Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zu den Friedhöfen im Regierungsbezirk Schwaben  
  

Hainsfarth (Landkreis Donau-Ries) 
Jüdischer Friedhof 
  

Direkt  
   
-  zur Gesamtdokumentation des jüdischen Friedhofes Hainsfarth von Herbert Immenkötterhier anklicken  
   
-  zur Gräberliste des jüdischen Friedhofes Hainsfahrt 1850-1939 von Rolf Hofmann (aus Beständen des Staatsarchivs Augsburg   
   in Relation zu den Daten der Gräberdokumentation von Herbert Immenkötter): hier anklicken   
   
-  zum Schematischen Gräberplan des jüdischen Friedhofes Hainsfahrt mit ursprünglicher Nummerierung von Rolf Hofmann: hier anklicken    
   
   
   
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde        
   
Siehe Seite zur Synagoge in Hainsfahrt (interner Link)   
  
  
Zur Geschichte des Friedhofes                
    
Der jüdische Friedhof in Hainsfarth wurde erst im Zusammenhang Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Bis dahin wurden die Toten auf dem vier Stunden entfernten Friedhof in Wallerstein beigesetzt. Erste Überlegungen zu einem Friedhof in Hainsfarth waren 1836 angestellt worden. Damals herrschte die Cholera im ganzen Ries. Auf Grund einer behördlichen Anweisungen durften die Verstorbenen nicht durch mehrere Ortschaften geführt werden. Seitdem hatte die Hainsfarther Judenschaft über einen eigenen Begräbnisplatz nachgedacht. 1849 konnte ein geeignetes Grundstück aus dem ehemaligen Johann Jakaob Schachermeyerschen Hofgut ausfindig gemacht werden. Die zuständigen Behörden befürworteten den Antrag der Gemeinde; die offizielle Genehmigung erteilte die Kammer des Innern in Augsburg am 25. März 1850. Als erste Person ist die am 27. Oktober 1850 verstorbene Chaia Neumann beigesetzt worden. In den folgenden Jahrzehnten wurden insgesamt 291 Personen beigesetzt. Auf Grund eines Planes des Hainsfarther Maurermeisters Hasenmüller konnte bis zum Sommer 1851 ein Leichenhaus erstellt werden. Ein Raum, der nach den Vorschriften Anschluss an das Grundwasser hatte, war für die Reinigung der Leichen bestimmt. Nördlich des Leichenhauses entstand wenige Jahre später ein zweites Gebäude ("Wagenremise"), der Unterstellraum für den Leichenwagen war und im Obergeschoss Stauraum für verschiedene Gerätschaften der Kultusgemeinde bot. Eine Mauer wurde erst nach 1862 angelegt.  
        
In der NS-Zeit wurde der Friedhof im Zusammenhang mit der Pogromnacht 1938 oder auch später teilweise zerstört. Die Wagenremise mit dem Leichenwagen ist durch Brandstiftung stark beschädigt worden; die Fenster des Leichenhauses wurden eingeworfen und alle Einrichtungsgegenstände entwendet. Am 7. April 1943 ging der Friedhof durch einen von den Behörden veranlassten Verkauf in den Besitz der politischen Gemeinde über. 
       
1946 wurde der Friedhof von amerikanischem Militär beschlagnahmt und ein paar Jahre später der jüdischen Vermögensverwaltung (JRSO) übergeben. Im März 1946 und im Sommer 1947 wurden auf Initiative und Kosten der Gemeinde der Friedhof teilweise wieder hergerichtet, die umgefallenen oder umgeworfenen Grabsteine wieder aufgestellt. 1948 sind auch die Schäden am Leichenhaus gerichtet worden; viele Grabsteine wurden renoviert. Nach 1953 wurde die "Wagenremise" wiederhergestellt und das Leichenhaus zu Wohnzwecken umgebaut. Im Oktober 1955 wurden die beiden Gebäude an Privatpersonen verkauft, die durch Kaufvertrag zur Pflege des Friedhofes verpflichtet wurden. Fast 50 Jahre lang wurde der Friedhof von Ehepaar Georg und Walburga Waller gepflegt. 2004 sind die Gebäude neu verkauft worden und wurden in diesem Jahr renoviert.   
  
  
Lage des Friedhofes     
  
Der Friedhof liegt östlich des Ortes oberhalb der Straße nach Steinhart. Kurz vor Ortsende biegt man links ab (ausgeschilderte Richtung: zur Mehrzweckhalle). Die Friedhofsgebäude haben die Anschrift Jurastraße 43. 
  
  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   
  

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Fotos
Historische Fotos 

Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an den Webmaster von Alemannia Judaica. 
E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite.

   
Neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 14.3.2004)  

Hainsfarth Friedhof 100.jpg (69638 Byte) Hainsfarth Friedhof 102.jpg (60482 Byte) Hainsfarth Friedhof 105.jpg (51589 Byte)
Gesamtansichten des Friedhofes Die Gebäude im Eingangsbereich während 
der Renovierungsarbeiten 2004
 
   
Hainsfarth Friedhof 103.jpg (76841 Byte) Hainsfarth Friedhof 101.jpg (77228 Byte) Hainsfarth Friedhof 104.jpg (67743 Byte)
Teilansichten des Friedhofes; links und Mitte Blick nach Osten, rechts Blick nach Westen  
  

  
Video zum jüdischen Friedhof in Hainsfarth - eingestellt bei Youtube 
(englische Beschriftung) 
    
    
   

Links und Literatur   

Links:

Website der Gemeinde Hainsfarth 
Website des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg mit Seite zum jüdischen Friedhof Hainsfarth  
Informationsseite mit Fotos zum jüdischen Friedhof in Hainsfarth (Universität Ulm, Zentrum für allgemeine wissenschaftliche Weiterbildung. Arbeitskreis Nördlinger Ries): hier anklicken  
Zur Seite über die Synagoge Hainsfarth (interner Link)  
Website "Jewish Genealogy in Bavarian Swabia"   

Literatur:  

Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Hainsfarth. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 11. Jg. Nr. 71 Dezember 1996 S. 12-13.
Herbert Immenkötter: Die israelitische Kultusgemeinde in Hainsfarth (Landkreis Donau-Ries) im 19. und 20. Jahrhundert. Mit Beiträgen von Rolf Hofmann und Gernot Römer. Augsburg 2002 (= Veröffentlichungen der schwäbischen Forschungsgemeinschaft. Reihe 1: Studien zur Geschichte der Bayerischen Schwaben Bd. 30 Hg. von Rolf Kießling).
Herbert Immenkötter: Dokumentation des jüdischen Friedhofes Hainsfarth. Hier zugänglich: hier anklicken
Die ehemalige Synagoge Hainsfarth - ein Denkmal jüdischer Kultur im Ries 1860 - 1938 - 1996. Gedenkschrift zum Abschluss der Renovierungsarbeiten. Verlag des Vereins Rieser Kulturtage e.V. Nördlingen 1996.   

    
     

                   
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Stand: 07. Oktober 2013