Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Landshut (Kreisfreie Stadt, Niederbayern)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht: 

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Mittelalter
19./20. Jahrhundert
21. Jahrhundert  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde des 19./20. Jahrhunderts   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
bulletZur Geschichte der Synagoge 
Synagoge im Mittelalter
Beträume im 19./20. Jahrhundert   
bulletFotos / Darstellungen 
bulletErinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
bulletLinks und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
       
Mittelalter
 
In Landshut bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. Erstmals werden Juden 1256 in einer Polizei- und Gewerbeordnung genannt, in der der Fleischverkauf für Juden geregelt wird. Auch bereits im Zusammenhang mit der Gründung der Stadt 1204 werden Juden als Geldgeber erwähnt, doch wird nicht gesagt, ob diese damals in Landshut lebten. Mehrere urkundliche Erwähnungen von Juden in Landshut liegen aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts vor. 1331 werden das "Judentor" und eine "Judenbaderin" genannt. 1344 wird den Juden ein eigenes Schlachthaus erlaubt ("Trukchhaus"). Im Blick auf eine jüdische Ansiedlung werden in den Urkunden die Begriffe  "Judengasse" und "unter den Juden" verwendet. Es ist anzunehmen, dass es bereits damals eine Synagoge (bzw. einen Betraum) und ein rituelles Bad gegeben hat. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden vermutlich zunächst noch in Regensburg beigesetzt. 1338 traf die von Deggendorf ausgehende Verfolgung auch die Landshuter Juden, doch gab es in den folgenden Jahren weiterhin jüdische Personen in der Stadt. Im November 1348 wurden Juden in Landshut bei der Pestzeit-Verfolgung ermordet.
  
Nach der Pestzeit werden 1365 wieder Juden in der Stadt genannt, allerdings blieb ihre Zahl in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gering (zunächst nur höchstens drei bis vier Familien). 1380 wird erstmals ein jüdischer Friedhof erwähnt. Er befand sich an einer alten Hochstraße (gemeint Englbergweg) außerhalb der Stadt am Hofberg auf seinerzeit herzoglichem Gebiet auf einem Grundstück in der Nähe von "Maria Bründl" (eine ganz genaue Lokalisierung ist heute nicht mehr eindeutig möglich). Bei der Neugestaltung der Altstadt um 1410 wurde von Herzog Heinrich XVI. dem Reichen (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_XVI.; war von 1393 bis zu seinem Tod 1450 Herzog von Bayern-Landshut) ein Teil der jüdischen Ansiedlung abgebrochen. Damals wurde ein Teil der im Bereich des heutigen Dreifaltigkeitsplatzes liegenden "Judengasse" sowie das (alte) "Judentor" abgebrochen, nicht aber die in diesem Jahr erstmals genannte Synagoge ("Judenschul", weitere Informationen unten), das Trukchhaus (Schlachthaus) und das Backhaus. Seitdem trug das Münchnertor die Bezeichnung (neues) "Judentor". Zwischen 1412 und 1450 lassen sich 14 Häuser in jüdischem Besitz im Bereich des späteren Dreifaltigkeitsplatzes und des Nahensteiges bis zum (neuen) "Judentor" nachweisen (Bereich wie bisher "unter den Juden" bzw. "in der Chlepf [Klüpf] genannt). Inzwischen waren etwa 20 jüdische Familien (mit ca. 120 Personen, etwa 1,4 % der Gesamtbevölkerung) in der Stadt. Die Juden lebten insbesondere vom Handel mit Geld (u.a. Lesar Lewi von Landshut, 1423-1450 in Landshut nachweisbar, der 1432 die herzoglichen Steuern von den Juden in Bayern-Landshut einzog und in enger Verbindung mit Herzog Heinrich stand). Auch ein jüdischer Arzt lässt sich feststellen (Jacob von Landshut, 1368 genannt, gest. vor 1427, war Arzt und Geldhändler). Mehrere bekannte Gelehrte gab es in der jüdischen Gemeinde (u.a. der im "Judeneid" (s.u.) dargestellte bedeutende [Rabbiner?] Feifelin, genannt "der Juden König", 1364-1375 in Landshut wie auch Samuel Jehuda ben Menachem ha-Lewi aus Landshut, ein Schüler des R. Meir ben Baruch aus Rothenburg). Der Herzog erließ mehrfach Judenordnungen (u.a. 1428), in denen das Leben der jüdischen Untertanen geregelt war. 1414 hatte jede jüdische Familie 20 fl. Jahressteuer zu bezahlen.
  
1450 kam es zwischen der Stadt Landshut und Herzog Heinrich zu Auseinandersetzungen wegen dessen angeblich zu günstiger Judenpolitik. Wenige Monate nach dem Tod Herzog Heinrichs Ende (30. Juli 1450) erfolgte unter seinem Nachfolger Ludwig IX. der Reiche (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_IX._(Bayern)) die Vertreibung der Juden aus der Stadt. Am 5. Oktober 1450 wurden alle Juden gefangen genommen (die Männer in der "Schergenstube", die Frauen und Kinder in der Synagoge), ihre Häuser besetzt und ihr Eigentum beschlagnahmt. Sie blieben in Gefangenschaft, bis sie zusagten, 25.000 fl. an den Herzog zu bezahlen und danach unverzüglich die Stadt zu verlassen. Einige der Juden hatten sich taufen lassen, um der Vertreibung zu entgegen (darunter Mair, der später Kanzler des Herzogs Ludwig). Viele der Vertriebenen ließen sich offenbar in Regensburg nieder. Das von den Juden beschlagnahmte Geld trug dazu bei, dass Herzog Ludwig 1475 für seinen Sohn Georg die "Landshuter Hochzeit" ausrichten konnte (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Landshuter_Hochzeit).   
  
Zu den Erinnerungen an die jüdische Geschichte der Stadt gehören zwei Grabsteine aus dem 14. Jahrhundert, die vermutlich vom Landshuter jüdischen Friedhof stammen. Am Hauptportal der Kirche St. Martin (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Martinskirche_(Landshut)) findet sich - rechts unterhalb des Kreuzes über dem Portal - die allegorische Figur der blinden "Synagoge" gemäß dem Denken des verbreiteten christlichen Antijudaismus. 
vgl. Artikel in mk-online.de (Sankt Michaelsbund) vom 9. November 2014: "Portal der Stiftsbasilika von St. Martin feierlich wiedereröffnet..." Link zum Artikel
   
   
19./20. Jahrhundert 
   
In der Stadt konnten Juden erst seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder zuziehen. Es kam in der Folgezeit jedoch nicht zur Gründung einer selbständigen jüdischen Gemeinde: bei der Volkszählung 1809/10 wird erstmals ein jüdische Person in der Stadt genannt; 1867 gab es 6 (fünf zivile Personen und ein Mitglied der Garnison), 1871 10, 1880 20, 1890 28, 1900 46, 1910 60, 1925 45, 1933 48, 1939 18 jüdische Einwohner. Die jüdischen Familien bildeten eine "Israelitische Vereinigung", jedoch keine jüdische Gemeinde mit eigenen Einrichtungen. Offiziell schlossen sie sich der Gemeinde in Straubing an, hatten jedoch einzelne kulturelle Gruppen in der Stadt (u.a. bestand Anfang der 1930er-Jahre eine zionistische Ortsgruppe). Bis nach 1935 war Adolf Schönmann Vorstand der Israelitischen Vereinigung Landshut.
 
