Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Weilmünster (Kreis Limburg-Weilburg)
Jüdische Geschichte 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen    
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde            
    
In Weilmünster bestand eine kleine jüdische Gemeinde vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Erstmals werden Juden am Ort 1589 genannt - als Händler mit Seife, Wolle und Häuten. Auch im 17./18. Jahrhundert gibt es Nennungen jüdischer Einwohner (1648, 1683, 1695, 1698, 1777, 1811). Durch die in Weilmünster regelmäßig stattfindenden vielem Märkte kamen die jüdischen Familien zu einigem Wohlstand. 
  
Graf Johann Ernst (von Nassau-Weilburg) hatte im 17. Jahrhundert die Niederlassung von zwei Münzjuden in Weilmünster erlaubt. Hier konnten sie ruhiger arbeiten als in der Residenz. Im Auftrag des Grafen haben sie auch Falschmünzerei betrieben. Der Graf selbst entging 1696 einem Prozess nur durch Zahlung einer hohen Entschädigungssumme.    
   
Mitte des 19. Jahrhunderts lebten noch 33 jüdische Personen in Weilmünster. Gemeindevorsteher war bis etwa 1872 Karl Jessel. Er war als Gerber tätig und Mitglied des örtlichen Gemeinderates. Bis 1867 gehörten auch die in Philippstein lebenden jüdischen Familien zur Gemeinde Weilmünster (danach zu Braunfels).  
  
Um 1872
wurde die jüdische Gemeinde aufgelöst. Die letzten jüdischen Einwohner von Weilmünster starben in den 1920er-Jahren.      
     
An Einrichtungen bestanden ein Synagoge/Betraum (s.u.), eine jüdische Schule (Religionsschule), vermutlich ein rituelles Bad und ein Friedhof.    
     
Von den in Weilmünster geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen ist in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Thekla Sternberg (geb. 1852 in Weilmünster, später wohnhaft in Unna).
  
  
1897 wurde in Weilmünster eine große "
Landesheil- und Pflegeanstalt" Landesheil- und Pflegeanstalt" ("Provinzialirrenanstalt", "Nassauische Landesheilanstalt", heute: Klinikum Weilmünster) eröffnet, in der auch jüdische Patientinnen und Patienten Aufnahme fanden. Die hier Verstorbenen wurden in einem separaten Teil des Anstaltsfriedhofes beigesetzt. In der NS-Zeit wurden in der Anstalt psychisch Kranke und Behinderte zwangssterilisiert und durch Entzug von Nahrung und Pflege systematisch unterversorgt oder durch überdosierte Medikamente getötet. Von 1937 bis 1945 starben hier mehr als 6.000 Menschen, darunter alle jüdischen Patienten. Einige weitere Angaben auf der Seite zum Friedhof Weilmünster.  Siehe auch Website www.klinikum-weilmuenster.de mit Seite zur Geschichte der Einrichtung.       
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde      

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Weilmünster gefunden.  

       
       
       
Fotos          

Fotos zur jüdischen Geschichte in Weilmünster sind noch nicht vorhanden; 
über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der Alemannia Judaica; Adresse siehe Eingangsseite.
 
      

   
    

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Weilmünster   

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 355-356.    
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S.     
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 

   
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Stand: 19. Februar 2016