Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ulm (Stadtkreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge nach 1945

Übersicht:

Zur Geschichte jüdischer Einwohner / der jüdischen Gemeinde und des Betsaals / der Synagoge nach 1945    
Einweihung des 2002 eingeweihten jüdischen Gemeindezentrums (interner Link)      
Auf dem Weg zu einer neuen Synagoge in Ulm 
Spendenaufruf  
22. Januar 2010: Die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs werden vorgestellt  
Einzelne Berichte seit 2008:  
Sommer 2008: Ein Förderverein unterstützt den Bau einer neuen Synagoge  
Dezember 2008: Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück  
Mai 2009: Die neue Synagoge soll am Weinhof gebaut werden   
Juli 2009: Neuer Vorsitzender des "Fördervereins zur Unterstützung einer neuen Synagoge in Ulm" gewählt  
Januar 2010: Neun Architekturbüros beteiligen sich am Wettbewerb für die Synagoge 
22. Januar 2010: Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs steht fest    
Links  

     

Zur Geschichte jüdischer Einwohner / der jüdischen Gemeinde und des Betsaals/der Synagoge nach 1945

Von 1945 bis 1948/50 bestanden in Ulm und Umgebung mehrere Lager für jüdische und andere "Displaced Persons". Insgesamt lebten in dieser Zeit 6.000 bis 7.000 überwiegend jüdische Flüchtlinge in der Stadt, die ab 1948 (Gründung des Staates Israel) Ulm wieder verlassen haben. Für die in den Lagern lebenden Personen gab es auch zahlreiche Einrichtungen wie Betsäle, Schulen (auch Jeschivot), Kindergärten u.a.m.. 
  
Auf Dauer zogen nach Ulm seit 1945 zunächst nur wenige jüdische Personen zu. Aus dem Kreise der "Displaced Persons" blieb etwa ein Dutzend in der Stadt. Drei oder vier Mitglieder der ehemaligen jüdischen Gemeinde kamen nach Ulm zurück. Die Betreuung dieser Personen lag in den Händen der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg mit dem Sitz in Stuttgart. 
     
Zu einem verstärkten Zuzug jüdischer Personen kam es seit etwa 1990, sodass bis 2004 wieder etwa 450 jüdische Personen in der Stadt lebten. 2002 wurde eine jüdische Gemeinde (zunächst als Filialgemeinde zu Stuttgart) wiederbegründet. Am 5. Mai 2002 konnte ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit einem Betsaal eingeweiht werden. Seit 1999 ist ein Rabbiner zur Betreuung der jüdischen Einwohner in der Stadt. Der Neubau einer Synagoge in der Stadt wird angestrebt; 2007 wurde ein "Förderverein zur Unterstützung des Baues einer neuen Synagoge in Ulm e.V." gegründet. Im Mai 2009 fasste der Hauptausschuss des Gemeinderates der Stadt Ulm einstimmig den Beschluss, dass eine neue Synagoge am Weinhof - unweit des Grundstückes der 1938 zerstörten Synagoge - gebaut werden kann.  

Rechts: Einweihung des 2002 eingeweihten jüdischen Gemeindezentrums 
(Bericht und Fotos)
 
Ulm0024.jpg (56007 Byte) Rechts: Eindrücke aus dem jüdischen Gemeindeleben in Ulm Ulm Synagoge n 195.jpg (145943 Byte)
Link zur Seite: Die Einweihung des 
jüdischen Gemeindezentrums 
in Ulm am 5. Mai 2002
 
Aus dem "Jüdischen Kalender 5770" für 2009/10 der Jüdischen Gemeinde Ulm (Chabad Lubawitsch Württemberg)
       

     
Auf dem Weg zu einer neuen Synagoge in Ulm 

Unterstützen Sie das Projekt "Neue Synagoge in Ulm"     -    Unterstützen Sie das Projekt "Neue Synagoge in Ulm"

Bürger aus Ulm spenden für das Vorhaben, eine neue Synagoge in Ulm zu bauen. 
Spenden auch Sie einen Betrag zu diesem Zweck: 
entweder an die Jüdische Gemeinde in Ulm: "Chabad Lubawitsch Ulm e.V." 
Sparkasse Ulm: Kontonummer: 210 301 14 BLZ 630 500 00.
oder an den "Förderverein Neue Synagoge in Ulm e.V." 
Sparkasse Ulm, Kontonummer: 210 875 52 BLZ 630 500 00. 

