Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Laupheim (Kreis Biberach)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt  
  
Hier: Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Laupheim wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Ein großer Teil der Texte konnte noch nicht abgeschrieben und kommentiert werden. Bitte zum Lesen die Textabbildungen anklicken. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 17.10.2015.    
     
 
    
  
Übersicht:  

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Auszeichnung für den Armenkassenverwalter Heinrich Steiner (1861)   
-  Konversion einer evangelischen Frau zum Judentum vor ihrer Heirat (1862) 
-  Auszeichnung der Werkzeugfabrik von Joseph Steiner (1862) 
Brief der Laupheimer Werkzeugfabrik Joseph Steiner & Söhne nach Stettin (1871)    
-  Abschiedsrede des aus Laupheim stammenden Mergentheimer Rabbiners Dr. Max Sänger (1867)   
-  Wurde der Sohn von Dr. Kilian Steiner beschnitten ? (1870)  
-  Simon Jos. Steiner wurde in den Stadtrat gewählt (1872)   
-  Mina Lövinger fällt einem Raubmord zum Opfer (1875)   
-  Zum Tod von Hirsch Mayer und Emanuel Weil (1879)   
-  Zur Beisetzung von Hermann von Kaulla durch Rabbiner Dr. Ludwig Kahn in Oberdischingen (1882)  
-  25-jähriges Amtsjubiläum von Kirchenvorsteher Simon Heinrich Steiner (1886)  
-  25-jähriges Amtsjubiläum von Rechtsanwalt Heumann und S. Steiner als Mitglieder des Kirchenvorsteheramtes (1888)  
-  Zum Tod von Pauline Klein geb. Steiner (1900)   
-  Simon Heinrich Steiner erhält die Verdienstmedaille des Friedrichsordens, Oberamtsarzt Dr. Rödelheimer den Titel eines Sanitätsrates (1901)   
-  Veröffentlichung der Liturgischen Synagogen-Gesänge des aus Laupheim stammenden Moritz Henle (1903)   
-  Goldene Hochzeit von Simon Heinrich Steiner und Emilie geb. Einstein (1908)   
-  Fanny Steiner geb. Rosenthal erhält die Olga-Medaille in Silber (1912)   
-  Ein von Friedrich Adler geschaffener jüdischer Betsaal wird ausgestellt (1914)   
-  Eisernes Kreuz für Richard Heumann (1916)  
70. Geburtstag von Fabrikant Joseph Bergmann (1920)   
-  Zum Tod von Fanny San. Steiner (1920)  
Zum Tod von Victor Heinrich Steiner (1921)   
Gemeindeversammlung mit Rabbiner Dr. Straßburger aus Ulm  -  Adolf Löwenthal beendet nach 30 Jahren seine Tätigkeit als Synagogendiener (1924)  
Todesanzeige für Karoline Bernheim geb. Lämmle (1924)  
-  Nachruf auf Moritz Henle (1925)  
70. Geburtstag der Frau von Heinrich Einstein  -  Silberne Hochzeit von Jonas Weil und seiner Frau (1926)  
90. Geburtstag von Amalie Hirschfeld geb. Rosengart (1927) 
Gerbermeister Simon K. Steiner ist 25 Jahre Mitglied im Israelitischen Vorsteheramt (1927)  
80. Geburtstag von Samuel Heumann (1927)   
Öffentlicher Dank an Max Bergmann, Vorstand des Verschönerungsvereins (1927) 
60. Geburtstag von Carl Lämmle (1927)   
Zum Tod von Fanny Rieser geb. Löwenthal (1927)  
Jubiläumsschießen des Schützenvereins für Albert Höchstetter (1927) 
Zum Tod des Kaufmanns Hugo Hofheimer (1928)  
Goldene Hochzeit von Heinrich Heumann und Clementine geb. Regensteiner (1928)  
70. Geburtstag von Jakob Lammfromm (1928)   
90. Geburtstag von Fanni (Fanny) Steiner geb. Rosengard (1928)  
Handelsrichter und Vorsteher Jakob Adler wird in den Gemeinderat der Stadt gewählt (1928/29)    
90. Geburtstag von Babette Wertheimer (1929)  
Beitrag über Carl Lämmle von Gerhard Hirschfeld (New York, 1929)  
Besuch von Carl Lämmle in seiner Heimat (1929) 
91. Geburtstag von Fanny Steiner geb. Rosengard (1929) 
Carl Lämmle verfilmt das Buch "Im Westen nichts Neues" (1930)  
60. Geburtstag von Lina Kaufmann geb. Rieser (1930) 
Zum Tod von Sigmund Rosengardt (1930)     
Zum Tod von Kommerzienrat und Brauereidirektor Leopold Baldauf aus Dillingen/Donau (1930)   
Zum Tod von Amalie Hirschfeld geb. Rosengardt (1931)  
70. Geburtstag von Rosa Einstein und Bertha Heimann (1931)  
25-jährige Tätigkeit von Gemeindevorsteher Jonas Weil in der Chewra Kadischa (1931) 
80. Geburtstag von Lina Löwenthal (1931)  
Ein Buch über Carl Lämmle ist erschienen (1932)  
Kleiderspende für Bedürftige von Carl Lämmle (1932)   
Festsitzung des Vorsteheramtes zu Ehren von S. L. Steiner (1932)  
Zum Tod von Pauline Hirschfeld (1932)  
Spende der nach Amerika ausgewanderten Pauline Friedberger (1932)  
Gerbermeister Simon L. Steiner ist 30 Jahre im Vorsteheramt - Ehrungen für seine Verdienste (1932)  
Zum Tod von Beno Heumann (1932)  
Gretel Bergmann wird Süddeutscher Meister im Hochsprung für Damen (1932) 
70. Geburtstag von Berta Weil geb. Regensteiner (1932)  
Zum Tod von Oekonom Ludwig Nördlinger (1932)  
100 Jahre Kaufhaus D. M. Einstein (1932)  
Reichsaußenminister a.D. Dr. Curtius besucht in den USA Carl Lämmle (1932)  
Leopold Wallach hat in Tübingen sein Doktorexamen bestanden (1932)  
Zum Tod von Heinrich Rieser und von Rosa Dworzan, Witwe von Kantor Dworzan (1933)  
Silberne Hochzeit von Fabrikant Max Bergmann und Henny geb. Stern (1933)  
Zum Tod von Sarah Laupheimer geb. Stern (1933)  
85. Geburtstag von Fanny Guggenheim geb. Obernauer (1933)  
70. Geburtstag von Julius Schmal (1933)  
Jacob Adler legt seine öffentlichen Ehrenämter nieder (1933)  
Zum Tod von Babette Sternschein geb. Friedberger und von Hopfenhändler Max Einstein (1933)  
25-jähriges Dienstjubiläum des Synagogendieners Samuel Schiller (1933) 
Schwerer Unglücksfall von zwei Kindern von D. Max Einstein (1933)  
70. Geburtstag von Markus Friedberger (1933)  
Zum Tod von Max Schwed (1933)  
80. Geburtstag von Heinrich Obernauer (1933)  
70. Geburtstag von Babette Rosenberger geb. Bierig (1934) 
70. Geburtstag des Vorsitzenden des Israelitischen Vorsteheramts Simon L. Steiner (1934) 
Zum Tod von Fanny Guggenheim geb. Obernauer (1934) 
Zum Tod von Jenny Heimann geb. Steiner (1934)  
Leichtathletikmeisterschaften des Landesverbandes Bayern der Jüdischen Turn- und Sportvereine mit Erfolgen von Gretel Bergmann aus Laupheim (1934)  
Hinweis auf Publikationen von Rabbinatskandidat Dr. Luitpold/Leopold Wallach aus Laupheim (1934)  
25-jähriges Amtsjubiläum von Vorsteher Jonas Weil (1935)  
70. Geburtstag von Sam Steiner (New York, 1935) 
Zum Tod von Mathilde Adler geb. Netter (1935)   
Zum Tod des Gemeindevorstehers und langjährigen Gemeinderates der bürgerlichen Gemeinde Jakob Adler (1936) 
80. Geburtstag des Synagogendieners und Friedhofverwalters Samuel Schiller (1936)   
-  Abschied von Gretel Bergmann (1937)   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
-  Tüchtiger Reisender wird gesucht (1890)   
-  Anzeigen des Tuch- und Manufakturwarengeschäftes Josef Neuburger (1892 / 1904) 
Weitere Dokumente zu jüdischen Gewerbebetrieben und Privatpersonen  
Brief an den Rechtskonsulanten Lämmle in Laupheim (1863) 
Karte von M. (?) Einstein an Sam Steiner bei Victor Hch. Steiner in Laupheim (1897)  
F
irmenrechnung der Seifensiederei Em. Heilbronner, Inh. A. Erlebacher (1906) 
Kartenbestellung an Fa. Isidor Adler in Laupheim (1919)  
Briefumschlag für Fa. Isidor Adler in Laupheim (1923)   

     
     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde             
Auszeichnung für den Armenkassenverwalter Heinrich Steiner (1861)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. November 1861: "Herr Steiner in Laupheim, israelitischer Armenkassenverwalter daselbst, hat von Seiner Majestät dem König das silberne Verdienst-Medaillon erhalten, das von dem Königlichen Bezirksbeamten ihm feierlichst überreicht wurde."         
  
