|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe
in der Region
zurück zur Übersicht: Jüdische
Friedhöfe in Berlin und Brandenburg
Aktuell: Projekt
der Universität Potsdam: "Jüdische Friedhöfe in Brandenburg"
Jüdische Friedhöfe in Berlin
und Brandenburg - Teil 2 Orte C - E
Cottbus (CB)
Zu den Friedhöfen in Cottbus besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Eberswalde (BAR)
Zu den Friedhöfen in Eberswalde besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Eisenhüttenstadt - Fürstenberg
an der Oder (LOS)
Zur Geschichte der Friedhöfe: Die Toten der jüdischen Gemeinde
wurden zunächst in Friedland beigesetzt. Ein eigener Friedhof wurde in
Fürstenberg 1840 weit außerhalb der Stadt, hinter dem jetzigen Hauptpostamt
angelegt (alter jüdischer Friedhof). Bis 1890 wurde er belegt. Von
diesem Friedhof ist nichts mehr erhalten.
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde 1890 eingeweiht. Er umfasst eine
Fläche von etwa 4 ar. Die letzte Beisetzung fand 1939 statt. In der NS-Zeit und
danach wurde der Friedhof mehrfach geschändet und teilweise abgeräumt. Von den
ursprünglich 20 bis 25 Steinen sind nur noch 15 erhalten. Der Friedhof steht
unter Denkmalschutz (Verzeichnis der Denkmale des Landkreises Oder-Spree
030-03-13).
Auch im Januar 1993 wurde der Friedhof geschändet, wobei elf
Grabsteine umgeworfen und einer mit einem Hakenkreuz beschmiert wurde.
Lage: Der neue Friedhof liegt am Kirchhofweg, gegenüber
dem Oberstufenzentrum III, schräg gegenüber vom kommunalen Friedhof.
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Eisenhüttenstadt auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Oberstufenzentrum" oder "Friedhof, Fürstenberg" (der
jüdische Friedhof ist mit einem Kreuzsymbol gegenüber dem
Oberstufenzentrum eingetragen. |
Link: Homepage der Stadt
Eisenhüttenstadt
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 89f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 322.
Erkner (LOS)
Zur Geschichte des Friedhofes: Auf dem kommunalen Friedhof der
Stadt Erkner gibt es einige jüdische Gräber.
Lage: Kommunaler Friedhof an der Gerhart-Hauptmann-Straße.
 |
Lage des kommunalen Friedhofes
in Erkner
auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, Erkner". |
Link: Homepage der Stadt
Erkner
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 334.
Fehrbellin (OPR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Fehrbelllin
wurde 1825 bei der Kolonie "Im Sande" am Wege zur Schäferei angelegt.
Der Friedhof wurde vermutlich nur bis um 1900 belegt, da bis dahin fast alle
jüdischen Familien der Stadt verzogen waren. In der NS-Zeit oder danach wurde
er zerstört und abgeräumt. 1988 waren nur noch ein Grabsteinsockel und viele
Ziegelsteine vorhanden, die um einen kleinen Hügel vom 20 m Durchmesser liegen.
Lage: Der Friedhof liegt stadtauswärts Richtung Brumme, an
der Brummer Straße etwa 300 m links in einer Senke (Dechtower Weg)
Link: Homepage der Stadt
Fehrbellin
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 90; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 336.
Finsterwalde
(EE)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Finsterwalde
ist nur wenig bekannt. Er überstand zwar die NS-Zeit, verwilderte jedoch bis
1950. Damals waren die Grabsteine noch vorhanden. 1950 wurde das Grundstück an
zwei Privatpersonen als Baugrundstück für den Eigenheimbau vergeben. Seitdem
sind die Grabsteine verschwunden.
Lage: Der Friedhof liegt beziehungsweise lag lag
unmittelbar nördlich des Frankenaer Weges und unmittelbar westlich des
Bahngleises/Westringes (östlich des Sportplatzes).
 |
Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes
in Finsterwalde auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
"Straßenverzeichnis" weiter zu "Westring". Der
jüdische Friedhof lag wie oben beschrieben an der Ecke Frankenaer Weg
/Westring. |
Link: Website der Stadt
Finsterwalde
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 338f.
