Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Sulzbürg (Gemeinde Mühlhausen, Kreis Neumarkt in der Oberpfalz) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Sulzbürg (interner Link)     
   

Zur Geschichte des Friedhofes  

Der jüdische Friedhof in Sulzbürg geht auf die Zeit des 14./15. Jahrhunderts zurück. Der älteste lesbare Grabsteine ist von 1647 (Rivka, Tochter des Gemeindeältesten Meir Sulzburger). In der älteren Zeit wurde die Friedhofsfläche möglicherweise mehrfach aufgeschüttet, da eine Erweiterung zunächst nicht möglich war. 1905 ist eine Erweiterung vorgenommen worden. Er umfasst eine Fläche von 37,00 ar. Das Gelände ist nördlich und südlich von einer Mauer, westlich und östlich von einem Drahtzaun umgeben. Die letzte Beisetzung war am 27. April 1938 (Johanna Wertheimer, gest. in Regensburg). 

Betrachtungen von Rabbiner Dr. M. Weinberg, Neumarkt (Oberpfalz) zu Synagoge und Friedhof der Gemeinde Sulzbürg
(Artikel in: 'Bayerische Israelitische Gemeindezeitung' von 1. April 1928. S. 86-88):

In meiner soeben erschienenen ‚Geschichte der Juden in der Oberpfalz’, Bd. IV, habe ich versucht, die Geschichte der alten ruhmreichen Gemeinde Sulzbürg zu verfolgen. Dabei war mir leider aus ökonomischen Rücksichten versagt, einen besonderen Wunsch zur Ausführung zu bringen, nämlich den, manche Darstellungen aus der Gemeinde durch Beigabe von Illustrationen anschaulicher zu machen. Einige der vorgesehenen Bilder erscheinen für weitere Kreise so instruktiv, dass ich sie auf diesem Wege veröffentliche. Sie wurden mir durch den Senior der Gemeinde, Herrn Moritz Wertheimer, der dreißig Jahre lang die Stelle des Gemeindedieners versah und mit der Gemeindegeschichte eng verwachsen ist, vermittelt.
Sulzbürg gehört leider zu den dahinschwindenden Gemeinden (wie es deren so viele in Bayern gibt), in denen die Führer und Einzelmitglieder stets eine heilige Aufgabe darin erblickten, die öffentlichen Gemeindeeinrichtungen in einer Vollendung herzustellen, die heute noch für manche Großgemeinde vorbildlich sein könnte. Für unsere alten Glaubensgenossen in den kleinen Städtchen und Dörfern gab es bei all ihrer geistigen Regsamkeit keine andere Möglichkeit, sich öffentlich zu betätigen, als in ihrem engen Gemeindeleben. Im Kommune und Staat waren sie nur passive, geduldete Mitglieder; um so mehr und umfassender kam ihr Tatendrang im Kehilloleben zur Geltung. Man muss heute beim tieferen Eindringen in die alten Gemeindeeinrichtungen und Gemeindebräuche oft staunen über das tief jüdische Verständnis, über den geradezu überraschenden natürlichen Kunstgeschmack, der noch nicht, wie heute oft, zur Schablone geworden und über den praktischen Sinn, der sich da oft offenbart. Und war da alles in den Bereich der öffentlichen Gemeindepflichten einbezogen wurde! In Sulzbürg zum Beispiel stehen zwei Gemeindesessel bereit, die bestimmt sind, bei vorkommenden Beschneidungen in das Haus gebracht zu werden, wo die Beschneidung vollzogen wird, ebenso der Gebärstuhl, der in vorkommenden Fällen in das Haus der Wehmutter überführt wurde und noch bis vor nicht allzu langer Zeit in Gebrauch war, - der silberne Gemeindekamm, mit welchem die Braut von den Frauen gekämmt wurde, bevor sie kurz vor der Hochzeit ‚unter die Haube’ kam usw., alles Dinge, die heute längst aus dem Aufgabenkreis der Gemeinden geschwunden sind. In alten, jetzt leer stehenden Synagogen einst berühmter Gemeinden finden wir eine bis in das kleinste gehende Durcharbeitung für die religiöse Praxis, die wir in unseren heutigen, vielfach nur für pompösen Eindruck hergerichteten, vergeblich suchen. In diesen Einzelheiten gerade merkt man die Liebe, mit der man an allem hing, was das religiöse Gemeinschaftsleben betraf. Ich möchte hier auch an die leider noch so wenig bekannten, kulturhistorisch so überaus bedeutsamen Memorbüchern erinnern, die als besonders heiliges Besitztum, immer wieder durch neue Einträge bereichert, von einer Generation zur anderen überging und die bedeutenden Persönlichkeiten der Gemeinde in der Erinnerung weiterleben ließ. In dem individuellen Geschmack, mit dem man sie ausstattete, zeigt sich die oft ergreifende Hingabe für höhere, über den Augenblick hinausgehende Interessen und Ideen.
