Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Saffig (VG Pellenz, Kreis Mayen-Koblenz) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 
  
Hinweis: die Jüdische Gemeinde Neuwied Mittelrhein e.V. hat einen eigenen Internetauftritt unter www.netiwothaschalom.de/   

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Über einzelne Personen aus der jüdischen Gemeinde     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde     
   
In Saffig bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück, doch lebten bereits seit dem 16. Jahrhundert Juden am Ort. Die Grafen von der Leyen, die 1481 Saffig als Lehen erhalten haben, hatten auch das Recht, Juden am Ort aufzunehmen. 1587 wird erstmals ein jüdischer Einwohner in Saffig genannt.  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1806 28 jüdische Einwohner, 1825 38, 1834 50, 1837 52, Höchstzahl 1863 mit 67 Personen (10 % der Einwohnerschaft des Ortes).  
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Religionsschule) und möglicherweise ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof im benachbarten Miesenheim beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. In besonderer Weise ist hierbei Emanuel Bermann zu nennen, der 1881 sein fünfzigjähriges Jubiläum als Kantor/Vorbeter feiern konnte (siehe Bericht unten von 1881). Emanuel Bermann könnte bis 1866 auch als Religionslehrer der Gemeinde tätig gewesen sein. In diesem Jahr bildeten allerdings die jüdischen Gemeinden Andernach, Kruft, Miesenheim, Nickenich und Saffig einen gemeinsamen Synagogenbezirk ("Synagogenbezirk Andernach"). Sinn war, unter anderem einen gemeinsamen Religionslehrer für diesen Bezirk anstellen zu können. Allerdings gab es in der Folgezeit immer wieder Schwierigkeiten mit dem Synagogenbezirk (siehe Bericht unten von 1893): 1878 sind die meisten Gemeindeglieder in Saffig, Kruft und Miesenheim aus dem Bezirk ausgetreten. Die nicht ausgetretenen Gemeindeglieder gehörten nach 1889 zum Bezirk "Synagogengemeinde Andernach". Nachdem 1892 die Synagogen Saffig, Kruft und Miesenheim von den Behörden vorübergehend geschlossen wurden, traten auch die meisten anderen Gemeindeglieder wieder dem Bezirk "Synagogengemeinde Andernach" bei.           
   
1933 lebten noch 20 jüdische Personen in Saffig. In den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge verwüstet (s.u.). 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner aus Saffig deportiert und ermordet.     
  
Von den in Saffig geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "
Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emma Hirsch geb. Hahn (1875), Ernst Hirsch (1903), Hedwig Kaufmann geb. Klee (1892), Helene Klee geb. Hirsch (1864), Maximilian Klee (1894, siehe unten), Jeanette Platz  geb. Mayer (1890), Else Sternschuß geb. Klee (1898).
   
Nach 1945: Seit 2006 gibt es wieder jüdisch-religiöses Leben in Saffig, seitdem die restaurierte Synagoge von der in diesem Jahr gegründeten "Jüdischen Gemeinde Neuwied - Mittelrhein e.V." regelmäßig für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt wird (siehe unten). Vorsitzender und Kantor der Gemeinde ist Dr. Jürgen Ries. Es handelt sich um eine sog. egalitäre Gemeinde, bei der sich auch Frauen gleichberechtigt um die Tora versammeln und Mädchen ihre religiöse Mündigkeit bei der Bat Mizwah feiern. Der Gottesdienst wird konservativ in hebräischer Sprache gehalten. Website http://www.netiwothaschalom.de/.         
      
      
      
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  

50jähriges Ortsjubiläum von Emanuel Bermann als Kantor in Saffig (1881)  

Saffig Israelit 21121881.jpg (87376 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Dezember 1881: "Saffig (Rheinprovinz), 18. Dezember (1881). Gestern feierten wir ein seltenes Fest. Es waren gestern fünfzig Jahre, dass Herr Emanuel Bermann in unserer israelitischen Gemeinde als Kantor fungiert. Der Jubilar feierte an demselben Tag seinen siebenzigsten Geburtstag. Die Gemeinde bemühte sich, diesen frohen Tag durch Ehrengeschenke und durch ein veranstaltetes Festessen zu verherrlichen. Der Jubilar stiftete zur Feier des Tages ein Porauches (Vorhang) für die heilige Lade.  
Herr Bermann, welcher wegen seines ehrenhaften Charakters, seiner Pflichttreuer und seiner aufrichtigen Frömmigkeit sich der allgemeinen Hochachtung erfreut, ist Gott sei Dank noch derart rüstig, dass er sowohl am Neujahre wie am Versöhnungstage das Amt eines Kantors ganz allein versieht. Möge es ihm vergönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren in derselben Weise fortzuwirken."     