Forst (Lausitz)
(SPN, beziehungsweise Zasieki, PL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Forst
wurde um 1900 angelegt. Er liegt in dem heute polnischen Teil von Forst (Zasieki).
In der NS-Zeit soll der Friedhof nicht geschändet worden sein. Bis um 1990 war
der Friedhof jedoch verwüstet und zugewachsen. 1992 wurde er wieder - soweit
möglich - hergerichtet.
Lage: Der Friedhof liegt an der ehemaligen Teplitzer
Straße außerhalb der Neustadt.
Fotos:
 |
 |
 |
 |
| Teilansichten des
Friedhofsgeländes |
Grabstein für Hermann
Goldschmidt (1881-1936) |
Link: Website der Stadt
Forst (Lausitz)
Informationsseite
"Geschichte der Juden in Forst" (von hier sind die obigen Fotos!)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 90; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 340f.
Frankfurt/Oder (FF)
Zur Geschichte der Friedhöfe: Die mittelalterliche jüdische
Gemeinde in Frankfurt/Oder brachte ihre Toten Ende des 13./Anfang des 14.
Jahrhunderts zu einem jüdischen Friedhof - damals ein privates Grundstück
einer Kaufmanns- und Ratsfamilie - bei der slavischen Siedlung Slivitz. Er lag
vermutlich südöstlich, an den Berghängen der heutigen Stadt Slubice
(Dammvorstadt).
1399 erhielten die Juden der Stadt einen eigenen Friedhof, der in
den folgenden Jahrhunderten trotz verschiedener Verfolgungen und Vertreibungen
der Juden aus der Mark (1510/1571) nicht zerstört wurde. Er wurde bis 1490 und
dann wieder von 1540 bis 1572 belegt. Der Friedhof wurde 1867 und 1919/20
erweitert. 1868 ist eine mit schwarzglasierten Steinen verkleidete Trauerhalle
gebaut wurden, die im Februar 1944 bei einem Luftangriff zerstört wurde. 1937
konnte unter Aufsicht der Gestapo ein Ehrendenkmal für die Gefallenen des 1.
Weltkrieges eingeweiht werden. Die letzte Beisetzung in der NS-Zeit fand im
Dezember 1944 statt. Ab Februar 1945 gehörte das Friedhofsgelände zum Bereich
der Hauptkampflinien um Frankfurt. Auf dem Hauptweg zur Trauerhalle wurden
gefallene deutsche Soldaten beerdigt.
Ende der 1970er-Jahre wurde der Friedhof
von den polnischen Behörden vollständig abgeräumt und eingeebnet. Die
Friedhofsfläche umfasste 207,37 ar. Seit den 1990er-Jahren gab es Bemühungen
um eine Erneuerung des Friedhofes. Im Mai 2008 wurde mit einer Gedenkzeremonie
die Würde des Friedhofes wieder hergestellt. Seit 2009 ist das Stadtarchiv im
Besitz einer Kopie eines Belegungsbuches des Friedhofes für die Jahre von 1677
bis 1866, in dem etwa 1.200 Beisetzungen dokumentiert sind (siehe Artikel
unten).
Zur Anlage eines neuen jüdischen Friedhofes stellte die Stadt 2008 ein
Grundstück zur Verfügung. Der Friedhof wurde im Juni 2011 eingeweiht (siehe
Presseartikel unten).
| Mai 2008: Überschrift eines
Artikels aus der Märkischen Oderzeitung vom 16. Mai 2008: "Gebet für
einen großen Rabbiner. Auf dem einstigen jüdischen Friedhof von Frankfurt
(Oder) in Slubice fand gestern eine bemerkenswerte Zeremonie statt. 63 Jahre
nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Würde der Totenstätte jetzt wieder
hergestellt. Zu diesem
Artikel aus der MOZ (pdf-Datei).
|
| |
Dezember
2008: Pressemitteilung vom 2. Dezember 2008: Jüdischer Friedhof entsteht in Frankfurt (Oder) - Gemeinde unterzeichnet Kaufvertrag - Alter Friedhof liegt im heutigen Polen.
