Kurzfristig entschuldigt (u.a. schwierige
Straßenverhältnisse): Johannes Ghiraldin (Ehemalige Synagoge Wenkheim),
Günter Boll (Breisach), Monica Kingreen
(Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main) und Dorothee Lottmann-Kaeseler (Verein
Aktives Museum Wiesbaden), Monika Thormählen (Blaues
Haus Breisach), Brigitte und Helmut Gabeli sowie Klaus Schubert
(Gesprächskreis ehemalige Synagoge Haigerloch).
Mehrere Mitglieder und Freunde von Alemannia Judaica haben sich entschuldigt,
weil sie auf Grund anderweitiger Verpflichtungen an diesem Wochenende bei der
Jahrestagung nicht teilnehmen konnte. Auf eine Auflistung der Namen der
verhinderten und entschuldigten Personen wird hier jedoch verzichtet.
Samstag, 12. März 2005 - Programm (nicht Protokoll) der
Veranstaltung:
15.15 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer durch Hanno Loewy,
Leiter des
Jüdischen Museums Hohenems
15.30 Uhr: Führung durch die Ausstellungen im
Jüdischen Museum Hohenems:
a) Ausstellung zum 100. Jahrestag des Erscheinens des Buches
"Juden in Hohenems" und zum 100. Jahrestag der Gründung der
Vorarlberger Landesbibliothek: "Aron Tänzer. Rabbiner, Forscher,
Sammler und liebevoller Pedant"
b) Ausstellung zu Bartholomäus Schnell. Raufbold,
freier Künstler und Pionier des Buchdrucks in Vorarlberg".
18 Uhr: Empfang der TeilnehmerInnen durch den
Bürgermeister der Stadt Hohenems Richard Amann
19.30 Uhr: Aron Tänzer und die Ordnung des Fortschritts.
Geschichtswahrnehmung und Historizität eines "deutschen Juden" aus
Leidenschaft.
Eine Podiumsdiskussion mit Dr. Eva Grabherr (Dornbirn), Dr. Karl-Heinz
Rueß
(Göppingen), Mag. Eva-Maria Hesche (Jüdisches Museum Hohenems), Patrick Gleffe
(Jüdisches Museum Hohenems) und Uri Tänzer (New Jersey).
22.00 Uhr Ausklang in der Gaststätte
"Engelburg".
13. März 2005 - Die Jahrestagung von
"Alemannia Judaica".
08.30 Uhr: Führung durch den Jüdischen Friedhof in
Hohenems.
10.00 Uhr Tagungsbeginn: Hanno Loewy und Joachim Hahn
(als Mitorganisator von AJ) begrüßen die Tagungsteilnehmer.
10.15 Uhr – 17.00 Berichte der Tagungsteilnehmer,
unterbrochen durch Pause, Mittagspause (Mittagessen und Führung durch das
jüdische Hohenems mit Besichtigung der ehemaligen Synagoge)
Folgende Berichte wurden gegeben; teilweise schlossen sich hierzu Gesprächsrunden
an.
1. Carola Grasse berichtet über die Aktivitäten und Projekte des
"Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingens":
Im Museum wurden im vergangenen Jahr etwa 1.400 Besucher
gezählt. Vom Verein wurden 30 Führungen durchgeführt. Zu diesen Führungen
gehörten: Museumsbesuch und Rundgang durch die Stadt mit Eindrücken vom
gegenwärtigen jüdischen Leben (es gab auch Führungen für Schülergruppen aus
Israel). Die Arbeit des Vereins geschieht in enger Zusammenarbeit mit jüdischer
Gemeinde und städtischem Kulturamt (auch regelmäßig gemeinsame
Veranstaltungen). Wichtig ist dem Verein die Kooperation mit Schulen und mit dem
Synagogenverein Kippenheim. Insgesamt ist eine sehr gute Entwicklung und eine
große Resonanz auf die Arbeit festzustellen. Neu ist die Homepage des Vereins
(www.juedisches-museum-emmendingen.de)
in deutsch/englisch/russisch, geplant sind eventuell noch französische und
italienische Seiten.
