Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gedenk- und Begegnungsstätte 
ehemalige Synagoge Bopfingen-Oberdorf
(Lange Str. 13, 73441 Bopfingen-Oberdorf)

      

Juni 2009: 20 Jahre Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf   
Oberdorf PA 0609.jpg (69766 Byte)Artikel (mit Repro links - afn) von Erwin Hafner in der "Schwäbischen Post" vom 17. Juni 2009:  "Die Erinnerung bewahren
Der Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf blickt auf sein 20-jähriges Bestehen
". 
Im Beisein von Regierungspräsident Johannes Schmalzl begeht der Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf mit einer Feierstunde und einem Stehempfang am Samstag, 20. Juni, um 11 Uhr sein 20-jähriges Bestehen. Grund einen Blick zurückzuwerfen, wie es 1989 zur Gründung des Vereins kam. 
Bopfingen-Oberdorf. Der erste Anstoß ging 1983 von der 'Schwäbischen Post' aus. In Verbindung mit einer Artikelserie regte Erwin Hafner an, wenigstens eine Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge anzubringen, die immerhin als eine der wenigen im Lande in der Reichspogromnacht des Jahres 1938 nicht in Flammen aufgegangen war. Doch damit sollte es nach Auffassung des Verlegers der Zeitung, Dr. Konrad Theiss, nicht getan sein. Mit dieser Überlegung fand Dr. Theiss im damaligen Landrat Dr. Diethelm Winter einen Gesinnungsgenossen. Die Idee von einer Gedenk- und Begegnungsstätte in der ehemaligen Synagoge war geboren und wurde von beiden, unterstützt vom Rotary-Club, zielgerichtet vorangetrieben.
1989 kam es zur Gründung eines Trägervereins, der sich als erste Aufgabe den Erwerb des bis dahin als Gerätelager genutzten Gebäudes stellte. Mit staatlichen Zuschüssen, des Ostalbkreises, des Landes Baden-Württemberg, der Stadt Bopfingen und vielen Spenden der Mitglieder und Freunde aus nah und fern konnte der Verein der im Jahre 1744 und 1809 von der jüdischen Gemeinde erbauten Synagoge ihre Würde und einiges von ihrer Schönheit zurückgeben. Herauszuheben sind vor allem die von dem mittlerweile verstorbenen Künstler Georg Sternbacher gestaltete Ostwand mit der an den Holocaust erinnernden Menora, die von der früher in Oberdorf lebenden Familie Heimann gestiftete Thorarolle, die als einzige der einst 17 Thorarollen der Synagoge erhalten geblieben ist, die von Ute Sternbacher gestalteten Tafeln mit den 87 von den Nazis ermordeten Juden aus Oberdorf, sowie das von der jüdischen Familie Neumetzger gestiftete Ewige Licht. Dass es Versöhnung ohne Erinnerung nicht geben kann – von diesem Wort des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker leiten ließ sich dann der Verein auch bei der Erarbeitung und Einrichtung des Museums zur Geschichte der Juden im Ostalbkreis, das im Herbst 1979 eröffnet werden konnte und zu der auch ein Museumskatalog herausgebracht wurde. Der ehemaligen Synagoge als Gedenk- und Begegnungsstätte wird der Verein nicht zuletzt durch sein reichhaltiges Kulturprogramm mit Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen gerecht, das längst einen soliden Stamm regelmäßiger Besucher gefunden hat. Treibende Kraft bei allen zu überwindenden Schwierigkeiten aber war und ist bis heute Dr. Diethelm Winter, der von Anfang an die Geschicke des Trägervereins als Vorsitzender leitet. Ohne seinen Idealismus, seinen unermüdlichen Einsatz und seine große Überzeugungskraft hätte all das nicht erreicht werden können, was in den vergangenen 20 Jahren vom Verein geleistet wurde.
Info: Eine Feierstunde startet am Samstag, 20. Juni, 11 Uhr in der ehemaligen Synagoge. Sprechen werden dabei Dr. Diethelm Winter, Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Landrat Klaus Pavel und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler."        

    

Zur Geschichte

1587 erste Juden in Oberdorf nachgewiesen. Erste Synagoge 1745 errichtet. In der zweiten, 1812 erbauten Synagoge, wurde 1993 eine Gedenk- und Begegnungsstätte eröffnet. Seit 1997 ist in der Gedenkstätte auch das "Museum zur Geschichte der Juden im Ostalbkreis" untergebracht. Die Grundalge des Museums bildet eine geografische und chronologische Reihung der Ereignisse der jüdischen Geschichte, deren Darstellung von der Herkunft der deutschen Juden bis zum Holocaust reicht. Auf 29 Didaktiktafeln mit zahlreichen Texten, Bildern, Grafiken und Zeichnungen wird die jüdische Geschichte Oberdorfs, der einst größten jüdischen Gemeinde Ostwürttembergs, lebendig. In fünf Vitrinen werden viele Originalexponate und ein Genisafund gezeigt.   

Fotos
(um 2000; Fotos von 2007 siehe Seite zur Synagoge Oberdorf)

OberdorfSynagoge1.jpg (12657 Byte) Oberdorf3.jpg (10173 Byte) Oberdorf Synagoge 165.jpg (37196 Byte)
 Außenansicht der ehemaligen Synagoge Oberdorf Blick zur Empore Blick zum früheren Platz des Toraschrankes
Oberdorf4.jpg (10659 Byte) Oberdorf5.jpg (7868 Byte) Oberdorf2.jpg (9324 Byte)
Ausstellungstafeln

Weitere Fotos zur ehemaligen Synagoge: hier anklicken (interner Link)

 

Träger der Einrichtung

Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf e.V.
  

Kontakt-/Verwaltungsadresse

Felix Sutschek M.A., Marktplatz, 73441 Bopfingen, Tel. 07362/801-29, Fax 07362/801-50, E-Mail  
Link: hier anklicken
  

Öffnungszeiten

1. März bis 31. Oktober Samstag, Sonn- und Feiertage von 14-16 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung (siehe Führungen)
  

Führungen

Führungsanmeldungen nimmt Frau Allgeyer unter den Rufnummern 07362/7842 oder 0170/9383697 entgegen.
  

Besuchsmöglichkeiten in der Nähe

In Oberdorf kann der Jüdische Friedhof besucht werden. Der Schlüssel ist in der Gedenkstätte zu bekommen. Sehenswert sind auch die keltischen Befestigungsanlagen auf dem 668 m hohen Hausberg Ipf.
 

Publikationen

Felix Sutschek: Der jüdische Friedhof von Oberdorf, in: "Ostalb Einhorn" Nr. 85.
ders.: Widerstand gegen die Judenverfolgung in der Landgemeinde Oberdorf am Ipf, in: "Ostalb Einhorn" Nr. 93.
ders.: Zur Geschichte der Oberdorfer Schutzjuden im 16., 17. und 18. Jh., in: Dokumentationsband XII, 1998, Rieser Kulturtage.
ders./Bernhard Hildebrand: Museum zur Geschichte der Juden im Ostalbkreis - Katalog. 2004. Eigenverlag. ISBN 3-00-013584-7.

  

    

    

Rückblick auf eine Ausstellung 2008: 'Begegnung mit besonderen Menschen"

Anlässlich des Tages der Europäischen Jüdischen Kultur im Jahr 2008 zeigte die ehemalige Synagoge im Bopfinger Ortsteil Oberdorf eine Rarität besonderer Art. Die reich bebilderte Ausstellung auf 50 Tafeln mit dem Titel "Begegnung mit bemerkenswerten Menschen" 
umfasste eine Fülle interessanter Kurzbiographien jüdischer Persönlichkeiten, die einst ihre familiären Wurzeln im Nördlinger Ries hatten und dann in Stuttgart, München oder gar in Nordamerika eine berufliche Existenz gefunden haben. Erarbeitet wurde die Ausstellung von Rolf Hofmann (Stuttgart) - entstanden ist diese Fülle jüdischer Lebensbilder aus der Kooperation mit den Fürstlichen Archiven auf Schloss Harburg bei Nördlingen. Großformatige Fotos und kurzweilige Texte gewähren Einblick in eine längst vergangene Zeit. Diese in Art und Umfang (20 laufende Meter) außergewöhnliche Ausstellung wurde bisher noch nirgendwo gezeigt. Eröffnet wurde diese Präsentation jüdischer Lebensbilder am Sonntag, den 7. September 2008 um 14 Uhr. Weitere Möglichkeiten der Besichtigung gab es bis zum 1.11.2008 jeweils samstags und sonntags 14-16 Uhr. 

OBERDORF-TOTAL-1.jpg (42656 Byte) OBERDORF-DETAIL-2.jpg (55476 Byte) OBERDORF-ECKE-1.jpg (40792 Byte) OBERDORF-KRIEG.jpg (37542 Byte) OBERDORF-DETAIL-1.jpg (49648 Byte)

 

 

 

 

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 17. Juni 2009