(Artikel zitiert aus www.berlinonline.de)
Frankfurt (Oder) (ddp-lbg). In Frankfurt (Oder) wird wieder ein jüdischer Friedhof eingerichtet. Vertreter der Stadtverwaltung und des Brandenburger Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden unterzeichneten am Dienstag den Kaufvertrag für ein 2800 Quadratmeter großes Grundstück in der Nähe des Hauptfriedhofs, wie ein Rathaussprecher am Dienstag mitteilte. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Es hieß lediglich, dass das Areal zum Marktwert veräußert werde.
Mit dem neuen Friedhof soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass es seit zehn Jahren wieder eine Jüdische Gemeinde in Frankfurt gibt, wie es weiter heißt. Ihr gehören heute weit mehr als 200 Mitglieder an, hauptsächlich Einwanderer aus GUS-Republiken. Vor einigen Jahren hatte die Stadtverwaltung der Gemeinde bereits ein Gotteshaus zur Verfügung gestellt, in dem die Mitglieder unter anderem einen Betraum gestalteten. Im März dieses Jahres bekam die Gemeinde als erste in Brandenburg seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eine eigene Thorarolle für Gottesdienste.
Der ursprüngliche, bereits 1399 angelegte jüdische Friedhof von Frankfurt (Oder) gehört zu den ältesten dieser Anlagen in Europa und war bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts für Bestattungen genutzt worden. Nach 1945 kam das östlich der Oder gelegene Areal zur polnischen Stadt Slubice. Das verwilderte Gelände wurde in den 80er Jahren eingeebnet.
Im Jahr 2004 übernahm die Jüdische Gemeinde Szczecin (Stettin) von der Stadt Slubice das lange Jahr im Privatbesitz befindliche Gelände. Kurz darauf wurden dort Gedenksteine für drei Frankfurter Rabbiner aufgestellt. Darunter ist der 1792 beigesetzte Joseph Teomin, der im 18. Jahrhundert in Frankfurt die Kommentare zu den jüdischen Speisegesetzen verfasst hatte.
Die Initiative für die Einrichtung eines neuen Friedhofs war von Vertretern der 1998 wieder gegründeten Frankfurter Gemeinde ausgegangen, wie der Stadtsprecher weiter sagte. Sie hätten die Stadt gebeten, bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück zu helfen. Im Juni stimmte der Hauptausschuss des Stadtparlaments dem Verkauf des ausgewählten Grundstücks zu.
Für die Juden ist der Friedhof ebenso bedeutsam wie ihre Synagoge, er gilt als heiliger Ort. Im Hebräischen wird der jüdische Friedhof als «Haus des ewigen Lebens» oder «Haus der Ewigkeit» bezeichnet. Die Frankfurter Synagoge war 1938 zerstört worden. Im November 2006 hatte die Schändung des Gedenksteins für die Synagoge durch Jugendliche weithin für Entsetzen gesorgt." |
| |
Mai
2009: Artikel von Ralf Loock in der "Märkischen
Oderzeitung" vom 2. Mai 2009: "Buch zum jüdischen Friedhof
gefunden. Rund 1200 Beerdigungen von 1677 bis 1866 sind
dokumentiert.
Das Jüdische Museum in Frankfurt/Main hat dem Stadthistoriker Eckard
Reiß aus Frankfurt (Oder) eine Kopie des Belegungsbuches des alten
jüdischen Friedhofes in der Dammvorstadt, dem heutigen Slubice, zur
Verfügung gestellt. Ein sensationeller Fund, wie Reiß sagt. Am Montag
wird auf dem Friedhof Rabbiner Theomom gedacht.