Die jüdische Gemeinde Emmendingen konnte ihr 10jähriges Bestehen feiern. In
der Alten Synagoge von Emmendingen wurde ein Gemeindesaal vor kurzem
fertiggestellt (für Veranstaltungen mit etwa 100 Personen). Die Arbeit in
Emmendingen wurde Anfang März im Südwestfernsehen dargestellt. Die DD
"Ausgerechnet Deutschland" kann beim Verein bezogen werden. Ein
Museumsführer des Landkreises Emmendingen ist neu erschienen, in dem auch das
jüdische Museum dargestellt wird. Nach wie vor finanziert sich der Verein
ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.
Derzeitige Planungen: Das Museum soll vor allem durch eine Darstellung
der gegenwärtigen Gemeinde weiterentwickelt werden.
2.
Aus Sulzburg ("Freundeskreis Ehemalige Synagoge Sulzburg e.V.")
berichten Sibylle Höschele und Daniel Meynen:
S. Höschele: In der "Historischen Arbeitsgruppe" des
Freundeskreises sind sieben Personen dabei, die Geschichte der Sulzburger Juden
(vor allem 20. Jahrhundert) zu recherchieren. Dabei werden Fotodokumente, Pläne
mit Eintragung der jüdischen Häuser, Stammbäume usw. gesammelt. Im
Herbst 2004 wurde hierzu eine Ausstellung gezeigt ("Auf jüdischen Spuren
durch Sulzburg", siehe Faltprospekt links), zu der 600-700 Besucher kamen.
Nicht nur Auswärtige, sondern auch sehr viele Sulzburger zeigten großes
Interesse. Die Ausstellung hatte ein gutes Echo. Ab dem 9. Mai 2005 wird sie im
Regierungspräsidium in Freiburg zu sehen sein (Eröffnung 9. Mai, 14 Uhr im
Foyer des Regierungspräsidiums). Diese Ausstellung kann (evtl. auch nur in
Teilen) ausgeliehen werden. Kontakt über Sibylle Höschele (Mail).
In Bälde wird ein neues Buch von Bernd Michaelis zur "Geschichte der Juden
in Sulzburg" erscheinen.
D. Meynen berichtet davon, dass zufällig ein weiterer jüdischer Friedhof
entdeckt wurde. Auf einem alten Bergwerksplan fand sich ein Vorgängerfriedhof
des bestehenden Friedhofes, etwa 150 m stadteinwärts. Der alte Friedhof wurde
bereits um 1577 aufgegeben. In der NS-Zeit wurde der Platz als Schießplatz
verwendet. Es sind keine Spuren erhalten.
3. Gil Hüttenmeister berichtet von verschiedenen Aktivitäten:
a) In Haigerloch wurde die Synagoge restauriert und
inzwischen als Museum eingerichtet. Eine Volldokumentation des Haigerlocher
Friedhofes wird erstellt.
b) Aus dem Elsass ist u.a. zu berichten, dass die Dokumentation des
Friedhofes in Hegenheim erschienen ist
(siehe Fotos links) mit einer beiliegenden CD, auf der sich alle Daten und ein Plan befinden.
Weitere Friedhofsdokumentationen sind geplant (Rosenwiller!). In Straßburg
wurden weitere mittelalterliche Grabsteine entdeckt.
Die Funde der Genisa aus Bergheim
bei Colmar wurden von ihm ausgewertet; sie datieren bis ins 16. Jahrhundert
zurück.
c) Eine Volldokumentation des Friedhofes Kuppenheim
wurde von ihm erstellt, da bislang an keine Publikation gedacht ist, können
Informationen direkt bei ihm erfragt werden.
c) In Tschechien arbeitet er mit Gruppen von Aktion Sühnezeichen auf
jüdischen Friedhöfen.
4. Klaus Illi (Ostfildern) berichtet über seine künstlerischen Arbeiten (Ideen,
Werke und Installationen, u.a. in ehemaligen Synagogen). Er arbeitet viel
mit israelischen Künstlern zusammen. Ein großes Thema spielt das Thema Atmung.