1859 wurde erstmals wieder in Landshut eine jüdische Hochzeit gefeiert (siehe Pressemitteilung unten). In der Folgezeit zogen mehrere jüdische Familien zu aus mittel- und unterfränkischen Gemeinden (Berolzheim, Massbach, Goßmannsdorf, Giebelstadt, Großostheim, Hüttenbach, Leutershausen bei Ansbach), aus württembergischen (Baisingen, Buttenhausen) oder weiter entfernten deutschen Gemeinden (Sachsen, Oberschlesien). Auch waren unter den seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zugezogenen jüdischen Personen / Familien mehrere sogenannte Ostjuden aus Böhmen, Polen, Galizien und Russland. Es begegnen in der Liste des Gedenkbuches des Bundesarchives Berlin (siehe https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de) Personen, die in Landshut/Bayern geboren sein sollen mit den Familiennamen Cwyryn, Cync (David Sync aus Sienawa/Galizien), Frider / Huetter (aus Kalisz/Kalisz/Russland), Hirsch (aus Znin/Posen), Kohn (aus Trebcice Siroke / Podborany/Böhmen), Sauerhaft (aus Lancut/Galizien). Allerdings kann es teilweise zu Verwechslungen mit Landeshut in Niederschlesien (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kamienna_Góra) gekommen sein: im Gedenkblatt für Martin Freund in Yad Vashem, bei dem im Gedenkbuch des Bundesarchives als Geburtsort Landshut/Bayern angegeben wird, steht als Herkunftsort "Landeshut". 
  
Unter den ersten seit 1870 längere Zeit in Landshut ansässigen jüdischen Personen war der Lehrer Salomon Heilmann (geb. 1839 in Maßbach als Sohn des Metzgers Bonfit Heilmann), der im Herbst 1871 nach Landshut gekommen war und sich hier bis 1898 als Fachlehrer für Handelswissenschaften an der Gewerbeschule (ab 1877 Realschule) tätig war. Heilmann war verheiratet mit Lina geb. Harburger (geb. 1856 in Bayreuth als Tochter des Kaufmanns Moritz Harburger). Die beiden hatten zwei Töchter (Amalie geb. 1879) und Bertha (geb. 1884). 1902 verließ Heilmann mit seiner Familie Landshut und zog nach Bayreuth. Unter den ersten jüdischen Geschäftsleuten war Benjamin Herz (geb. in Berolzheim), der 1879 ein Damenkonfektionsgeschäft in der Neustadt 472, etwas später in der Theaterstraße 65 in Landshut eröffnete. Benjamin Herz heiratete 1880 (in München) Sonja Veronika geb. Schloß (geb. 1855 in Frankfurt, gest. 1923 in Landshut). Die beiden hatten vier Kinder: Josef (geb. 1881, ist an den Folgen der Kriegsverletzung des Ersten Weltkrieges 1919 gestorben), Louise (geb. 1883, später verh. mit Fritz Weinberger im schlesischen Landeck, Kinder Fritz, Erna und Mathilde), Arthur (geb. 1887, nach Amerika ausgewandert) und Anna (geb. 1890, verh. Stangl in Hadamar). 1886 bis 1905 führte Benjamin Herz sein Geschäft in der Altstadt 70 (Wetzstein-Haus). Das bisherige Geschäft wurde von Adolf Schönmann weitergeführt (siehe unten). Nochmals umgezogen ist Benjamin Herz 1905 und führte in den folgenden Jahren noch ein "Herren- und Knabenkonfektionsgeschäft" in der unteren Altstadt 367. Er blieb bis zu seinem Tod 1931 in Landshut (zuletzt im Asyl St. Jodok in der Freyung 597). Um 1880 kam Isaak Hellmann (geb. 1850 in Burghaslach) nach Landshut. Er war als Hopfenhändler tätig und wohnte in der Grasgasse 318 (frühere Gastwirtschaft "Zum Thalerbräu"), dann in der mittleren Landgasse 136 (Gastwirtschaft "Heißbräu"). Er starb 1918 in Landshut. Gleichfalls um 1880 eröffnete Wilhelm Baruch (München) seinen "Mode-Bazar" für Damen in der Altstadt 335; das Geschäft wurde wenig später von Josef Schloßmann (Mainz) weitergeführt und in die Altstadt 83 verlegt.     
 