Die Synagoge von Sulzbürg verkörpert diese Schönheit und Zweckmäßigkeit in sich in besonderem Maße, zumal jetzt, wo sie im vorigen Jahre mit tatkräftiger Unterstützung des Gemeindeverbandes renoviert ist und sich in ursprünglicher Schönheit uns präsentiert, wie sie sich im Bild 1 zeigt. Der Bau selbst ist von ganz besonderer Eigenart. Er ist direkt in den Berg hineingetrieben. So ergibt es sich, dass an der oberen und Hauptfront, wo der Eingang in die Frauensynagoge sich zur ebenen Erde befindet, das Dach nur zwei bis drei Meter über den Boden ragt, während der Weg zur Männersynagoge dort auf einer massiven Außentreppe neben dem Haus bergab führt. Die Rückfront, die den Haupteindruck vermittelt, hat dadurch die Höhe von etwa zehn bis zwölf Metern. Wohlausgestattete Räume für die Wohnung des Kultusbeamten, die Schule und Gemeindesitzungen sind eingebaut (Bild 2).
Von ganz besonderer bizarrer Eigenart ist der Friedhof auf Bergeshöhe, mitten im Ort gelegen. Man möge das Einzelne über ihn in meinem eingangs erwähnten Buche nachlesen. Hier möchte ich zur Illustration der Art, wie man früher ein viel ausgeprägteres Verständnis für natürliche Formen hatte, etwas auf die Grabsteine eingehen. Die vielen, zum Teil ganz, zum Teil halb in den Erdboden versunkenen, zum großen Teil aber noch recht gut erhaltenen Denkmäler wirken gerade durch ihre Schlichtheit und Einfachheit, aber auch dort, wo man künstlerische Verzierungen in der Aufschrift angebracht hat, geradezu ergreifend. Die heutigen Friedhöfe möchte man Marmor- oder Granitsteinbrüche nennen. Marmor und Granit sind aber das Material für öffentliche Denkmäler berühmter Persönlichkeiten; sie sollen die Jahrhunderte überdauern. Übrigens sind Marmor und Granit hierzulande keine heimischen Gesteine und erwecken dadurch auf unseren Friedhöfen einen fremdartigen unharmonischen Eindruck. Was sollen diese, sicherlich in aufrichtiger Pietät errichteten Prunkdenkmäler auf den jüdischen Friedhöfen? Das Andenken derer, denen sie gewidmet sind, wird durch solche Prunkdenkmäler nicht eine Stunde länger wach erhalten, als durch ein einfaches, schlichtes Sand- oder Kalksteindenkmal; fast könnte man sogar die Beobachtung machen, dass ein schlichter Stein heutzutage inmitten seiner pompösen Umgebung einen ganz besonders wirksamen und auch für die Hinterbliebenen ehrenden Eindruck erwecken würde. Gar mancher möchte sich von dieser modernen Richtung abwenden und sich zu der alten jüdischen Schlichtheit zurückwendend, einem lieben Abgeschiedenen einen feinem Wesen entsprechenden schlichten Grabstein errichten; aber es erfordert schon einen ziemlichen Mut, gegen den auch das gesamte übrige jüdische Gebiet vielfach beherrschenden modernen Geist der Uniformierung aller äußeren Formen anzuknüpfen. Dass dadurch auch sozial unangenehme Nebenerscheinungen gefördert werden, wer sollte das bestreiten? Und gerade bei der Gelegenheit, die uns am eindringlichsten die Gemeinschaft der Zukunft aller menschlichen Geschöpfe vor Augen führt! Gar mancher Unbemittelte, der nicht zurückstehen möchte, wird zu schwer drückenden, für ihn unverhältnismäßig hohen Ausgaben für ein Grabdenkmal gezwungen, weil es ihn geniert, hinter anderen zurückzustehen; auf jeden Fall aber wird ihm das schwere Los seiner Armut gerade in den schwersten Momenten seines Lebens vor aller Welt vor Augen geführt.
Das Anbringen von Goldinschriften auf jüdischen Grabsteinen ist unpraktisch, denn sie erschweren in hohem Maße das Lesen der Grabschrift, wie sich jeder leicht überzeugen kann. Tiefschwarze Schrift auf weißem Grund erscheinen mir als die gegebene wirksamste Farbengebung. Vielfach findet man auch, gerade auf den Friedhöfen kleinerer Orte Glasplatten als Inschriftenträger. Sie sind ebenso abzulehnen, ja noch mehr. Ein mutwilliger Steinwurf zerschmettert sie in Scherben oder ein strenger Winter lässt auf auffrieren. Beides habe ich beobachtet. Ein roher Granitblock bleibt zurück. Auch die geflissentlich vor der Öffentlichkeit zur Schau getragene Gräberpflege ist durchaus nicht als eine jüdische Erscheinung zu werten. Der Friedhof ist die Stelle, die uns die ewige Vergänglichkeit mit eisernem Zwang vor Augen führt; er sollte dies eigentlich schon durch seine äußere Erscheinung. Als ich einst in einem kleinen hessischen Ort die Grabstätte meiner seligen Mutter aufsichte, machte ich einen Rundgang, um die Gräber anderer dort zum ewigen Schlaf ruhenden Ahnen zu finden. Dabei musste ich mich mühsam durch die alten schiefstehenden und vielfach mehr oder minder eingesunkenen, mit Moos überwucherten Steine hindurchwinden; auf einem großen Teil der Grabstätten wuchsen wilde Bäume oder undurchdringliches Gebüsch, das nur schwer zu überwinden war. Plötzlich erschreckte mich ein aus einem solchen Grabgebüsch hervorspringender flüchtender Hase. – Gewiss herrschte dort nicht das nach heutigen Begriffen erforderliche Mindestmaß von Ordnungssinn; trotzdem aber war es für mich eine heilige Weihestunde, in der ich die Weltabgeschiedenheit auf mich eindringen fühlte. -
Man denke sich ein Jahrhundert weiter. Wie mancher, anspruchsvoller Granitblock mag dann dastehen und der Name dessen, dem er gewidmet gewesen, ist trotz seiner Kostbarkeit vergessen!
Die jüdische Gemeinde in Fürth verbot in ihren T’konauß (Gemeindesatzungen) im 18. Jahrhundert die Errichtung von Grabsteinen, deren Anschaffungswert über eine bestimmte kleine Summe hinausging; auf dem Stein durfte nichts stehen als der Name des Verstorbenen. Auch einige gerade der Bedeutendsten der Gemeinde Sulzbürg haben letztwillig verfügt, dass ihnen nur ganz bescheidene Denksteine, nur mit ihrem Namen versehen, gewidmet werden dürfen. Man möchte fast sagen, dass diese anspruchslosen Steine mehr die Aufmerksamkeit der Besucher erwecken als die pompösen in ihrem schematischen Einerlei. Auf demselben Friedhof befindet sich eine Anzahl ziemlich großer, plump zugerichteter Steine, auf denen in großen unbeholfenen Buchstaben Namen und Sterbetage der Verstorbenen mit einem Nagel eingeritzt sind, ein noch heute ergreifendes Bild der Armut und zugleich Pietät der Hinterbliebenen, die nicht die Mittel besaßen, einen Steinmetz zu bezahlen und daher ohne alle Unkosten selbst mit eigener ungeübter Hand den Eltern diesen Denkstein setzen. Und diese Steine wirken noch heute monumental, mehr als manche dort stehende von kostbarer Herrichtung. Gerade sie tragen dazu bei, den Charakter dieses alle Menschenklassen umfassenden Ortes mitzubestimmen. 
Man beschäftigt sich in neuerer Zeit viel mit Friedhofs- und Grabsteinpflege. Die Literatur hierüber ist ansehnlich. Da findet man oft auch ein Kapitel über jüdische Friedhöfe. Ihre ganz besondere Individualität und die eindrucksvolle Wirkung auf den Beschauer wird stets betont. Diese scheinbar planlos nebeneinander stehenden, verwitterten Zeugen alter Vorzeit verfehlen nie ihren Eindruck. Die nichtjüdischen Besucher des alten Frankfurter jüdischen Friedhofes erleben dort eine Weihestunde. Kann man Gleiches von unseren modernen jüdischen Friedhöfen behaupten oder wird man es einst von ihnen behaupten können? Zeugen diese überhaupt noch eine eindrucksvolle spezifische jüdische Note, die ja auch der nichtjüdische Besucher hier zu finden hofft? Finden wir nicht vielmehr das Bestreben, jüdische Eigenart oft zu verbergen und der Angleichung an die ‚moderne Friedhof- und Grabsteinpflege’, statt Anknüpfung an die jüdische Tradition, wie sie doch an diesem Ort ganz selbstverständlich sein sollte? Warum verpönt man auf einem jüdischen Friedhof die hebräischen Schriftzeichen? Gibt doch gerade ihre, wie von den nichtjüdischen Beschauern anerkannt wird besonders monumentale Wirkung unseren Friedhöfen ihre besondere Eigenart. Das Entscheidende für Form, Ausstattung und Inschrift ist oft nur der Kostenpunkt; alles übrige überlässt man