Zum weiteren Lesen: Artikel links anklicken. |
| Dank für die Zusendung der Artikel an
Thomas Schmidt! |
| |
Mai 2011:
Artikel in der "Lausitzer Rundschau" vom 17. Mai 2011 (Artikel):
"Unbekannter Toter von Havelteich identifiziert
Slubice Rabbiner zum Gedenken in Slubice Juden aus mehreren Ländern haben am Montag im polnischen Slubice an den 1792 gestorbenen Rabbiner Joseph Theomin erinnert. Am Montag waren zehn orthodoxe Rabbiner aus Israel und den USA zu der Zeremonie angereist.
Das Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs der Stadt Frankfurt (Oder) liegt im benachbarten Slubice im heutigen Polen. Der einstige Friedhof gilt als eine der ältesten jüdischen Begräbnisstätten in Mitteleuropa." |
Lage: Der alte Friedhof lag auf der Ostseite der Oder außerhalb der
Stadt (im Bereich des heute polnischen Slubice), jenseits der
"Kuhburg" auf dem Judenberg in der Straßengabelung der Chausseen nach
Reppen und Crossen.
Juni 2011: Neuer
jüdischer Friedhof eröffnet
Artikel in der "Märkischen Oder-Zeitung" vom 27. Juni 2011 (Artikel
mit 33 Fotos): "Jüdischer Friedhof in Frankfurt (Oder) eröffnet
Frankfurt (Oder) (moz) Es war eine feierliche Eröffnung, die viele in Frankfurt (Oder) lebende Juden herbeigesehnt haben. Der bislang fehlende eigene Friedhof ist für ihre Religion von zentraler Bedeutung. Gestern wurde die Begräbnisstätte übergeben.
Shaul Nekrich hält ein Mikrofon, er spricht laut einige Gebete. Die Worte des Landesrabbiners schallen über die noch spärlich begrünte Fläche, die in den nächsten Jahren zur letzten Ruhestätte für Frankfurter Juden werden soll. Anschließend setzen sich die rund 100 Gäste in Bewegung. Sieben Mal wird der neue Friedhof umrundet, dann ist der heilige Akt abgeschlossen. Viele zur Eröffnung gekommene Menschen wirken erleichtert.
'Für uns waren die Bestattungen bislang ein großes Problem', sagt Volodymyr Levytzkyy, Vorsitzender der rund 200 Mitglieder starken jüdischen Gemeinde in der Oderstadt. Nach den Regeln ihrer Religion brauche jeder Verstorbene einen eigenen Platz und ein unbegrenztes Ruherecht. Dies könne auf kommunalen Friedhöfen nicht gewährleistet werden, da dort alte Gräber mitunter wieder für Bestattungen freigegeben werden.
Seit der Teilung der Oderstadt 1945 befindet sich die Begräbnisstätte auf polnischer Seite in Slubice. Sie wird längst nicht mehr benutzt, heute steht auf dem Areal ein Hotel. Viele Juden hätten ihre Angehörigen daher in Cottbus oder Potsdam beigesetzt, wo noch jüdische Friedhöfe existieren, sagt Levytzkyy. Oder die Begräbnisse seien auf dem Frankfurter Hauptfriedhof erfolgt. Jetzt habe man auf dem 2800 Quadratmeter großen Areal neben dem Hauptfriedhof genügend Platz für 250 Grabfelder.
'Auch Umbettungen hierher sind möglich', sagt er.
'Unsere Gelehrten sagen, dass dieses Land ein Stück des Landes Israel
wird', sagt der Landesrabbiner Nekrich, der seit Ende des vergangenen Jahres im Amt ist. In der jüdischen Religion gelte ein Friedhof als ein
'Haus der Lebenden'. Das Leben werde nur als ein Zwischenstopp angesehen. 'Die andere Welt ist das Haus, das
Stetige.' Deshalb müsse jede Gemeinde einen eigenen Begräbnisort besitzen.
'Und daher ist dieses Ereignis eines der wichtigsten der letzten Jahre in
Brandenburg', meint der 32-Jährige.
Im jüdischen Glauben habe ein Friedhof eine noch größere Bedeutung als eine Synagoge, ergänzt Gennadi Kushnir, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden, der von einem
'denkwürdigen Tag' spricht. Nach seinen Kenntnissen ist der Frankfurter jüdische Friedhof nicht nur der erste, der seit dem Holocaust in Brandenburg errichtet wurde – er ist auch ein Novum in Ostdeutschland. Kushnir erinnert in seiner Ansprache auch an die Ankunft der ersten jüdischen Einwanderer, die vor rund 20 Jahren aus der früheren Sowjetunion nach Brandenburg kamen.