In der Stadt eröffneten seit den 1880er-Jahren mehrere weitere Geschäfte, die jüdischen Personen/Familien gehörten. Darunter die längere Zeit im 20. Jahrhundert bestehenden Firmen wie
-  das 1886 begründete Herren- und Knaben-Bekleidungshaus (Herrenkonfektion) von Adolf Schönmann in der Theaterstraße 65 (Geschäft von Benjamin Herz übernommen, siehe oben), das bis nach 1933 in der Theaterstraße 65 bestand (damals zwei Angestellte). Adolf Schönmann (geb. 1862 in Kolbuszowa, Polen) war Gründer und langjähriger Vorsitzender der "Israelitischen Vereinigung" in Landshut. Er konnte Ende 1935 mit seiner Frau Katharina geb. Preuß (geb. 1862 in Pozsony/Bratislava) die Goldene Hochzeit feiern (siehe Bericht unten). Ein Sohn Adolfs - Isidor Schönmann (geb. 1896 in Landshut) - war Juniorchef im Bekleidungshaus und aus dem Ersten Weltkrieg als hochdekorierter Leutnant der Reserve zurückgekehrt (EK I; wohnte nach Adressbuch 1936 wie der Vater Adolf in der Theaterstraße 65). Ein anderer Sohn Richard war 1916 im Ersten Weltkrieg gefallen. Ein weiterer Sohn Alexander (geb. 1886 in Innsbruck) hatte gleichfalls als Leutnant im Ersten Weltkrieg gedient (ermordet 1941 in Kaunas). Vier Töchter hatten die Schönmanns, die alle in Landshut geboren sind: die 1887 geborene Regina (später verheiratete Fett), die 1893 geborene Ida (später verheiratete Amanyi), die 1895 geborene Julia (Julie) Schönmann (später verheiratete Mechlowitz) und die 1897 geborene Maria (später verheiratete Sass). An die 1942 im Ghetto Theresienstadt umgekommenen Adolf Schönmann und seine Frau Katharina Schönmann sowie an den in die USA emigrierten Sohn Isidor Schönmann erinnern seit 2. Oktober 2012 "Stolpersteine" von dem Gebäude Theaterstraße 65. 
Genealogische Informationen zur Familie Schönmann siehe Einstieg über https://www.geni.com/people/Adolf-Schönmann/6000000079500976225
-  das 1890 gegründete "Kaufhaus S. Wilmersdörfer" (ab 1894 "S. Wilmersdörfer's Nachfolger) im Haus in der unteren Altstadt 99 (unter Leitung von Heinrich Wilmersdörfer), seit 1914 unter dem Namen "Gebrüder Klein". Zur Seite stand im Kaufhaus von Anfang an Max Spier, dessen Frau eine geborene Wilmersdörfer war. 1892 trat auch Heinrichs Bruder Julius Wilmersdörfer als Handlungsgehilfe in die Firma ein. Die Familie Spier war 1900 mit elf Mitgliedern die zahlenmäßig größte jüdische Familie in Landshut. Max Spier zog 1900 nach Regensburg, sein Bruder Julius Spier betrieb in Landshut weiter ein Kurz-, Schnitt- und Modewarengeschäft (bis 1905, dann im Besitz von Siegfried Wilmersdörfer). Siegfried Wilmersdörfer (geb. 1879 in Regensburg; im Ersten Weltkrieg Feldwebel d.R., Inhaber des EK II und des Verwundetenabzeichens) und seine Frau Flora geb. Schmidt wollten 1939 mit dem Schiff "St. Louis" (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/St._Louis_(Schiff,_1929)) nach Kuba emigrieren, doch wurde ihr Schiff von Kuba wieder nach Europa zurückgeschickt. Sie kamen nach Belgien, wo 1940 beim deutschen Einmarsch Siegfried Wilmersdörfer an einem Herzinfarkt starb. Seine Frau wurde 1943 deportiert und in Auschwitz ermordet. Die Tochter des Ehepaares Anna Lina geb. Wilmersdörfer, die mit Fritz Jacobius verheiratet war, konnte mit ihrer kleinen Tochter Irmgard (siehe Geburtsanzeige von 1936 unten) 1939 in die USA emigrierten.
Weitere Informationen zu Fritz Fred Jacobius (1902 Amberg - 1957 New York) mit Foto https://www.geni.com/people/Fred-Jacobius/6000000097347864881 und Anna Lina Jacobius (geb. 1912 in Landshut, gest. 2014 in Fair Lawn, Bergen Cunty New Jersey) https://www.geni.com/people/Anna-Jacobius/6000000082623862821  
-  die 1892 in Landshut eröffnete Filiale der Firma Hermann Tietz (zunächst als Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft in der Grasgasse 330). 1893 zog das Kaufhaus Tietz um in ein größeres Geschäft in die Altstadt 87, später (bis nach 1933) in die Theaterstraße 55/57. Als Geschäftsführer wurde zunächst Adolf Hirsch bestellt, der - auch als Wohltäter der Stadt und der Armen - der bekannteste jüdische Kaufmann in Landshut war (verheiratet mit Cilly Hirsch geb. Lißmann, eine Tante der Filmschauspielerin Lilly Palmer, deren Mutter Rose geb. Lißmann war). Adolf Hirsch war seit 1919 Ehrenmitglied der Turngemeinde Landshut und wohnte nach Adressbuch 1936 als Privatier im Brühfeldweg 182. 1933 hatte das Textilkaufhaus noch etwa 60 Angestellte, Gesellschafter waren inzwischen Adolf Hirschs Schwiegersohn Dr. Richard Landauer (geb. 1882; im Adressbuch 1936 als Verlagsbuchhändler in der Theaterstraße 55 genannt) und Helmut Teichner (wohnte nach Adressbuch 1936 Gabelsbergerstraße 16). In der NS-Zeit konnten Dr. Richard Landauer, seine Frau Edith geb. Hirsch (geb. 1900) und die Kinder Eva Maria (geb. 1922), Stefan Klaus (geb. 1925) und Robert Felix (geb. 1927) noch 1938 nach England emigrieren und änderten ihren Familiennamen in Landor. Auch Helmut Teichner konnte Ende August 1938 nach England emigrieren (sein Bruder, der Sportler Hans Teichner hatte Landshut bereits 1933 verlassen, als er Trainer der spanischen Ski-Nationalmannschaft wurde). Adolf Hirsch ist 1943 im Ghetto Theresienstadt umgekommen; seine Frau Cilly war bei einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo 1941 aus dem Fenster gestürzt und starb - schwer verletzt - im Landshuter Klinikum am 30. Oktober 1941. An Adolf und Cäcilie (Cilly) Hirsch erinnern seit 2. Oktober 2012 zwei "Stolpersteine" vor dem Gebäude Theaterstraße 55-57. Weitere Stolpersteine vor dem Gebäude Theaterstraße 55-57 kamen am 25. Mai 2016 dazu für Dr. Richard Landauer, Edith Landauer geb. Hirsch, Eva Maria Landauer, Stefan Klaus Landauer und Robert Felix Landauer.
Zu Hans Teichner (geb. 1908 in Landshut, gest. 1957 in Traverse City, Michigan/USA): war acht Jahre Mitglied im deutschen Ski-Nationalteam, wurde nach seiner Emigration in die USA einer der zehn "top ski professionals" in Sun Valley, Idaho. Lebte seit 1948 in Leland, Michigan, managte das "Sugar Loaf Winter Sports project". Zehn Jahre nach seinem frühen Tod wurde er posthum 1967 in die United States Ski Hall of Fame aufgenommen. Dazu Artikel mit Foto in skihall.com über Hans Peppi Teichner.  Ebd. zu seiner Würdigung eine Pdf-Datei.  
Zu Helmut Teichner (geb. 1911 in Landshut, gest. 2001 in Chicago/USA): emigrierte 1939 in die USA, wo er die Wilmot Mountain Ski School in Wilmot, Wis. gründete und über 40 Jahre leitete; war 14 Jahre Direktor und Vizepräsident der United States Ski Association's central division, 1983 wurde er aufgenommen in die United States Ski Hall of Fame. Besuchte Landshut Anfang der 1990er-Jahre. Bericht zu seinem Tod von Karen Rivedal in der Chicago Tribune vom 30. Dezember 2001: Link zum Artikel. Dazu Artikel mit Foto in skihall.com über Helmut Teichner  Ebd. zu seiner Würdigung eine Pdf-Datei.
-  das Münchner Schuhwarenhaus Scheinmann & Co. in der Theaterstraße 66 (um 1933 vier Angestellte). Die Inhaber waren um 1933 Nathan Scheinmann (Düsseldorf, Königsallee 72; lebte nach Adressbuch 1936 in Landshut Gabelsbergerstraße 16) und Jakob Thorn (München, Prinzregentenstr. 18/I, keine Wohnung in Landshut). Nathan Scheinmann emigrierte mit seiner Familie 1938 nach Polen. Dort gerieten sie nach Kriegsende in den Bereich der einmarschierenden Sowjetarmee. Sie wurden nach Sibirien verschleppt und überlebten dort den Krieg. Sie kehrten nach dem Krieg nach Deutschland zurück, aber nicht mehr nach Landshut. 
-  seit 1932 das Textilwarengeschäft (Textilhaus; Bekleidungshaus am Isargestade) M. & W. Ansbacher von Martin und Wilhelm Ansbacher, Isargestade 728. Wilhelm Ansbacher war der Großvetter von Martin Ansbacher. Die aus Leutershausen zugezogenen Familien Ansbacher lebten zusammen in der Seligenthalerstraße 38 (nach Adressbuch 1936 die Kaufleute Guido Ansbacher, Martin Ansbacher und Wilhelm Ansbacher). Die eine Familie war die des Gustav Ansbacher mit seiner Frau Babette und dem Sohn Martin; die andere Familie war Nathan genannt Fritz Ansbacher und seine Frau Selma und die Kinder Wilhelm, Siegfried, Max und Else. Gustav und sein Vetter Nathan Fritz waren bereits im Ruhestand, daher wurde das Geschäft auf die Namen von Martin und Wilhelm Ansbacher eingetragen. Beim Boykott 1933 wurden Martin, Wilhelm, Gustav und Fritz Ansbacher in sog. Schutzhaft genommen und erst nach Zahlung eines "Lösegeldes" freigelassen. Gustav Ansbacher und seine Familie konnte im Mai 1939 nach Schottland emigrieren. Fritz Ansbacher blieb mit Familie in Landshut. Er und seine Frau Selma sowie die Tochter Else starben am 1. April 1942 in Landshut unmittelbar vor der Deportation an Suizid (Gasvergiftung). Max und Wilhelm Ansbacher wurden deportiert und sind umgekommen. Überlebt hat nur der Sohn Siegfried Ansbacher, der in die USA emigrieren konnte. Für Max Ansbacher, Wilhelm Ansbacher, Nathan Fritz Ansbacher, Selma Ansbacher geb. Enslein und Elsa Sofie Ansbacher wurden am 11. September 1913 "Stolpersteine" vor dem Haus Seligenthaler Straße 60 verlegt. Auch für Rosa Hahn geb. Kohn und Elsa Kohn wurden ebd. "Stolpersteine" verlegt.  
Zu Martin Anson (Ansbacher, geb. 16. Juli 1909 in Leutershausen, gest. 4. August 2003 in Glasgow): siehe Gedächtnisblatt von Christine Schindlbeck (ehem. Schülerin des Hans-Leinberger-Gymnasiums Landshut) in der Sammlung KZ Dachau: https://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/?f=A&gb=2969  - auch eingestellt als pdf-Datei
-  das Bettenhaus (bzw. Handel mit Manufakturwaren) der Familie Hahn von Hugo Hahn und Paul Hahn in der Altstadt 338 (um 1933 vier Angestellte). Familie Hahn lebte nach Adressbuch 1936 in der Maximilianstr. 17 (zwei Kinder). Hugo Hahn starb 1934. Seine Frau Rosa Hahn geb. Kohn wie ihre auch in Landshut lebende Schwester (?) Elsa Kohn (lebte nach Adressbuch 1936 im Haus Annaberg 176) starben am 1. April 1942 unmittelbar vor der Deportation an Suizid (Gasvergiftung). Die Tochter Gertrud (Trude) Charon geb. Hahn (geb. 1902 in Landshut bzw. Vilsiburg-Frontenhausen, wohnte mit Mann und zwei Kindern in Augsburg) wurde - wie auch ihre Tochter Erika (geb. 1928 in Augsburg) und ihr Sohn Günther (geb. 1930 in Augsburg) - in Auschwitz ermordet. Trudes Mann Willy Charon überlebte durch Emigration nach Schanghai (wollte die Familie nachholen). vgl. Biographie Erika Charon.   
-  die Firma Schwarzhaupt (Ehepaar Rosenthal, Altstadt 83/84); das Ehepaar Rosenthal flüchtete in der NS-Zeit in die damalige Tschechoslowakei. Meinhard Rosenthal wohnte nach Adressbuch 1936 in der Altstadt 83/84
-  die Viehhandlung von Siegfried Marx in der Spiegelgasse 1. Nach Adressbuch 1936 wohnten hier Viehhändler Siegfried Marx und auch Kaufmann Hugo Marx. Beide sind - wie auch der im Adressbuch nicht genannte Viehhändler Ludwig Marx und die Mutter Sophie Marx - 1942 deportiert und ermordet worden. An Sophie Marx geb. Marx, Hugo Marx, Ludwig Marx und Hugo Siegfried Marx erinnern seit 2. Oktober 2012 "Stolpersteine" vor dem Gebäude Altstadt 178/179.
-  die Viehhandlung von Kurt Roer in der Altstadt 313. Nach Adressbuch 1936 wohnten Viehhändler Kurt Roer und Viehhändler Moritz Roer ebd. 
-  die Vieh- und Hopfenhandlung von Hugo Wittmann in der Ritter-von-Eppstr. 12 (Adressbuch 1936). Hugo Wittmann war aus dem Ersten Weltkrieg hochdekoriert zurückgekommen (Eisernes Kreuz, Goldene Tapferkeitsmedaille). Er und seine ganze Familie (Frau Betty geb. Firnbacher und die Kinder Luise Lotte, Hans Johann und Gertrud Inge) wurden 1942 deportiert und ermordet. Für Betty Wittmann geb. Firnbacher, Gertrud Inge Wittmann, Hans Johann Wittmann, Hugo Wittmann und Luise Lotte Wittmann wurden am 26. Mai 2015 "Stolpersteine" vor dem Haus Innere Münchener Straße 12 verlegt.
 
