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Dieblich (Kreis
Mayen-Koblenz)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Dieblich bestand eine kleine jüdische
Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18./Anfang 19.
Jahrhunderts zurück.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1808 acht jüdische Einwohner, 1858 35, 1895 höchste Zahl mit 41
jüdischen Einwohnern. Die in Dieblich lebenden jüdischen Personen gehörten
zunächst zur Synagogengemeinde in Bordbach.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und
ein Friedhof. Ob in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeitweise ein jüdischer
Lehrer am Ort war, ist nicht bekannt. Ansonsten erhielten die jüdischen Kinder
der Gemeinde ihren Religionsunterricht durch auswärtige Lehrer.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Fritz Simon (geb.
24.3.1889 in Dieblich, gef. 21.12.1914). Außerdem ist gefallen: Alfred Herz
(geb. 15.1.1897 in Dieblich, vor 1914 in Dortmund wohnhaft, gef.
28.10.1916).
Um 1924, als 27 jüdische Einwohner in Dieblich gezählt wurden (2,3 %
von insgesamt etwa 1.200 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Nathan Herz
und Max Simon. Im "Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung und
Wohlfahrtspflege in Deutschland" 1932/33 wird Dieblich nicht
aufgeführt.
1933 lebten noch ca. 20 jüdische Personen in Dieblich. In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
Von den in Dieblich geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Franziska Herz
(1865), Emma Ikenberg geb. Herz (1877), Leo Koppel (1875), Johanette Löwenberg
geb. Simon (1893), Auguste Mansfeld geb. Herz (1879), Rosa Rosenberg geb. Simon
(1897), Betty Simon (1891), Franz Simon (1878), Juliane Simon (1895), Simon
Simon (1883), Ida Sussmann geb. Merz (1891), Lina Voss geb. Simon
(1878).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
80. Geburtstag von Hanna Herz (1903)
Mitteilung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 21. August
1903: "Dieblich bei Koblenz. Unter zahlreicher Beteiligung der
hiesigen jüdischen Kreise feierte Frau Hanna Herz in vollster Rüstigkeit
ihren 80. Geburtstag." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Edmund Herz (1902)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. August 1902: "Gelernter
Schuhmacher sucht Stelle als Volontär im Schuhwarengeschäft. Edmund
Herz. Dieblich an der Mosel." |
Anzeige von Albert Herz (1906)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Juni 1906:
"Mädchen, 15 bis 16 Jahre, findet sofort Stelle bei kinderloser
Familie, als
Stütze der Hausfrau bei Albert Herz, Dieblich bei Koblenz." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst gehörten die in Dieblich lebenden jüdischen
Personen zur Synagogengemeinde Brodbach. 1822 wurde ein eigenes Bethaus
in Dieblich eingerichtet. Die Einweihung war am 18. Februar 1822.
Daraufhin schlossen sich auch einige Juden aus Niederfell der Dieblicher
Synagogengemeinde an, da Dieblich für sie günstiger lag als Kobern, wohin sie
bisher in die Synagoge gingen.
Die Synagoge wurde bis 1938 als jüdisches Gemeindezentrum genutzt.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge
durch NS-Anhänger geschändet. Die Inneneinrichtung wurde demoliert. Mit
Rücksicht auf die Nachbarhäuser wurde das Gebäude nicht angezündet.
Adresse/Standort der Synagoge: Ecke
Hauptstraße / Kirchstraße
Fotos
| Es sind noch keine
Fotos / Darstellungen der ehemaligen Synagoge vorhanden; über Zusendungen
freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 135-136 (mit weiteren Literaturangaben).
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