Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Aschbach (Stadt Schlüsselfeld, Kreis Bamberg) 
Jüdischer Friedhof   
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde           
    
Siehe Seite zur Synagoge in Aschbach (interner Link) 
   
   
Zur Geschichte des Friedhofes           
    
Der jüdische Friedhof wurde um 1720 angelegt. Seit 1725 wurde er auch von der jüdischen Gemeinde in Burghaslach mitbelegt. Ein Vertrag von 1761 zwischen der Gemeinde in Aschbach und den umliegenden Gemeinden Burghaslach, Geiselwind, Fürstenforst und Vestenbergsgreuth regelte die gemeinsame Nutzung des Friedhofes in Aschbach. Der 34,10 ar umfassende Friedhof ist von einer massiven Mauer umgeben. 1887 wurde ein Taharahaus erbaut. Hinter diesem Haus befinden sich die älteren Grabsteine. Der älteste Stein datiert von 1720. Zwischen dem Eingangstor und dem Taharahaus steht ein Gedenkstein mit den Namen von 15 in der NS-Zeit ermordeten Juden.
   
Zur Schändung des Friedhofes Anfang Juni 2007: Anfang Juni 2007 wurde der Friedhof geschändet. Dabei wurden 49 Grabsteine umgeworfen, nachdem die Täten gewaltsam über über das Eingangstor auf den Friedhof gelangt waren. Mehrere Grabsteine zerbrachen. Es entstand ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro. Als Täten wurden wenige Tage danach drei 17-18jährige Jugendliche gefasst. 
  
vgl. den Presseartikel aus der "Süddeutschen Zeitung": "Rechtsextremismus - Die braunen Bauern von Illesheim" vom 16. Juni 2007: pdf-Datei   
  
  
Aus der Geschichte des Friedhofes 
   
Bemühungen um das Grab eines unbekannten Häftlings 1881  

Aschbach Israelit 27071881.JPG (195145 Byte)Artikel in der der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juli 1881: "(Aschbach) ... Doch zur Sache. Vor einiger Zeit wurde mir gelegentlich einer Beerdigung von hiesigen Gemeindegliedern ein Grab gezeigt, in welches vor ungefähr 26 Jahren ein unbekannter Glaubensgenosse begraben wurde, welcher in der Strafanstalt Klosterbach interniert war und auch daselbst gestorben ist. Die Stelle des betreffenden Grabes ist kaum mehr zu erkennen, da kein Grabmal dasselbe bezeichnet. Aus Befürchtung wegen Störung der Totenruhe und um sonstige Zerstörung vorzubeugen, veranstaltete ich auf dem Friedhof alsbald eine Kollekte zur Anschaffung eines entsprechenden Grabmales. Bei dem Wohltätigkeitssinn der hiesigen Gemeindemitglieder war es ein Leichtes, den erforderlichen Beitrag zu sammeln. Hierauf erkundigte ich mich bei dem derzeitigen Inspektor der Strafanstalt nach etwaigen Verzeichnissen in den Büchern der Anstalt über die Person des Verstorbenen. Der Beamte teilte mir bereitwilligst mit, dass der Verstorbene in den Büchern der Anstalt unter dem Namen Leopold Weiß eingetragen sei. Weiter ist dabei bemerkt: Israelit heimatlos, angeblich von München, gestorben am 18. Mai 1855. Dies sind die amtlichen Notizen, die zu erlangen waren. Von hiesigen älteren Leuten, die sich jenes Todesfalls noch erinnern, wurde mir noch Folgendes mitgeteilt. Der rätselhafte Unbekannte habe seinerzeit jede Auskunft über seinen wahren Namen und Heimatort verweigert, überhaupt nie ein Wort in der Anstalt gesprochen. Es ist mir weiter vielfach übereinstimmend mitgeteilt worden, dass der Unbekannte sehr streng als Jude gelebt habe, namentlich jeden Genuss von verbotenen Speisen sorgfältig vermieden habe und habe ich auch entsprechend die Inschrift des Grabmales angefertigt. Nach einem unverbürgten Gerüchte soll der Unbekannte aus Österreich gebürtig sein. In Altbayern habe derselbe eine silberne Taschenuhr als solche verkauft. Als sich später herausstellte, dass das Silber an der Uhr nicht echt war, wäre er dafür mit 8 Jahren Arbeitshaus bestraft worden. Was an dieser Erzählung wahr oder unwahr ist, kann ich nicht verbürgen. Ein alter, hiesiger Mann, der seinerzeit bei der Leichenwaschung des Unbekannten beschäftigt war, beschreibt denselben als einen Mann von starker Statur im Alter von ungefähr 25 Jahren mit einem vollen Gesichte, dem seinerzeit seitens der Anstalt das Zeugnis gegeben wurde, dass er sich sehr gut betragen habe. - Da ich diesen Bericht über den rätselhaften Verstorbenen nur auf Veranlassung eines Gelehrten ... veröffentliche, so wäre es wünschenswert, wenn Personen, die irgend einen Aufschluss über diesen rätselhaften Fall geben könnten, durch Mitteilung in dieser geschätzten Zeitschrift beitragen würden, Licht über diesen dunklen Fall zu verbreiten und wäre es vielleicht am Platze, wenn andere jüdische Zeitschriften durch Veröffentlichung dieser Zeilen dazu beitragen würden. 
Wolf Grünebaum Sofer, Toraschreiber von Torarollen, Tefillin und Mesusot. 

    
    
Lage des Friedhofes 
 
   
Der Friedhof liegt im südlichen Teil des Dorfes am Sandweg unmittelbar neben dem allgemeinen Friedhof.   
   
   
Fotos 
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach) 

Aschbach Friedhof 111.jpg (71760 Byte) Aschbach Friedhof 110.jpg (77236 Byte)  
Eingang und Friedhofshalle von 1887  Teilansicht des Friedhofes   

  
   

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Schlüsselfeld  
Zur Seite über die Synagoge in Aschbach (interner Link) 

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 192ff.  
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Aschbach. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 11. Jahrgang Nr. 73 vom Juni 1997 S. 16.   Beitrag von Michael Trüger online zugänglich.
Johann Fleischmann (Hg.): Mesusa 3. Spuren jüdischer Vergangenheit in Aisch, Aurach und Seebrach. Die jüdischen Friedhöfe von Zeckern, Walsdorf, Aschbach, Uehlfeld, Mühlhausen, Lisberg, Burghaslach und Reichmannsdorf. Dokumentation zu Aschbach S. 159-196, vgl. Auszug online).

  

                   
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Stand: 14. Juli 2013