Anmerkung des Protokollanten: Wer sich mehr über die Arbeiten
von Klaus Illi informieren will: bei einer "Google"-Suche "Klaus
Illi" eingeben.
5. Robert Krais (Ettenheim) vom Deutsch-Israelischen Arbeitskreis
Südlicher Oberrhein berichtet:
a) über das Projekt "Erinnern und Begegnen".
Am 23. Oktober 2005 wird die endgültige Grundsteinlegung in Neckarzimmern sein
(Internet siehe www.mahnmal-projekt.de).
50 Gruppen bringen sich nach derzeitigem Stand mit Beiträgen ein.
b) An Publikationen erschien u.a. von Karl Günther: Das Mohelbuch des
Heinrich Epstein aus Kenzingen. 2003.
c) Im Blick auf den 65. Jahrestag der Deportation nach Gurs werden die Kontakte
zu Zeitzeugen nochmals intensiv angestrebt.
d) In Kippenheim gibt es seit acht Jahren Bemühungen, die dortige Schule
nach Inge Auerbacher zu benennen. Der Antrag der Schulleitung wurde jedoch
zweimal vom Gemeinderat abgelehnt.
6. Konrad Pflug gibt den Tod von Heinz M. Bleicher (Gerlingen)
am 9. März 2005 bekannt, der sich in vielfältiger Weise im
christlich-jüdischen Bereich engagierte. U.a. war Bleicher entscheidend
mitbeteiligt bei der Erhaltung und Renovierung der ehemaligen Synagoge
Freudental.
(vgl. den Presseartikel
der Stadt Stuttgart).
Die Anwesenden würdigen die Arbeit von Heinz M. Bleicher durch eine
Schweigeminute und sprechen sich dafür aus, mit einer Kondolenzkarte Frau
Bleicher zu grüßen.
7. Christof Maihoefer (Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm) gibt zwei
Berichte:
a) über den Stand seiner Forschungen zur jüdischen Buchmalerei im späten
Mittelalter und der Ausmalung einer mittelalterlichen Nische im Judenhof,
insbesondere im Blick auf Engelsdarstellungen in dieser Zeit.
Vgl. hierzu einen Bericht, den der Protokollant am 29.10.2004 von Silvester
Lechner erhielt (Artikel von Dagmar Königsdorfer in der Neuen Ulmer
Zeitung)
b) Einen Bericht über seine Forschungen zu den jüdischen Displaced Persons
in Ulm ("Trümmersuche").
Hierzu konnten zahlreiche Bild- und Textdokumente gefunden und in
einer Sammlung zusammengetragen werden, darunter viele Originalmaterialien,
jiddische Zeitungen, Zeitzeugenberichte. Zu den Forschungen gehört eine
genauere Klärung von Grabstätten der DPs auf dem jüdischen Friedhof in Ulm.
Christof Maihoefer möchte 2006 eine Ausstellung über DPs zeigen, die
vom Nassau-Institute erstellt wurde. Diese Ausstellung könnte auch noch an
anderen Orten gezeigt werden, wer Interesse hat, möge sich bei Christof
Maihoefer melden (E-Mail).
Maihoefer hofft, dass im Zusammenhang mit der Ausstellung ein Einladungsprogramm
für ehemalige DPs verwirklicht werden kann.
8. Hanno Loewy berichtet über die Arbeit des Jüdischen Museums Hohenems
und anstehende Veränderungen:
Nach einer kritischen Zeit Ende des 1990er-Jahre (u.a. immer
weniger Besucher) ging es mit der Arbeit des Museums wieder aufwärts (2003
5.500 Besucher, 2004 10.000 Besucher). Die
Konsolidierungsphase ist abgeschlossen. Derzeit liegt ein Schwerpunkt bei der
Entwicklung von inhaltlichen Visionen für die Arbeit des Hauses. Dazu soll
gehören: eine stärkere Beschäftigung mit der jüdischen Gegenwart sowie mit
der Situation der Juden im Dreiländereck Schweiz/Österreich/Deutschland und mit
aktuellen Fragestellungen (Migration usw.). Langfristig wird eine neue
Gestaltung des Museums angestrebt. Im oberen Stock findet sich seit 14 Jahren
eine provisorische Ausstellung, die neu gemacht werden sollte. In den
vergangenen Jahren wurden auch zahlreiche neue Dokumente gesammelt, von denen
viele in einer neuen Ausstellung zugänglich gemacht werden sollen. Die neue
Ausstellung soll 2007 eröffnet werden. Auch die
Museumsdidaktik soll weiterentwickelt werden. Der Eingangsbereich wird eine
Veränderung erfahren und freundlicher, einladender werden. Bisher erfordert das
Hereinkommen ist Haus noch "viel Mut". Ein erster Schritt ist mit der
Einrichtung eines Cafés getan.