     
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Schwierigkeiten innerhalb des Synagogenbezirks Andernach - zu einer "Ausweisung" von Gemeindegliedern aus der Synagoge (1893)  

Saffig Israelit 19121892.jpg (65452 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Dezember 1892: "Andernach, 7. Dezember (1891). Ein eigentümlicher Vorfall passierte, wie die "Deutsche Reichszeitung" erfährt, kürzlich in der Synagoge in Saffig (statt Sassey). Während des Gebetes am Sabbat betrat plötzlich der Polizeidiener R. die Synagoge; das Synagogen-Vorstandsmitglied K. ging auf den Vorbeter zu und ersuchte ihn, im Gebete aufzuhören, da der Polizeidiener eine Mitteilung zu machen. Dieser forderte hier 'im Namen des Gesetzes' drei der Anwesenden, namens Simon, Jonas und Marcus K. auf, die Synagoge sofort zu verlassen, ihre Bücher mitzunehmen, und nicht eher wieder das 'Lokal' zu betreten, bis ihnen Weiteres mitgeteilt werde. Die Betreffenden leisteten der Aufforderung Folge, worauf der Polizeibeamte sich ebenfalls wieder entfernte. Veranlassung zu der außergewöhnlichen Maßregel soll die Weigerung der drei Ausgewiesenen, zu den Kultuskosten beizutragen, gewesen zu sein."  
   
Saffig Israelit 05011893.jpg (202054 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Januar 1893: "Andernach, 22. Dezember (1893). Ihr geschätztes Blatt veröffentlichte jüngst die bereits durch mehrere Zeitungen verbreitete Nachricht von der Ausweisung dreier Synagogenbesucher aus der Synagoge in Saffig. Da nun der angegebene Grund dieser außergewöhnlichen Maßregel nicht ganz der Tatsache entspricht, und zu irrigen Auffassungen Anlass geben könnte, teile ich Ihnen in Folgendem den Beweggrund zu diesem Einschreiten mit.  
1866 bildete sich hier auf Grund des Gesetzes vom 23. Juli 1847 der Synagogenbezirk Andernach, bestehend aus den Spezialgemeinden Andernach, Kruft, Miesenheim, Nickenich und Saffig. Des Segens und der Vorteile dieser Einrichtung sollte sich die junge Gemeinde nicht lange erfreuen, denn sofort mit Inkrafttreten des Gesetzes betreffend 'den Austritt aus jüdischen Synagogengemeinden' sind mit einemmal 23 Gemeinde-Mitglieder angeblich aus religiösen Bedenken, aus dem Synagogenbezirk ausgetreten. Hiermit war das Todesurteil für den Bezirk vollzogen; die noch verbliebenen Mitglieder reichten nicht mehr aus, um Vorstand, und Repräsentanten zu wählen.
Die Zustände wurden nun vollständig unhaltbar, namentlich mangelte es den Kindern ganz und gar am Religionsunterricht, weil eben niemand mehr verpflichtet werden konnte, zu den Lasten eines Religionslehrers beizutragen, und so verblieb es bei diesem Zustand bis 1889, wo es mir gelungen, für die nicht ausgetretenen Mitglieder des Bezirkes auf Grund des Ministerial-Reskripts vom 1. Juli 1879 die Synagogengemeinde Andernach (dies ist der Name des Bezirks) wieder zu bilden.   
Nach der nunmehr geschehenen Neubildung der Synagogengemeinde Andernach, wurde sofort für den Bezirk die Anstellung eines Religionslehrers veranlasst.  
Die hieraus erwachsenen Kosten gaben den noch verbliebenen Mitgliedern der Landgemeinden Veranlassung, ebenfalls wegen 'religiösen Bedenken' aus der Synagogengemeinde auszutreten, sodass in 3 Ortschaften nur noch ein Gemeindemitglied existierte. Nachdem nun mangels Gemeindemitglieder die Spezialgemeinden Saffig, Miesenheim und Kruft als nicht mehr zu Recht bestehend zu betrachten waren musste der Vorstand des Synagogenbezirks Andernach zum Schutze des Eigentums für etwa sich später wieder bildende Spezialgemeinden Maßregeln treffen; diese bestanden darin, dass auf Ansuchen des Vorstandes zufolge Entscheidung des Königlichen Regierungspräsidenten zu Koblenz vom 18. November 1891 vom Vorstande die Synagogen in Saffig, Miesenheim und Kruft am 13. Januar 1892 geschlossen wurden. 
Nach der Zurückweisung einer Zivilklage wegen Besitzstörung seitens der Krufter Judenschaft gegen den Vorstand des Synagogenbezirks, sind nach und nach die Mitglieder dem Bezirk wieder beigetreten, und gehören nun mit Ausnahme der Juden aus Kruft, eines aus Miesenheim, und der drei aus Saffig aus der Synagogen Ausgewiesenen, wieder sämtlich dem Synagogenbezirk Andernach an, und konnten somit die Synagogen in Saffig und Miesenheim wieder ihren Spezialgemeinden übergeben werden.    
Diese drei Herren in Saffig besuchten nun trotz ihrer 'religiösen Bedenken' vor wie nach in regelmäßiger Weise den Gottesdienst, ohne zu den Kultuskosten beizutragen.  
Diesem Gebaren musste der Vorstand ganz entschieden entgegentreten, weshalb denn die Ausweisung besagter drei Herren aus der Synagoge in Saffig in der von Ihnen geschilderten Weise erfolgte. Simon Kaufmann, Vorsitzender des Vorstandes."    