dem privaten Kunstverständnis des Steinmetzen. So war es nicht bei unseren Vorfahren, die ihre eigenen Wünsche bei der Gestaltung eines Grabsteines wohl durchzuführen wussten. Grabsteininschrift und Ornament sind da oft bezüglich des Verstorbenen unmittelbar belehrend. Da finden wir z.B. in Baierdorf unter den angebrachten Ornamenten zuweilen eine Ganz; sie weist auf den Familiennamen ‚Gans’; oder in Sulzbürg bei den Familien Löwenmayer einen Löwen und den Mitgliedern der Familie Hirsch einen Hirsch. Das ist zwar naive Kunst, aber gerade deshalb wirklicher, natürlicher Sinn für Kunst, statt der nichtssagenden monotonen Ästhetik, die sich auf den modernen Grabsteinen zeigt. Auf einem Stein des Sulzbürger Friedhofes, der einem Ermordeten gewidmet ist, finden wir die Mordwerkzeuge abgebildet. Diese Anbringung der Dolche vermag vielleicht unserem modernen Geschmack nicht mehr zu entsprechen; das ist auch nicht erforderlich. Es genügt, dass sie dem Empfinden ihrer Zeit Rechnung trägt. Und wie angemessen präsentieren sich die herkömmlichen Embleme, die auf die besonderen Beziehungen des Verstorbenen auf sein Judentum hinweisen! Auf den Grabsteinen des Kohen die segnenden Priesterhände, auf denen der Leviten die Waschkanne und auf denen des Beschneiders das Mohelmesser. Wir bringen als besonders schönes Beispiel dieser Art das Bild des Grabsteines des Privatrabbiners und Gemeindevorstehers Simon Hirsch, Neustein in Sulzbürg. Hier zeigen die Hirsche auf seine Personennamen Hirsch, das Messer auf seinen heiligen Beruf als Mohel und das verschlossene Tor am Fuße des Steines auf seine Eigenschaft als Vorbeter an den hohen Feiertagen, wo er durch die Urgewalt seiner Andacht die Öffnung des Tores herbeiführte. Gerade dieser anspruchslose kleine Stein zeigte, wie wirkungsvoll die altjüdische traditionelle Grabsteinpflege sein konnte. Auch er war verwittert und musste aufgefrischt werden; aber warum sollen gerade die Friedhöfe, die markantesten Zeugen allgemeiner Vergänglichkeit alles Irdischen, von der Vergänglichkeit ausgeschlossen sein, wie man mit den modernen Granit- und Marmorblöcken verhindern zu wollen scheint? Wenn der Friedhof, gerade in seinen älteren Teilen uns ein Bild des Verfalles zeigen sollte, so ist das ganz natürlich und gibt ein wirkungsvolles Bild seines Zweckes. Damit soll selbstverständlich nicht der Verwahrlosung und der planlosen Unordnung das Wort geredet werden.
Ich rekapituliere: Man hüte sich vor der allzugeflissentlich zur Schau getragenen Gräberpflege.
Man nehme den Wert des Grabmonumentes nicht als Gradmesser der Trauer und der Pietät der Hinterbliebenen. Dies wirkt unter Umständen recht unsozial niederdrückend auf die Minderbemittelten. Ohne Zweifel ist die Aufwendung einer hohen Summe für ein Monument ja ein Ausdruck echter Pietät. Doch konnte sie vielleicht zweckdienlicher erfolgen, ohne dass diese Pietät vor der breiten Öffentlichkeit eine Schmälerung findet. Greifen wir auch hier auf die Vergangenheit zurück. Auf dem Bezirksfriedhof von Georgensgmünd finden wir in Stein eingegraben, dass der oder jener letztwillig eine bestimmte Stiftung erreicht hat; so zum Beispiel, dass jemand einen Brunnen auf dem Friedhof bauen ließ, oder einen gepflasterten Weg zu ihm. Dies würde auf dem Friedhof an geeigneter Stelle eingemeißelt. Vielleicht könnte man diesen Brauch übernehmen. Es könnte auf einer Tafel in der Friedhofshalle fortlaufend berichtet werden, dass von N.N. anlässlich des Hinscheidens seines Vaters der und der Betrag für den und den Zweck gestiftet wurde. Das ist sicherlich ein Monument, das das Andenken des Verstorbenen pietätvoll und unauslöschlich der Nachwelt überliefert. Nebenbei kann trotzdem der Individualität bezüglich der Ausgestaltung der Grabsteine im Einzelnen freier Spielraum gelassen werden.
Man hüte sich endlich vor Schablonisierung und knüpfe an die traditionelle, jüdische Gestaltung von Grabstein und Friedhof an. Dann werden die jüdischen Friedhöfe auch wieder ihre individuelle Eigenart erhalten. 

