Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zusammenstellung: Jüdische KZ-Friedhöfe in Baden-Württemberg  

     

Tailfingen (Gemeinde Gäufelden, Kreis Böblingen) 
beziehungsweise Hailfingen (Stadt Rottenburg am Neckar, Kreis Tübingen)
KZ-Friedhof in Tailfingen
(erstellt unter Mitarbeit von Volker Mall) 

Übersicht:

Zur Geschichte des Außenkommandos Hailfingen des KZ Natzweiler/Elsaß   
Zur Geschichte der Gedenkstätte und der Ausstellung 
Fotos der Gedenkstätte und der Ausstellung     
Zur Geschichte des KZ-Friedhofes in Tailfingen        
Fotos des Friedhofes  
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte des Außenkommandos Hailfingen des KZ Natzweiler/Elsaß

Auf den Gemarkungen (Gäufelden-)Tailfingen, (Rottenburg-)Hailfingen und Bondorf bestand von 1938 bis 1945 ein Nachtjägerflugplatz. Zur Instandsetzung und Erweiterung des Flugplatzes war ihm von November 1944 bis zur Evakuierung Februar 1945 ein Außenkommando des Konzentrationslagers Natzweiler/Elsaß angeschlossen. Hierher wurden aus dem Konzentrationslager Stutthof bei Danzig 600 jüdische Häftlinge verlegt, die zur Zwangsarbeit unter katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen verpflichtet waren. Die Häftlinge waren in einer Flugzeughalle auf dem Flugplatz untergebracht. Zur Arbeit gehörten der Bau und die Ausbesserung der Start- und Landebahn, Straßen- und Gleisbau, die Errichtung von Hallen sowie die Arbeit in nahegelegenen Steinbrüchen. Die Häftlinge schliefen in einer umzäunten Flugzeughalle. Es gab unzulängliche sanitäre Einrichtungen und keine ärztliche Versorgung. Die meisten Häftlinge starben an den Folgen der schweren Arbeit, der Unterernährung, der Kälte und an Krankheiten. Nachgewiesen ist der Tod von 186 Häftlingen. Die Toten wurden anfangs ins Krematorium nach Reutlingen gebracht, später auf dem Flughafengelände verscharrt. 
  
Nach Kriegsende wurden aus einem Massengrab 74 Leichen geborgen und auf dem örtlichen Friedhof in Tailfingen beigesetzt (siehe unten). 111 der Häftlinge waren noch während der KZ-Zeit in das KZ-Außenlager Vaihingen/Enz gebracht worden. Mitte Februar 1945 wurde der größte Teil von etwa 100 Gefangenen in das Außenlager Dautmergen überstellt, weitere nach Dachau. 
   
Alle Gebäude des ehemaligen KZ-Geländes wurden in den Jahren nach 1945 abgeräumt; einzelne Spuren sind noch erkennbar. Das Gelände steht inzwischen unter Denkmalschutz. Die Start- und Landebahn ist als "Geschützter Grünbestand" ausgewiesen und mit Wald bedeckt. 
  
Link zum Beitrag von Volker Mall /Harald Roth: Das KZ Außenlager auf dem Nachtjägerflug Hailfingen / Tailfingen 
  english (Translation by Christof Baumann): Volker Mall / Harald Roth: The KZ-Außenlager (subcamp) at the Night-Fighter Airbase Hailfingen / Tailfingen 
  
  
   
   
Tailfingen Ausstellung 181.jpg (30530 Byte)
Zur Geschichte der Gedenkstätte und der Ausstellung  
 
2007 beschloss die Gemeinde Gäufelden die Errichtung einer Dauerausstellung im Rathaus Tailfingen und die Stadt Rothenburg am Neckar die Errichtung eines Mahnmals auf dem Flugplatzgelände. Am 6. Juni 2010 wurden die Dauerausstellung im Rathaus Tailfingen und die Gedenkstätte KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen eingeweiht.  
    
Die KZ Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen am westlichen Ende der ehemaligen Start- und Landebahn wurde von der Stadt Rottenburg am Neckar und der Gemeinde Gäufelden geschaffen. Mit einem Mahnmal des Ellwanger Künstlers Rudolf Kurz wird an die 600 KZ-Insassen erinnert.   