Eine wichtige Veränderung in der Arbeit des Museums ist, dass das Haus wieder
für jüdische Familien im Gebiet des Vorarlbergs ein Mittelpunkt geworden ist.
Regelmäßig treffen sich hier jüdische Kinder und erhalten
Religionsunterricht.
7. Christiane Walesch-Schneller berichtet vom "Blauen
Haus" Breisach bzw. den Aktivitäten des Fördervereins Ehemaliges
Jüdisches Gemeindehaus Breisach e.V.
Christiane Walesch-Schneller überbringt zunächst Grüße
des leider erkrankten Günter Boll. Nach den Publikationen des Fördervereins,
zuletzt "Zone 30. Rückkehr aus dem Exil" soll nun die Geschichte der
250 Juden, die 1933 noch in Breisach lebten, geschrieben werden. Im Haus selbst
konnte beim Europäischen Tag der Jüdischen Kultur 2004 die Bibliothek
vorgestellt werden. Im Haus selbst trifft sich einmal im Monat eine kleine
Gruppe von jüdischen Emigranten zu einem Schabbatgottesdienst im früheren
Betsaal. Über Gerhard Dümchen besteht Kontakt zu Aktion Sühnezeichen. Dadurch
wird das Projekt der Sommerlager in Breisach-Mackenheim fortgeführt. Die
Arbeiten im Friedhof Mackenheim sind mit dem Oberrabbinat Strasbourg abgesprochen. Die Finanzierung der Arbeit
des Blauen Hauses macht insgesamt einige Schwierigkeiten; Schulden sind noch
abzuzahlen. Immerhin
gibt es in den USA einen Unterstützungsverein.
Für 2006 ist eine besondere Veranstaltung im Freilichttheater Breisach geplant.
Zwei jüdische Choreografen aus den USA, darunter Aviva Geismar (Foto
links; deren Vorfahren
auf Breisach stammen) arbeiten an einer Darbietung: "Dances for the Blue
House - Tänze für das Blaue Haus". Auch in Schulen in Breisach und
Umgebung sind nach Möglichkeit Vorführungen geplant.
Christiane Walesch-Schneller weist auf eine Veranstaltung mit Prof. Dan
Bar-On hin, dem Verfasser des Buches "Die Last des Schweigens.
Gespräche mit Kindern von NS-Tätern" (vgl. Seite
im Internet): 27. Juni 2005 in Freiburg.
Ein weiterer Hinweis erfolgt im Blick auf eine aufgefundene Liste mit den Namen
von 733 badischen Juden, die im Oktober 1940 nicht deportiert
wurden.
8. Benigna Schönhagen berichtet aus Augsburg (Jüdisches Kulturmuseum):
Das Jüdische Kulturmuseum wird 20 Jahre alt. Nach mancherlei
Schwierigkeiten wird es auch um das Museum ruhiger. Die inzwischen etwa 2.000
Mitglieder umfassende jüdische Gemeinde Augsburg hat in Dr. Henry Brandt einen
neuen Rabbiner. Das Museum hat derzeit über 20.000 Besucher pro Jahr durch
Schulgruppen und andere Gruppen. Im Jahresprogramm wurde der Europäische
Tag der Jüdischen Kultur sehr gut angenommen. 2004 machten zehn Orte im Bereich
Bayrisch Schwaben mit. In der vergangenen Zeit gab es große Anstrengungen,
Mittel für die Modernisierung des Museums aufzubringen. Inzwischen gibt
es Zusagen, sodass das Museum im September geschlossen und im Frühjahr 2006 neu
eröffnet werden kann. Die Neukonzeption sieht vor, dass der Schwerpunkt nicht
mehr fast ausschließlich im religiösen Bereich liegt. Historische
Zusammenhänge sollen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert dargestellt werden
(Schwerpunkt im 20. Jahrhundert). Auch die neue Gemeinde wird in der Darstellung
ihren Platz finden. Zugleich sollen auch die anderen Synagogen usw.-Initiativen
in Bayrisch Schwaben mit einbezogen werden. Benigna Schönhagen schlägt vor,
nach Eröffnung des neuen Museums das Jahrestreffen von Alemannia Judaica 2007
in Augsburg zu machen.