Lage des Friedhofes: Erreichbar über die Engelgasse, die direkt zum Friedhof führt. Ein Schlüssel ist erhältlich im Haus oberhalb des Friedhofseinganges (Engelgasse).

Fotos:
(Farbfotos: Hahn, Aufnahmedatum 23.6.2006)

Historische Fotos (Quelle: aus der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung vom 1. April 1928)
Sulzbuerg Friedhof 080.jpg (64062 Byte) Sulzbuerg BayrGZ 01041928 f2.jpg (43508 Byte) Sulzbuerg BayrGZ 01041928 f1.jpg (59519 Byte)
Charakteristische Kalkstein-Grabsteine  Grabstein des Simon Hirsch, s.o. im Text.
       
Neuere Fotos (2006)    
Sulzbuerg Friedhof 100.jpg (93097 Byte) Sulzbuerg Friedhof 101.jpg (108979 Byte) Sulzbuerg Friedhof 102.jpg (90043 Byte)
Eingangstor zum Friedhof Blick vom Eingang über die Erweiterungsfläche von 1905 Hinweistafel
     
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  Teilansichten  
     
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  Teilansichten  
     
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Grabstein eines Mohel (Symbol des Beschneidungsmessers) Segnende Hände auf einem Priestergrab (Kohen)  
     
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   Blick zum Eingang, links die Kirche von Sulzbürg   
      
     
Die Restaurierungsarbeiten auf dem Friedhof sind weitgehend abgeschlossen
(Fotos: Angelika Brosig, Schopfloch; Aufnahmedatum: 1.09.2009)
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Das Eingangstor Teilansichten des Friedhofes nach abgeschlossener Restaurierung
     