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Dezember 1861: "Laupheim (Württemberg), 27. Oktober (1861). Heute feierte die israelitische Gemeinde hier ein Fest seltener Art. Nachdem vor 8 Tagen auf der israelitischen Gemeinde-Kanzlei die von Seiner Majestät dem König dem Rechner des Israelitischen Wohltätigkeitsvereins, Heinrich Steiner dahier, 'in Anerkennung seines verdienstlichen Wirkens', verliehene silberne Zivilverdienst-Medaille durch den Bezirksbeamten, Oberamtmann Baumann, demselben in feierlicher Weise unter angemessener Ansprache überreicht worden war, wurde heute zu Ehren dieser Auszeichnung ein Fest veranstaltet, zu welchem die Herren Bezirksbeamten erschienen waren, und an welchem auch ein namhafter Teil der Gemeinde sich beteiligte."       

 
Konversion einer evangelischen Frau zum Judentum vor ihrer Heirat (1862)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. August 1862: "Aus Württemberg, im Juli (1862). In Laupheim wurde durch Rabbiner Wälder daselbst ein evangelisch christliches Mädchen aus Stuttgart ins Judentum aufgenommen, nachdem Herr Kirchenrat Maier in Stuttgart die Vornahme des Aufnahme-Aktes verweigert hatte. Kurze Zeit darauf wurde die Trauung des fraglichen Mädchens mit einem israelitischen Kaufmann aus Stuttgart durch Rabbiner Wälder vorgenommen. Die große Synagoge war überfüllt, drei Viertel des Publikums waren Christen, denen ein solcher Akt des Übertritts zum Judentume etwas Neues war. Zum geeigneten Text wurde das Buch Ruth Kap. 1 Vers 16-17 gewählt, der der Feierlichkeit entsprechend war."       

  
Auszeichnung der Werkzeugfabrik von Joseph Steiner (1862)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. August 1862: "Von württembergischen Israeliten erhielten bei der Londoner Industrie-Ausstellung folgende Firmen Ehrenpreise: 1) Gebrüder Gutmann in Göppingen, 2) Kaufmann und Söhne in Göppingen, 3) Ottenheimer und Söhne in Stuttgart, 4) Rosenthal und Comp. in Göppingen, 5) Steinhard, Herz u. Comp. daselbst. Der Werkzeugfabrik des Joseph Steiner in Laupheim, der gegenwärtig ein großartiges Fabrikgebäude errichtet, wurde nach dem Schwäbischen Merkur lobende Erwähnung zuteil."       
 
Hinweis:  Firmengeschichte und Dokumente zur Firma Jos. Steiner & Söhne / Laupheimer Werkzeugfabrik finden sich auf der Website von Wolfgang Jordan "Kleines Werkzeugmuseum":  Seite zur Firma Jos. Steiner & Söhne  (Hinweis auf diesen Link von Peter Karl Müller) 
Brief der Laupheimer Werkzeugfabrik 
Joseph Steiner & Söhne nach Stettin (1871)
  
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller,
 Kirchheim/Ries) 
Laupheim Dok 12080.jpg (130614 Byte)Laupheim Dok 12080a.jpg (141657 Byte)
Hinweis: Joseph Steiner und seine Söhne hatten die Werkzeugfabrik 1859 in den Räumen des Erdgeschosses des Wirtshauses " Zum Rad " gegründet. vgl. Seite des Verkehrs- und Verschönungsvereins Laupheim e.V. über das Wirtshaus "Zum Rad".

  
Abschiedsrede des aus Laupheim stammenden Mergentheimer und nun nach Hamburg berufenen Rabbiners Dr. Max Sänger (1867)      
Anmerkung: Rabbiner Dr. Max Sänger ist am 9. Januar 1821 in Laupheim geboren als Sohn des Lehrer der jüdischen Gemeinde Abraham Sänger und der Eva geb. Weil. Er studierte in Tübingen (Staatsprüfung 1846). Zunächst war er als Privatlehrer in Wien tätig, seit 1855 als Rabbinatsverweser in Mergentheim. Er heiratete Clara geb. Mayer aus Laupheim (1834-1874). 1857 wurde er definitiv als Bezirksrabbiner in Mergentheim angestellt. Seit September 1867 war er Prediger am Hamburger Tempel. Im nachfolgenden Abschnitt ist von der Dissertation Sängers die Rede, die er jedoch über den Propheten Maleachi und nicht über Micha verfasste mit dem Titel: "Maleachi. Eine exegetische Studie über die Eigenthümlichkeiten seiner Redeweisen, Dissertation Jena 1867". 
Literatur u.a. Rolf Emmerich: Rabbiner Dr. Max Sänger aus Laupheim. In: Maajan. Zeitschrift für jüdische Familienforschung 16. 2002 S. 2012-2016.     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1867: "Laupheim. Am Sabbat Paraschat Balak (Sabbat mit der Toralesung Balak = 4. Mose 22,2 - 25,9, das war Sabbat, 20. Juli 1867) hielt der hier geborene nach Hamburg berufene Dr. Sänger, zur Zeit Bezirksrabbiner in Mergentheim, auf Ersuchen der Gemeinde eine Abschiedsrede in der Synagoge (sc. also in Laupheim) über Micha 6,8, welche nach Form und Inhalt befriedigte. Während seines Hierseins traf die Nachricht von Jena ein, dass dessen literarische Arbeit über den Propheten Micha an der dortigen Universität mit dem Doktordiplome beehrt worden ist. Es sollen noch einige druckfertige Manuskripte seiner linguistischen Studien bald veröffentlicht werden. Mit Vergnügen hat 'Einsender dieses aus dem Munde dieses Predigers vernommen, dass er in seinem neuen Wirkungskreise in Hamburg auf jüdisch-religiösem Boden wie in der meist orthodoxen Gemeinde zu Mergentheim fortzuarbeiten bemüht sein werde. Möge sich an ihm dann bewähren: wer rein werden will, dem wird geholfen sich zu reinigen." 
(letztes Zitat ist nach Angaben von Meir Brom, Jerusalem, ein Ausspruch von Resch Lakisch im Talmud Traktat Juma 38a; derselbe Ausspruch im Traktat Schabbat 38b; übertragen meint der Gedanke: wenn sich ein Mensch bemüht, wird ihm dabei geholfen).           

 
Wurde der Sohn von Dr. Kilian Steiner beschnitten ? (1870)  
Anmerkung: der Artikel erschien in der konservativ-orthodoxen Zeitschrift "Der Israelit", die überaus kritisch alle liberalen Tendenzen in den jüdischen Gemeinden verfolgte.   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1870: "Vom Neckar. Einem Herrn Dr. Kilian Steiner von Laupheim und seiner Ehefrau Witwe Goldschmidt geb. Bacher, von Mainz, in Stuttgart wohnhaft, wurde ein Sohn geboren, den dieses aufgeklärte Elternpaar nicht beschneiden ließ. 
Ob in die Standesregister der Israeliten zu Stuttgart oder Laupheim der unbeschnittene, neue Weltbürger eingetragen ist, oder ob die betreffenden Herren Rabbinen den Eintrag, wie sich's von Rechtswegen gebührte, verweigerten, wissen wir nicht. 
Es wäre vom Interesse, Näheres hierüber zu erfahren".   

 
Simon Jos. Steiner wurde in den Stadtrat gewählt (1872)  
Anmerkung: der Artikel erschien in der konservativ-orthodoxen Zeitschrift "Der Israelit", die überaus kritisch alle liberalen Tendenzen in den jüdischen Gemeinden verfolgte.    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Januar 1872: "Laupheim. Herr Simon Jos. Steiner, Mitglied des israelitischen Kirchenvorsteheramts und Kommandant der Feuerwehr, wurde am 27. Dezember vorigen Jahres in den Stadtrat gewählt. Die Wahl ist umso ehrenvoller für ihn, da die judengegnerische Partei am Schlachttage eine großartige Macht entfaltete und dessen ungeachtet als besiegte vom Kampfplatz weichen musste.  
Wir haben sonach zwei jüdische Gemeinderäte, den hier neugewählten Herrn Steiner und den vor 4 Jahren gewählten Herrn Dr. Lämmle. Die Gemeinderatssitzungen werden regelmäßig am Sabbat abgehalten. Das Schreiben bei dieser Gelegenheit geniert Herrn Dr. Lämmle durchaus nciht, denn er ist ja ein Mann, der auf der Höhe der Zeit steht!?  
Hoffentlich wird Herr Steiner dem Beispiele seines Kollegen in dieser Beziehung nicht folgen."         

   
Mina Lövinger fällt einem Raubmord zum Opfer (1875)     
Anmerkung: Es handelt sich um Emilie (= Mina) Lövinger, "ledige israelitische Haushälterin im Hause des Joseph Herzel Obernauer". Der Täter war Max Sänger, ein mehrfach vorbestrafter jüdischer Steinschleifer aus Hohebach, der sich beim Rabbinat die Adressen der Laupheimer Juden besorgt hatte, um zu betteln. Dabei traf er Emilie Levinger im Obernauer'schen Haus alleine an, erschlich sich ihr Vertrauen und ließ sich von ihr erzählen, wo Joseph Obernauer seine Reichtümer versteckte. Als Emilie empört sein Angebot ausschlug, diese gemeinsam zu rauben, schnitt er ihr die Kehle durch und machte sich mit seiner Beute aus dem Staub. Er wurde jedoch schnell gefasst und vom Ulmer Schwurgericht zum Tode verurteilt. Das Grab von Emilie (Mina) Lövinger ist im Laupheimer Friedhof (Grab S 11/8), doch ist die Inschrift bis auf wenige Reste zerstört (alle Angaben nach der Dokumentation Hüttenmeister S. 284).    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Februar 1875: "Laupheim (Württemberg). In der Nacht vom 28./29. Januar wurde in der frequentesten Straße Laupheims, zwischen 9 und 10 Uhr, die 60-jährige Haushälterin des Handelsmannes J. Obernauer - Mina Lövinger -, als sie allein zu Hause war, raubmörderisch mittelst eines Rasiermessers hingeschlachtet. Des Täters, der sich einiges Geld und wertvolle Gegenstände mitgenommen, ist man noch nicht habhaft."        