9. Heinrich Nuhn berichtet von der "Arbeitsgruppe Spurensuche
Rotenburg an der Fulda" sowie vom dortigen Förderkreises "Ehemaliges
Ritualbad Rotenburg an der Fulda - Gedenk- und Begegnungsstätte".
Die Aktivitäten in Rotenburg wurden im vergangenen Jahr in
der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen. Auch in der Jüdischen Allgemeinen
und in der Frankfurter Zeitung wurde berichtet.
10. Rolf Emmerich berichtet aus Laupheim:
a) Das "Museum zur Geschichte von Christen und Juden"
im Schloss Großlaupheim wird derzeit weiter ausgebaut. Weitere Zimmer werden
eingerichtet.
b) Die Schalom-Tage werden auch dieses Jahr wieder durchgeführt.
c) Aktuell ist ein Gedenkbuch-Projekt, an dem 20 Personen mitarbeiten.
Dabei werden jüdische Personen dargestellt mit Bildmaterialien usw.
d) Am 28./29. April werden zum 6. Mal wieder die jährlichen Laupheimer Gespräche stattfinden.
Diesjähriges Thema "Umgang mit der Erinnerung im deutschen
Südwesten".
11a. Michael Nathanson berichtet aus Kippenheim:
a) Es wurden weitere "Stolpersteine" in
Kippenheim verlegt. Dies ist hier auf Initiative der politischen Gemeinde
geschehen.
b) Der Gemeinderat beschloss in nichtöffentlicher Sitzung, dass der Name der
Grundschule nicht nach Inge Auerbacher benannt werden soll.
11b. Uwe Schellinger berichtet anhand eines ausgeteilten Informationsblattes über
"Wissenschaftliche Projekte des Fördervereins Ehemalige Synagoge
Kippenheim e.V."
zu den Projekten gehört: a) Die Sicherung und Erschließung
des sogenannten "Höfer-Fundes" (Dokumente aus der Familie Weil",
b) Die Sicherung und Erschließung der Schmieheimer Genisa"; c) Die
Sicherung und Erschließung der 'Kippenheimer Genisa', d) Die Architektonische
und baugeschichtliche Beschreibung der ehemaligen Kippenheimer Mikwe, e) die
Erarbeitung einer ständigen Ausstellung/Dokumentation zur Geschichte des
Ortenauer Judentums.
Anmerkung: Über einen Teil dieser Projekte siehe nähere
Informationen.
12. Konrad Pflug (Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg, Gedenkstättenarbeit) informiert:
a) Zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur im
September 2005 sollten möglichst bald die Anmeldungen erfolgen. Es ist noch
unklar, ob in derselben Weise wie meist in der Vergangenheit das Elsass mit dabei ist, weil
die ursprüngliche Beteiligung des departementalen Tourismusbüros leider nicht mehr
fortgeführt wird. Verantwortlich zeichnet dort nun B'nai B'rith Hirschler in
Strasbourg.
b) Es gibt Planungen der B'nai B'rith Luxemburg und anderer Organisationen, eine
"Europäische Straße der jüdischen Kultur" ("European
Route of Jewish Heritage") zu realisieren. Konrad Pflug meint, dass im
Blick auf Orte in Deutschland zunächst der Zentralrat der Juden zu fragen sei. Ehemalige Synagogen und Gedenkstätten könnten eventuell auf
eigene Initiative mit aufgenommen werden. Eine entsprechende Anfrage erfolgt
nochmals.