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Teilansichten
     
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Teilansicht Einzelne Grabsteine
     
Sulzbuerg Friedhof 471.jpg (91465 Byte) Sulzbuerg Friedhof 472.jpg (96903 Byte) Sulzbuerg Friedhof 470.jpg (93428 Byte)
Einzelne Grabsteine
     
   Sulzbuerg Friedhof 481.jpg (89380 Byte)  
      

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

Sommer 2007: Jüdischer Friedhof von Sulzbürg wird für 253.000 Euro saniert (Sommer 2007)    
Sulzbuerg FLZ PA 03.jpg (178201 Byte)Links: Presseartikel aus der Fränkischen Landeszeitung Ansbach vom 28. Juni 2007: "Hebräische Inschriften stark verwittert. Außergewöhnliches Projekt: Jüdischer Friedhof von Sulzbürg wird für 253.000 Euro saniert. 
Mühlhausen (dpa) - Im Gegensatz zu den üblichen Gepflogenheiten soll in Sulzbürg bei Mühlhausen (Landkreis Neumarkt) ein nicht mehr genutzter jüdischer Friedhof saniert werden. 
Die Grabsteine dort seien zum Teil in einer einzigartigen Ausprägung des Hebräischen beschriftet, sagte Bürgermeister Anton Galler. Allerdings sind die Inschriften mittlerweile stark verwittert und einige der Grabsteine drohen auseinander zu brechen. Bis Ende 2008 soll deshalb das Bau- und Geschichtsdenkmal für insgesamt 253.000 Euro restauriert werden. Knapp die Hälfte des Geldes wird vom bayerischen Kunstministerium zur Verfügung gestellt..."  
Zum weiteren Lesen bitte Textabbildung anklicken.
 
Dezember 2008: Bucherscheinung und Ausstellung über den jüdischen Friedhof  
Artikel in der Mittelbayerischen Zeitung vom 3. Dezember 2008 (www.mittelbayerische.de (Artikel)): 
"Leidensgeschichte der Juden in Fotos. 

Das Leben jüdischer Bürger aus Sulzbürg und aus Regensburg, aber auch ein paar Jahrhunderte jüdischer Geschichte in der Oberpfalz blättert eine Ausstellung bei der Jüdischen Gemeinde am Brixener Hof auf. Der Fotograf Edgar Pielmeier hat den jüdischen Friedhof in Sulzbürg porträtiert. Eigentlich sollte die Ausstellung genau zwei Tage dauern. Weil aber eine solche Schau heute mehr denn je wichtig für jüdische Gemeinden sei, 'lassen wir sie stehen', sagte Hans Rosengold, sichtlich überrascht über den großen Andrang bei der Eröffnung. 'Mindestens eine Woche. Dann sehen wir, wie wir damit zurecht kommen.' Eine Verlängerung sei denkbar. Die Räume am Brixener Hof sind ein ungewöhnlicher Ort für eine Ausstellung und doch so geeignet wie kaum ein anderer. Denn hinter jüdischen Grabsteinen im Land verbirgt sich die wechselvolle Geschichte der Juden Bayerns. In Sulzbürg erzählt der Friedhof auch vom Schicksal zahlreicher Regensburger Juden. Viele Grabsteine dort führen den Familiennamen 'Regensburger' mit. 'Für mich ist es daher eine Ehre, meine Bilder hier zeigen zu dürfen,' dankte Edgar Pielmeier seinen Gastgebern. Ein Dreivierteljahr lang war er zu allen Tages- und Nachtzeiten, Winters wie Sommers nach Sulzbürg gefahren, um ein Jahr vor der Sanierung des Friedhofs den historischen Zustand in Bildern einzufangen. Dies ist ihm mit besonderer Sensibilität gelungen. Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen lesen sich wie ein kurzweiliges Geschichtsbuch ohne Düsternis, dafür mit einer entspannten Ästhetik, die der würdevollen Schönheit und Ruhe solcher Orte gerecht wird. Und das ist gerade deshalb bemerkenswert, weil jüdische Friedhöfe wenig Pomp aufweisen und all zu oft Verwüstungen ausgesetzt sind. Pielmeiers Aufnahmen integrieren sich wie selbstverständlich in den großen Saal der jüdischen Gemeinde, ebenso die historisch hervorragend ausgearbeiteten Erläuterungen von Prof. Heide Inhetveen. Die Erklärungen betten die Aufnahmen ein in den geschichtlichen Kontext. Die Informationen werden gut lesbar auf großen durchscheinenden Transparenten vermittelt. Fotografien und Texte bilden ästhetisch eine Symbiose mit dem Saal der Jüdischen Gemeinde. Dabei war es Zufall oder 'Fügung', dass sich Fotograf und Autorin auf dem alten Friedhof in Sulzbürg trafen. Schon lange hatte Inhetveen den Wunsch, eine Arbeit über die jüdische Geschichte Sulzbürgs zu verfassen. Pielmeier war über eine kleine Zeitungsnotiz gestolpert, die eine Sanierung des Friedhofs ankündigte. Rund 150 jüdische Friedhöfe gibt es in Bayern. Davon sind 110 geschlossen und 25 noch in Funktion – so wie der jüdische Friedhof in Regensburg, der noch aus dem Jahr 1822 stammt." 
Website des Fotografen Edgar Pielmeier: http://www.fotografie-online.info/  
    