 
Zum Tod von Hirsch Mayer und Emanuel Weil (1879)   
Anmerkung: Der Handelsmann Hirsch Mayer wurde am 12. April 1797 geboren und starb am 13. Dezember 1878; sein Grab auf dem Friedhof ist erhalten (N 9/7; Dok Hüttenmeister S. 300); der Handelsmann (auch Uhrmacher, Kirchenvorsteher und Verwalter der Renovierungskasse) Emanuel Jonathan Weil  ist am 8. Juni 1814 geboren und am 14. Dezember 1878 gestorben.   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1879: "Laupheim. Freitag, den 13. Dezember starb Herr Hirsch Mayer, 85 Jahre alt, und Samstag, den 14. Dezember Herr Emanuel Weil, im Alter von 64 Jahren. Beide waren Jehudim im wahren Sinne des Wortes; sie waren tägliche Besucher des Gotteshauses und jeder von ihnen konnte sich sagen: 'ich freue mich über die, die zu mir sagen: lasst uns zum Gotteshaus gehen'; beide zählten zu denen, die wohltätig waren gegenüber den Lebenden und den Sterbenden (sc. sie waren Mitglieder des Beerdigungsvereines Chewra Kadischa); und beide hatten sich wesentliche Verdienste um das Gemeindewohl erworben, sie wollten von Reform im Sinne der Jetztzeit, wie sie hier seit längerer Zeit angestrebt wird, nichts wissen und waren jederzeit dagegen, wenn sie in dieser Beziehung um ihre Ansicht und Stimme angegangen wurden. 
Herr Hirsch Mayer war früher nicht nur längere Zeit Mitglied des Vorsteheramtes, er war auch Vorstand der in den Jahren 1838-1854 dahier bestandenen Leih- und Sparkasse, gegründet von 45 israelitischen Teilhabern, zu dem schönen und edlen Zwecke, der großen Gemeindeschuld Abhilfe zu verschaffen, welches Unternehmen auch in Wirklichkeit glücklich durchgeführt worden ist.  
Im Jahre 1861 stiftete er zur Erweiterung des Schulunterrichts in unserer Schule 1000 Gulden.  
Nach der edlen Absicht und Vorschrift des Stifters soll den größeren Knaben Unterricht in den fünf Büchern Moses, Raschi und der Mischna erteilt werden.
Emanuel Weil war vom Jahre 1860 an bis zu seinem Tode, also volle 18 Jahre ununterbrochen, Mitglied des israelitischen Kirchenvorsteheramts. Obschon er das einzige Mitglied von orthodoxen Grundsätzen in diesem Kollegium war, so vermochte er doch manchen Antrag auf Reform, der hier zur Verhandlung kam, niederzuhalten. Er war auch Gabbai (Synagogendiener) und hat in dieser Funktion für den Synagogenhaushalt aufs Gewissenhafteste gewirkt. Ihre Seelen seien eingebunden in den Bund des Lebens."        

      
Zur Beisetzung von Hermann von Kaulla durch Rabbiner Dr. Ludwig Kahn in Oberdischingen (1882) 
Vgl. die Seite zur jüdischen Geschichte in Oberdischingen (interner Link)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. April 1882: " "Württemberg. Der Staatsanzeiger vom 25. März bringt nachstehendes Kuriosum:
 Ulm, 23. März (1882). Am 16. dieses Monats verstarb zu Meran mit Hinterlassung einer jungen Witwe Herr Hermann von Kaulla von Oberdischingen. Die sterblichen Reste wurden in die Heimat verbracht, um zu Laupheim, woselbst der Verblichene der israelitischen Gemeinde angehört hatte, bestattet zu werden. Die Einwohner Oberdischingens aber, welche der Familie und namentlich dem Vater des Verstorbenen, Rittergutsbesitzer Friedrich von Kaulla, sehr anhänglich gesinnt sind und an dem großen Unglück, das so schöne Hoffnungen zerstört hat, wärmsten Anteil nehmen, baten darum, dass der Verblichene, der allseitig beliebt war, in ihrer Mitte ruhen möge. Das katholische Pfarramt gab bereitwilligst seine Zustimmung und so erfolgte am Dienstag auf dem Friedhof zu Oberdischingen unter großer Teilnahme des Ortes und der Umgegend die Beisetzung. Es ist dies ein erfreuliches Zeichen von Toleranz in einer Zeit, wo konfessionelle Unterschiede zur allzu häufig zur Ursache oder zum Vorwand von Unfrieden und Hetzereien genommen werden. 
Es wäre doch interessant zu erfahren, ob keine Anverwandten und Glaubensgenossen bei der Beerdigung anwesend waren, wer die Leiche rituell behandelte und einkleidete, welcher Geistliche als Redner dabei funktionierte und ob der Verstorbene ein Reihen- oder ein Familiengrab erhalten hat. (Siehe die Antwort unter Artikel 'Laupheim'. - Red.).. 
"Laupheim. (Württemberg). Hermann von Kaulla, Sohn des Herrn Friedrich von Kaulla, Rittergutsbesitzer zu Oberdischingen, unweit hier, starb am 17. März in Meran (Südtirol), wohin er sich zur Wiederherstellung seiner gefährdeten Gesundheit begeben, im Alter von 37 Jahren, nachdem er kaum 18 Monate verheiratet war. Nach dem Tode des Sohnes telegraphierte der bei ihm weilende Vater hierher an Herrn Dr. Rödelheimer, Oberamtsarzt, dass die Leiche nach Laupheim verbracht werde, um sie auf dem israelitischen Friedhofe (in Oberdischingen wohnen keine Israeliten) beisetzen zu lassen.
Auf diese Nachricht hin wurden alle möglichen Anordnungen getroffen, um dem Verstorbenen einen würdigen Empfang und ein standesgemäßen Grabgeleite zu bereiten, umso mehr, da er ungefähr vor einem Viertel Jahre in die hiesige israelitische Gemeinde sich eingekauft.  
Doch da Herr von Kaulla vor dem Toten in die Heimat zurückgekommen war, wurde der Sache eine andere Wendung gegeben. Wie Abraham zu den Kindern Chet (= Hetiter), als er diese um eine Begräbnisstätte für seine verstorbene Sara anging, sprach er zu dem Gemeinderate von Oberdischingen: gebet mir zum Besitztum ein Begräbnis bei euch, dass in begrabe meine Leiche, mir aus dem Gesichte' (1. Mose 23,4) und als darauf in entgegenkommender Weise der Gemeinderat antwortete: 'in der auserlesensten unserer Grabstätten begrabe deine Leiche' wurde am 20. März, am Dienstag, dem 1. Nissan - der junge Herr Kaulla auf dem katholischen Kirchhofe zu Oberdischingen in den kühlen Schoß der Mutter Erde gebettet und zwar, was die Hauptsache ist, unter Leitung des hiesigen Herrn Rabbiner Kahn. Er hielt, unbeachtet seines Amtes, wie gewöhnlich auf dem Gottesacker die Grabrede und sprach darauf das Kaddisch-Gebet. 
Über diese in den Annalen Laupheims Epoche machende Handlungsweise des Herr Rabbiners sind die Ansichten geteilt. Ein Häuflein der Kinder der Reform, speziell die Schleppträger des Herrn Rabbinen, erblicken in dem Vorgehen einen Akt der höchsten, lobenswürdigsten Toleranz, dagegen alle Übrigen, unter denen viele, die auch dem Zeitgeiste huldigen, erklären die rabbinische Handlungsweise als eine wahrhaft antijüdische."       

 
25-jähriges Amtsjubiläum von Kirchenvorsteher Simon Heinrich Steiner (1886)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. Februar 1886: "Man schreibt aus Laupheim (Württemberg) vom 25. Januar. Gestern wurden dem israelitischen Kirchenvorsteher S. H. Steiner, der 25 Jahre durch das Vertrauen seiner Mitbürger im Amte steht und seit 23 Jahren als Nachfolger seines Vaters, der seinerzeit mit der Zivildienstmedaille dekoriert wurde, die israelitische Stiftungspflege verwaltet, amtliche und private Anerkennungen zuteil. Die israelitische Oberkirchenbehörde sprach in einem Erlass ihren Glückwunsch aus, dem sich auch das Königliche Oberamt anschloss. Das Kollegium drückte seinen Dank für die aufopfernde unentgeltliche Führung der Stiftungspflege noch in einer besonderen Adresse aus."       


25-jähriges Amtsjubiläum von Rechtsanwalt Heumann und S. Steiner als Mitglieder des Kirchenvorsteheramtes (1888)  
Anmerkung: bei Rechtsanwalt Heumann handelt es sich um den in den Familienregistern genannten Isak Heimann, Rechtskonsulent/Rechtsanwalt (geb. 14. Februar 1832, gest. 8. April 1899); er war verheiratet mit Karoline Nathan (geb. 11. April 1840, gest. 26. Oktober 1910); die beiden hatten sechs Kinder: Bertha (1861), Friederike (1862), Fanny (1864), Herrmann (1867), Jeanette (18969) und Mina (1872).  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. März 1888:"Bonn, 11. März (1888). Man schreibt aus Laupheim vom 20. Februar (1888). Die Herren Rechtsanwalt Heumann und S. Steiner erhielten in Anerkennung ihrer 25-jährigen segensreichen Wirksamkeit als Mitglieder des israelitischen Kirchenvorsteheramtes von der israelitischen Gemeinde einen prachtvollen silbernen Pokal zum Geschenke. Die israelitische Oberkirchenbehörde sprach in einem Glückwunschschreiben genannten Herren ihre volle Anerkennung für ihre Verdienste, welche sie sich um die israelitische Gemeinde erworben, aus."        