'Wir haben ein Leben ohne Angriffe und Diskriminierung gesucht und es hier gefunden. Trotz der Geschichte haben wir uns für dieses Land
entschieden', betont er. Kushnir hofft künftig auf noch mehr Verständnis für seine Religion.
Auch die Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) nennt die bisherige Situation für jüdische Begräbnisse in der Stadt
'höchst unbefriedigend'. Nunmehr werde eine große Lücke geschlossen. Einen Großteil der Kosten in Höhe von 250 000 Euro für den Ankauf der Fläche sowie die Umgestaltung hat das Land übernommen. Derzeit gibt es Kunst zufolge neun jüdische Gemeinden mit rund 1500 Mitgliedern in Brandenburg. Allerdings existierten 60 verwaiste jüdische Friedhöfe im Land. Es sei wichtig, dass sich Schüler- und Jugendgruppen mit diesem Teil der Geschichte beschäftigen. So konnten zahlreiche Friedhöfe wieder in Ordnung gebracht werden.
Als nach der Zeremonie durch den Architekten der Schlüssel übergeben wurde, strahlt
Levytzkyy. 'Wir haben es geschafft. Wir haben jetzt einen Friedhof', sagt der Gemeindevorsitzende. Nekrich hingegen verbindet seine Gebete mit dem Wunsch, dass der Platz so lange wie möglich leer bleibe." |
| |
| Oktober 2011:
Sachbeschädigungen und Schmierereien |
Polizeimitteilung der Polizei Brandenburg
vom 1. November 2011: "Frankfurt (Oder) - Am 31.10.11, gegen 01:00 Uhr, wurden von der Polizei im Bereich des jüdischen Friedhofes am Südring Sachbeschädigungen und Schmierereien festgestellt. So war ein Hinweisschild auf den Friedhof beschädigt und mit undefinierbaren Schriftzügen beschmiert worden. Am Eingangstor waren mehrere Aufkleber mit Schriftzügen angebracht, die auf einen rechtsradikalen Ursprung hindeuten.
Der polizeiliche Staatsschutz der Polizeidirektion Ost hat die Ermittlungen aufgenommen." |
Link: Website der Stadt
Frankfurt/Oder
Bericht über
den jüdischen Friedhof in der ehemaligen Dammvorstadt, jetzt das polnische
Slubice.
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 90f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 341-345.
Eckard Reiß: Kurze Geschichte des jüdischen Friedhofs Frankfurt (Oder),
heute im polnischen Slubice gelegen. Online
zugänglich über transodra-online.net
Friedland
(Niederlausitz) (LOS)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des
jüdischen Friedhofes in Friedland (im Volksmund früher "Jüdisch
Friedland" genannt) ist wenig bekannt. Er wurde vermutlich im 18.
Jahrhundert bald nach Ansiedlung der ersten Juden (1709) angelegt. Bis 1814 wurden auf dem Friedhof auch die Toten der jüdischen Gemeinde Cottbus
beigesetzt. Nach mehreren Erweiterungen umfasste die Friedhofsfläche ca. 19 ar.
Auf Grund der Abwanderung der Juden aus Friedland soll der letzte jüdische
Friedländer bereits in den 1860er-Jahren hier beigesetzt worden sein. Jedoch
wurden bis Ende der 1920er-Jahre noch Juden aus anderen Orten (Lieberose) hier
begraben. 1934 wurde der Friedhof von Teilnehmern der Reichsarbeitsdienst-Truppenführerschule
auf der Burg Friedland verwüstet. Die Grabsteine wurden danach teilweise als
Wegbefestigung zweckentfremdet.
1988 wurde der Friedhof teilweise wieder hergerichtet (Friedhofsmauer, neues
Eingangstor). Auf dem älteren Teil stehen heute noch vier Grabsteine, der
jüngste von 1921 (Ida Wolff geb. Meyer). Eine Reihe weiterer Grabsteine aus
Sandstein sind teilweise erhalten.
