Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bissersheim (VG Grünstadt-Land, Kreis Bad Dürkheim)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde   

In Bissersheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1879. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Erstmals hört man von einer jüdischen Familie am Ort 1720.   

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1801 32 jüdische Einwohner (11,1 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808 41 (13,1 %), 1818 44, 1825 38 (10,5 %), 1875 13, 1900 7.  
  
1809/10 werden an jüdischen Haushaltsvorständen genannt: Isaac Cahn, Leopold Cahn, Jacob Stein, Karl Stein, Asser Strauß und Moses Strauß. 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), vermutlich einen Schulraum für den Religionsunterricht der Kinder, ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Grünstadt beigesetzt. 
 
1879 war die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder bereits so klein geworden, dass die Gemeinde nicht mehr selbständig - auch nicht gemeinsam mit Großkarlbach - weiterbestehen konnte. So wurde die Gemeinde aufgelöst. Die hier noch lebenden jüdischen Personen wurden der Gemeinde Kirchheim zugeteilt.
  
1917 verließ der letzte jüdische Einwohner Bissersheim.  
     
Von den in Bissersheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Amalie Kaufmann geb. Strauss (geb. 1888 in Bissersheim, später wohnhaft in Mannheim), Selma Wälder geb. Strauss (geb. 1879 in Bissersheim, später wohnhaft in Worms).   
  


Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts fanden sich noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Bissersheim.  


   
       

Zur Geschichte der Synagoge

Die in Bissersheim lebenden jüdischen Familien hatten sich 1818 eine Synagoge ohne behördliche Genehmigung eingerichtet. Schon damals handelte es sich sicher nur um einen einfachen Betraum in einem Privathaus. Auf die Anzeige des Königlichen Landkommissariates im folgenden Jahr hin musste die Synagoge vermutlich sehr schnell wieder geschlossen werden. 
 
In der Folgezeit besuchten die Bissersheimer Juden die Gottesdienste in der Synagoge in Kirchheim
 
Später war ein Betraum im Haus des Isaak Kuhn II (Weber S. 51: Kühn) eingerichtet. Es handelte sich um einen etwa 20 qm großen Raum über der Toreinfahrt dieses Gebäudes, den Isaak Kuhn 1865 der Gemeinde schenkte. Er machte bei seiner Schenkung zur Bedingung, dass auch weiterhin das Gebäude wie bisher als gemeinschaftliches Bethaus verwendet werde. Damals war die Zahl der jüdischen Einwohner am Ort jedoch bereits zu gering, um mit eigenem Minjan (10 religionsmündige jüdische Männer) Gottesdienste abhalten zu können. Zunächst versuchte man, gemeinsam mit den im Nachbarort Großkarlbach lebenden jüdischen Familien eine Kultusgemeinde zu bilden, doch wurde diese 1879 aufgelöst und Kirchheim an der Eck (heute: Kirchheim an der Weinstraße) zugeteilt. 
  
1880 wurde das Synagogengebäude versteigert. Das Gebäude ist als Wohnhaus erhalten.      
   

Adresse/Standort der Synagoge:   Hauptstraße 10  

    
Fotos 
(Quelle: O. Weber s. Lit. S. 57)  

 Die Synagoge (Betsaal bis 1880)
in Bissersheim
 Bissersheim Betraum 120.jpg (64296 Byte)  
  Blick auf das Gebäude Hauptstraße 10, in dem über der Toreinfahrt der Betsaal der jüdischen Gemeinde eingerichtet war   

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land      

Literatur:  

Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 1992. 
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 41.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 117 (mit weiteren Literaturangaben).
  

n.e.

            

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. Dezember 2011