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Friedhöfe in der Region"
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Nordrach (Ortenau-Kreis)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der Rothschild'schen
Lungenheilanstalt (interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Für die in Nordrach verstorbenen Patientinnen der Rothschild'schen
Lungenheilanstalt (Sanatorium) wurde im Untertal 1907 ein jüdischer Friedhof angelegt (bis
1942 für 29 verstorbene Patientinnen, eine letzte Beisetzung 1977). Am Friedhof sind
Hinweisschilder angebracht. Bis zur Gegenwart ist auch die Friedhofshalle erhalten. Eine vermutlich 1935 angebrachte Gedenktafel
für die Stifterin Baronin Adelheid von Rothschild wurde Frühjahr 2003 vor
dem Eingang des Gebäudes in Nordrach angebracht.
Die Lage des Friedhofes
Text
Ältester Grabstein aus dem Jahre 1907 -
Judenfriedhof in Nordrach
(Zeitungsartikel von ca. 1982 von Hans-Georg Kluckert)
Vor etwa 75 Jahren wurde außerhalb des Nordracher Ortskerns im Untertal
ein Judenfriedhof angelegt. Er findet heute wieder viel Beachtung, weil der noch
relativ neue Dorfrundweg an diesem Friedhof vorbeiführt. Im Jahre 1905 kaufte
Emma von Rothschild das heute Th. Zajac gehörende St.-Georgs-Krankenhaus in
Nordrach und brachte es in den Besitz der Rothschildstiftung. In diesem Haus
wurden - wie auch beim vorherigen Besitzer Dr. Hettinger - Lungenkranke
versorgt, und zwar Jüdinnen, die aus ganz Deutschland, aber auch aus Belgien,
England und anderen europäischen Ländern hierher kamen. Die Stiftung kaufte
dem Nordracher Leo Maile ein Grundstück ab und legte dort für die Toten dieser
Anstalt einen Friedhof an, der heute noch besteht.
Während des Terrors im Dritten Reich wurden zwar einige
Grabsteine zerstört bzw. beschädigt. Ansonsten wurden die Nordracher Juden
relativ gut behandelt. Dies war hauptsächlich dem Einfluss des bekannten
jüdischen Arztes Dr. Zehner zu verdanken; aber auch der damalige Bürgermeister
Spitzmüller trug dazu bei. Erst nach der Kriegswende wurden die Juden dann aber
doch abtransportiert und kehrten nie mehr wieder zurück!
Als 1952 Thaddäus Zajac, der mit einer Jüdin verheiratet war,
das Haus vom alten Baron von Rothschild, einem Sohn der Emma von Rothschild
ankaufte, übernahm seine Frau die Pflege des Friedhofs. Seit sie aber von
Nordrach wegzog, ist der Enkel des damaligen Grundbesitzers, Georg Isenmann, im
Auftrag der jüdischen Gemeinde Karlsruhe für die Friedhofspflege zuständig.
Die erhaltenen Grabsteine sind heute noch gut lesbar. Sie fallen dadurch auf,
dass sie meist jüdische Schriftzeichen tragen, nur Name und Lebensdaten sowie
Geburtsort sind oft in deutscher Schrift. Viele der hier bestatteten
Lungenkranken sind auch schon relativ früh an dieser Krankheit gestorben. Das letzte Begräbnis auf diesem Friedhof fand 1977 statt. Meta
Beinstein war aber keine Lungenkranke (die gibt es heute in Nordrach ja nicht
mehr), sondern die Tochter der früheren Verwalters des Rothschild-Hauses. Sie
war nach Indien ausgewandert, wollte aber in heimischer Erde begraben sein. Da
sie in Nordrach aufgewachsen war, gab man ihr auch hier die letzte Ruhestätte.
Links und Literatur
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