c) Am 20. März 2005 um 11 Uhr gibt es in Stuttgart eine Veranstaltung
mit Salomon Korn betr. des Nordbahnhofgleises. Vgl. zur Thematik Artikel
im Amtsblatt der Stadt Stuttgart.
d) In diesem Jahr werden Gedenkveranstaltungen zum 65. Jahrestag der
Deportation nach Gurs sein. Die Federführung für die zentralen
Veranstaltungen liegt bei der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden. Evtl.
organisiert die GCJZ Mannheim eine Reise zur Feier in Gurs (42./43. KW.
Gedenkfeier ist am 23.10.2005).
e) Konrad Pflug regt an, dass zur Verbreiterung der Basis der Treffen auch die Gesellschaften für christlich-jüdische
Zusammenarbeit (GCJZ) im Bereich der Alemannia Judaica informiert werden könnten.
13. Heike Schmieder-Wasmuth und Beate Steg-Mayer berichten aus Gailingen (Förderverein
Bürgerhaus Gailingen) und Konstanz:
Der Förderverein in Gailingen besteht nun 8 Jahre und
umfasst 100 Mitglieder.
14. Martin Ulmer von der Geschichtswerkstatt Tübingen berichtet über:
a) die Resonanz auf den bei der letzten Jahrestagung
gezeigten Film "Wege der Tübinger Juden - Eine Spurensuche".
Der Film lief acht Wochen lang im Kino in Tübingen (auch gesonderte
Schülerveranstaltungen). Die Geschichtswerkstatt erhielt hierfür einen Preis
der Stadt Tübingen für bürgerschaftliches Engagement. Eine Kopie kann bei
Martin Ulmer bestellt werden.
b) Martin Ulmer erzählt über den Fortgang des auch bei der letztjährigen
Jahresversammlung vorgestellten Yad Vashem-Projektes - Freiwilligenarbeit in Stadt-
und Kreisarchiven. In verschiedenen Orten (Haigerloch, Mühringen, Rexingen,
Rottweil u.a.m.) hat diese Arbeit begonnen. Wenn Interesse am Mitmachen besteht,
kann man immer einstiegen. Nähere Informationen bei Martin Ulmer: E-Mail
15. Silvester Lechner (Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm) berichtet
von verschiedenen Veranstaltungen in Ulm:
u.a. am 27. Januar 2005: "Als der Sport
nationalsozialistisch wurde - Die Vertreibung jüdischer und sozialistischer
Sportler aus dem Ulmer Sportgeschehen 1933". Infos
16. Werner Kessl gibt einen Einblick in die Aktivitäten des
Arbeitskreises Ehemalige Synagoge Rottweil und die Situation der jüdischen
Gemeinde Rottweil und Umgebung.
Zur Gemeinde gehören inzwischen etwa 180 Personen in
Rottweil, Villingen-Schwenningen, Tuttlingen und jeweiliger Umgebung.
17. Charlotte Mayenberger berichtet aus Bad Buchau.
Etwa 25 Führungen waren von ihr auf den Spuren der
jüdischen Geschichte in Buchau im vergangenen Jahr durchzuführen, darunter
Schulklassen. Es gibt auch ein Ferienprogramm für Kinder zu dieser Thematik.
Die Veranstaltung im Rahmen des Europäischen Tages der jüdischen Kultur war
gut besucht, gleichfalls die Veranstaltung zum 9./10. November.
Für die Jahrestagung 2006 wurden zwei Vorschläge gemacht:
nach schon länger bestehendem Wunsch in "Richtung Elsass", genannt
werden: Breisach, Musée du Bucheneck in Soultz. Die Breisacher werden gebeten,
sich mit Fredy Raphael in Verbindung zu setzen, um Möglichkeiten zu erörtern.
Der andere Vorschlag ist Kippenheim. In den nächsten Wochen sollte nach
Möglichkeit ein konkreter Vorschlag für einen der vorgeschlagenen Orte
ausgearbeitet werden.
Ende der Tagung: 17 Uhr.
Fotos von der Jahrestagung: