Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bausendorf mit Kinderbeuern und Hontheim (alle VG Kröv-Bausendorf, Kreis Bernkastel-Wittlich) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Bausendorf bestand eine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.  
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 14 jüdische Einwohner (darunter drei erwachsene Männer), 1843 27, 1895 46. 
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein Friedhof. Ein eigener Lehrer war vermutlich zu keiner Zeit am Ort angestellt; die jüdischen Kinder erhielten ihren Religionsunterricht durch auswärtige jüdische Lehrer.   
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Heinrich Baum (geb. 15.11.1883 in Bausendorf, gef. 29.5.1917), Samuel Heß (geb. 10.3.1885 in Neuerburg gef. 10.8.1916) und Julius Levi (geb. 15.2.1892 in Bausendorf, gef. 27.3.1915).   
    
Um 1924, als zur Gemeinde noch etwa 25 Personen gehörten (dazu je eine Familie in Kinderbeuern [Familie Meyer] und Hontheim), war Gemeindevorsteher Albert Mayer. 1932 war Gemeindevorsteher Sigmund Levi. Im Schuljahr 1931/32 erhielten noch zwei Kinder der Gemeinde Religionsunterricht.    
   
1933 gehörten noch 33 Personen zur jüdischen Gemeinde.
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
   
Von den in Bausendorf geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Delphina Bermann geb. Wendel (1884), Regina Kühn geb. Schömann (1867), Isidor Levi (1884), Josef Levy (1888), Adele Mayer geb. Levi (1882), Albert (Alfred) Mayer (1930), Irma Mayer (1917), Lion Mayer (1875), Norbert Mayer (1907), Sara Mayer (1866), Siegmund Mayer (1895), Berthold Schmitz (1931), Elisabeth Schmitz (1893), Helga Schmitz (1927), Selma Seligmann geb. Schömann (1898), Erich Wendel (1921), Isidor Wendel (1890), Moritz Wendel (1865), Betty Wolf geb. Kaufmann (1896), Elvira Wolf geb. Baum (1910).  
     
Aus Kinderbeuern sind umgekommen: Felix Meyer (1901), Max Meyer (1907), Walter Meyer (1920), Clara Moses geb. Meyer (1905), Bertha Schömann geb. Meyer (1869).   
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Bausendorf gefunden  

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge   
           
     
Zunächst wurden die Gottesdienste in Lösnich besucht. Auch dürfte alsbald ein Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden gewesen sein. 
    
Wann die Synagoge an der Koblenzer Straße zwischen den heutigen Häusern Nr. 8 und Nr. 9 erbaut wurde, ist nicht bekannt, vermutlich jedoch in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Erstellt wurde ein traufständiger Saalbau mit einem dreiseitigen Abschluss an der Ostseite (Apsis), wo sich über dem Toraschrein ein Rundfenster befand. Ansonsten hatte das Gebäude mehrere hohe Rundbogenfenster.  
         
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge vermutlich geschändet, doch liegen keine Berichte vor. Das Gebäude blieb erhalten und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Jüdischen Kultusgemeinde Trier übertragen. Diese verkaufte das Gebäude 1961 mit der Auflage, die ehemalige Synagoge abzubrechen. 
  
  
Adresse/Standort der Synagoge     Koblenzer Straße zwischen Nr. 8 und Nr. 9       

Fotos
(Quelle: Landesamt s.Lit. S. 98)     

Die ehemalige Synagoge 
in Bausendorf vor dem Abbruch
Bausendorf Synagoge 120.jpg (85016 Byte)  
  Das vermutlich in den 1950er-Jahren entstandene Foto zeigt die ehemalige Synagoge von Südosten  
     

   
    
Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Bausendorf   

Kurzinformation zur ehemaligen Synagoge Bausendorf auf einer Seite der Kulturdatenbank der Region Trier   

Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Bausendorf (interner Link)  

Literatur:  

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 98 (mit weiteren Literaturangaben).

  
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bausendorf  Rhineland. Fourteen Jews lived in Bausendorf at the start of the 19th century; 27 in 1843; and 46 (total 585) in 1895. In 1932, the Jewish population was 33. The community mainained a synagogue and a cemetery (opened in the late 19th century). By June 1939, there were no Jews in the village. Eleven emigrated to the Americas, a few died, and the rest moved to other places in Germany. The cemetery was desecrated in the Nazi period and again in 1950.
                

   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 20. Dezember 2014