Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Buttenheim (Kreis Bamberg) 
Jüdischer Friedhof  
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde       
    
Siehe Seite zur Synagoge in Buttenheim (interner Link)   
   
   
Zur Geschichte des Friedhofes     

Der jüdische Friedhof wurde 1819 angelegt. Als erste wurde die am 2. März 1819 verstorbene Fradel Reis aus Buttenheim beigesetzt. Der Friedhof war mit Unterstützung der jüdischen Gemeinden Hirschaid und Gunzendorf angelegt worden. Eigentümerin im Grundbuch war die Gemeinde Hirschaid. Unweit des Eingangs wurde ein Taharahaus erstellt, das erhalten ist. Die Fläche des mit einem Drahtzaun umgebenen Friedhofes umfasst 21,50 ar. Es sind dreizehn Grabreihen mit je etwa 20 Gräbern vorhanden. In der letzten Reihe liegen die Gräber der Kohanim. 
  
1931 wurde der Friedhof schwer geschändet, wobei 67 Grabsteine umgeworfen, teilweise zerstört wurden. Dazu Berichte aus damaligen jüdischen Zeitschriften: 

Buttenheim CV-Zeitung 29011932.jpg (89270 Byte)Artikel in der Zeitschrift der "Central-Vereins" (CV-Zeitung) vom 29. Januar 1932: "In der Nacht vom 19. zum 20. Dezember 1931 wurden auf dem jüdischen Friedhof Hirschaid-Buttenheim in Oberfranken 67 Grabsteine umgeworfen und zum Teil sehr schwer beschädigt. Als Täter ist ein Kleingütler aus dem benachbarten Ort Seigendorf ermittelt worden, der zwar der NSDAP nicht als Mitglied angehört, aber ihren Gedankengängen nahe steht. Die Tat hat bei der gesamten Bevölkerung der Umgegend lebhaften Abscheu hervorgerufen. Als besonders bemerkenswert verdient hervorgehoben zu werden, dass das Erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg in einem Schreiben an den Landesverband Bayern des Centralvereins und das zuständige Dekanat in Amlingstadt in einer Kundgebung sowie in einem Brief an die Israelitische Kultusgemeinde Buttenheim das Vorkommnis grundsätzlich vom Standpunkte der katholischen Ethik aus verurteilt haben." 
Buttenheim Israelit 28011932.jpg (51728 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1932: "Berlin. Auf dem jüdischen Friedhof Buttenheim-Hirschaid wurden 67 Grabsteine umgeworfen und zum Teil sehr schwer beschädigt. Der Sachschaden ist sehr bedeutend und wird auf Tausende von Mark geschätzt. Als Täter ist der Kleingütler Kaiser aus Seigendorf ermittelt worden. Die Tat erregt bei der Bevölkerung der ganzen Umgebung großen Abscheu. Die kleine Gemeinde hat eine Aktion eingeleitet, um den Friedhof wieder instand zu setzen, was ihr aus eigenen Mitteln unmöglich ist.
Buttenheim Israelit 11021932.jpg (62780 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1932: "Über die Schändung des jüdischen Friedhofes in Hirschaid-Buttenheim in Oberfranken, wo 67 Grabsteine umgeworfen wurden, weiß die "C.V.-Zeitung noch zu melden: Als Täter ist ein Kleingütler aus dem benachbarten Ort Seigendorf ermittelt worden, der zwar der NSDAP als Mitglied nicht angehört, aber ihren Gedankengängen nahe steht. Die Tat hat bei der gesamten Bevölkerung der Umgegend lebhafte Abscheu hervorgerufen. Das erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg hat in einem Schreiben an den Landesverband Bayern des Centralvereins, das zuständige Dekanat in Amlingstadt in einer Kundgebung sowie in einem Brief an die Israelitische Kultusgemeinde Buttenheim das Vorkommnis grundsätzlich vom Standpunkte der katholischen Ethik aus verurteilt". 

   
   
Lage des Friedhofes 
   
Der Friedhof liegt in der Flur "Gratzau", 200 m rechts der Straße von Buttenheim nach Seigendorf auf halbem Weg (etwa 1,5 km außerhalb von Buttenheim).  
   
   
Fotos 
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach; Foto zweite Fotozeile links aus einer Seite von www.flussparadies-franken.de

Buttenheim Friedhof 127.jpg (75105 Byte) Buttenheim Friedhof 122.jpg (81662 Byte) Buttenheim Friedhof 124.jpg (78558 Byte)
Eingangstor  Taharahaus  Blick vom Friedhof zum Taharahaus 
und zum Eingang 
      
     
Buttenheim Friedhof 010.jpg (63708 Byte) Buttenheim Friedhof 120.jpg (87719 Byte) Buttenheim Friedhof 121.jpg (67099 Byte)
Teilansichten des Friedhofes  Einzelner Grabstein mit der "Krone des 
guten Namens" für Frau Breindel Gattin 
des Jaakow (gest. 1872/73) 
  
   
Buttenheim Friedhof 125.jpg (56386 Byte) Buttenheim Friedhof 123.jpg (84632 Byte) Buttenheim Friedhof 126.jpg (70301 Byte)
Grabstein für Joseph Katz 
(1844-1924)
Grabstein für Karl Heumann 
(1888-1929)
Grabstein für Josef Hellmann (1849-1934, mit
  Schofar) und Babette geb. Schloss (1852-1936)
     
     
Fotos des Friedhofes 2007
(Fotos Hahn, 
Aufnahmedatum 12.4.2007) 
Buttenheim Friedhof 200.jpg (128393 Byte) Buttenheim Friedhof 216.jpg (131720 Byte)
Das Eingangstor   Blick über den Friedhof vom Eingangstor 
   
Buttenheim Friedhof 201.jpg (131419 Byte) Buttenheim Friedhof 215.jpg (133221 Byte) Buttenheim Friedhof 203.jpg (141375 Byte)
Das Tahrahaus  Teilansichten 
   
Buttenheim Friedhof 210.jpg (127484 Byte) Buttenheim Friedhof 202.jpg (142448 Byte) Buttenheim Friedhof 209.jpg (120592 Byte)
Teilansichten
Buttenheim Friedhof 214.jpg (94186 Byte) Buttenheim Friedhof 211.jpg (104825 Byte) Buttenheim Friedhof 212.jpg (125481 Byte)
Segnende Hände der Kohanim  Löwen und Krone  Krone (des Lebens) 
     
Buttenheim Friedhof 206.jpg (118074 Byte) Buttenheim Friedhof 213.jpg (106097 Byte) Buttenheim Friedhof 208.jpg (120939 Byte)
Älterer Grabstein  Ältere Grabsteine mit Krone (links) 
und segnenden Händen der Kohanim 
Grabsteine 
mit Kronen 
  
     
Buttenheim Friedhof 207.jpg (146971 Byte) Buttenheim Friedhof 205.jpg (130737 Byte) Buttenheim Friedhof 204.jpg (136697 Byte)
Grabsteine aus den 
1930er-Jahren 
Grabstein für Karl Heumann 
(1888-1929) 
   

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Buttenheim  
Geburtshaus Levi-Strauss-Museum Jeans & Kult (direkter Link)  
Weitere Informationsseiten zum Levi-Strauss-Museum  
Zur Seite über die Synagoge in Buttenheim   

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 200-201.  
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Buttenheim. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 11. Jahrgang Nr. 75 vom Dezember 1997  S. 17.   Der Beitrag von Michael Trüger ist online zugänglich.   

    
      

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 27. September 2013