Geben Sie unbedingt den Spendenzweck an: "Für den Neubau der Synagoge in Ulm"  

       

22. Januar 2010: die Ergebnisse des Architekten-Wettbewerbs werden vorgestellt   
vgl. unten den Bericht aus der "Südwestpresse" vom 22. Januar 2010      
vgl. hierzu auch eine Seite auf der Website der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg   

       
 Grundstück der geplanten 
neuen Synagoge
Ulm Synagoge 444.jpg (96485 Byte) Ulm Synagoge 445.jpg (98019 Byte)   
   Überbaut wird nach den Plänen der Parkplatz am Weinhof gegenüber der Kreissparkasse, die auf dem Grundstück der 1938 zerstörten Synagoge erstellt worden ist.   
       
Vorstellung des Ergebnisses des Architektenwettbewerbes Ulm Synagoge 434.jpg (63649 Byte) Ulm Synagoge 435.jpg (65795 Byte) Ulm Synagoge 433.jpg (64970 Byte)
  Grund zur Freude bei (von links): Rabbiner Schneur Trebnik, Oberbürgermeister  Ivo Gönner, IRGW-Vorstandssprecherin Barbara Traub M.A., Landesrabbiner Netanel Wurmser, Bürgermeister Alexander Wetzig
       
Ulm Synagoge 436.jpg (67077 Byte) Ulm Synagoge 437.jpg (55835 Byte) Ulm Synagoge 438.jpg (57864 Byte) Ulm Synagoge 439.jpg (60565 Byte)
Interessiertes Publikum Oberbürgermeister
Ivo Gönner 
IRGW-Vorstandssprecherin 
Barbara Traub M.A. 
Bürgermeister 
Alexander Wetzig
  
       
Ulm Synagoge 440.jpg (49219 Byte) Ulm Synagoge 441.jpg (47182 Byte) Ulm Synagoge 442.jpg (43190 Byte) Ulm Synagoge 443.jpg (64229 Byte)
Modell des Weinhofes mit der neuen Synagoge; auf dem Foto rechts ist das Schwörhaus im Vordergrund zu sehen (unterer Bildrand), im Hintergrund (oberer Bildrand) das Gebäude der Kreissparkasse Plan des Weinhofes mit Schwörhaus (links unten) und Kreissparkasse (Mitte - rechts oben) und neuer Synagoge Ansicht des künftigen Betsaales
 
 
       
Zwei der acht weiteren Vorschläge 
für die neue Synagoge
Ulm Synagoge 432.jpg (44163 Byte) Ulm Synagoge nn050.jpg (48555 Byte)  
       

   
     
Einzelne Berichte seit 2008:  