    
     
Über einzelne Personen aus der Gemeinde 
Über Maximilian Klee (1894 - ermordet in Auschwitz) 

Wolfgang P. Fischer (siehe Literatur) berichtet über Maximilian Klee, Schüler des Progymnasiums Andernach und seine Geschichte:    
"Maximilian (Max) Klee (geboren am 28. März 1894) war der Sohn des Saffiger Metzgers Abraham Klee. Er war einer der vier jüdischen Schüler, die im Schuljahr 1904/05 die Sexta des Andernacher besuchten. Er verließ das Stiftsgymnasium als Quartaner, um einen praktischen Beruf zu erlernen. Danach verliert sich seine Spur, bis er wieder im Gedenkbuch des Bundesarchivs genannt wird. Sein letzter bekannter Wohnort war Bad Godesberg angegeben. Max Klee wurde nach Auschwitz deportiert, kam in diesem Vernichtungslager zu einem unbekannten Zeitpunkt um und wurde nach dem Krieg für tot erklärt."

      
      
   
  
Zur Geschichte der Synagoge              
    
Zunächst war vermutlich ein Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden. Mitte des 19. Jahrhunderts konnte die jüdische Gemeinde in Saffig einer neue Synagoge am Klöppelsberg errichten. Der Architekt sind nicht bekannt. Das Gebäude wurde 1858 eingeweiht. Die Gemeinde hatte noch längere Zeit mit der Abtragung der Bauschulden zu tun (davon wird noch 1883 berichtet). 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch einen SA-Trupp aus Mayen verwüstet. Das Inventar wurde vor dem Gebäude verbrannt. Am 31. Dezember 1939 wurde die Synagoge für 270 RM an die Ortsgemeinde zwangsverkauft. Seit 1940 wurde sie als Geräteschuppen verwendet. 
    
Im Zuge des Restitutionsverfahrens in den 1950er-Jahren hatte die Gemeinde an die Jüdische Gemeinde in Koblenz als Rechtsnachfolgerin 1000 DM nachzuzahlen. Das Gebäude wurde bis 1984 als Schuppen verwendet. Seit 1979 gab es Bemühungen, die ehemalige Synagoge unter Denkmalschutz zu stellen (1984 vollzogen). Am 13. Mai 1985 bildete sich ein "Förderkreis Synagoge e.V. Saffig", der im Juli 1986 das Gebäude von der Ortsgemeinde kaufte und zwischen 1987 und 1991 instandsetzte. Nach der umfassenden Renovierung konnte das Gebäude als Erinnerungsstätte, Kultur- und Begegnungsstätte 1991 wieder eröffnet werden.  
  
Seit 2006 (erster Gottesdienst am 9. November 2006) finden in dem Gebäude wieder regelmäßig jüdische Gottesdienste und Veranstaltungen der "Jüdischen Gemeinde Neuwied - Mittelrhein e.V." statt. Dazu ein Bericht aus der "Jüdischen Zeitung" vom April 2008:         

Artikel in der "Jüdischen Zeitung" vom April 2008 (Artikel):     Friedenspfade zwischen Eifel und Rhein
Neugründung der Jüdischen Gemeinde Neuwied-Mittelrhein.  
 
'Das ist die Pforte des Ewigen. Gerechte, tretet ein' - mit diesem Vers aus Psalm 180 werden die Besucher der 1858 errichteten kleinen Synagoge in Saffig (Landkreis Koblenz-Mayen), begrüßt, die nach der Renovierung als Mahnmal und Begegnungsstätte konzipiert war und nun wieder ein Ort jüdischen Lebens ist. Jüdisches Leben in der Osteifel? Nach der Schoa schien dies zu einer rein akademischen Frage geworden zu sein, ein Thema für Historiker. In den letzten Jahren haben sich aber Juden und Jüdinnen aus der Region zusammengefunden, um gemeinsam Gottesdienste zu feiern, zu lernen und Impulse für den interreligiösen Dialog zu geben, und aus der Gruppe liberaler Juden in Neuwied, 'Netiwot Ha'Schalom', 'Friedenspfade', ist jetzt die neu gegründete Jüdischen Gemeinde Neuwied - Mittelrhein hervorgegangen, die dieser Tage auch formell beim Amtsgericht eingetragen werden soll. Am 15. Dezember fand die Gründungsversammlung statt, und die Liste der bisherigen Aktivitäten kann sich sehen lassen. Neben regelmäßigen Gottesdiensten in Saffig oder Oberwesel werden auch die Feiertage gemeinsam begangen, und daneben stehen zahlreiche kulturelle Aktivitäten auf dem Programm, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Verein Hillel, der auf Initiative von Victor Sanovec und Barbara Fuchs 2006 in Oberwesel am Mittelrhein gegründet wurde. Sanovec und Fuchs gehören ebenso wie Jakov und Renate Khoschlessan zu den Gründungsmitgliedern der neuen jüdischen Gemeinde. 
In der Synagoge von Saffig finden inzwischen neben den Kabbalat Schabbat-Gottesdiensten auch alle zwei Wochen Schabbatmorgengottesdienste mit Toralesung statt, die in der Regel von Jürgen Ries geleitet werden, der als Vorbeter der Jüdischen Gemeinde Koblenz entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen hat. 'Ich selbst habe sehr viel Eigeninitiative hineingesteckt, speziell auch was den Aufbau dieser Gottesdienste angeht. Wobei ich mich an einem liberal-konservativen Ritus orientiere, so wie er in der alten Gemeinde in Koblenz im 19. und 20. Jahrhundert bis zur Schoa gesungen wurde. Ich selbst habe diese alten Melodien gelernt und singe sie heute im Gottesdienst. Und unsere Gemeinschaft hat sich dann als liberale jüdische Betergemeinschaft verstanden, bis wir dann den Schritt in die Gründung einer Gemeinde wagen wollten', erklärte Ries Anfang März im Südwestrundfunk. Die Frage 'Juden heute hier?'" erübrigt sich also. Noch offen bleibt aber, wie sich das Gemeindeleben künftig gestalten wird und ob die bunt gemischte Gemeinschaft trägt. Was genau bedeutet etwa 'liberal'? Eine jüdische Gemeinde ist mehr als ein Freundeskreis oder eine Betergruppe. Ein Anfang ist aber gemacht. 'Geduld und Vision' empfahl einst Rabbiner Leo Baeck: 'Geduld ohne Vision wäre blind. Vision ohne Geduld wäre leer.' Ja, es gibt wieder jüdisches Leben zwischen Osteifel und Mittelrhein, und es ist hoffentlich auf einem guten Weg.  

Im Sommer 2013 wurde der Platz vor der Synagoge neu gestaltet. Der Bachlauf am Platz wurde mittels Basaltplatten eingefasst, ein Pflanzbeet wurde angelegt und die Fläche mit Schotter befestigt. In der Mitte des schmalen Grundstückes wurde ein Gingo-Baum gepflanzt. 
Vgl. Artikel von Heinz Israel in der Rhein-Zeitung (Lokalausgabe Mayen) vom 10. September 2013: Link zum Artikel (auch als pdf-Datei eingestellt)      
     
     
Adresse/Standort der Synagoge:   Klöppelsberg 3           
   
Anmerkung: Die Synagoge kann nach Vereinbarung eines Termines besichtigt werden. Telefon: 02625/6328 oder 02632/82358  
(Angaben nach der Info-Seite von Kulturland Rheinland-Pfalz zur Synagoge Saffig)  
Förderverein Synagoge Saffig e.V.  Pfarrer Reinhold Heinemann  (E-Mail)  
  
