Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

     
Zurück zur Übersicht: "Jüdische Friedhöfe in der Region" 
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
   

Nordrach (Ortenau-Kreis) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der Rothschild'schen Lungenheilanstalt  (interner Link)   
    

Zur Geschichte des Friedhofes              
       
Für die in Nordrach verstorbenen Patientinnen der Rothschild'schen Lungenheilanstalt (Sanatorium) wurde im Untertal 1907 ein jüdischer Friedhof angelegt (bis 1942 für 29 verstorbene Patientinnen, eine letzte Beisetzung 1977). Am Friedhof sind Hinweisschilder angebracht. Bis zur Gegenwart ist auch die Friedhofshalle erhalten. Eine vermutlich 1935 angebrachte Gedenktafel für die Stifterin Baronin Adelheid von Rothschild wurde Frühjahr 2003 vor dem Eingang des Gebäudes in Nordrach angebracht.
   
   
Die Lage des Friedhofes    

Nordrach FriedhofPlan.jpg (91423 Byte) Lage des jüdischen Friedhofes Nordrach
 (durch Pfeil markiert) 
(Karte kann durch Anklicken vergrößert werden)

  
    
Fotos
(Fotos: Hahn, aufgenommen Oktober 1988)

 Nordrach Friedhof 186.jpg (43207 Byte) Nordrach Friedhof 183.jpg (65871 Byte)  Nordrach Friedhof 184.jpg (57957 Byte)
Hinweisschild des 
Schwarzwald-Vereins
Teilansicht des 
Friedhofes
Einzelgrab der 1922 verstorbenen 
Sara Zisalter
     
Nordrach Friedhof 181.jpg (78624 Byte) Nordrach Friedhof 180.jpg (72500 Byte)  
Teilansichten des Friedhofes  

    
   

Text

Ältester Grabstein aus dem Jahre 1907 - Judenfriedhof in Nordrach 
(Zeitungsartikel von ca. 1982 von Hans-Georg Kluckert)

Vor etwa 75 Jahren wurde außerhalb des Nordracher Ortskerns im Untertal ein Judenfriedhof angelegt. Er findet heute wieder viel Beachtung, weil der noch relativ neue Dorfrundweg an diesem Friedhof vorbeiführt. Im Jahre 1905 kaufte Emma von Rothschild das heute Th. Zajac gehörende St.-Georgs-Krankenhaus in Nordrach und brachte es in den Besitz der Rothschildstiftung. In diesem Haus wurden - wie auch beim vorherigen Besitzer Dr. Hettinger - Lungenkranke versorgt, und zwar Jüdinnen, die aus ganz Deutschland, aber auch aus Belgien, England und anderen europäischen Ländern hierher kamen. Die Stiftung kaufte dem Nordracher Leo Maile ein Grundstück ab und legte dort für die Toten dieser Anstalt einen Friedhof an, der heute noch besteht. 
Während des Terrors im Dritten Reich wurden zwar einige Grabsteine zerstört bzw. beschädigt. Ansonsten wurden die Nordracher Juden relativ gut behandelt. Dies war hauptsächlich dem Einfluss des bekannten jüdischen Arztes Dr. Zehner zu verdanken; aber auch der damalige Bürgermeister Spitzmüller trug dazu bei. Erst nach der Kriegswende wurden die Juden dann aber doch abtransportiert und kehrten nie mehr wieder zurück! 
Als 1952 Thaddäus Zajac, der mit einer Jüdin verheiratet war, das Haus vom alten Baron von Rothschild, einem Sohn der Emma von Rothschild ankaufte, übernahm seine Frau die Pflege des Friedhofs. Seit sie aber von Nordrach wegzog, ist der Enkel des damaligen Grundbesitzers, Georg Isenmann, im Auftrag der jüdischen Gemeinde Karlsruhe für die Friedhofspflege zuständig. Die erhaltenen Grabsteine sind heute noch gut lesbar. Sie fallen dadurch auf, dass sie meist jüdische Schriftzeichen tragen, nur Name und Lebensdaten sowie Geburtsort sind oft in deutscher Schrift. Viele der hier bestatteten Lungenkranken sind auch schon relativ früh an dieser Krankheit gestorben. Das letzte Begräbnis auf diesem Friedhof fand 1977 statt. Meta Beinstein war aber keine Lungenkranke (die gibt es heute in Nordrach ja nicht mehr), sondern die Tochter der früheren Verwalters des Rothschild-Hauses. Sie war nach Indien ausgewandert, wollte aber in heimischer Erde begraben sein. Da sie in Nordrach aufgewachsen war, gab man ihr auch hier die letzte Ruhestätte.
   

   

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Nordrach (unter Sehenswürdigkeiten wird auch über den jüdischen Friedhof berichtet
Website des Zentralarchivs Heidelberg mit Informationen zum jüdischen Friedhof Nordrach  
Zur Seite über das Rothschild'sche Sanatorium und den Betsaal im Haus (interner Link)
Bericht einer Schulklasse der Nordracher Grundschule vom Besuch des jüdischen Friedhofes Nordrach

  

                   
vorheriger Friedhof     zum ersten Friedhof    nächster Friedhof

          

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 31. März 2011