Sommer 2008: Ein Förderverein unterstützt den Bau einer neuen Synagoge 
Ulm FV Synagoge Infoblatt.jpg (138677 Byte)Links: Informationsblatt Sommer 2008 des "Fördervereins zur Unterstützung des Baues einer neuen Synagoge in Ulm e.V. mit dem Text: "Am 12. September 1873 wurde die Ulmer Synagoge am Weinhof (dort, wo heute die Sparkasse Ulm steht) feierlich eingeweiht. Es war ein sehr schöner, orientalisch anmutender, mit goldglänzenden Rundkuppeln verzierter Bau im Zentrum Ulms. 
Diese Synagoge wurde im Zuge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 durch SA-Leute in Zivil willentlich in Brand gesteckt und noch im gleich Jahr abgerissen. 
Nach der Befreiung der Nazi-Vernichtungslager 1945, in denen 6 Millionen Juden im deutschen Namen vergast und sonst ermordet wurden, konnte niemand ahnen, dass es jemals wieder jüdisches Gemeindeleben in Deutschland geben wird. Diese seinerzeit berechtigte Vermutung wurde erfreulicherweise durch die Wirklichkeit widerlegt. In den deutschen Städten gibt es wieder, mit ansteigender Tendenz, jüdisches Gemeindeleben. 
So auch in Ulm. Die Ulmer Jüdische Gemeinde, eine Zweigstelle der Jüdischen Gemeinde Stuttgart (IRGW), arbeitet heute in den Räumlichkeiten einer einfachen Etagenwohnung. Die Ulmer Gemeinde Gemeinde betreut derzeit insgesamt ca. 450 Personen. Für ihre Gemeindearbeit sind die derzeitigen Räumlichkeiten völlig unzureichend, ja würdelos. 
Dies hat die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) in Ulm/Neu-Ulm 2005 erkannt und hat den Bau einer neuen Synagoge in Ulm gefordert. Da hierfür ein formaler Rahmen gefunden werden musste, wurde aus der DIG Ulm/Neu-Ulm heraus am 23. Mai 2007 unser Förderverein gegründet. Wir meinen, dass es eine Verpflichtung der heute lebenden Menschen in unserer Region ist, die seinerzeitigen Verbrechen, soweit dies überhaupt möglich ist, wieder gut zu machen. Dies ist unsere Verantwortung vor der gemeinsamen Geschichte. 
Der Bauherr der neuen Synagoge, die Jüdische Gemeinde Stuttgart, ist derzeit dabei, eine endgültige Planung und eine exakte Kostenberechnung zu erstellen. Der neueste 'Entwurf' wurde im Juni 2008 dem Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner vorgestellt. Er beinhaltet eine Kostenannahme von insgesamt knapp 3,9 Millionen Euro. Als Standort der Synagoge ist bisher die Wildstrasse vorgesehen. 
Die Aufgabe des Fördervereines ist es, für den Neubau in vielen einzelnen Maßnahmen möglichst viele und hohe Spenden beizubringen. Dabei gilt der Grundsatz. Jeder gespendete Euro hilft der Verwirklichung des Vorhabens. Wolfgang Müller - Vorsitzender."     
    
 
Ulm Neue Synagoge 150.jpg (36015 Byte) Erster Ideen für eine neue Synagoge in Ulm (2008) 
 
Ulm Synagoge n 194.jpg (69726 Byte) Ulm Synagoge n 193.jpg (34777 Byte) Ulm Synagoge n 192.jpg (53722 Byte) Ulm Synagoge n 191.jpg (52667 Byte)
Spendenaufruf von Rabbiner Shneur & Chana Trebnik im "Jüdischen Kalender 5770" der Jüdischen Gemeinde Ulm (Chabad Lubawitsch Württemberg) Erste Ideen für den Neubau der Synagoge in Ulm
 
 
    
Dezember 2008: Auf der Suche nach einem geeigneten Standort   
Artikel von Jakob Resch in der "Südwest-Presse" vom 22. Dezember 2008:   (Artikel)  
Synagoge: Neuer Standort wird geprüft
Ulm Für den Bau einer Synagoge in Ulm wird derzeit ein zweiter Standort geprüft. Das sagte Wolfgang Müller, Vorsitzender des Fördervereins zur Unterstützung dieses Baus, jetzt auf der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins. Nach wie vor ist ein Grundstück in der Wildstraße in der Neustadt für die Synagoge reserviert. Mit dem von der Stadt in Erwägung gezogenen alternativen Bauplatz in der Innenstadt würden sich Planung und Berechnung grundlegend ändern. Deswegen liegt das Projekt momentan auf Eis. Wie Rabbiner Shneur Trebnik von der Jüdischen Gemeinde Ulm auf Nachfrage sagt, geht es in dieser Frage einfach darum, einen attraktiveren Standort zu finden, wie er sich in der Innenstadt anbieten würde. Ende Januar soll darüber Klarheit herrschen. Bauherrin des Objektes ist die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg.
Seit seiner Gründung im Mai 2007 hat der Förderverein, der derzeit 41 Mitglieder hat, Spenden in Gesamthöhe von 15 700 Euro gesammelt. Er profitiert jetzt über die Staatsanwaltschaft Ulm auch als eingetragener Empfänger von Bußgeldern. Für den Anfang hat der Verein in erster Linie sich und das Bauprojekt mit Infoständen und in den Medien präsentiert und Kirchenvertreter der Region zum Austausch in die Räume der Jüdischen Gemeinde eingeladen. jr. 
  
Mai 2009: Die neue Synagoge soll am Weinhof gebaut werden  
Ulm Synagoge n1401.jpg (22455 Byte)Foto: Am heutigen Standort der Sparkasse (links) stand die alte Synagoge; rechts, auf der anderen Seite der Straße, wo die Bäume stehen, soll die neue Synagoge gebaut werden. Foto: Volkmar Könneke    
Artikel von Jakob Resch in der "Südwestpresse" vom 6. Mai 2009 (Artikel): 
"Neue Synagoge am Weinhof - Stadt hält für jüdische Gemeinde Grundstück an historischem Ort vor.  
Die jüdische Gemeinde in Ulm bekommt eine Synagoge an historischem Standort: auf dem Weinhof. Die Stadt hält für den Bau nach einem gestrigen Beschluss ein Grundstück vor. 2011 könnte Baubeginn sein.   
Ulm "Es ist auch für uns ein bewegender Tag." Das hat Oberbürgermeister Ivo Gönner gestern nach einem einstimmigen Beschluss im Hauptausschuss gesagt, der eine vor kurzem noch unglaubliche Wendung in ein Bauvorhaben bringt: So hält die Stadt auf dem Weinhof ein Grundstück für den Bau einer Synagoge in Ulm vor. Es befindet sich gegenüber dem Standort der Synagoge, die 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde (und wo heute die Sparkasse steht), dort, wo sich derzeit nebst Parkplätzen und Grünstreifen die Gedenkstele für die alte Synagoge befindet. Gönner: "Wir gehen einfach die Straße rüber." Damit ist der Startschuss für den Neubau einer Synagoge mit jüdischem Gemeindezentrum gegeben, der zuletzt noch für ein Grundstück in der Wildstraße in der Neustadt erwartet worden war. Das Blatt hatte sich gewendet, als die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg in Stuttgart als späterer Bauherr den Schwerpunkt im Gespräch klar auf die Synagoge gelegt hatte. Gönner: "Dafür ist der Bauplatz an der Wildstraße aber ungeeignet."  
Martin Widerker vom Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinschaft sagte gestern: "Durch diesen Beschluss hat man ein Zeichen gesetzt", er sei "ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die aus der Geschichte nichts gelernt haben und Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt predigen". Die Ulmer Stadträte bestätigten ihm, dass das Vertrauen, das man in die deutsche Demokratie, in die Parteien "und einen großen Teil der Gesellschaft" gesetzt habe, gerechtfertigt sei. Auch Ministerpräsident Günther Oettinger habe wie zuletzt in Lörrach bei einem ähnlichen Bauvorhaben seine Unterstützung für das Projekt zugesagt.   
Zum Finanzvolumen schwieg sich Widerker in Anbetracht der frühen Planungsphase aus. Jetzt wird zunächst ein Architektenwettbewerb ausgelobt, dazu werden sieben Büros eingeladen, die schon ähnliche Projekte verwirklicht haben. Im Herbst werden erste Ergebnisse vorliegen, Ende des Jahres der ausgewählte Entwurf, nach dem dann auch feststeht, wo das Baugrundstück genau liegt. Erst dann wird das Grundstücksgeschäft zwischen der Stadt als Eigentümer und der Religionsgemeinschaft tatsächlich abgewickelt. 2010 stehen dann archäologische Grabungen an, die an Untersuchungen Ende der 1950er-Jahre anknüpfen. Für 2011 könnte der Baubeginn ins Auge gefasst werden, so dass schon 2012 eine Einweihung denkbar wäre. Städtebaulich ergibt sich damit am Weinhof auf alle Fälle nicht nur eine "interessante" (Gönner), sondern eine völlig neue Situation, da der Platz dort nie bebaut war. Baubürgermeister Alexander Wetzig: "Es würde auch keine Bebauung geben, wenn es keine Synagoge gäbe." Gleichzeitig erwartet sich Gönner mit Synagoge und Gemeindezentrum samt Schule dort wieder "religiöses und gesellschaftliches Leben wie einst". Ins Gemeindezentrum in der Neustadt kommen derzeit bis zu 70 Gottesdienstbesucher bei einigen hundert Gemeindemitgliedern aus Ulm und dem weiten Umkreis insgesamt, wie der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik gestern sagte. Der finanzielle Beitrag der Stadt besteht zunächst in den Konditionen für den Grundstücksverkauf. Im weiteren kann die Religionsgemeinschaft keine Zuschüsse für ihre religiösen Räume erwarten, wohl aber fürs Gemeindezentrum. 
   
Juli 2009: Neuer Vorsitzender des "Fördervereins zur Unterstützung einer neuen Synagoge in Ulm" gewählt   
Artikel von Jürgen Buchta in der "Südwestpresse" vom 29. Juli 2009:   "Den Synagogen-Bau "offensiv angehen" - Müller mit 9 zu 6 Stimmen abgewählt. 
Der neue Vorsitzende des "Fördervereins zur Unterstützung einer neuen Synagoge in Ulm" ist Martin Stoldt. Er will offensiv an die Öffentlichkeit treten. 
Ulm. In Ulm soll ein jüdisches Gotteshaus gebaut werden. Um dieses Vorhaben mit Rat und Tat zu unterstützen und nach Sponsoren zu suchen, hat der Noch-Vorsitzende der hiesigen Arbeitsgemeinschaft der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Wolfgang Müller, am 22. Mai 2007 den "Förderverein zur Unterstützung einer neuen Synagoge in Ulm" gegründet. Bauherr dieser Synagoge wird die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg sein, die, geleitet von Rabbiner Shneur Zalman Trebnik, ihre Ulmer Außenstelle in der Wildstraße betreibt. 
Bis Donnerstag vergangener Woche hat Müller auch diesen mittlerweile 52 Mitglieder starken Verein geleitet. An jenem Abend haben ihn die Mitglieder aus dem Amt gewählt (wir berichteten). Müllers Herausforderer, Martin Stoldt aus Apfelstetten bei Münsingen, erhielt 9 Stimmen, Müller 6. Wahlleiter war der Landtagsabgeordnete Martin Rivoir, der dem Verein kurz zuvor beigetreten war. "Mit dem neuen Vorstand werden neue Aktivitäten ergriffen", kündigt Stoldt an, der sich als Noachid bezeichnet, als Getaufter, der sich im jüdischen Glauben aufgehoben fühlt. "Wir wollen eine offene ,Politik führen, Vorstandssitzungen werden künftig, von ganz wenigen Grundsatzvorbereitungen und -gesprächen abgesehen, nicht mehr hinter verschlossenen Türen stattfinden, sondern werden für interessierte Mitglieder immer offen sein." Das schreibt Stoldt im neu geschaffenen Informationsblatt "Ulmer Synagogenstein". Stoldts Stellvertreter ist Christof Maihoefer, Schatzmeisterin ist Petra Bergmann. Als Beisitzer hat der Verein den Pfarrer der Wengenkirche, Monsignore Josef Kaupp, gewinnen können. Wie Stoldt im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE erläuterte, stehe die "heiße Phase" des Synagogenbaus unmittelbar bevor. Somit seien "Präsenz und Offenheit" gefragt. "Da reicht es nicht, innerhalb von 18 Monaten mit zwei Presseerklärungen und zwei Leserbriefen aufzuwarten", sagte er mit einem Seitenhieb auf seinen Vorgänger. Der Verein müsse seine Passivität hinter sich lassen.  
"Für meine Person nehme ich in Anspruch, durch meine Tätigkeit diesen Förderverein erst möglich gemacht und ihn in der regionalen Öffentlichkeit ein Stück weit bekannt gemacht zu haben." Das sagte Müller schon während der Versammlung. Nachdem der ursprünglich geplante Standort für die Synagoge an der Wildstraße aufgegeben und durch einen Teil des Weinhofs ersetzt worden ist, gebe es viele offene Fragen. "Es existieren keine Berechnungen und keine Planungsunterlagen", sagte er gestern. "Was soll man in dem Vakuum machen?"  
Ihn habe die Arbeit für das Projekt immens belastet. "Ich fühle mich jetzt freier", bekannte Müller. Besonders, nachdem er angekündigt hatte, zum Monatsende den Vorsitz in der DIG abzugeben. Manche zeichneten eben gern schwarz- weiß. Er sei es gewohnt zu warten, bis sich etwas Konkretes abzeichne, bevor er Entscheidungen treffe. Und dabei in politischen Zusammenhängen zu denken, sagt Müller. Wenn ihm Mitglieder in der DIG vorwerfen, schwächlich zu sein, so nehme er solches als Auszeichnung entgegen.  
Müller kündigte an, Mitglied in beiden Vereinen zu bleiben und ihr Anliegen zu unterstützen. Die DIG werde seinen Nachfolger wohl nach den Sommerferien wählen. Müller schätzt, dass Christof Maihoefer dabei zum Zuge kommt.
    
