wo dies geleistet werden kann - an einem Ort, an dem sich der Sitz des Rabbiners und das Zentrum des Rabbinats befand.  
  
Es ist eine kulturelle Aufgabe der großen Kreisstadt Horb und des Landkreises Freudenstadt, die jüdische Geschichte seiner Gemeinden zu dokumentieren und zu bewahren, wie es an vielen anderen Orten mit jüdischer Vergangenheit geschieht. Für die Bewältigung dieser Aufgabe wird bürgerschaftliches Engagement benötigt und es werden Köpfe und Hände gebracht, die mithelfen wollen und sich einbringen können.
    

Horb B014.jpg (11735 Byte)Dafür sollten Sie mit uns Kontakt aufnehmen unter Tel. 07451/620689 (Barbara Staudacher und Heinz Högerle) oder an unseren Verein schreiben: 
Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen
, Priorbergstraße 7, 72160 Horb-Dettingen E-Mail
Vereinskonto
: Raiffeisenbank Horb  Konto Nr. 73 801 003  BLZ 600 697 98.
   
    

Links:

Seite zur ehemaligen Synagoge/Betsaal in Horb
Seite zum jüdischen Friedhof in Horb
Seite zur ehemaligen Synagoge in Rexingen
Seite zur ehemaligen Synagoge in Mühringen
 

  

 

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 16. Juni 2010