 
Zum Tod von Pauline Klein geb. Steiner (1900)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. April 1900: "Laupheim (Württemberg), 26. März (1900). Gestern wurde dahier eine Frau zu Grabe getragen, die es mehr als irgendjemand verdient, auch in dieser Zeitung erwähnt zu werden. Frau Pauline Klein geb. Steiner zum Schloss. Das ungewöhnliche große Leichenbegängnis war ein beredtes Zeugnis von der Beliebtheit, deren sich die Dahingegangene in allen Schichten der Bevölkerung erfreute. Der freisinnigen Richtung angehörig, gereichte sie als wahres Biederweib dem Judentum zur Ehre. Aus eigener Kraft sich herausarbeitend, wurde sie die vielseitig gebildete, namentlich auch auf literarischem Gebiet bewanderte, aber auch die wirtschaftliche umsichtige, tüchtige und stets tätige, arbeitsame Hausfrau, die in allen weiblichen Tugenden ein Muster war, ganz besonders auf dem Gebiet der tätigen Nächstenliebe. So hat sie beispielsweise sich durch hervorragende Dienste bei den im Jahre 1870 auf dem 'Schloss' untergebrachten Verwundeten hervorgetan und von höchster Stelle Auszeichnung gefunden. Als langjähriges Mitglied des Ausschusses des israelitischen Frauenvereins hatte Frau Klein sich gleichfalls große Verdienste erworben. Unvergessen wird sie bleiben bei den Armen und Notleidenden, deren sie in hochherziger Weise sich stets angenommen, unvergessen bei den Vielen, die im Schloss Arbeit gefunden. Die Gründung der Frauenarbeitsschule dahier ist ihr Werk An der Spitze des Verwaltungsausschusses stehend, hat sie finanzkräftige Gönner für dieses Werk zu gewinnen gewusst. Bei all den erwähnten zur schönsten Harmonie verbundenen Tugenden, der Lauterkeit, Offenheit und der sittlichen Höhe ihres Wesens war sie schlicht und einfach in Sitte, leutselig im Umgang. Was Wunder, dass von hier und auswärts eine außerordentliche Menge wirklich Trauernder sich beim Leichenbegängnis einfanden, dass hoch und nieder, Korporationen, Staats- und städtische Beamte und Bürger herbeieilten, um den letzten Tribut der Verehrung, Liebe und Dankbarkeit darzubringen! Mögen ihrer Spur Viele in Israel folgen! Friede ihrer Asche!"       

 
Simon Heinrich Steiner erhält die Verdienstmedaille des Friedrichsordens, Oberamtsarzt Dr. Rödelheimer den Titel eines Sanitätsrates (1901)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1901: " Aus Württemberg, 25. Februar (1901). Anlässlich des heutigen Geburtsfestes Seiner Majestät des Königs erhielten: Der israelitische Stiftungspfleger und Kirchenvorsteher Simon Heinrich Steiner von Laupheim die Verdienstmedaille des Friedrichsordens, Hofbankdirektor Eduard von Kaulla in Stuttgart Titel und Rang eines Geheimen Hofsrats, Geheimer Kommerzienrat Dr. von Steiner in Stuttgart die silberne landwirtschaftliche Medaille, Oberamtsarzt Dr. Rödelheimer von Laupheim den Titel einer Sanitätsrates, die Kaufleute Levy Jacob und Martin Erlanger in Stuttgart und Isidor Gunz in Ulm den Titel eines Hoflieferanten."        

  
Veröffentlichung der Liturgischen Synagogen-Gesänge des aus Laupheim stammenden Moritz Henle (1903)      

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. Juni 1903: "Liturgische Synagogen-Gesänge von M. Henle, Kantor am israelitischen Tempel in Hamburg. Verlag von J. Kauffmann, Frankfurt am Main.   
Den Leistungen unserer Großmeister der Synagogalmusik ist vorliegendes Werk, Kompositionen eines mit Fachkenntnis und Geschick arbeitenden tüchtigen Kantors und Musikers, die aus dem praktischen Bedürfnis und Gebrauch hervorgegangen, würdig zur Seite stellen. Der größte Teil der Piecen mit ihrer erhabenen Stilart und der geschickt behandelten Harmonisierung zeichnet sich durch Einfachheit und sanft hinfließende Melodie, durch leichte Stimmführung, sowie durch Sangbarkeit jeder einzelnen Singstimme hervorragend aus und ich bin überzeugt, dass dieses wertvolle Werk bei den Kantoren in den jüdischen Gemeinden aller Länder lebhaftem Interesse und ungeteilter Würdigung begegnen wird. P.K."      

    
Goldene Hochzeit von Simon Heinrich Steiner und Emilie geb. Einstein (1908)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Dezember 1908: "Laupheim. Der wegen seiner Verdienste um die hiesige israelitische Gemeinde und ihre Institutionen schon vor Jahren mit dem Friedrichsorden 1. Klasse ausgezeichnete Kirchenvorsteher und Stiftungspfleger S. H. Steiner und seine Ehegattin Emilie geb. Einstein, feierten in körperlicher und geistiger Rüstigkeit die goldene Hochzeit. Bei diesem Anlass wurde das Jubelpaar vom König mit einem herrlichen Goldpokal mit entsprechender Inschrift und huldvollem Handschreiben erfreut."      

 
Fanny Steiner geb. Rosenthal erhält die Olga-Medaille in Silber (1912)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5- Januar 1912: "In Laupheim (Württemberg) erhielt Frau Fanny Steiner geb. Rosenthal als Anerkennung ihrer 60-jährigen Tätigkeit als Vorsteherin des Israelitischen Frauenvereins die Olga-Medaille in Silber."       

 
Ein von Friedrich Adler geschaffener jüdischer Betsaal wird ausgestellt (1914)     
Anmerkung: Friedrich Adler (geb. 1878 in Laupheim, ermordet 1942 in Auschwitz): Kunstgewerbler, seit 1907 Lehrer, seit 1927 Professor an der staatlichen Kunstgewerbeschule Hamburg; bedeutend auf dem Gebiet der Innenarchitektur; entwarf Kultgeräte, Grabdenkmale usw. 
vgl. Wikipedia-Artikel zu Friedrich Adler (Künstler)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. Juni 1914:  "Köln. Die Abteilung 'Kirchliche Kunst' in der Werkbund-Ausstellung bringt neben katholischen und protestantischen Kirchenräumen auch eine Synagoge, die dieser Tage eröffnet wurde.  
Der von dem Architekten Friedrich Adler, Lehrer an der Kunstgewerbeschule Hamburg, geschaffene, überaus weihevoll gestimmte Raum findet die höchste Bewunderung aller Besucher. Der Künstler hat es verstanden, bei genauester Innehaltung aller traditionellen Bestimmungen, nicht nur die Architektur, sondern alle Einrichtungsgegenstände in ganz modernem Geiste zu gestalten. Der Blick wird zunächst durch einen, in edelster Keramik (Keramik-Manufaktur Hamburg, Gerstenkorn und Meinerstorf) ausgebildeten Vorhof auf das in gedämpftem Gold erstrahlende Allerheiligste mit dem blauen Vorhang des Toraschreines gelenkt. Vor ihm hängt zwischen dem in Eichenholz reich geschnitzten Vorbeterpult und der Kanzel die von der Firma Bruckmann - Heilbronn in edelster Silbertreibarbeit ausgeführte Ewige Lampe. Das in den beiden Nischen rechts und links vom Allerheiligsten stehende Gestühl, das sich durch schlichte strenge Formschönheit auszeichnet, ist für den Rabbiner und je zwei Vorstandsmitglieder sowie für den Vorbeter bestimmt. Die durch neuartige Form aus auszeichnenden sieben- und achtarmigen Leuchter sind in Messingguss ausgeführt und haben ihren Platz zwischen den Säulen des linken Seitenschiffs gefunden. In Vitrinen stehen zahlreiche Kultgeräte für den häuslichen Gebrauch. Von hervorragender Schönheit sind die von der bekannten Glasmalerei Gottfried Heinersdorff - Berlin nach Adlers Entwürfen ausgeführten Glasfenster, die - Dank einer Stiftung eines künstlerisch gesinnten Mitgliedes der hiesigen Synagogengemeinde - Köln - dauernd erhalten bleiben werden. Sie tragen wesentlich zur Steigerung der Stimmung des in der Farbengebung wohl abgehobenen Raumes bei. Dem ganzen Werk wird der mit einem, für das Schöne empfindsamen Auge bedachten Besucher ansehen, dass sich hier ein hochbegabter Künstler mit voller Hingabe einer hohen Aufgabe gewidmet und sie mit feinstem Empfinden gelöst hat."     

  
Eisernes Kreuz für Richard Heumann (1916)    
Anmerkung: Richard Heumann (geb. 30. September 1885 in Laupheim) heiratete am 26. Oktober 1919 Luise geb. Einstein (geb. 18. Februar 1894). Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Marianne (geb. 1920) und Franz Louis (geb. 1927).Die Familie ist 1934 nach Paris emigriert.   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 7. Juli 1916: "Laupheim. Richard Heumann erhielt vom Kronprinzen eigenhändig das Eiserne Kreuz ausgehändigt".      