November 2009: Ausstellung zum jüdischen Friedhof Sulzbürg in Neumarkt (bis Ende Januar 2010 im Stadtmuseum Neumarkt
Foto links (Etzold): Zahlreiche Besucher wollten die Ausstellung sehen. Dass sie überhaupt zustande kam, ist einem Zufall zu verdanken. In der Zeitung erfuhr der Hobby-Fotograf Pielmeier von dem Friedhof, der ihn mit seiner Atmosphäre begeistern sollte.  
Artikel in den "Neumarkter Nachrichten" vom 16. November 2009 (Artikel): 
"Atmosphäre der Vergänglichkeit beeindruckt.  
Foto-Ausstellung «Hier ist verborgen» eröffnet - Bilder vom jüdischen Friedhof Sulzbürg lockten viele. 
NEUMARKT (nin)
- «Hier ist verborgen» heißt die Foto-Ausstellung, die noch bis Ende Januar im Stadtmuseum zu sehen ist. Gestern wurde sie eröffnet - und die zahlreichen Besucher waren beeindruckt. 
Wer glaubte, dass er mit einem Vorlauf von einer Viertelstunde noch einen Platz bei der Eröffnung ergattern würde, irrte: Alle Stühle waren besetzt, an den Wänden und den Türen der Nebenräume drängten sich die Interessierten. Alle wollten sie unter den ersten sein, die einen Blick auf die Impressionen vom jüdischen Friedhof Sulzbürg werfen durften.
In schwarzes Holz gerahmt hängen die Bilder von Edgar Pielmeier, Direktor des Regensburger Studienseminars St. Emmeram, an den Wänden. «Erstaunlich», so findet Dekan Norbert Dennerlein, in Bezug auf die Qualität der Fotos, «dass dieser Mann die Fotografie nur als leidenschaftliches Hobby betrachtet». Denn: Die Bilder, die in den vergangenen beiden Jahren entstanden sind, fangen noch rechtzeitig vor Beginn der derzeit laufenden Konservierungsmaßnahmen die besondere Atmosphäre der Vergänglichkeit des Friedhofs ein. 
Bis 1879 wurden hier auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde Neumarkt bestattet. Die jahrhundertealte Geschichte des Friedhofs beschreibt in Texten zu den Bildern Heide Inhetveen, Profession für Agrarsoziologie. «Interessant und berührend», urteilt ein Besucher. Und will nächste Woche noch einmal in Ruhe wieder kommen.".  
   
November 2009: Vortrag von Andreas Angerstorfer  
Artikel vom 27. November 2009 in "neumarktonline.de" (Artikel): 
"'Steine erzählen'. Der Jüdische Friedhof in Sulzbürg. 
NEUMARKT.
Der bekannte Judaist und Experte für Biblische Sprachen Dr. Andreas Angerstorfer (Universität Regensburg) wird am Dienstag um 19 Uhr im Stadtmuseum über seine Forschungen zu den Grabsteinen des Jüdischen Friedhofs in Sulzbürg berichten. Die Entzifferung der teilweise sehr verwitterten Inschriften wurde durch die derzeit laufenden Konservierungsmaßnahmen im Jüdischen Friedhof Sulzbürg möglich. 
Es ist Dr. Angerstorfer gelungen, die Grabinschriften für etwa 320 Sulzbürger Männer, Frauen und Kinder zu identifizieren. Knapp 100 Personen gehören zu den nicht nur aus der jüdischen Geschichte Sulzbürgs bekannten Familien Neuhaus (14), Feuchtwanger (15), Löw (16), Neustädter (20) und Regensburger (28). Aus den Texten erfährt man von ihren Wurzeln in Franken und Schwaben. 
Einige besonders kunstvoll komponierte hebräische Inschriften zeichnen ein Bild bekannter Sulzbürger Juden des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie rühmen ihr großes Engagement in ihrer Gemeinde in religiösen Funktionen (Vorbeter, Rabbiner) und in sozialen Belangen (Stiftungen, Spenden, Armenkasse). Sie sprechen auch voller Respekt von Leben mit Behinderungen. 
Der Vortrag von Dr. Angerstorfer findet im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "Hier ist verborgen. Impressionen vom Jüdischen Friedhof in Sulzbürg" im Stadtmuseum Neumarkt statt. Es ist Mittwoch bis Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet."
  
Januar 2010: Weiteres Begleitprogramm zu Ende der Ausstellung (31. Januar 2010) 
Artikel bei neumarktonline.de vom 7. Januar 2010 (Artikel): "Führung geplant
NEUMARKT
. Begleitend zur Sonderausstellung "Hier ist verborgen" im Neumarkter Stadtmuseum findet am Sonntag um 14.30 Uhr eine Führung über den Jüdischen Friedhof in Sulzbürg statt. Die fachkundigen Erläuterungen von Prof. Heide Inhetveen sollen einen interessanten Einblick in die Besonderheiten jüdischer Bestattungsrituale sowie über die vielen Details des Sulzbürger Friedhofes und seiner Symbolik vermitteln. Zudem will man die Jahrhunderte lange jüdische Vergangenheit des kleinen Oberpfälzer Dorfes anschaulich darstellen. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr das Eingangstor des Jüdischen Friedhofes. Entsprechend der Witterung sollte auf festes Schuhwerk geachtet werden. Im Rahmen der Sonderausstellung "Hier ist verborgen" stehen noch weitere Veranstaltungen in den Räumen des Stadtmuseums auf dem Programm: So am Samstag, 16. Januar, um 20 Uhr ein Klezmerkonzert mit Klezmaniaxx aus Erlangen. Der Kartenvorverkauf läuft bereits über die Touristen-Information. 
Und zum Ausstellungsende am 31. Januar wird es um 17.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung mit Edgar Pielmeier und Prof. Heide Inhetveen geben, sowie um 19 Uhr den Vortrag "Name und Hand – Zur Kultur jüdischer Erinnerung" von Dr. Markus May, Dozent für Neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilian-Universität München. 
Die Ausstellung kann noch bis zum 31. Januar besucht werden, jeweils Mittwoch bis Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr."  
 

        

      
    

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Mühlhausen
Umfassende Seiten des Verschönerungs- und Fremdenvereins der Gemeinde Sulzbürg zur jüdischen Geschichte des Ortes  und Fotoseite zum jüdischen Friedhof 
Zur Seite über die Synagoge in Sulzbürg (interner Link)

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 286-288.
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Sulzbürg. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 14. Jahrgang Nr. 80 vom September 1999 S. 19-20.
Michael Schneeberger: Die Juden von Sulzbürg in der Oberpfalz. In: Jüdisches Leben in Bayern. 17. Jahrgang Nr. 90 vom November 2002 S. 12-14.

   

                   
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Stand: 05. März 2010