Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Dörrebach bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18.
Jahrhunderts zurück.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1808 36 jüdische Einwohner, 1843 51, 1858 61 (von insgesamt 742
Einwohnern), 1898 38 (von insgesamt 645). Die jüdischen Familiennamen in
Dörrebach waren Bärmann, Jungblut, Kann, Neumann und Karmann.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule
(Religionsschule) und ein Friedhof.
Nachdem die Zahl der jüdischen Einwohner am Ort so zurückgegangen war, dass
kein eigenständiges jüdisches Gemeindeleben mehr am Ort möglich war, bildeten
die Dörrebacher und die Seibersbacher Juden eine gemeinsame Gemeinde mit
Gottesdienst in Seibersbach. Wann genau
der Schritt zur Vereinigung der Gemeinden vollzogen wurde, ist nicht bekannt
(zwischen 1895 und 1923, wahrscheinlich nach Schließung der Synagoge in
Dörrebach um 1918/20).
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Julius Kann (geb.
17.4.1897 in Dörrebach, gef. 2.9.1918).
Um 1924, als zur gemeinsamen Gemeinde Seibersbach-Dörrebach noch 31
Personen in Seibersbach (von insgesamt 1.040 Einwohnern) und acht in Dörrebach
(von insgesamt 604 Einwohnern) gehörten, gab es zwar in beiden Orten keinen
offiziellen Gemeindevorsteher. Für etwaige Angelegenheiten war jedoch Gustav
Marx in Seibersbach Ansprechpartner.
1933 lebten noch höchstens 10 jüdische Personen in Dörrebach. In
den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des
wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien
weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Im Einwohnerbuch des Kreises Kreuznach
sind 1939 noch eingetragen: Leopold Kann, Wilhelm Wolf und Leopold Kann.
Der letztgenannte starb am 29. September 1941 und wurde auf dem jüdischen Friedhof
in Seibersbach beigesetzt.
Von den in Dörrebach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Berthold (Bernhard)
Bärmann (1876), David Bärmann (1883), Elisabeth Bärmann geb. Walter (1895),
Hugo Bärmann (1887), Betty Bermann geb. Kann (1897), Isaac Jungblut (1866), Max
Jungblut (1897), Hedwig Kann (1904), Mathilde Kaufmann geb. Kann (1875), Bertha
Rothschild geb. Bärmann (1856), Klothilde Schloss (1905), Luise Schloss geb.
Bärmann (1883), Franziska Spanier geb. Jungblut (1894), Johanna Wallach geb.
Bärmann (1888).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde