Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Nabburg (Landkreis Schwandorf)
 Jüdische Geschichte 

Übersicht:  

Zur jüdischen Geschichte in Nabburg 
Berichte aus der jüdischen Geschichte in Nabburg   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur jüdischen Geschichte in Nabburg          
     
In Nabburg gab es zu keiner Zeit eine selbständige jüdische Gemeinde.  
 
Aus dem Mittelalter liegt nur ein Hinweis auf einen jüdischen Einwohner vor: 1324 gestattete Ludwig der Bayer einem Juden Jakob von Eger, sich in Nabburg zu denselben Rechten niederzulassen, die die Nürnberger Juden besaßen.    

Im 19./20. Jahrhundert lebten nur wenige jüdische Personen / Familien in der Stadt. Um 1910 / 1925 werden sechs jüdische Einwohner genannt, die zur jüdischen Gemeinde in Amberg gehörten. Um 1932 waren es noch fünf jüdische Einwohner in der Stadt.   
 
Die in Nabburg verstorbenen jüdischen Personen wurden im jüdischen Friedhof in Floß beigesetzt. 
 
Die jüdische Familien der Stadt waren die Familien Wilmersdörfer sowie Baum/Bruckmann. Ende des 19. Jahrhunderts (um 1890) wurde am Unteren Markt in Nabburg (links oberhalb des Mähntors schräg gegenüber der Polizei) das "Kaufhaus Alois Baum" eröffnet, in dem Mode- und Schnittwaren verkauft wurden. Zeitweise gab es eine eigene Schneiderei und Weberei im Geschäft.     
 
In der NS-Zeit blieben auch die wenigen Nabburger jüdischen Einwohner nicht von antijüdischen Ausschreitungen verschont. So wurde beim Novemberpogrom 1938 das Kaufhaus Baum (- Bruckmann) von SA-Männern überfallen. Sally Bruckmann wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verbracht, wo er bis Mitte Dezember eingesperrt war. Am 1. April 1939 zog die Familie Bruckmann nach Leipzig um. Danach gab es in Nabburg noch einen jüdischen Einwohner, der mit einer nichtjüdischen Frau verheiratet war
. Die sechs Mitglieder der Familie Bruckmann - Baum wurden am 10. Mai 1942 in das Ghetto Belzyce deportiert und später im KZ Majdanek ermordet. Irma Rosenhein geb. Baum, die seit 1922 in Leipzig lebte, ist 1943 in Riga umgekommen. 
  
Von den in Nabburg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Gerta Bruckmann geb. Baum (1892), Günther Bruckmann (1927), Sally Bruckmann (1890), Siegfried Anton Bruckmann (1925), Waltraud Bruckmann (1930), Irma Rosenhein geb. Baum (1895).  
  
Vor dem ehemaligen Kaufhaus der Familie Baum - Bruckmann am Unteren Markt in Nabburg erinnern seit 2007 "Stolpersteine" an die deportierten und ermordeten Familienmitglieder. Auch eine Inschrift ist an der Fassade angebracht.  
An Irma Rosenhein geb. Baum erinnert auch ein "Stolperstein" in der Zschocherschen Straße 87 in Leipzig (Biographie von Irma Rosenhein bei stolpersteine-leipzig.de).  
    
    
    
Berichte aus der jüdischen Geschichte in Nabburg           

 Berichte aus jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts liegen nicht vor 

       
       
Fotos   

Geschäftshaus Alois Baum 
am unteren Markt (um 1913)   
(Quelle: Website der VG Nabburg)
Nabburg Kaufhaus Baum 010.JPG (149144 Byte)  

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

September 2013: Erinnerung am "Tag des offenen Denkmals"   
Artikel von Bianca Hofmann in der Mittelmayerischen Zeitung vom 6. September 2013 (Link zum Artikel, hier nur teilweise wiedergegeben): 
"'Erzählen ist unsere Pflicht'
Am Tag des offenen Denkmals soll den jüdischen Familien gedacht werden, die einmal ein Nabburger Kaufhaus führten. Viele kamen im KZ um.

Nabburg. In dieser Woche hat die MZ täglich ein Denkmal vorgestellt, das am Sonntag, 8. September, besucht werden kann. Heute geht es im letzten Teil der Serie um ein Gebäude, dem man auf den ersten Blick nicht ansieht, wie sehr seine Bewohner während der NS-Zeit gelitten haben.
'Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?', so lautet das Motto für den Tag des offenen Denkmals am 8. September. In der Region passt dieses Statement wohl sehr gut zu dem ehemaligen jüdischen Geschäftshaus in der Nabburger Altstadt, links oberhalb des Mähntors schräg gegenüber der Polizei. Am Denkmaltag werden Franz Grundler und Dr. Gabriele Ziegler einen Vortrag über das Leben und Wirken der jüdischen Familien Wilmersdörfer, Baum und Bruckmann halten und den Besuchern dazu aussagekräftige Fotos zeigen..."   

   
    


Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Nabburg  
Bericht über den Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau durch Schülerinnen und Schüler des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums Nabburg (März 2010)   

Literatur / Quellen:  

Germania Judaica II,2 S. 568. 
Handbücher der jüdischen Gemeindeverwaltung Berlin 1925/25 und 1932. 
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 83. 

   
  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 07. September 2013