   
70. Geburtstag von Fabrikant Joseph Bergmann (1920)   
Anmerkung: Joseph Bermann ist am 7. Februar 1850 in Rowny (Provinz Csaslau in Böhmen) als Sohn von Emanuel Bergmann und der Theresia geb. Munk geboren. Er heiratete am 4. August 1874 in Laupheim Friederike geb. Einstein aus Laupheim. Die beiden hatten zehn Kinder, von denen drei früh verstorben sind. Josef Bergmann verstarb am 2. November 1922, seine Frau am 27. Mai 1924 (beide Gräber im Friedhof Laupheim). Sein Enkel Hans Bergmann (geb. 1908 in Laupheim als Sohn von Max Bermann, gest. 1996 in Media, PA, USA) war Chronist der Laupheimer jüdischen Gemeinde.    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Februar 1920: "Laupheim (Württemberg), 13. Februar (1920). Der Seniorchef der Firma J. Bergmann u. Co., Herr Joseph Bergmann, noch heute an der Spitze seiner Fabrik stehend, feierte in Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der durch Fleiß, Energie, Umsicht und Tatkraft aus kleinen Anfängen sein Geschäft zu einem der bedeutendsten gemacht hat, das den Weltmarkt beherrscht, erfreut sich allgemeiner Wertschätzung und wird besonders von seinen zahlreichen Angestellten und Arbeitern wie ein Vater geliebt und verehrt. Deputationen mit Ansprachen, die kostbare Blumen überreichten, brachten das zum Ausdruck. Bei Wohlfahrtsbestrebungen steht der Jubilar mit seinen reichen Spenden immer an der Spitze der Unternehmungen. Seine Verdienste sind mehrfach durch Verleihung von Orden anerkannt worden."        

  
Zum Tod von Fanny San. Steiner geb. Rosenthal (1920)  
Anmerkung: Fanny Steiner geb. Rosenthal (geb. 21. Dezember 1837 als Tochter von Moses Rosenthal und Klara geb. Rödelheimer, gest. 2. August 1920) war verheiratet mit Simon Joseph Stein, der 1884 in New York verstorben ist. Das Ehepaar hatte keine Kinder.    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1920:  "Laupheim, 4. August (1920). Heute wurde hier eine Frau beerdigt, die verdient öffentlich genannt zu werden. Es ist die Witwe Fanny San. Steiner, die ein Alter von 82 Jahren erreichte, eine gottesfürchtige Frau, eine edle Frau von echtem alten Schrot und Korn. Bis vor einigen Jahren, da die Beschwerden des Alters sich fühlbar machten, sah man sie täglich morgens und abends in der Synagoge. In der Gemeinde hoch geachtet, entfaltete sie seit Oktober 1862 im Ausschuss und seit Oktober 1867 als Vorsteherin des israelitischen Frauenvereins eine rege Tätigkeit. Am Grabe würdigte Herr Rabbiner Dr. Treitel das Wirken der Heimgegangenen in warmen Worten. Vor einigen Jahren wurde auch durch die Regierung der Umstand, dass sie 50 Jahre dem Ausschusse angehörte, durch Verleihung der silbernen Verdienstmedaille gewürdigt. Der Verein hatte ihren 80. Geburtstag durch Errichtung einer Stiftung, deren Zinsen alljährlich an ihrem Geburtstag zur Verteilung an ein junges Mädchen gelangen, als Beihilfe zur Errichtung eines Berufes, gefeiert. Der Ausschuss des Frauenvereins ließ durch seinen Sekretär, Hauptlehrer Rosenberger, einen Nachruf sprechen, in welchem ihr der Dank für alle Leistungen gezollt wurde. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."      
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. August 1920: "Laupheim (Württemberg), 13. August (1920). Aus hiesiger Gemeinde ist von dem am 2. dieses Monats zu allgemeiner Trauer erfolgten Ableben der langjährigen 1. Vorsteherin des hiesigen Israelitischen Frauenvereins, Frau Fanny Steiner, zu berichten. - Man darf sagen, mit ihrem Hintritt ist ein Stück jüdischer Geschichte abgeschlossen, besonders interessant nach der Vereinigung zweier Welten, wie sie bei ihr gegeben war, der des Gettos, in die ihre Jugendzeit gefallen, und der der neuzeitlichen Bestrebungen, denen ihr Leben und Wirken angehört hat. Sie hat das ungewöhnlich hohe Alter von 83 Jahren erreicht: davon 6 Jahrzehnte im Dienste des Frauenvereins als Vorsteherin gestanden. Wie sehr sie den Ruf der Zeit verstanden, davon sei nur eins hier zu erwähnen: Es war zu ihrem 80. Geburtstage, da ihr eine ansehnliche Summe, Ergebnis einer Sammlung bei den zahlreichen Verehrern und Verehrerinnen, die sie hier und draußen gehabt, zur Verfügung gestellt worden, und da eine 'Fanny-Steiner-Stiftung' daraus errichtet worden, stimmte sie sogleich dem Plane zu, dass die Zinsen derselben zur Beförderung von Erwerbsbildung Verwendung finden sollen als dem, was soziale Fürsorge der Jetztzeit besonders verlangt. Es ist schwer, ein getreues Bild von dem weiten Umfang zu geben, in welchem sie ihren Pflichtenkreis als Vorsteherin aufgefasst und ausgeführt hat. Hier war es ihr starkes Fühlen, nach Art des Gettos, das Bewusstsein von Unbegrenztheit der Pflichten einer Frauenvereins-Vorsteherin, was sie mitfühlen ließ mit Kranken, Leidenden aller Art im Frauenkreise und sie anspornte zu ungewöhnlich aufopfernder, angestrengter Liebestätigkeit, bald Kranken, bei denen sie Nächte geopfert, Erleichterung bringend, Sterbenden das Ende leichter machend mit ihrem Zuspruch, an Verstorbenen mit heiliger Andacht, wie sie besonders wieder vom Getto bekannt ist, die letzten Liebespflichten übend. Vom Getto auch hatte sie Einführung in unser hebräisches Schrifttum empfangen, zu dem sie sich Liebe, Begeisterung bewahrte bis in die letzten Jahre, da ihr Verkehr mit der Außenwelt schon abgenommen. Wo immer noch sie Gelegenheit hatte, von diesem unserem Schrifttum, seiner Anwendung, seiner Auslegung zu hören, folgte sie dem Gehörten aufmerksam mit feinem Verständnis. Es kann nicht fehlen, dass, wie ihr ein dankbares Andenken bei uns gesichert ist, sie auch Vorbild für die überlebenden Mitschwestern bleibt, wie es an ihrem Grabe ihr zugelobt worden."   

    
Zum Tod von Victor Heinrich Steiner (1921)     
Anmerkung: Victor Heinrich Steiner ist 1835 als Sohn von Heinrich Steiner und seiner Frau Jeanette geb. Einstein in Laupheim geboren. Er heiratete am 12. Januar 1869 in Laupheim Friedericke geb. Nathan aus Laupheim. Die beiden hatten fünf Kinder. Heinrich Steiner starb am 5. Januar 921, seine Frau am 21. Oktober 1920. Beide sind im Friedhof in Laupheim beigesetzt.  
Vgl. unten Karte an Sam Steiner     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. September 1921: "Laupheim (Württemberg), im August (1921). Hier starb im patriarchalischen Alter von 86 Jahren der Besten und Edelsten einer, unser Glaubensgenosse Victor Heinrich Steiner. Hoch geachtet in Stadt und Bezirk, erfreute sich der Entschlafene allseitiger Liebe und Verehrung. Er gehörte Jahrzehnte hindurch als Obmann dem Bürgerausschuss an, war über 25 Jahre ehrenamtlich Aufsichtsrat bei der Städtischen Gewerbebank. Um den Leseverein 'Concordia', dem er, in selbstloser Weise und immer auf dessen Hebung bedacht, 50 Jahre lang diente, erst als Bibliothekar, dann als Vorstand, erwarb er sich viele Verdienste. Herr Steiner war auch unser Lokaldichter, und seine Gedichte bildeten allemal die Glanznummern bei den früheren Königsfesten. Es gingen ihm darob viele Dank- und Anerkennungsschreiben von höchster Stelle, aus der Hofkanzlei des Herrschers zu. Ein unübersehbares Gefolge begleitete den Entschlafenen zur letzten Ruhestätte. Nach dem Stadtrabbiner sprach Herr Rechtsanwalt Löwigard für die 'Concordia', Herr Stadtschultheiß Schick für die Gewerbebank. Beide Herren legten in dankbarer Verehrung Lorbeerkränze an der Bahre nieder. Die Gedenkworte aller drei Redner klangen darin aus, dass der Entschlafene in Stadt und Gemeinde unvergessen fortleben wird."           

     
Gemeindeversammlung mit Rabbiner Dr. Straßburger aus Ulm  -  Adolf Löwenthal beendet nach 30 Jahren seine Tätigkeit als Synagogendiener (1924)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 15. Mai 1924:          

          
Nachruf auf Moritz Henle (1925)   
Anmerkung: Moritz Henle (geb. 1850 in Laupheim, gest. 1925 in Hamburg): Kantor und Komponist, 1879 bis 1913 erster Kantor an der israelitischen Tempelgemeinde in Hamburg, Kompositionen auf dem Gebiet der Synagogen-Gesangsliteratur; Mitbegründer des Allgemeinen Deutschen Kantoren-Verbandes (Vorsitzender 1906 bis 1919).
Vgl. Wikipedia-Artikel zu Moritz Henle.  