Lage: Der Friedhof liegt außerhalb der Stadt an der
Beeskower Straße 30.
Fotos:
 |
 |
| Teilansichten des
Friedhofes (Quelle s.u.) |
Link: Website der Gemeinde
Friedland (Niederlausitz) mit einem Artikel von Dr. Krüger (Zeitschrift
für die Geschichte der Juden 5/1934) über "Die
jüdische Gemeinde zu Friedland"
Informationsseite: "Geschichte
der Juden in Friedland" mit Fotos (s.o.)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 91f ; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 348.
Friesack (HVL)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Friesack
ist möglicherweise noch im 18. Jahrhundert angelegt worden. Der älteste noch
lesbare Stein ist von 1829 (Isaac Salomon). Der jüngste Stein ist von 1925. Der Friedhof liegt auf
einem kleinen, künstlich wirkenden Hügel, der ungefähr einen halben bis einen
Meter über dem ihm umgebenden Gelände liegt, vielleicht ein Hinweis auf eine
Belegung des Friedhofes in zwei Schichten. Insgesamt sind noch 17 Grabsteine
erhalten. Nach 1945 war der Friedhof in stark verwahrlostem Zustand. 1988 wurde
er wieder hergerichtet.
Lage: Der Friedhof liegt am westlichen Rand der Stadt an der
Landstraße nach Rhinow (Klessener Straße), hinter sieben zusammengewachsenen
alten Eichen ("Siebenbrüdereiche") zwischen zwei landwirtschaftlichen
Gehöften.
Fotos (Quelle):
 |
 |
| Teilansicht |
Grabstein für Julius und
Goldine Salomon |
Link: Website von
Amt und Stadt Friesack Weitere
Private Homepage zu Friesack mit Fotoseite
zum Friedhof (Quelle für die obigen beiden Fotos)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 92; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 349-351.
Fürstenwalde/Spree (LOS)
Zur Geschichte der Friedhöfe: Von einem alten jüdischen
Friedhof sind heute keine Spuren mehr erhalten. Er wurde bis zum Juli 1829
belegt und lag dicht neben dem Neuen Tor außerhalb der Stadtmauer. Um 1850
musste der Friedhof einem Sommerlokal der damaligen "Tivoli-Brauerei"
weichen. Gegen 1860 wurden auch die Grabsteine beseitigt.
1829 wurde ein neuer jüdischer Friedhof angelegt. Er wurde 1928
erweitert. In der NS-Zeit und danach wurde der Friedhof mehrfach geschändet und
weitgehend abgeräumt. Die letzten Grabsteine wurden in den 1980er-Jahren
weggebracht. Es sind nur noch etwa 25 Grabsteine erhalten. Die ehemals
vorhandene Friedhofshalle wurde in der NS-Zeit zerstört. 1988 wurde eine
Gedenktafel an der Friedhofsmauer angebracht. Der jüdische Friedhof steht unter
Denkmalschutz (Verzeichnis der Denkmale des Landkreises Oder-Spree 036-01-39).
Im Oktober 1995 und im Mai 1997 wurde der Friedhof geschändet (jeweils
aufgesprühte
rechtsradikale Parolen und Symbole).
Lage: Der (neue) Friedhof liegt an der Frankfurter
Straße/Ecke Grünstraße.
 |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Fürstenwalde auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, jüd.". |
Link: Homepage der Stadt
Fürstenwalde/Spree
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 93; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 351-353.
Seite 1: Orte A-B
Seite
3: Orte G-O Seite
4: Orte P-Z
Allgemeine Literatur:
 | Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer.
Berlin 1992. |
 | Herbert Sander: Jüdische Friedhöfe in der Mark Brandenburg.
Malerei - Grafik - Fotografie. Buch zur Ausstellung in der Orangerie im Park
Sanssouci 23. September bis 17. Oktober 1993. |
 | Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg:
Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue
Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. |
 | Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens.
Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001. |
|