  
  
Fotos
(Quelle: sw-Fotos aus der Publikation des Landesamtes s.Lit. S. 330-331; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 28.08.2009)   

Das Synagogengebäude vor der Restaurierung
Saffig Synagoge 340.jpg (74918 Byte) Saffig Synagoge 341.jpg (50074 Byte) Saffig Synagoge 342.jpg (54987 Byte)
Die Außen- und Innenaufnahmen wurden 1983 beziehungsweise 1985 erstellt. 
Das Synagogengebäude nach der Restaurierung
Innenaufnahmen von 2004 Saffig Synagoge 344.jpg (56952 Byte) Saffig Synagoge 343.jpg (54754 Byte)
  Blick zum Bereich des ehemaligen
 Toraschreines
Blick zur rekonstruierten 
Frauenempore
           
Außenaufnahmen
 vom Sommer 2009
Saffig Synagoge 171.jpg (85354 Byte) Saffig Synagoge 176.jpg (92496 Byte)
  Blick von Westen beziehungsweise Südwesten. Die Westfassade wird von gequaderten
 Ecklisenen und einem dreibogigen, gestaffelten Fries umrahmt und von einem 
Treppengiebel aus Feldbrandsteinen abgeschlossen. 
              
Saffig Synagoge 175.jpg (107353 Byte) Saffig Synagoge 177.jpg (92892 Byte) Saffig Synagoge 178.jpg (93455 Byte)
Ovale Inschriftenplatte mit hebräischer
 Inschrift (Zitat aus Psalm 118,20)
Blick von Südosten beziehungsweise Osten auf das 
ehemalige Synagogengebäude.
             
Saffig Synagoge 174.jpg (97854 Byte) Saffig Synagoge 173.jpg (59307 Byte)  Saffig Synagoge 173a.jpg (69538 Byte)
 Gedenkinschrift: "Höre Israel. Der Herr, 
unser Gott, ist einzig (Dtn 6,4). Zum 
Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger,
 Opfer der nationalsozialistischen
 Gewaltherrschaft 1933-1945". 
 Hinweise auf Veranstaltungen in der Synagoge  
 
 
   Rechts: Innenaufnahme aus der 
Website von talmud.de (Link
  Saffig Synagoge 210.jpg (56125 Byte)    
     
Aufnahmen vom Sommer 2011 
(Fotos: Bernhard Kukatzki) 
   
Saffig Synagoge 420.jpg (126515 Byte) Saffig Synagoge 422.jpg (139942 Byte) Saffig Synagoge 424.jpg (266431 Byte)
Ansichten der Synagoge in ihrer unmittelbaren Umgebung Ovale Inschriftenplatte wie oben
     
Saffig Synagoge 423.jpg (177215 Byte) Saffig Synagoge 421.jpg (163460 Byte) Saffig Synagoge 425.jpg (149237 Byte)
Die Synagoge von Westen - Blick auf das Eingangsportal Gedenkinschrift wie oben
     
Saffig Synagoge 427.jpg (114695 Byte) Saffig Synagoge 426.jpg (107239 Byte)  
Hinweise auf Veranstaltungen wie oben  
     

     
      
Links und Literatur  

Links:

Website der Gemeinde Saffig  

Website der Jüdischen Gemeinde Neuwied Mittelrhein e.V.   

Seite zur Jüdischen Gemeinde Neuwied Mittelrhein e.V. in der Website der European Union for Progressive Judaisme 

Seite zur Jüdischen Gemeinde Neuwied Mittelrhein e.V. in der Website talmud.de   

Literatur:  

Andreas Britz: Die jüdische Gemeinde Saffig und ihre Synagoge. In: SACHOR. Beiträge zur Jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz. 4. Jahrgang, Ausgabe 3/94, Heft Nr. 8. S. 9-14. Online eingestellt (pdf-Datei).   
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 330-332 (mit weiteren Literaturangaben).
Helmut Dörholt: Chronik von Saffig. Online zugänglich. (Seite des Männer-Gesangvereins Saffig, wenige Angaben zur jüdischen Geschichte).     
Wolfgang P. Fischer: Die jüdischen Schüler des Andernacher Stiftsgymnasiums. Vortrag: Online zugänglich. Fischer berichtet, dass im 19./20. Jahrhundert sieben jüdische Schüler aus Saffig das Andernacher Progymnasium besuchten.  

   
    

n.e.                    

                   
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Stand: 15. Mai 2015