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 2. Oktober 1925: 
"Moritz Henle zum Gedächtnis. Von George Goetz - Danzig.  
Gering ist die Zahl derer, die die Kunst dieses Heimgegangenen zu würdigen wussten, die Kunst dieses Künstlers: Moritz Henle. Mehr als drei Jahrzehnte hindurch versah er sein Amt als Vorbeter am Israelitischen Tempel in Hamburg; im Jahre 1913 musste er sich wegen schwerer Krankheit pensionieren lassen, aber sein Herz blieb verknüpft mit dem Gebiete seines Schaffens, dem er das Beste seines Lebens gegeben hatte.   
Als Künstler in des Wortes weitestem Sinne würdige ich Moritz Henle; Kunst kommt von Können, und ein Könner ist er gewesen, ein Mann, in dem sich alles vereinigte, was man vom Vorbeter des Israelitischen Tempels in Hamburg verlangen muss - muss wegen der unvergleichlichen, tief verpflichtenden Tradition dieses Gotteshauses.   
Der Israelitische Tempel in Hamburg ist das erste jüdische Bethaus gewesen, in dem die Forderungen verwirklicht wurde, die aus der Ghetto-Enge befreite, europäisch empfindende Juden an ein Gotteshaus stellten: dass die Kunst als Helferin und Schwester der Religion in ein solches Haus einziehen. Es wird oft von konservativer Seite spöttisch gefragt, ob die Orgel ein Postulat des jüdischen Liberalismus sei. Das ist die ganz gewiss nicht, aber europäische Kunst ist Ausdrucksmittel europäischer Menschen, und so hat dem Hamburger Tempel die Ausdrucksformen geschaffen, die allein es den emanzipierten Juden ermöglichten, Juden zu bleiben. Amtstracht der Beamten, Ordnung, Würde, Kunstgesang, Predigt in der Landessprache: das alles sind Einrichtungen, deren der europäische Jude nicht so sehr als Jude wie als Europäer bedarf; ohne sie würde er kaum Erbauung im Hause Gottes finden. Es ist das bleibende Verdienst des Hamburger Tempels und seiner Begründer, diese Forderungen erkannt und, allen Anfeindungen, rabbinischen Bannflüchen und anderen Schwierigkeiten zu Trotz, verwirklicht zu haben. Der Hamburger Tempel ist die Muttergemeinde aller liberalen Synagogen geworden; die meisten seiner Einrichtungen sind heute Allgemeingut der Synagoge, und selbst die gottesdienstliche Form der sogenannten Gemeinde-Orthodoxie wäre ohne den Hamburger Tempel undenkbar. Von der starken Befruchtung unseres gottesdienstlichen Lebens durch das Haus in der Poolstraße ist den wenigsten Juden heute etwas bekannt, und fast scheint es, als hätten auch diejenigen, denen heute die Leitung der Tempelgemeinde obliegt, wenig Bewusstsein von der großen Vergangenheit ihrer Gemeinde; sie sollten sich auf das Wort Noblesse oblige beginnen und stets auf Wahrung ihrer Tradition, auf Entdeckung und Erreichung neuer Ziele bedacht sein, damit sie nicht stehen bleiben bei dem für sich und die Allgemeinheit Erreichten, sondern das bleiben, was ihre Vorgängen waren: die Voranschreitenden.     
Laupheim Henle JuedLIbZtg 02101925b.jpg (437241 Byte)Diese Mahnung auszusprechen fühle ich mich durchaus befugt, da ich selbst aus der Tempelgemeinde hervorgegangen und, trotz nunmehr elfjähriger Abwesenheit von Hamburg, stets innerlich mit ihr verbunden geblieben hin (Wer das neue Danziger Gebetbuch von 1924 mit dem Gebetbuch der Hamburger Tempelgemeinde von 1904 vergleicht, wird die Beweise dafür finden!). - In Moritz Henle war die alte Tempel-Tradition stets lebendig, ja, man kann ihn geradezu als die Verkörperung dieser Tradition bezeichnen. Sein eigener Aufsatz 'Der gottesdienstliche Gesang im Israelitischen Tempel zu Hamburg' in der 'Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des Tempels' (Verlag M. Glogau hr., Hamburg) legt davon Zeugnis ab, welch große Anzahl von Kompositionen für den Kantor und für vierstimmigen Chor und Orgel Henle für den Tempel geschaffen hat; er war während all der Jahre mehr als Vorbeter, war Musikdirektor und Komponist des Tempels, und gleich bedeutend waren seine Fähigkeiten und ist seine Lebensleistung als Sänger, als Komponist und als Dirigent.   
Ich weiß, was ich sage, wenn ich dies Wort ausspreche: Lebensleistung. Gewiss, der Tempel hatte auch vor Henles Amtszeit eine Orgel, aber sie wurde fast nur benutzt, um die deutschen und (im damals sephardischen Ritus der Tempelgemeinde häufig vorkommenden) hebräischen Gemeindelieder zu begleiten. Henle schuf den vierstimmigen Chor, schuf bedeutsame Chorwerke, und setzte damit erst die Orgel in ihre volle Geltung. Seine musikalischen Schöpfungen sind leider nicht in dem Maße bekannt geworden wie die anderer Meister, aber es kann für den Kenner keinem Zweifel unterliegen, dass sie von derselben Schönheit und Größe sind wie diejenigen eines Sulzer und Lewandowsky; sein Sacharti-lach gehört wohl zu den schönsten Synagogen-Kompositionen der Welt, und die jüdische Öffentlichkeit tut ihm schweres Unrecht, dass sie alle die Jahre ihn eine unbeachtete Hamburger Lokalgröße sein ließ. Ja, wenn er in Berlin gelebt hätte...! - Lasst euch, ihr liberalen Juden, seine Werke aufführen, ihr werdet sehen, dass ein großer da war, von dem zu wissen eure Pflicht ist.  
Es ist Pflicht der liberalen Juden, von Henle zu wissen, denn er war nicht nur ein begnadeter Musiker und Sänger, er war auch ein Pionier des religiös-liberalen Judentums. Der künstlerische Reichtum, den er in seinem Tempel zur Schau stellte und zu Gehör brachte, begeisterte die stets kunstfreudigen Hamburger Juden; bis dahin indifferent und dem Judentum entfremdet, strömten sie nun in Scharen in das Haus, in dem jüdische Psalmen, jüdische Gebete und - jüdische Predigten an ihr Ohr und in ihr Gemüt drangen, und so wuchs unter Henles Schaffen in Hamburg eine junge jüdisch-liberale Generation heran, ganz anders als die vorangegangene, die zwar auch liberal sich nannte, die aber ihre jüdische Betätigung in sozialen Organisationen erschöpfte, welche wohl von großer Bedeutung, aber niemals das Letzte des jüdischen Lebens sein können.   
Nicht nur Henles Werk, auch seine Persönlichkeit war ausschlaggebend für den Erfolg, den er in seinem Wirkungskreise dem Judentum errang. Keiner, der je mit ihm in Berührung kam, konnte sich dem Zauber dieses feinsinnigen, weichen Süddeutschen (er war Württemberger von Geburt) entziehen. Ich sehe ihn noch, seine hohe und breite, ragende Gestalt, den massiven und doch durchgeistigten Kopf; ich höre seine Friede atmende Stimme, und unvergesslich wird mir für immer bleiben, wie er, ganz allein hoch oben, vor der geschlossenen heiligen Lade stehend, sein 'Ez chajjim.... w'chol n'thibotheha - schalom' über die Gemeinde sang.   
Es ist hier nicht der Ort, von den Wirkungen zu reden, die Henles Persönlichkeit außerhalb des jüdischen Lebens hervorgerufen hat, im Hamburger Musikleben, in der Gesellschaft, in deren höchsten Kreisen er verkehrte, und in seiner Freimaurer-Loge. Aber es muss noch erwähnt werden, dass er sich stets in den Dienst des liberalen Judentums stellte. Er gehörte der sogenannten Fünfzehner-Kommission für die Ausarbeitung der 'Richtlinien' an, und er war Ehrenmitglied der von Dr. Paul Rieger (jetzt Stadtrabbiner in Stuttgart) ins Leben gerufenen Jüdisch-liberalen Jugendorganisation. Mit unendlicher Liebe und Hingebung nahm er an den Veranstaltungen dieses zeitlich vielleicht ältesten 'Ili'-Vereins teil und ließ ihm Förderung angedeihen auch während der Jahre, als sein Leiden ihn schon zur Amtsniederlegung veranlasst hatte.
Einer Fähigkeit Henles soll noch besonders Erwähnung getan werden. In den meisten Orgelsynagogen besteht der absurde Brauch, dass nur der Rabbiner deutsche Gebete sprechen darf, während der Kantor lediglich zum Vortrag hebräischer Gebete befugt ist. Nicht so in der Hamburger Tempelgemeinde; dort war der Vorbeter wirklich der Schliach zibbur; der Vor-Beter, und wie hat Henle es verstanden, die oft tief religiösen, wundervollen deutschen Gebete des Tempelgebetbuchs zu sprechen! Er war ein vorbildlicher, begeisterter und begeisternder Sprecher. 
Selten, sehr selten nur ist es einem jüdischen Vorbeter gelungen, so in die Breite und in die Tiefe einer Gemeinde zu wirken, wie Henle es vermocht. Ich selber bekenne freudig, dass Henle zu denen gehört, denen ich meine geistig-religiöse Erweckung danke, da seine Persönlichkeit schon, als ich noch ein Knabe von acht Jahren war, in meinen Gedanken eine Rolle spielte. - Die ihn kannten und die mit ihm in Berührung kamen, wissen von diesem seltenen Manne, dem Künstler, dem Sänger, dem Lehrer, dem Juden und Menschen Moritz Henle. Und die, für die er wirkte, die Juden sollen hier von ihm hören, was und wie er für sie gewirkt, und es soll sich für ihn erfüllen, was er selbst - bei jeder Seelengedächtnisfeier - so hinreißend zu sprechen verstand: 'Denn die Edlen sollen leuchten wie des Himmels Glanz und die, welche zum Heile der Gesamtheit gelebt, wie die ewigen Sterne.'"    