Januar 2010 Neun Architekturbüros beteiligen sich am Wettbewerb für die Synagoge 
Artikel von Hans-Uli Thierer in der "Südwestpresse" vom 8. Januar 2010 (Artikel): "Neue Synagoge am Weinhof: Wer baut? 
Ulm.
Neun teils sehr renommierte Architekturbüros beteiligen sich am Wettbewerb für eine neue Synagoge. Ergebnispräsentation: heute in zwei Wochen. 
Der 22. Januar 2010 könnte in die jüngere Geschichtsschreibung der Stadt Ulm eingehen. Heute in zwei Wochen präsentieren die Israelitische Religionsgemeinschaft in Württemberg und die Stadt Ulm die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbes, zu dem sie gemeinsam neun Büros eingeladen hatten. Die Aufgabe war es, für den nördlichen Weinhof eine Synagoge zu entwerfen; an der Stelle also, die jener gegenüber liegt, an der bis zu ihrer Zerstörung 1938 durch die Nazis die alte Ulmer Synagoge stand. 
Mehr als sieben Jahrzehnte später soll das Gebetshaus für die im Hitler-Deutschland schließlich ausgelöschte, inzwischen aber wieder auf 450 Mitglieder angewachsene jüdische Gemeinde also nahe am alten Ort wieder entstehen. Diese Idee kommt von der Stadtspitze, allen voran favorisieren Oberbürgermeister Ivo Gönner und vor allem Ulms Baubürgermeister Alexander Wetzig diese Stätte. Zu ihren Gunsten wurde ein ins Auge gefasster Synagogenstandort an der Wildstraße aufgegeben. Wetzig sieht in einer Synagoge am Weinhof ein "Zeichen, wie eine Stadt sich mit einem Teil ihrer Geschichte auseinandersetzt - Ulmer Geschichte ist auch jüdische Geschichte". Nebenbei, so findet Wetzig, lasse sich mit einem Synagogenbau das städtebauliche Problem lösen, "dass der Weinhof an dieser Stelle ausfranst". 
Wer die Szene kennt, liest an den Namen der zur Teilnahme aufgeforderten Architekten Wetzigs Handschrift ab. Er hat Wert darauf gelegt, dass einige bekannte Büros mitmachen, allen voran Stephan Braunfels, der mit zwei Gebäuden in der Neuen Mitte bereits Spuren in Ulm hinterlassen hat; aber auch das Büro Allmann, Sattler, Wappner (München), das bereits mit diversen Architektenpreisen ausgezeichnet wurde, etwa für die Herz-Jesu-Kirche in München-Neuhausen; oder das Kölner Büro Kister, Scheithauer, Gross, das die Maria Magdalena gewidmete Betonkirche in Freiburg gebaut hat und die Pauluskirche in Köln-Porz. 
Erfahrungen im Sakral- oder Synagogenbau haben auch Alfred Jacoby (Frankfurt a. M.), Joseph Abiry (Stuttgart), Manuel Herz (Köln), Nathan Schächter (Münster) und Büro Schwarz, Jacobi (Stuttgart). Bleibt ein Name, den die Ulmer kennen: Mühlich, Fink und Partner nehmen als Lokalmatadore teil."    
   