Gedanken zur künstlerischen Gestaltung der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen. Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (Universität Tübingen) nach Gesprächen mit dem Künstler Rudolf Kurz (Ellwangen): als jpg-Datei eingestellt (bitte anklicken).   
Flyer der KZ-Gedenkstätte Hailfingen - Tailfingen (als pdf-Datei eingestellt) 
Einladung zur Einweihung des Dokumentationszentrums im Rathaus in Tailfingen sowie des Mahnmals auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in Hailfingen (als pdf-Datei eingestellt)     
Bericht von Willibald Ruscheinski im "Schwäbischen Tagblatt" zur Einweihung der Gedenkstätte vom 6. Juni 2010 (pdf-Datei)            

 

Fotos der Gedenkstätte und der Ausstellung  
(Fotos: Hahn; alle Fotos erstellt am Tag der Einweihung - 6. Juni 2010)   
    

Im Bereich der Gedenkstätte
die seit 1986 vorhandene 
Hinweistafel
Hailfingen Gedenkstaette 178.jpg (149655 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 177.jpg (112546 Byte)
  Neben der seit 1986 am westlichen Ende der ehemaligen Start- und Landebahn vorhandenen Hinweistafel wurde die neue Gedenkstätte angelegt
     
Die Feier zur Einweihung der
Gedenkstätte am 6. Juni 2010
Hailfingen Gedenkstaette 182.jpg (138446 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 179.jpg (133945 Byte)
    Zahlreiche Interessierte waren der Einladung gefolgt
      
Hailfingen Gedenkstaette 180.jpg (56589 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 181.jpg (56891 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 176.jpg (124716 Byte)
Mordechai Ciechanower - Überlebender 
des Lagers spricht und singt jiddische 
und hebräische Lied
Landesrabbiner Netanel Wurmser bei seiner Ansprache, die vom Gebet des Psalms 16 und dem Totengebet (Kaddisch) umrahmt war An dem durch den Künstler Rudolf Kurz (Ellwangen) gestalteten Mahnmal
        
Hailfingen Gedenkstaette 171.jpg (108172 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 175.jpg (104047 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 172.jpg (100703 Byte)
Blick auf die Skulptur von über 15.000 Stäben aus Aluminium, dahinter die Beton-Wand. Gedanken zur künstlerischen Gestaltung.
     
Namen der KZ-Häftlinge 
auf dem Mahnmal
Hailfingen Gedenkstaette 173.jpg (98712 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 174.jpg (84580 Byte)
     
       
Erläuterungen für Besucher 
der Gedenkstätte
Hailfingen Gedenkstaette 170.jpg (134277 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 183.jpg (95982 Byte)
  Hinweistafel Neuer Lageplan
     
     
Die Ausstellung im 
Rathaus Tailfingen
Tailfingen Ausstellung 170.jpg (89745 Byte) Tailfingen Ausstellung 171.jpg (89628 Byte)
  Das Rathaus Tailfingen, in dem sich um Erdgeschoss die Ausstellung befindet Hinweistafel am Rathaus
 
     
Tailfingen Ausstellung 180.jpg (79929 Byte) Tailfingen Ausstellung 172.jpg (87678 Byte) Tailfingen Ausstellung 177.jpg (87090 Byte)
Eingang zur Ausstellung mit Hinweistafel Zeitschiene vom Beginn der NS-Zeit bis zur Einrichtung der Gedenkstätte 2010
     
Tailfingen Ausstellung 174.jpg (81802 Byte) Tailfingen Ausstellung 175.jpg (80964 Byte) Tailfingen Ausstellung 176.jpg (81449 Byte)
    Schilderungen von überlebenden KZ-Häftlingen über Monitore 
        
Tailfingen Ausstellung 173.jpg (87008 Byte) Tailfingen Ausstellung 178.jpg (82352 Byte) Tailfingen Ausstellung 179.jpg (87361 Byte)
US-Luftbild des Bereiches Hailfingen - Tailfingen mit dem Flughafen und dem Lager im April 1945 Aus der Geschichte der Bemühungen 
um die Einrichtung einer Gedenkstätte
Namensgedenkbuch
 
       

 
     
  
Lage der Gedenkstätte am Ende der heute bewaldeten ehemaligen Startbahn 
   
Link zu den Google-Maps - Markierung der Lage der Gedenkstätte durch den grünen Pfeil:    
   

Größere Kartenansicht  
   
   

Zur Geschichte des KZ-Friedhofes in Tailfingen  

Anfang Juni 1945 wurden unter Aufsicht der französischen Militärverwaltung die Toten eines Massengrabes am Flugplatzgelände geborgen. Männer und Frauen aus Tailfingen, Hailfingen, Oberndorf und Bondorf mussten die Toten ausgraben und in Särge legen. Die Einwohnerschaft von Hailfingen und Bondorf, aber auch aus anderen Ortschaften wurde zum Flugplatzgelände geführt und mit den exhumierten KZ-Häftlingen konfrontiert. Ein französischer Soldat erläuterte den Gruppen von etwa 50 Personen, wie die Toten vermutlich ums Leben gekommen waren: einige waren lebendig begraben worden, einige andere trugen Strangulationsspuren durch Erhängen oder Erwürgen. Am Sonntag, 3. Juni 1945 wurden die Särge auf mehrere Militärlastwagen geladen und im Trauerzug, begleitet von einer militärischen Ehrenwache, durch den Ort zum Tailfinger Friedhof gefahren. Die Bevölkerung hatte zur Ehrung der Toten Spalier zu stehen.   
  
1986 ist die Grabstätte auf dem Tailfinger Friedhof neu gestaltet und mit Gedenksteinen versehen worden.   
  

Lage des Friedhofes  
   
Innerhalb des Ortsfriedhofes in Tailfingen   
  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   
   

Größere Kartenansicht   
      
     

Fotos des Friedhofes
 

2. Juni 1945: Die Toten des Massengrabes werden geborgen
(Quelle Wein usw. s. Lit. S. 150-151)
Tailfingen Friedhof 098.jpg (50434 Byte) Tailfingen Friedhof 099.jpg (53930 Byte)
           
           
Der KZ-Friedhof innerhalb des Tailfinger Ortsfriedhofes 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.2.2008)
Tailfingen Friedhof 105.jpg (97892 Byte)
    "Hier ruhen 72 unbekannte KZ-Häftlinge" - Inschrift des Holzkreuzes
     
Tailfingen Friedhof 106.jpg (121444 Byte) Tailfingen Friedhof 104.jpg (122421 Byte) Tailfingen Friedhof 103.jpg (113964 Byte)
Blick auf das mit einer Hecke eingefriedete Gräberfeld 
 
Tailfingen Friedhof 102.jpg (101566 Byte) Tailfingen Friedhof 101.jpg (99082 Byte) Tailfingen Friedhof 100.jpg (80278 Byte)
"Den Opfern des 3. Reiches 
zum Gedenken - den Lebenden 
zur Mahnung"
hebräisches und deutsches Zitat aus Psalm 1,6: "Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten. Doch der Weg der Sünder führt in den Abgrund." Einziger namentlicher Grabstein 
für Ignaz (Jizchak ben Jaakow) Klein
(1895-1945)

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Gäufelden 
Website der Stadt Rottenburg am Neckar  mit Seite zu Hailfingen und Nennung des KZ-Außenkommandos  
Wikipedia-Artikel zum KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen    
YouTube - Dokumentarfilm   

Literatur:  

Tailfingen Lit 010.jpg (35079 Byte)Dorothee Wein / Volker Mall / Harald Roth: Spuren von Auschwitz ins Gäu. Das KZ-Außenlager Hailfingen / Tailfingen. Hg. vom Verein Gegen Vergessen für Demokratie e.V. Sektion Böblingen / Herrenberg / Tübingen. Markstein Verlag für Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Filderstadt 2007. ISBN 13 978-3-935129-31-2.  Seite des Verlags zum Buch.    Das Buch enthält weitere Literaturangaben.  
Volker Mall / Harald Roth: "Jeder Mensch hat einen Namen" - Gedenkbuch für die 600 jüdischen Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen. Berlin 2009.  
  
 
 

    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 06. Juni 2010