Im Ersten Weltkrieg sind aus Landshut an jüdischen Soldaten gefallen: Joseph Herz (geb. 8. Dezember 1881 in Landshut, zur Familie siehe oben, gestorben an der Kriegsverletzung am 9. Mai 1919); Richard Schönmann (gefallen 1916).  
 
1933 wurden in Landshut 48 jüdische Einwohner gezählt (0,2 % von insgesamt 30.858 Einwohnern). Auf Grund der zunehmenden Repressalien, der Entrechtung und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verließen viele der jüdischen Einwohner in den folgenden Jahren die Stadt. Zwischen 1933 und 1939 konnten 17 der jüdischen Einwohner emigrieren (acht nach England, sechs in die USA, drei in die Schweiz), 14 verzogen in andere deutsche Orte (davon zehn nach München, drei nach Buttenhausen). Im Januar 1936 wurden auf die Schaufenster des Warenhauses Tietz Plakate mit der Aufschrift "Wer beim Juden kauft, ist ein Volksverräter" geklebt. Beim Novemberpogrom 1938 kam es zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdischen Einwohner in der Stadt. Fast alle wurden in sogenannte "Schutzhaft" genommen, die Männer ins Landshuter Gefängnis und drei Tage später in das KZ Dachau verbracht; die Frauen konnten zurück in die inzwischen demolierten und geplünderten Wohnungen. Alle noch in jüdischem Besitz befindlichen jüdischen Geschäfte wurden bis Ende 1938 "arisiert". Die noch in Landshut lebenden jüdischen Personen wurden in wenigen Wohnungen ghettoisiert. Nach 1939 konnten noch sechs jüdische Einwohner Landshut verlassen; drei starben in der Stadt. Fünf der jüdischen Einwohner begingen unmittelbar vor der Deportation 1942 Selbstmord. Die letzten elf wurden im April 1942 nach Piaski bei Lublin deportiert und ermordet. 
 
Von den in Landshut geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", vgl. Hinweis unten): Else (Elsa Elise Sofie) Ansbacher (geb. 1914 in Leutershausen), Max Ansbacher (geb. 1921 in Leutershausen), Nathan Fritz Ansbacher (geb. 1889 in Leutershausen), Selma Ansbacher geb. Enslein (geb. 1889 in Leutershausen), Wilhelm Selmar Ansbacher (geb. 1913 in Leutershausen), Betty Blankenstein geb. Stroheim (geb. 1874 in Landshut), Gertrud/Trude Charon geb. Hahn (geb. 1902 in Landshut bzw. in Vilsbiburg-Frontenhausen, lebte später in Augsburg mit ihren Kindern Erika Charon und Günther Charon), Rudolf Cohn-Cornell (geb. 1881 in Landshut, lebte später in Berlin), Berta Cwyryn (geb. 1904 in Landshut), Efraim Cwyryn (geb. 1922 in Landshut ), Chana Cync (geb. 1917 in Landshut), David Cync (geb. 1915 in Sienawa), Max Fischer (geb. 1897 in Landshut, lebte später in Berlin), Martin Meir Freund (geb. 1881 in Landshut), Riwka Frider geb. Huetter (geb. 1880 in Kalisz), Rosa Hahn geb. Kohn (geb. 1874 in Trebcice Siroke/Böhmen), Adolf Abraham Hirsch (geb. 1868 in Znin/Posen), Cäcilie (Caecilia Cacilie Cilli) Hirsch geb. Lißmann (geb. 1876 in Koblenz), Zila Hirsch (geb. 1885 in Dresden), Helmuth Kahane (geb. 1904 in Landshut, später wohnhaft in Dresden), Elsa Kohn (geb. 1886 in Trebcice Siroke/Böhmen), Hugo Marx (geb. 1900 in Buttenhausen), Ludwig Marx (geb. 1886 in Baisingen), Siegfried Marx (geb. 1892 in Baisingen), Sofie (Sophie) Marx geb. Marx (geb. 1877 in Baisingen), Anna Masstab geb. Spinat (geb. 1886 in Landshut, später wohnhaft in Frankfurt/Main), Julia (Julie) Mechlowitz geb. Schönmann (geb. 1895 in Landshut, lebte später in München), Antonie Mendelssohn (geb. 1862 in Landshut, lebte später in Berlin), Getzel Sauerhaft (geb. 1892 in Lancut/Galizien), Adolf Schönmann (geb. 1862 in Kolbuszova/Polen), Katharina Schönmann geb. Preuß (geb. 1862 in Pozsony/Bratislava), Julius Jakob Sichel (geb. 1888 in Großostheim), Leopold Teichner (geb. 1871 in Zabrze/Hindenburg/Oberschlesien), Flora Wilmersdörfer geb. Schmidt (geb. 1885 in Giebelstadt), Betty (Betti) Wittmann geb. Firnbacher (geb. 1885 in Goßmannsdorf), Gertrud Inge Wittmann (geb. 1926 in Landshut), Hans Johann Wittmann (geb. 1923 in Regensburg), Hugo Wittmann (geb. 1885 in Hüttenbach), Luise Lotte (Llouise Louise) Wittmann (geb. 1921 in München), Brunhilde Ziprkowski geb. Spier (geb. 1898 in Landshut, später wohnhaft in Braunschweig).
Wichtiger Hinweis: es kann vor allem bei den ostjüdischen Namen auch einige Verwechslungen in den Listen geben mit dem niederschlesischen Landeshut (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kamienna_Góra) wo 1895 147 jüdische Einwohner gezählt wurden. 
 