20. Januar 2010: Über die Architektenentwürfe wird entschieden  
Ulm synagoge 390.jpg (74478 Byte)Foto links: Der Ulmer Weinhof    
Artikel in der "Augsburger Allgemeinen" vom 20. Januar 2010 (Artikel): 
"Heute wird über Entwurf der Synagoge entschieden.
Ulm
(heo) - Für die Stadt Ulm ist heute ein historischer Tag: Etwa gegen 17 Uhr steht fest, welcher Entwurf für eine neue Synagoge auf dem Weinhof das Rennen gemacht hat. Der geplante Standort befindet sich gegenüber der Stelle, an der die alte Synagoge stand, die 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde. Derzeit wird das etwa 600 Quadratmeter große Areal als Parkplatz genutzt. Vorgesehen ist der Bau einer Synagoge mit angeschlossenem Gemeindezentrum, einem Kindergarten und einer Bibliothek, insgesamt gut 1000 Quadratmeter Nutzfläche. Wie berichtet, wurde 2007 ein 'Förderverein zur Unterstützung des Baues einer neuen Synagoge in Ulm' gegründet. Im Mai 2009 fasste der Gemeinderat der Stadt Ulm einstimmig den Beschluss, dass eine neue Synagoge am Weinhof gebaut werden kann. 
Staatsvertrag regelt künftige Finanzierung. Ein Meilenstein für die Realisierung einer neuen Synagoge in Ulm war die Unterzeichnung eines Staatsvertrags. Damit wurden Anfang der Woche die jüdischen Gemeinden in Baden-Württemberg den Kirchen rechtlich gleichgestellt. Dass die jüdischen Gemeinden 60 Jahre nach dem Holocaust damit rechtlich und politisch auf die höchste Stufe gestellt werden, hat auch finanzielle Folgen. Mit dem Staatsvertrag werden die Zuschüsse für jüdische Baden-Württemberger von 330 Euro auf 750 Euro pro Kopf erhöht. Zudem bringe ein jährlicher Zuschuss von zunächst 500 000 Euro pro Landesverband Baden und Württemberg Planungssicherheit, hieß es vom Staatsministerium. Nach Angaben des 'Fördervereins zur Unterstützung des Baues einer neuen Synagoge in Ulm' beträgt der Eigenanteil etwa 1,5 Millionen Euro. 
Renommierte Architektenbüros bewarben sich um den Bau der Ulmer Synagoge. Darunter Stephan Braunfels, der mit zwei Gebäuden in der Neuen Mitte aufmerkte, oder Alfred Jacoby, der bereits einige Synagogen in Deutschland baute.
Acht Personen entscheiden als Gutachter, welcher Entwurf den Zuschlag bekommt. Darunter der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik, Landesrabbiner Netanel Wurmser, Bau-Bürgermeister Alexander Wetzig, Volker Jescheck, Hauptabteilungsleiter Stadtplanung, Architekturprofessorin Ulrike Lauber, Architektin sowie die Stadtplanerin Rena Wandel-Hoefer. 
Ausstellung. Die verschiedenen Modelle und Pläne werden ab Freitag, 22. Januar, bis zum 21. Februar im Gewölbesaal des Ulmer Schwörhauses zu sehen sein. OB Ivo Gönner eröffnet die Schau um 9 Uhr."  
   