   
Todesanzeige für Karoline Bernheim geb. Lämmle (1924)       

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 7. Februar 1924: 
"Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir die traurige Mitteilung, dass unsere innigstgeliebte, treu besorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante 
Frau Karoline Bernheim geb. Lämmle 
im 60.Lebensjahre nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen ist. 
Laupheim, den 20. Januar 1924. 
In tiefer Trauer: Die Tochter: Irma Friedland geb. Bernheim.  
Der Schwiegersohn: Max Friedland, Laupheim und zwei Enkelkinder.  
Der Sohn: Julius Bernheim, Universal-City (Californien)  
Die Brüder: Josef Lämmle und Familie, Universal-City (Californien),  Siegfried Lämmle und Familie, München,  Carl Lämmle und Familie, New York,  Louis Lämmle und Familie, Chicago."       

    
70. Geburtstag der Frau von Heinrich Einstein - Silberne Hochzeit von Jonas Weil und seiner Frau (1926)          

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1926:           

       
90. Geburtstag von Amalie Hirschfeld geb. Rosengart (1927)          

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1927:        

       
Gerbermeister Simon K. Steiner ist 25 Jahre Mitglied im Israelitischen Vorsteheramt (1927)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1927:            

     
80. Geburtstag von Samuel Heumann (1927)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Juni 1927:         

     
Öffentlicher Dank an Max Bergmann, Vorstand des Verschönerungsvereins (1927)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. September 1927:       

    
60. Geburtstag von Carl Laemmle (1927)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Oktober 1927:          

         
Zum Tod von Fanny Rieser geb. Löwenthal (1927)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. November 1927:           

    
Jubiläumsschießen des Schützenvereins für Albert Höchstetter (1927)    

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. November 1927:           

      
Zum Tod des Kaufmanns Hugo Hofheimer (1928)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Juni 1928:        

    
Goldene Hochzeit von Heinrich Heumann und Clementine geb. Regensteiner (1928)          

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Oktober 1928:       
 
Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. November 1928:     

     
70. Geburtstag von Jakob Lammfromm (1928)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Dezember 1928:        

    
90. Geburtstag von Fanni L. Steiner geb. Rosengard (1928)          

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Dezember 1928:     

   
Handelsrichter und Vorsteher Jakob Adler wird in den Gemeinderat der Stadt gewählt (1928/29)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Januar 1929:          

      
90. Geburtstag von Babette Wertheimer (1929)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 15. Januar 1929:          

      
Beitrag über Carl Laemmle von Gerhard Hirschfeld (New York, 1929)     

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 15. März 1929:          
Laupheim GemZeitung Wue 15031929a.jpg (273234 Byte)  
Laupheim GemZeitung Wue 15031929b.jpg (69107 Byte)  

     
Besuch von Carl Lämmle in seiner Heimat (1929)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. August 1929:         

      
91. Geburtstag von Fanny Steiner (1929)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1929:         

 
Carl Laemmle verfilmt das Buch "Im Westen nichts Neues" (1930)   
Anmerkung: vgl. den Wikipedia-Artikel  https://de.wikipedia.org/wiki/Im_Westen_nichts_Neues_(1930); demnach war die Erstaufführung am 4. Dezember 1930 im Berliner Mozartsaal am Nollendorfplatz.    

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. August 1930:       

  
60. Geburtstag von Lina Kaufmann geb. Rieser (1930)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Oktober 1930:           

    
Zum Tod von Sigmund Rosengardt (1930)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. November 1930:         

    
Zum Tod von Kommerzienrat und Brauereidirektor Leopold Baldauf aus Dillingen/Donau (1930)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1930:         

      
Zum Tod von Amalie Hirschfeld geb. Rosengardt (1931)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1931:         

    
70. Geburtstag von Rosa Einstein und Bertha Heumann (1931)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. August 1931:          

       
25-jährige Tätigkeit von Gemeindevorsteher Jonas Weil in der Chewra Kadischa (1931)      

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. September 1931:         

      
80. Geburtstag von Lina Löwenthal (1931)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Oktober 1931:       

     
Ein Buch ist über Carl Lämmle erschienen (1932)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Januar 1932:          

     
Kleiderspende für Bedürftige von Carl Lämmle (1932)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1932:          

     
Festsitzung des Vorsteheramtes zu Ehren von S. L. Steiner (1932)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1932:           

 
Zum Tod von Pauline Hirschfeld (1932)           

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1932:         

     
Spende der nach Amerika ausgewanderten Pauline Friedberger (1932)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1932:        

     
Gerbermeister Simon L. Steiner ist 30 Jahre im Vorsteheramt - Ehrungen für seine Verdienste (1932) 

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juni 1932:            
  

   
Zum Tod von Beno Heumann (1932)      

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Juli 1932:        
 
Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. August 1932:      

      
Gretel Bergmann wird Süddeutscher Meister im Hochsprung für Damen (1932)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. August 1932:        

             
70. Geburtstag von Berta Weil geb. Regensteiner (1932)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Oktober 1932:          

     
Zum Tod von Oekonom Ludwig Nördlinger (1932)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Dezember 1932:        

      
100 Jahre Kaufhaus D.M. Einstein (1932)          

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Dezember 1932:         

     
Reichsaußenminister a.D. Dr. Curtius besucht in den USA Carl Lämmle (1932)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1932:          

   
Leopold Wallach hat in Tübingen sein Doktorexamen bestanden (1932)    
Anmerkung: Zu Leopold Wallach siehe unten, Artikel vom 16. Oktober 1934.    

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1932:        

     
Zum Tod von Heinrich Rieser und von Rosa Dworzan, Witwe von Kantor Dworzan (1933)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 18. Januar 1933:        

   
Silberne Hochzeit von Fabrikant Max Bergmann und Henny geb. Stern (1933)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Februar 1933:          

      
Zum Tod von Sarah Laupheimer geb. Stern (1933)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. April 1933:          

     
85. Geburtstag von Fanny Guggenheim geb. Obernauer (1933)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juli 1933:          

     
70. Geburtstag von Julius Schmal (1933)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Juli 1933:          

       
Jacob Adler legt seine öffentlichen Ehrenämter nieder (1933)     
Anmerkung: zum Begriff der "Gleichschaltung" in der NS-Zeit siehe Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung    

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Juli 1933:       

     
Zum Tod von Babette Sternschein geb. Friedberger und von Hopfenhändler Max Einstein (1933)           

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. August 1933:         

  
25-jähriges Dienstjubiläum des Synagogendieners Samuel Schiller (1933)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. September 1933:          

     
Schwerer Unglücksfall von zwei Kindern von D. Max Einstein (1933)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. September 1933:        

          
70. Geburtstag von Markus Friedberger (1933)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. September 1933:        

  
Zum Tod von Max Schwed (1933)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 8. November 1933:         

     
80. Geburtstag von Heinrich Obernauer (1933)       

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1933:          

     
70. Geburtstag von Babette Rosenberger geb. Bierig (1934)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Februar 1934:        

    
70. Geburtstag des Vorsitzenden des Israelitischen Vorsteheramts Simon L. Steiner (1934)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Juli 1934:          

       
Zum Tod von Fanny Guggenheim geb. Obernauer (1934)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. August 1934:        

      
Zum Tod von Jenny Heimann geb. Steiner (1934)            

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. August 1934      

       
Leichathletikmeisterschaften des Landesverbandes Bayern der Jüdischen Turn- und Sportvereine mit Erfolgen von Gretel Bergmann aus Laupheim (1934)    

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Oktober 1934:           

      
Hinweis auf Publikationen von Rabbinatskandidat Dr. Luitpold Wallach aus Laupheim (1934)   
Hinweis: Luitpold/Leopold Wallach (geb. 1910 in München, gest. 1986) lebte mit seiner Familie (Karl Wallach und Rosa geb. Schneeweiß) seit 1913 in Laupheim; besuchte die Latein- und Realschule in Laupheim, dann die Oberrealschule in Ulm; Studium der Geschichte und Philosophie in Berlin und Tübingen, Promotion in Tübingen (1932 Dr. phil.); bis 1936 Studium an der Hochschule für die Wissenschaften des Judentums in Berlin (Rabbiner-Diplom); emigrierte 1939 in die USA; war in den USA als Historiker und Judaist tätig (Professor of the Classics an der University of Illinois at Urbana-Champaign). Siehe Gedenkbuch: http://www.gedenk-buch.de/KAPITEL/90%20WALLACH%20Karl.htm         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Oktober 1934:        

     
25-jähriges Amtsjubiläum von Vorsteher Jonas Weil (1935)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. April 1935:         

      
70. Geburtstag von Sam Steiner (New York, 1935)  

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. August 1935:          

         
Zum Tod von Mathilde Adler geb. Netter (1935)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Oktober 1935:          

     
Zum Tod des Gemeindevorstehers und langjährigen Gemeinderates der bürgerlichen Gemeinde Jakob Adler (1936)         

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Februar 1936:          

    
80. Geburtstag des Synagogendieners und Friedhofverwalters Samuel Schiller (1936)        

Artikel in der "Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. März 1936:         

  
Abschied von Gretel Bergmann (1937)  
Anmerkung: zu der 1914 in Laupheim geborenen Gretel Bergmann siehe den Wikipedia-Artikel über sie.   

Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 20. Mai 1937: "Auch Gretel Bergmann verabschiedete sich. Einer nach dem anderen aus den Reihen jüdischer Sportler und Sportlerinnen verlässt Deutschland, um sich in anderen Ländern, anderen Erdteilen eine neue Heimat zu suchen. Diesmal ist es Gretel Bergmann, die beste, erfolgreichste und würdigste Vertreterin der jüdischen Sportbewegung, die uns in den nächsten Tagen verlässt, um sich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika eine neue Existenz aufzubauen.   
Wer sie ist und was sie geleistet hat? Es dürfte kaum jemanden aus der großen Familie der am jüdischen Sport Beteiligten und Interessierten geben, der die stets lustige Sportlehrerin aus Laupheim in Württemberg nicht kennt, der nicht weiß, dass sie 1934 englische Hochsprungmeisterin wurde und der nicht stolz ihren großartigen Erfolg von den württembergischen Meisterschaften des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen 1926, wo sie mit 1,60 Meter den deutschen Rekord im Frauen-Hochsprung einzustellen vermöchte, im Munde führt. Gretel Bergmann ist eine überaus veranlagte Mehrkämpferin, die in zahlreichen Disziplinen Überragendes leistete.  
Trotz ihrer vielen Erfolge - und das gerade machte sie zum Vorbild im Bereich des Sports jüdischer Frauen - blieb sie das einfache, bescheidene, stets zu kameradschaftlichen Diensten beliebte Mädel, das man lieb gewinnen musste.   
Gretel Bergmann, leb wohl! Und wenn du drüben in Amerika nach ernster, eifriger Arbeit, die du gewohnt bist, das erreicht haben wirst, was du dir zum Ziele stecktest, wenn du auch drüben an deine sportliche Siegeslaufbahn anknüpfen wirst, dann erinnere dich einmal deiner Kameraden und Freunde, die du dir hier erwarbst und deren beste Wünsche dich auf deinem Weg, bei allen deinen Starts begleiten.  
Manfred Friedmann".      

     
     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Tüchtiger Reisender wird gesucht (1890)       

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1890: "Offene Reise-Stelle
Zum Verkauf von Maschinenölen, Fettwaren, Mühlen- und Fabrik-Bedarfs-Artikeln an Müller, Mechaniker, Fabriken und Gutsbesitzer wird ein tüchtiger Reisender gesucht. Franco-Offerten mit Gehaltsansprüchen unter A.B.C. 101 postlagernd. 
Laupheim
(Württemberg)."    

  
Anzeigen des Tuch- und Manufakturwarengeschäftes Josef Neuburger (1892 / 1904)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1892: "Für mein Tuch- und Manufakturwarengeschäft, an Sonn- und Festtagen geschlossen, suche ich unter günstigen Bedingungen einen 
Lehrling
 
mit guter Schulbildung. Eintritt sollte nach Ostern geschehen  
Josef Neuburger
, Laupheim (Württemberg)."      
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1904: 
"Für mein Tuch- und Manufakturwarengeschäft suche bei freier Station im Hause zum Eintritt nach Ostern einen
Lehrling 
mit guten Schulkenntnissen. 
Josef Neuburger, Laupheim (Württemberg)."    
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1904: 
"Für mein Tuch- und Manufakturwaren-Geschäft suche bei freier Station im Hause, zum Eintritt nach Ostern, einen
Lehrling 
mit guten Schulkenntnissen. 
Josef Neuburger,
Laupheim (Württemberg)." 

   
   
   
Weitere Dokumente zu jüdischen Gewerbebetrieben und Privatpersonen   
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries; dazu die Anmerkungen nach den Recherchen von Peter Karl Müller)      

Brief an den Rechtskonsulanten Lämmle 
in Laupheim (1863)
  
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Der oben abgebildete Brief handelt von einer rechtlichen Angelegenheit, der Erstellung einer Nachhypothek für Judas Lämmle bei Müller Martin Leonhart von der Lochmühle. Josef Lämmle fragt im Auftrag seines Mandanten nach, ob dies bereits geschehen ist, da er bis jetzt noch keine hiervon erhalten hat. 
Zum Briefempfänger liegen folgende Informationen vor (Quelle: Grabsteindokumentation Laupheim beim Steinheim-Institut: 
Grabstein für Josef Lämmle; Grabstein für Pauline Lämmle geb. Kohn; Grabstein von Judas Lämmle)
Josef Lämmle (Josef ben Jehuda; geb. 23. April 1826, gest. 24. September 1878) war Rechtsanwalt, Gemeinderat und israelitischer Kirchenvorsteher in der jüdischen Gemeinde Laupheim; er war verheiratet mit Pauline, geb. Kohn. Das Ehepaar hatte zehn Kinder.
Auf dem Grabstein seiner Frau wird auf seinen Beruf Rechtsanwalt hingewiesen. Sie wird dort als "Witwe des R.A. Josef Laemle" genannt,
Der im Text genannte Judas Lämmle (Judas Baruch Lämmle; geb. 25. Oktober 1820, gest. 10. Juli 1892) war der Vater des berühmten "Carl Laemmle" (Gründer Hollywoods). Judas Lämmle war Handelsmann und Grundstückmakler, vgl. Seite zur Familie Carl Laemmle bei buesselmann.eu und Beitrag von Udo Bayer: Carl Laemmle und Deutschland (online bei ggg-laupheim.de eingestellt).
Die Väter von Josef und Judas waren Brüder, Josef und Julius also Cousins.  
Literatur: Udo Bayer: Carl Laemmle und die Universal. Eine transatlantische Biografie. Würzburg 2013. 297 S.   

     
Karte von M. (?) Einstein an Sam Steiner 
bei Victor Hch. Steiner in Laupheim (1897)
 
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Die auf den 2. Oktober 1897 datierte Karte wurde von Stoke Newington (Londoner Stadtbezirk) nach Laupheim verschickt. Inhaltlich findet sich eine Reise- und Wegbeschreibung für Sam Steiner und seine Gepäck, um von Ostende - London nach Stoke Newington zu gelangen. 

       
Firmenrechnung der Seifensiederei 
Em. Heilbronner, Inh. A. Erlebacher (1906)
  
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Zur Firmengeschichte (bis zur Gegenwart) siehe http://drbronner.de/wer-wir-sind/wurzeln. Die Firmengründung war 1858 in Laupheim (Foto rechts oben aus der genannten Website; abgebildet ist vermutlich das Gebäude auf dem Judenberg 26); 1880-1890 Firmenexpansion und Gründung einer größeren Fabrik in Heilbronn; 1908 Geburt von Emanuel Heilbronner, der 1929 in die USA auswanderte. Seine Eltern sind in Auschwitz bzw. Theresienstadt umgekommen. 
Der 1906 genannte Inhaber A. Erlebacher war Abraham Erlebacher (geb. 1858, aus Diedelsheim zugezogen, gest. in Laupheim 1928). Die Firma produzierte nach der o.g. Seite u.a. Schabbat-Kerzen. 

     
Kartenbestellung an Fa. Isidor Adler
 in Laupheim (1919)
 
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Die Karte (Warenbestellung) an die Fa. Isidor Adler wurde aus Altenstadt am 17. Oktober 1919 verschickt. Die Rückseite gibt einen Einblick in die Produktenpalette der Kolonialwarengroßhandlung Isidor Adler. Bestellt wurden unter anderem 1 Zentner Soda, 30 Pakete Waschpulver, Zigaretten, Tabak, Schnupftabak, Zündhölzer, Bonbons, Biskuit, Orangeat, Zitronat, Feigen. Angefragt wurden Mandeln, Zitronen, Weinbeeren, Schweizer Stumpen. 
     
Briefumschlag für Fa. Isidor Adler 
in Laupheim (1923)
  
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Der Briefumschlag  - adressiert an die Fa. Isidor Adler - wurde am 17. Juli 1923 abgestempelt. Bei der Fa. Isidor Adler handelte es sich um den bis nach 1933 bestehenden Konditoreibetrieb und die Kolonialwarengroßhandlung Isidor Adler, Inhaber waren bereits 1923 dessen Söhne Jakob und Edmund Adler. 
Isidor Adler wurde am 31. Dezember 1828 geboren und starb am 27. Februar 1916. Link zur Epidat-Datenbank: Grabstein für Isidor Adler.  
Die Söhne Jakob und Edmund entstammten seiner zweiten Ehe mit Bertha Adler geb. Herzfeld: 
- Jakob Adler (Kaufmann, Gemeindevorsteher, Handelsrichter, Mitglied der Handelskammer Ulm und Vorstand des Laupheimer Handelsvereins war bis 1933 auch im Gemeinderat Laupheim aktiv. Die immer mehr zunehmenden Repressalien gegen jüdische Personen waren wohl maßgebend mittragend bei seinem Entschluss zum Freitod 1935. Link zur Epidat-Datenbank: Grabstein für Jakob Adler.  
Sein Sohn Herbert starb an " Herzschwäche " in der Heilanstalt Schussenried (Gedenkinschrift auf Grabstein des Vaters).
- Edmund Adler wurde 1942 nach Theresienstadt - Auschwitz deportiert. Das Todesdatum ist nicht bekannt. Link zur Epidat-Datenbank: Grabsteinplatte mit Gedenkinschrift für Edmund Adler
Auch ein weiterer Sohn von Isidor Adler starb 1942 in Theresienstadt: 
- Eugen, Sohn aus der ersten Ehe mit Henriette geb. Engel. An sein Schicksal wird mit einer Gedenktafel am Fuße des Grabsteins von Isidor Adler gedacht (siehe Link oben).
Im Wikipedia-Artikel zur jüdischen Gemeinde Laupheim wird bei der "Villa Adler" als deren Bauherr Isidor Adler erwähnt.

     

    

    

    

    

    

    

    

    

    

    

 

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Stand: 08. Januar 2017