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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Gochsheim (Stadt Kraichtal,
Kreis Karlsruhe)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts als württembergisches
Lehen zeitweise den Grafen von Eberstein gehörenden Gochsheim bestand eine jüdische
Gemeinde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Entstehung geht in Zeit des
15./16. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1427, dann wieder 1524/25 Juden am
Ort genannt. Für die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts berichtet Merian in seiner "Topographia Sueviae" (Frankfurt
1643 S. 43) zu Gochsheim: "Gibt viel Juden da".
Im 18. Jahrhundert
wurde die höchste Zahl jüdischer Einwohner 1769 erreicht, als zwölf jüdische
Familien mit zusammen 67 Personen am Ort wohnten. Als die Zahl der jüdischen
Einwohner in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert stark zurückging, wurden
die hier noch wohnhaften Juden der Gemeinde in Bauerbach zugeteilt. 1826 wurden
noch 27 jüdische Einwohner gezählt, 1864 17, 1871 fünf.
1875 lebte bereits
kein Jude mehr in Gochsheim.
Berichte
aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur
jüdischen Geschichte in Gochsheim gefunden.
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge
Eine Synagoge wird bereits
1662 genannt, wobei es sich um einen einfachen Betsaal gehandelt haben wird. Als
1728 bis 1733 Gochsheim der Gräfin von Würben gehörte, erlaubte sie in ihrem
Schutzbrief vom 17. April 1731 den Bau beziehungsweise das weitere Bestehen
einer Synagoge in Gochsheim. 1764 wurde von dem reichen Schutzjuden Baruch Dessauer eine
neue Synagoge
mit jüdischer Schule erbaut. Spätestens um 1860/70 konnten auf Grund der zu
geringen Zahl jüdischer Einwohner keine regelmäßigen Gottesdienste mehr
gefeiert werden, zumal die Juden Gochsheim schon einige Zeit offiziell zur Bauerbacher
Synagogengemeinde gehörten. 1882 wurde das Gebäude verkauft und zu einem bis
heute erhaltenen Wohnhaus umgebaut (Hauptstraße 70). Der Platz beim ehemaligen
Synagogengebäude trug die Bezeichnung "Synagogenhof".
Fotos
Historische Fotos:
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Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle
Hinweise bitte an
den Webmaster, E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite |
Fotos nach 1945:
Fotos aus den
1980er Jahren
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum
im April 1987) |
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Die ehemalige
Synagoge macht einen unbewohnten Eindruck |
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Fotos 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.9.2003) |
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| Die ehemalige Synagoge, das
Gebäude wurde inzwischen renoviert |
Schlussstein von 1764
über
dem Toreingang |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 110-111. |
 | Germania Judaica II,1 S. 443. |
 | Rudolf Herzer/Heinrich Käser: Sippenbuch der Stadt Gochsheim.
Grafenhausen bei Lahr 1968. |
 | Jürgen Stude: Geschichte der Juden im Landkreis Karlsruhe. 1990. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007.
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