Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Fassoldshof (Markt Mainleus, Kreis Kulmbach)
Jüdische Geschichte / Synagoge
   

Übersicht: 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen    
Links und Literatur   

       

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde               
    
In Fassoldshof bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis zu ihrer Auflösung 1881. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Um 1820 bestanden immerhin 12 Matrikelstellen für jüdische Familien am Ort. Um diese Zeit waren drei Viertel der Häuser des Ortes in jüdischem Besitz: 1810 werden 15 jüdische Hausbesitzer genannt (einmal ein ganzes Haus, zweimal 3/4 Haus, fünf Mal ein halbes Haus und sieben Mal ein Viertel Haus). 
   
Die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1824/28 12 jüdische Familien, 1840 43 jüdische Einwohner (36,8 % von insgesamt 117 Einwohnern), 1852 27 (23,1 % von 117), 1875 9 (1,1 % von 820 Personen in der Gesamtgemeinde Mainroth), 1900 1 (0,1 % von insgesamt 835 in der Gesamtgemeinde Mainroth). Die jüdischen Familien lebten vom Handel mit Schnitt- und Hausierwaren (darunter Porzellan und Steingut). Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auch drei jüdische Handwerker (Korbmacher, Weber, Glaser). 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Synagoge (s.u.). Die jüdischen Kinder wurden - nach der allerdings nicht ganz einheitlichen Quellenlage - bis 1827 von einem eigenen jüdischen Privatlehrer in Fassoldshof unterrichtet. Seitdem besuchten sie - bis 1839 oder noch danach - die jüdische Schule in Maineck. 1844 soll ein Lehrer Adolf Kohn die jüdischen Kinder von Maineck und Fassoldshof in Maineck unterrichtet haben. Nach Auflösung der Schule in Maineck besuchten die sechs- bis neunjährigen jüdischen Schulkinder aus Fassoldshof die Schule in Mainroth, die Schüler über neun Jahre die Schule in Altenkunstadt. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Burgkunstadt beigesetzt.
  
An jüdischen Gemeindevorstehern ("Judenschultheiße") werden genannt: Nathan Jacob (1803), Daniel Herrmann (1839), Josef Westheimer (1852).
  
Die Auflösung der jüdischen Gemeinde setzte bereits um 1850 ein. 1852 waren bereits keine zehn religionsmündigen jüdischen Männer am Ort. Nachdem das jüdische Gemeindeleben auf Grund der Wegzüge nur noch eingeschränkt möglich war, war der Anschluss der jüdischen Einwohner Fassoldshof an eine andere jüdische Gemeinde unumgänglich. Doch wurde erst 1881 von der Regierung der Anschluss an die Gemeinde in Burgkunstadt angeordnet. 1883 war noch Viehhändler Arnold Schmidt mit seiner Familie am Ort. Er verließ 1893 den Ort.  
    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge          
    
Bis 1802 besuchten die jüdischen Einwohner von Fassoldshof die Synagoge in Maineck. Seit 1802 planten die Fassoldshofer Juden die Errichtung einer eigenen Synagoge, was zunächst zu Spannungen zwischen den Mainecker und Fassoldshofer Juden führte. Mit Hilfe des Rabbiners aus Burgkunstadt konnte man sich einigen. Dabei ging es vor allem um die Auslösung einer Torarolle aus der Mainecker Synagoge zur Verwendung in einem Betsaal in Fassoldshof. 1803 lag die Erlaubnis der Gutsherrschaft der Freiherren von Künßberg-Wernstein zur Einrichtung einer Synagoge in Fassoldshof vor. 1806 wurde eine Synagogen- und Gemeindeordnung verabschiedet. 
  
Zunächst war die Synagoge (Betsaal) im Haus des Vorstehers der jüdischen Gemeinde ("Judenschultheiß") Nathan Jacob eingerichtet. Dazu bezahlte die jüdische Gemeinde an ihn eine festgesetzte Miete. 1804 wurde das Haus mit der Nr. 15a von der Judenschaft erworben, das zu einer Synagoge umgebaut wurde.  
  
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts war es bereits schwer geworden, regelmäßig Gottesdienste im Fassoldshofer Betsaal abzuhalten, da die Gemeinde nicht mehr über zehn religionsmündige Männer verfügte. Mindestens seit 1866 wurden überhaupt keine Gottesdienste mehr abgehalten. Danach besuchten die hier noch lebenden jüdischen Personen die Gottesdienste in Altenkunstadt beziehungsweise Burgkunstadt.     
  
Das Synagogengebäude wurde von dem Viehhändler Arnold Schmidt als letztem jüdischem Gemeindeglied am 8. März 1893 für 55 Mark an Dorothea Heinlein verkauft. Zwar musste sich Schmidt noch einige Jahre mit der Kultusgemeinde Burgkunstadt auseinandersetzen, da diese der Meinung war, der beim Verkauf der ehemaligen Synagoge erzielte Preis stehe ihr zu. Doch sprach das Bezirksamt Lichtenfels 1899 den Betrag dem Viehhändler Schmidt zu, da dieser mehrere Jahre für die Steuer und die Unterhaltung des Gebäudes aufgekommen war. 
  
Das Haus, in dem die Synagoge der jüdischen Gemeinde Fassoldshof einst untergebracht war, ist noch als Wohnhaus erhalten. Auf Grund mehrerer Umbauten und Renovierungen ist am Gebäude äußerlich nichts mehr von der früheren Geschichte zu erkennen.   
   
   
Adresse/Standort der SynagogeRingstraße 2  
   

   
Fotos    

Fassoldshof Synagoge 120.jpg (76101 Byte) Neuere Fotos werden noch erstellt; 
über Zusendungen freut sich der Webmaster 
von Alemannia Judaica; 
Adresse siehe Eingangsseite.
Das Gebäude der ehemaligen Synagoge - zum Wohnhaus umgebaut 
(Foto aus Guth s. Lit. S. 365).
 
     

      

Links und Literatur  

Links:   

Website der Marktgemeinde Mainleus  

Literatur:  

Klaus Guth (Hg.) u.a.: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800-1942). Ein historisch-topographisches Handbuch. Bamberg 1988. Zu Fassoldshof S. 161-164 (mit weiteren Quellenangaben).   

   

                   
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Stand: 06. Mai 2013