22. Januar 2010: Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs steht fest  
Artikel in der "Südwestpresse" vom 22. Januar 2010 (Artikel): 
"Ulm. Außen kompakt und schlicht. Innen über vier Geschosse hinweg ein "Schatzkästchen" für die jüdische Gemeinde. So soll die Synagoge ausschauen, die vom kommenden Jahr an auf dem Weinhof entstehen wird. 
Seit morgens um neun saßen städtische Stadtplaner, Gemeinderäte, externe Fachleute, Landesrabbiner Netanel Wurmser und der Ulmer Rabbiner Shneur Zalman Trebnik gestern zusammen. Sie setzten sich mit den Entwürfen von neun Architektenbüros auseinander, die ihre Vorstellungen über die Gestaltung der Synagoge auf dem westlichen Weinhof zur Beurteilung eingebracht hatten. 
"Unser Votum war einstimmig", berichtete Prof. Arno Lederer, der Vorsitzende des Gremiums, in einer am frühen Abend zusammengerufenen Pressekonferenz. Das Konzept, welches das Kölner Büro Kister, Scheithauer und Gross erarbeitet hat, gefalle allen am besten. Das Kölner Team schlägt für "die hochsensible Stelle im Stadtraum" (Baubürgermeister Alexander Wetzig) einen äußerlich schlichten würfelartigen Bau vor. Er wird rund 17 Meter und damit so hoch wie die Dachtraufe der Sparkasse auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Und etwa so breit und so lang wie eines der Bürgerhäuser am südlichen Ende des Platzes. 
Kernstück des viergeschossigen mit einer Dachterrasse ausgestatteten Baus ist die Synagoge. Sie ist für das erste Stockwerk eingeplant und soll 140 Menschen Platz bieten. Fürs Erdgeschoss ist ein Mehrzwecksaal für Feste und Versammlungen vorgesehen. Im zweiten Obergeschoss die Frauensynagoge. An diese Säle lehnen sich L-förmig weitere Räume an: Schulungs- und Verwaltungszimmer, ein Raum für eine Kindertagesstätte. Eine Garage sei nicht vorgesehen, berichtete Wetzig. "Die Besucher parken ihre Wagen unter der Neuen Straße".
Das ausgewählte Konzept sei kein konkreter Plan, betonte Lederer. Vielmehr stelle es die solide Empfehlung zur weiteren Planung. Trebnik geht davon aus, dass sich die Baukosten auf etwa vier Millionen Euro belaufen werden. Komme das Geld zusammen, dann könnten die Bauarbeiten im kommenden Jahr noch beginnen und etwa zwei Jahre später abgeschlossen sein. 
Die Begeisterung unter den Jury-Mitgliedern über den Vorschlag aus Köln für den Weinhof war groß. Lederer rühmte insbesondere die Rücksichtnahme auf die umgebende Bebauung und die Aufnahme von Baulinien der einfachen Giebelhäuser, die die Dominanz des Schwörhauses anerkannten. Auch die weit nach Norden gerückte Synagoge taste diese städtebauliche Vorherrschaft nicht an, präsentiere sich jedoch als eigenständiger, als besonderer Bau. Bürgermeister Wetzig: "Es ist eben kein profanes Bürgerhaus, sondern einen wichtigen Sakralbau." Den Kölner Architekten sei "das kultivierte Einfache" gelungen - und damit gute Ulmer Bautradition. 
Aufgefordert zur Teilnahme waren insgesamt neun Büros. Alle haben abgegeben, das Niveau der Vorschläge sei hoch, sagte Lederer.  
Der einstimmig von der Jury gut geheißene Vorschlag, der nun Grundlage für die konkrete Planung einer Synagoge auf dem Weinhof werden soll, stammt von den national und international tätigen Kölner Architekten Kister, Scheithauer, Gross. Auf ihrer Internetseite ist zu lesen und zu sehen, dass dieses Büro auf allen Feldern tätig ist, vom Gewerbe- bis zum Kulturbau. Und eben auch auf dem Gebiet der Sakralbauten. Zwar haben die Kölner noch keine Synagoge gebaut, sehr wohl jedoch Kirchen und kirchliche Einrichtungen wie die Basilika St. Ursula in Köln, die Freiburger Betonkirche Maria-Magdalena, die Pauluskirche samt Gemeindezentrum in Köln-Porz. Die Jury bestand aus Mitgliedern der israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg und der jüdischen Gemeinde Ulm, aus Vertretern der städtischen Bauverwaltung und der freien Architektenschaft, vorneweg Architekturprofessor Arno Lederer aus Darmstadt als Jury-Vorsitzender. Er ist in Ulm sowohl als Juror als auch als Architekt kein Unbekannter: Nach seinen Plänen soll in unmittelbarer Nähe zur Synagoge, im Norden und gegenüber dem Neuen Bau ein Sparkassen-Gebäude entstehen, das derzeit auf Eis liegt."  
Weitere Presseartikel: aus der "Stuttgarter Zeitung" vom 23. Januar 2010 (pdf-Datei) 
und aus der "Augsburger Allgemeinen" vom 23. Januar 2010 (pdf-Datei)   
  
  

 

  

Links

Links:

Website der Stadt Ulm/Donau  
Links: http://www.neue-synagoge-ulm.de/ 
Informationen zum Förderverein:  http://www.neue-synagoge-ulm.de/foerderverein/foerderverein.html 
Zur Seite über die Synagogen in Ulm (vor 1945) (interner Link)   
Drei Artikel zu Ulmer Judaica (interner Link): darunter ein Artikel über "koscher leben" in Ulm in der Gegenwart  

   

                   
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Stand: 16. Februar 2010