Auf einer Gedenktafel in der Synagoge von Straubing werden die Namen von 27 jüdischen Personen aus Landshut genannt, die in der NS-Zeit umgekommen sind (siehe Foto unten).
 
Von  September 1944 bis Ende April 1945 bestand in Landshut ein Arbeitslager der Organisation Todt für eine Bauabteilung (Eisenbahnbau) von etwa 60 Männern. Dieses Lager war im Bereich des Dreiecks zwischen der heutigen Dieselstraße und der Siemensstraße (heute Industriegebiet). Getrennt vom Lager der OT wurde an der Hofmark-Aich-Straße (im Bereich der heutigen Firma ebm-papst Hofmark-Aich-Str. 25) im Dezember 1944 ein sogenanntes "Judenlager" (Wellblechbaracken) eingerichtet, ein Außenkommando des Konzentrationslagers Dachau, in dem unter katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen etwa 500 jüdische Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten. Unmittelbar außerhalb des "Judenlagers" befand sich eine Baracke für die SS-Wachmannschaft. Die Juden, die zuvor in den Außenkommandos bei Landsberg/Lech eingesetzt waren, wurden unter strengster SS-Bewachung im OT-Lager eingesetzt. Es wurde ein Gleisanschluss an das Schienennetz der damaligen Reichsbahn erstellt, Straßen gebaut, das Gebiet planiert und Gebäude errichtet. Nach Luftangriffen (u.a. auf den Landsberger Hauptbahnhof) wurden die Häftlinge zu Aufräumungsarbeiten eingesetzt. Viele der Häftlinge starben an Krankheiten, Misshandlungen und Erschöpfung. Sie wurden jeweils morgens in der Frühe auf einem Leiterwagen zum Friedhof Achdorf gebracht und dort an der Friedhofsmauer verscharrt. Das Lager wurde am 22./24. April 1945 geschlossen, die noch lebenden Häftlinge nach Wasserburg evakuiert. Auch bei diesem sogenannten "Todesmarsch" starben etliche der Häftlinge. 1946 wurde am Friedhof von der Jüdischen DP-Gemeinde eine Tafel angebracht: "Unseren 200 Toten, gepeinigt im Judenlager Landshut, zur Ehre. Jüdische Gemeinde Landshut". Damals wurde von 211 umgekommenen jüdischen Häftlingen ausgegangen, was sich an Hand der Zahl der später Exhumierten nicht bestätigen ließ (die Tafel und zwei weitere für umgekommene Zwangsarbeiter besteht nicht mehr). Im Juni 1958 (87 tote Zwangsarbeiter) und im November 1961 (83 tote jüdische Häftlinge, dazu 13 russische und polnische Zwangsarbeiter) wurden die am Achdorfer Friedhof begrabenen Toten exhumiert und auf dem KZ-Ehrenfriedhof Flossenbürg bestattet. Heute erinnern zwei Gedenktafel von 1983 am Achdorfer Friedhof an die Ereignisse 1944/45; hier wird von 83 Toten unter den jüdischen Häftlingen gesprochen. Das Gedenkbuch des Bundesarchives Berlin nennt drei der Umgekommenen: Seiliuma Kelson (geb. 1897 in Kaunas/Kowno/Russland), Mendel Ruziner (geb. 1918 in Rendsburg), Moritz Serder (geb. 1902 in Zdunska Wola/Kalisz/Russland). 
Weitere Informationen: Georg Spitzlberger: Das Außenkommando Landshut des Konzentrationslagers Dachau (siehe unten Literatur). 
Vgl. auch ein Presseartikel im "Wochenblatt" (Landshut) vom 1. Februar 1995 zur Geschichte der Tafeln am Achdorfer Friedhof.   
   
Nach Kriegsende 1945 wurde in Landshut ein Lager für jüdische "Displaced Persons", also für Überlebende von Konzentrationslagern oder auf Grund neuer Pogrome (Polen 1946) in den Westen geflohener jüdischer Menschen. Von den früher in der Stadt lebenden jüdischen Personen kamen nur zwei zurück. Die jüdische DP-Gemeinde Landshut zählte im Dezember 1945 60 Personen, Mai 1946 76, September 1946 120, Februar 1947 148, Januar 1948 130, März 1949 55. Vorsitzende der Gemeinde, dessen Gemeindezentrum (mit Betstube/Synagoge) im Haus des Gasthofes Silbernagel (vgl.  https://regiowiki.pnp.de/wiki/Gasthof_Silbernagel) Altstadt 72 eingerichtet wurde, waren Henryk Popowski und Leopold Wachtel. Nach Gründung des Staates Israel im Mai 1948 verließen die meisten der jüdischen DPs wieder die Stadt. Das Lager wurde 1951 geschlossen.  
Unabhängig von dem DP-Lager in der Stadt stand von August bis Oktober 1946 am Rande der Stadt ein Auffanglager (Zeltlager) für bis zu 3000 Displaced Personen. Die meisten von ihnen wurden im September 1946 nach Babenhausen (Hessen) gebracht.
Informationen Website after-the-shoah.org zu Landshut siehe https://www.after-the-shoah.org/landshut-juedische-dp-gemeinde-jewish-dp-community/
Literatur Holger Köhn: Displaced Persons-Lager in Babenhausen und Dieburg 1946-1950. Magisterarbeit online einsehbar.
  
  
21. Jahrhundert 
Hinweis auf Mirjam Pressler (1940 Darmstadt - 2019 Landshut)    
Die Schriftstellerin (insbesondere Kinder- und Jugendbuchautorin) Mirjam Pressler, die 1940 als Tochter einer jüdischen Mutter in Darmstadt geboren (zunächst als Mirjam Gunkel) und in einer Pflegefamilie und einem Heim aufgewachsen ist, hat nach dem Besuch von Gymnasien in Darmstadt und Bensheim an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt, danach Englisch und Französisch in München studiert. Sie lebte von 1962 bis 1970 in Israel und war mit einem Israeli verheiratet (drei Töchter). Nach 1970 lebte sie als Inhaberin eines Jeansladens in München und verfasste als Schriftstellerin vor allem seit 1980 zahlreiche Bücher; bei anderen war sie als Übersetzerin tätig. Seit 2007 lebte sie in Landshut, wo sie im Januar 2019 nach langer Krankheit verstorben ist. 2017 war sie mit dem Kulturpreis der Stadt Landshut ausgezeichnet worden, 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz. Dazu erhielt sie zahlreiche Preise für ihr Werk oder für einzelne Werke, darunter mehrfach den Jugendliteraturpreis.
Foto aus Wikimedia-Commons über Wikipedia-Artikel.
Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Mirjam_Pressler 
Website der Stadt Landshut zur Verleihung des Kulturpreises an Mirjam Pressler 2017:  http://www.landshut.de/portal/kultur/aktuelle-kulturnachrichten/kulturpreis/mirjam-pressler.html 
Website von Mirjam Pressler https://www.mirjampressler.de/ 
Website https://www.inhaltsangabe.de/autoren/pressler/  
Artikel von Tanya Lieske in Deutschlandfunk.de vom 19. Januar 2019: "Zum Tod von Mirjam Pressler. 'Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen..."
   
  
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde des 19./20. Jahrhunderts          
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Erste jüdische Hochzeit seit dem 15. Jahrhundert (1859)  

Landshut AZJ 17101859.jpg (43863 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Oktober 1859: "Am 13. vorigen Monats fand in Landshut (Niederbayern) eine israelitische Hochzeit statt, seit mehreren Jahrhunderten wieder die erste. Niederbeyern ist der einzige Regierungsbezirk Bayerns, in welchem seit der Judenaustreibung unsere Glaubensgenossen ihre Ansässigkeit nicht mehr erlangt haben. Dieselbe erfolgte bekanntlich unter Ludwig dem Reichen ums Jahr 1470. R."   

     
Ein jüdischer Mann wird als königlicher Untergerichtsschreiber am Bezirksgericht eingestellt (1878/1879; Bericht von 1933)

Floss AZJ 23031900.jpg (48206 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. März 1900: "München, 19. März (1900). In Bayreuth ist am Samstag der stellvertretende Schwurgerichtspräsident Max Eismann, kurz nachdem er die Schwurgerichtssitzung eröffnet hatte, am Richtertisch vom Schlage gerührt worden und noch am gleichen Tage verstorben. Als Sohn eines praktischen Arztes in Floß geboren, trug er ursprünglich den Namen Levy, und ist der erste Jude gewesen, welcher berufsmäßig das Amt eines Gerichtsschreibers in Bayern bekleidete; er hatte nämlich seine erste Anstellung 1878 oder 1879 als königlicher Untergerichtsschreiber am damaligen Bezirksgerichte Landshut erhalten, war später seit 1880 Amtsrichter in Neustadt an der Aisch und Nürnberg, und seit 1891 Landgerichtsrat in Bayreuth." 

    
Goldene Hochzeit von Adolf Schönmann und Katharina geb. Preuß (1935)   

Landshut BayrIsrGZ 01011936.jpg (49679 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Oktober 1936: "Goldene Hochzeit. Herr Adolf Schönmann, Landshut in Bayern, konnte mit seiner Gattin Katharina geb. Preuß, am 26. Dezember 1935 das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Herr Adolf Schönmann ist Gründer des seit 1886 bestehenden Herren-Knaben-Bekleidungshauses, war längere Jahre Distriktsvorsteher und Gemeindebevollmächtigter der Stadt, ist Gründer und bis heute Vorstand der dortigen Israelitischen Vereinigung. Im Verlaufe seines gemeinnützigen Wirkens waren dem Jubilar Ehrungen und Auszeichnungen zuteil geworden."   

      
      
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Geburtsanzeige von Irmgard Jacobius (1936)   

Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. September 1936: "Unsere Irmgard ist angekommen!  
Fritz Jacobius und Frau Anna
geb. Wilmersdörfer. 
Landshut
in Bayern, 31. August 1936."  

  
  
  
Zur Geschichte der Synagogen      
  
Synagoge im Mittelalter   
 
Im Mittelalter war - wie bereits oben genannt - eine Synagoge vorhanden, die 1410 erstmals erwähnt wurde, jedoch bereits längere Zeit vorhanden war. 1451/52 wurde sie nach Vertreibung der Juden aus Landshut in eine Kirche verwandelt (Nebenkirche von St. Martin: Dreifaltigkeits- oder Salvatorkirche am seitdem sogenannten Dreifaltigkeitsplatz). Beim Umbau der Synagoge in die Kirche wurden zahlreiche Grabsteine des konfiszierten jüdischen Friedhofes verwendet. Um 1810 wurde die Salvatorkirche im Zuge der Säkularisation abgebrochen. Seitdem ist von der ehemaligen Synagoge/Kirche nichts mehr erhalten. Die Baulücke wurde bis heute nicht geschlossen und ist zum Hang hin noch gut erkennbar. Auf dem ehemaligen Platz des Synagoge steht ein Bronzedenkmal Ludwigs des Reichen, der die Juden aus Landshut vertrieben hatte. Unweit davon erinnert seit März 2019 ein Gedenkstein mit Tafel an die Synagoge und die Vertreibung der Juden aus der Stadt.  
 
Kurz vor dem Abbruch der Salvatorkirche wurde sie von Franz Sebastian Meidinger noch so beschrieben (Beschreibung der kurfürstlichen Haupt- und Universitätsstadt Landshut 1805 S. 34-35): "Diese Kirche war vorhin die Synagoge der Juden, und man sieht noch den Stein der Beschneidung und verschiedene Steine mit hebräischen Buchstaben. Die Siege auf dem Turm ist steinen, und in jeder Staffel hebräische Karaktere, auch der Ort der Reinigung, und so anderes mehr ist da vorhanden; wie dann außer der Kirche der mit einer Mauer eingeschlossene Garten noch vorhanden, in welchem sie ihr Lauberfest (= Laubhüttenfest) hielten".
 
Erhalten ist das Gebäude, in dem sich das rituelle Bad des Mittelalters befand (Mikwe im Keller des Hauses Am Nahensteig Nr. 182c).
 
Abgebrochen wurde 1874 auch das (neue) Judentor (Münchner Tor). Nur ein Rundturm neben diesem nicht mehr bestehenden Münchner Tor blieb erhalten (Alte Bergstraße 145)  
 
 
Beträume im 19./20. Jahrhundert   
 
Von einem Betraum der jüdischen Familien im 19./20. Jahrhunderts gibt es keine Überlieferungen. Offiziell war die Synagoge in Straubing für die Landshuter Juden zuständig. Möglicherweise traf man sich auch (z.B. zu den Hohen Feiertagen) bei einzelnen Familien in Landshut zum Gottesdienst. Ein Minjan (Zehnzahl jüdischer Männer zum Gottesdienst) dürfte dabei erreicht worden sein.     
 
Die Synagoge (Betraum) der jüdischen DP-Gemeinde 1945/50 war in ihrem Gemeindezentrum im Gasthof "Silbernagel" in der Altstadt Nr. 72 (vgl. https://regiowiki.pnp.de/wiki/Gasthof_Silbernagel) eingerichtet.  
  
   
Adresse/Standort der Synagoge Die Synagoge war am heutigen "Dreifaltigkeitsplatz" (in der NS-Zeit: "Adolf-Hitler-Platz")                
   
   
   
Fotos / Abbildungen   
(historische Abbildungen: Quelle Stadtarchiv Landshut) 

Links historischer Stadtplan "Landshut im Überblick" (Quelle: landshut.de). Das mittelalterliche Wohngebiet war im Bereich von Nahensteig und Dreifaltigkeitsplatz. Die Synagoge stand, wo im Plan die Nr. 76 das danebenliegende Zehntstadel ("Herzogskasten") anzeigt. In der Mitte die Salvatorkirche (umgebaute Synagoge) im Sandtnermodell von 1571 mit barocker Haube (wurde erst 1703-10 erstellt). Beim Umbau der Synagoge in die Kirche 1452 wurde zunächst ein Turm mit gotischem Spitzhelm angebaut (so die Zeichnung rechts von Frederik van Valckenburg von 1599).  
     
     
 Darstellung einer Fronleichnamsprozession
von Johann Melchior Gutwein von 1733 mit
der Salvatorkirche mit barocker Zwiebelhaube.
 
 Plan der Salvatorkirche (links der "Herzogskasten"
 beziehungsweise "königliche Hofkasten") aus der
Zeit des Abbruchs. Erkennbar ist der Anbau des
Chores, der aus der Zeit von 1452 stammt. 
Planaufnahme der Dreifaltigkeitskirche aus dem
Jahr 1806 (Stadtarchiv Landshut, Akt B 2/2086)
(als Faksimile Beilage in G. Spitzlberger:
Die Juden im mittelalterlichen Landshut s.Lit.)
     
 Flurkarte der Gegend des jüdischen
Friedhofes
am Englbergweg in der Nähe
 des Bründlkirchleins (Plan Nr. 216) 
Grabstein des Elia Maschiv aus dem Jahr
1428 (Stadt- und Kreismuseum Landshut)
 
Grabstein des Rabbi Schlomo, undatierbar
(Stadt- und Kreismuseum Landshut) 
 
     
     
 Das 1874 abgebrochene Münchnertor (ehemaliges
neues Judentor), Gemälde von G. Sch. (Quelle:
Stadt- und Kreismuseum - Adelmannschloss) 
    
     
     
Jüdische Landshuter um 1930/35    
   Plakat zur Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht 1938 am 09. November 2018 in Landshut  Gedenktafel in der Synagoge Straubing mit den
Namen der aus Landshut ermordeten Gemeindegliedern
(aus Pinkas Hakehillot s.Lit.) 
     
 Gedenkblätter aus der
Gedenkstätte Yad Vashem
(Quelle: https://yvng.yadvashem.org/
       
   Else Ansbacher geb. Enslein Fritz Nathan Ansbacher   Max Ansbacher  Wilhelm Ansbacher
         
         
   Betti Wittmann geb. Firnbacher  Trude Charon geb. Hahn  Rosa Hahn geb. Kohn   
     

Zahlreiche Fotos zu den Stolpersteine-Verlegung seit 2012 siehe http://stolpersteine-landshut.de/ 

 
     

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Januar 2012: Auch in Landshut sollen "Stolpersteine" verlegt werden  
Artikel aus der Website von "Radio Trausnitz" vom 11. Januar 2012: "Stolpersteine gegen das Vergessen. 
Das Projekt Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus kommt nun auch in der Stadt Landshut voran. Heute Abend findet im Bernlochner die Gründungsversammlung des Vereins 'Stolpersteine für Landshut - gegen das Vergessen' statt..."   
Link zum Artikel     
 
Artikel in der "Landshuter Zeitung" vom 17. Januar 2012: "Die Erinnerung an die Nazi-Opfer wachhalten. Verein Stolpersteine für Landshut gegründet: Konrad Haberberger ist Vorsitzender..."  
Link zum Artikel    
 
Oktober 2012: Erste Stolpersteine werden in Landshut verlegt  
Artikel im "Wochenblatt.de" vom 2. Oktober 2012: "Die ersten Stolpersteine in Landshut sitzen..."    
 
März 2016: Ausstellung von Schülern zur Geschichte der Familien Hirsch und Landauer 
Artikel von Sonja Kirchensteiner in "idowa.de" vom 2. März 2016: "Landshut. Wenn aus Flucht Zukunft wird: Schüler spüren der Geschichte einer jüdischen Familie nach
Mark und Karen Landor ist noch heute bewusst, welches Glück ihre Großeltern hatten. Sie flohen vor den Nazis. In England haben sie eine neue Heimat gefunden und wurden gut integriert. Ihr Großvater war Landshuter und ein angesehener Bürger in der Stadt. Und er war Jude. 'Deshalb musste die Familie fliehen', weiß Sieglinde Sterbling. Die 18-Jährige ist Schülerin des Hans-Leinberger-Gymnasiums in Landshut. Sie und ihre Mitschüler sind der Geschichte der Landshuter Familie Landauer im Rahmen eines P-Seminars nachgegangen. Sieglinde hatte dabei ein eindrucksvolles Erlebnis. Die Flüchtlingskrise betrachten die Schüler vor dem Hintergrund dieser Geschichte mit ganz eigenen Augen. Für die Enkel der Landshuter Familie sei das, was vor und während des Zweiten Weltkriegs passiert ist, zwar kein großes Thema mehr. Dennoch sei ihnen bewusst, welches Glück sie hatten, dass die Großeltern in dem für sie fremden Land aufgenommen wurden, berichtet die 18-jährige Sieglinde. Die Schülerin konnte selbst mit Nachkommen von Richard und Edith Landauer sprechen. Bei einem Aufenthalt in England traf sie sich mit Karen und Mark Landor. Die Familie hat ihren Namen damals anglisiert. Sie hieß von da an nicht mehr Landauer, sondern Landor. Die Enkel finden es gut, dass man sich in Deutschland mit der NS-Zeit auseinandersetzt. 'Dr. Richard Landauer soll ein Gentleman gewesen sein, der sehr an Deutschland hing. Es fiel ihm damals sehr schwer zu fliehen', berichtet die 18-Jährige über das Gespräch mit den beiden. Katrin Sonnleitner und Martina Schütz betreuten die Schüler des Hans-Leinberger-Gymnasiums bei diesem P-Seminar Geschichte/Ethik. Im Mai wird in der Altstadt ein Stolperstein verlegt, um an das Schicksal der Familie zu erinnern. 'Stolpersteine' ist ein europaweites Kunstprojekt, bei dem kleine Gedenktafeln in den Boden eingelassen werden, um dem Schicksal der Menschen zu gedenken, die während der NS-Zeit deportiert, verfolgt, ermordet, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. Der Stolperstein für die Familien Landauer und Hirsch – die Schwiegereltern von Richard Landauer – wird vor dem Haus verlegt, in dem sich einst das Kaufhaus von Adolf Hirsch und später von Dr. Richard Landauer befand. Für die Schüler wurde Geschichte in diesem Seminar spürbar und persönlich. Plötzlich gibt es Gesichter zu den historischen Fakten. So sichteten die Schüler beispielsweise ein Interview mit einem der Mitschüler von Stefan Landauer, dem Sohn von Richard und Edith Landauer. Dieser Mitschüler, der spätere Landshuter Kinderarzt Anton Mößmer, erinnerte sich noch an seinen damaligen Banknachbar, der ausgeschlossen wurde, was sich Anton zunächst nicht erklären konnte. Erst nach und nach wurde ihm klar, dass Stefan Jude war und deshalb gemieden wurde. Als der Mitschüler eines Tages nicht mehr zur Schule kam, erfuhr Anton nach und nach, dass die Familie nach London fliehen musste und was mit den zurückgebliebenen Großeltern passiert ist.
Eineinhalb Jahre Arbeit. Geschichten und Erinnerungen wie diese sowie viele historische Fakten rund um die Familien und den Nationalsozialismus in Landshut haben die Schüler des P-Seminars gesammelt. Eineinhalb Jahre haben sie sich mit dem Thema beschäftigt, im Stadtarchiv recherchiert und Fotos und Texte ausgewertet. Daraus entstand eine große Ausstellung, die laut den Schülern auch an andere Schulen verliehen werden kann. Wenn am 25. Mai der Stolperstein für die zwei jüdischen Familien Hirsch und Landauer in Landshut verlegt wird, ist die Ausstellung außerdem im Salzstadel zu sehen."
Link zum Artikel  
 
November 2018: Gedenkstunde am Jahrestag der Pogromnacht 1938 
Anmerkung: Eingestellt ist ein Flyer zur Veranstaltung und eine Dokumentation zur Veranstaltung, beides hrsg. vom "Verein Stolpersteine für Landshut - Gegen das Vergessen e.V."
Artikel von Emanuel Socher-Jukić in der "Landshuter Zeitung" vom 11. November 2018: "Landshut Erinnerung an Reichspogromnacht in Landshut.
Ihren Vorfahren wurde großes Unrecht und Leid zuteil, einige von ihnen starben an den Folgen des Naziterrors. Und doch fand Miriam Landor am Freitagabend Worte der Zuversicht und Versöhnung, als sie zu den über 200 Menschen sprach, die in den Bernlochner Saal gekommen waren, um dem 80. Jahrestag der Reichpogromnacht zu gedenken.
'Ich wurde nicht geboren, um den Hass der Menschen zu teilen, sondern das Lachen', sagte Landor auf Englisch, während ihr Sohn Eric Baster übersetzte. Ein wenig wirkten ihre Worte wie ein persönlicher Sieg der Menschlichkeit über den Hass und die Barbarei des Nationalsozialismus. Landor, Tochter von Robert Felix Landauer, war mit zehn weiteren Familienmitgliedern aus England beziehungsweise Schottland angereist, um an der Gedenkveranstaltung, die vom Verein 'Stolpersteine für Landshut - Gegen das Vergessen' in Kooperation mit vielen anderen Organisationen veranstaltet wurde, teilzunehmen."
Link zum Artikel 
Hinweis auf die Gedenkveranstaltung in der Website der "Grünen Landshut": "Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht"  
 
März 2019:  Ein Gedenkstein erinnert an die Judenvertreibung im 15. Jahrhundert 
Artikel von Alexander Schmid im "Wochenblatt" (Landshut) vom 1. April 2019: "Judenvertreibung im Mittelalter. Gedenkstein mit Tafel erinnert an eine finstere Zeit in Landshut
Mit einem Festakt wurde am Samstagmittag auf dem Dreifaltigkeitsplatz in Landshut eine Gedenktafel eingeweiht, die an die frühere Landshuter Synagoge und die Vertreibung der Juden aus der Stadt um 1450 erinnern soll.
LANDSHUT
Herzog Ludwig, seine Statue befindet sich nur wenige Meter entfernt von der neuen Gedenktafel, hatte die Vertreibung angeordnet und die Synagoge in eine Kirche umgewandelt. Errichtet wurde der Gedenkstein mit Tafel auf einen Antrag aus dem Jahr 2012 des ehemaligen Stadtrates der Grünen, Hermann Metzger. Rund 100 Menschen waren zu der Einweihung des Gedenksteins, der aus dem Bayerischen Wald stammt. mit Tafel gekommen. Die Dreifaltigkeitskirche verschwand dann im Jahr 1810 übrigens ebenfalls. Sie wurde im Zuge der Säkularisation abgetragen. Aus ihren Steinen wurde die Leichenhalle auf dem Hauptfriedhof gebaut. Auf dem Bild zu sehen: Der Leiter des Stadtarchivs, Gerhard Tausche (li.) erläutert die geschichtlichen Hintergründe." 
Link zum Artikel  
 

   
    

Links und Literatur  

Links: 

bulletWebsite der Stadt Landshut 
bulletWebsite http://stolpersteine-landshut.de/    
bulletWikipedia-Artikel  https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Landshut  

Literatur:  

bulletGermania Judaica II,1 S. 467-469; III,1 S. 711-717; III,1 S. 1780-1783.  
bulletBaruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 67-68.  
bulletIsrael Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 340. 
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 144-146.
bullet Georg Spitzlberger: Jüdisches Leben in Altbayern. Die Juden im mittelalterlichen Landshut. Landshut 1988. Erschienen als Sonderdruck aus Band 110/111, 1984/85 der Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern. Landshut 1988. Eingestellt als pdf-Datei
bulletders.: Das Außenkommando Landshut des Konzentrationslagers Dachau. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern. 114.-115. Band. Landshut 1988-1989. S. 151-162 (eingestellt als pdf-Datei).
bulletJosef Kirmeier: Die Juden und andere Randgruppen: Zur Frage der Randständigkeit im mittelalterlichen Landshut. Hrsg. vom Stadtarchiv Landshut, Landshut 1998.
bulletders.: Juden im mittelalterlichen Landshut, in: 1204 und ihre Folgen. Zu den Anfängen der Stadt Landshut, o.O. 2002.  
bulletHeinrich Egner: Beiträge "Juden in Landshut 1800-1942". Erschienen in Fortsetzungsartikeln in der "Landshuter Zeitung" vom 17. Mai 2002 bis 22. November 2003.   
1) Schroffe Kritik an Judenpolitik im alten Bayern. Jüdische Wohnbevölkerung zog erst später wieder zu.
2) Seriöse und unseriöse Händler auf den Dulten. Ein neues negatives Stereotyp vom Juden gewinnt Raum.  
3) Des Henkers Schwert traf einen Juden. Diskriminierende Bestimmung für jüdische Dultbeschicker.
4) Ein Beispiel mitmenschlichen Handelns. Blick in die Zerrissenheit einer jüdischen Familie.  
5) Aufregung um Gesetz zur Judenemanzipation. Die Ultramontanen griffen zu antisemitischen Argumenten.
6) Ein Köcher voller vergifteter Pfeile. Katholisch-konservativer Verein als Vorreiter des Antisemitismus in Landshut.
7) Liberale für Neubeginn mit den Juden. Ein klares Ja zur Emanzipation und was dahinter stand
8) Scheibchenweise kam die Emanzipation. Dunkel um die ersten Juden im Landshut der neueren Zeit.
9) Jüdischer Makler mit Stützpunkt Landshut. Im Duschlbräu fanden am Markttag die Geschäftsstunden statt
10) Magistrat und Bürgermeister bloßgestellt. Ein jüdischer Verteidiger macht in Landshut großen Eindruck
11) Maximum jüdischer Einwohner lag vor 1914. Anteil an der Stadtbevölkerung stets nur Bruchteile eines Prozents
12) Ein rotes Tuch für Bürgermeister Gehring. Ein jüdischer Agitator kämpft um seine Versammlung in Landshut
13) Jüdischer Lehrer war "Zierde" seiner Schule. 1871 ließ sich der erste bekannte Jude in der Stadt nieder.
14) Nur Lebensumrisse, nicht das Leben selber. Benjamin Herz, Vorreiter der jüdischen Kaufleute in Landshut.
15) Zeuge für den Hopfenhandel in Landshut. Scheinbarer Davidsstern als Wegweiser zum Bier
16) Der scharfe Wind der jüdischen Konkurrenz. Seit 1879/80 fester Platz im Handel mit Konfektionsbekleidung
17) Landshut als Sprungbrett für eine Karriere. Geschäftsidee zeitlich begrenzten Saisonverkaufs ging nicht auf.
18) 52-jährige Ortstreue eines jüdischen Kaufmanns. Der Name Schönmann ist alten Landshutern heute noch ein Begriff.
19) Zwei Kaufleute gab nur ein kurzes Gastspiel. Ein Beispiel für Assimilation und Integration eines Juden
20) An Rosch Haschana war zwei Tage geschlossen. etwas verwickelte Geschichte des jüdischen Geschäfts im Haus Altstadt 99.
21) Vom Altwarenhandel-Lehrling zum Großunternehmer. Die Hintergründe des Entstehens der Landshuter Filiale der Firma "Hermann Tietz" 
22) Fehlt
23) "Stets schon die Verjudung bekämpft". Offener Antisemitismus des katholischen Zentrums
24) Auf jüdische Genossen ließen "Sozi" nichts kommen. Frühestens Auftreten einer antisemitischen Partei in Landshut.  
25) Eine antisemitische Veranstaltung wird gesprengt. Argumentationsmuster: An allem sind die Juden schuld! 
26) Mehr Zulauf für antisemitischen Redner. Der "Rektor aller Teutschen" löst "wahren Beifallssturm" aus.
      Eventuell sind weitere Artikel erschienen 
bulletPresseartikel in der "Landshuter Zeitung" (?) vom 2. April 1992 "Bei der Bevölkerung geachtet und wohlgelitten. Der 2. April 1942 bedeutete das Ende der jüdischen Gemeinde: Auf den Spuren der Landshuter Juden" (eingestellt als pdf-Datei). 
bulletPresseartikel vom 10. November 1988 in der "Landshuter Zeitung" (?): "Am 8. November 1938: Nacht des Schreckens und der Verwüstungen" sowie "Die Reichskristallnacht in Landshut: Ein Landshuter Jude erinnert sich" (eingestellt als pdf-Datei).
bulletPresseartikel vom 1. Februar 1995 im "Landshuter Wochenblatt" über Erinnerungen an das Außenkommando des KZ Dachau in Landshut (eingestellt als pdf-Datei). 
bullet Susanne Kowalsky unter Mitarbeit von Barbara Gilch und Margarethe Schratzenstaller:  Jüdische Frauen. In: "Frauen im Licht - Frauen im Schatten". Eine Landshuter Frauengeschichte. Hrsg. von Susanne Kowalsky und Andreas Jell. Stadt Landshut Verlag Isar-Post 2005. ISBN 3-924943-45-1. S. 104-115. Eingestellt als pdf-Datei
bulletRubert G. Pfeiffer: Auf den Spuren der Landshuter Juden (Aufsatz). Landshut 2007.
bulletMario Tamme (Bearb.), 'Ich bin so traurig' - Das Schicksal der jüdischen Landshuter 1933 – 1942, hrg. vom Stadtarchiv Landshut 2013. . 
bulletDokumentation: Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht 09. November 2018. Hrsg. vom "Verein Stolpersteine für Landshut - Gegen das Vergessen e.V." Landshut 2018. Eingestellt als pdf-Datei  

   
    


 
  
Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.
   
  
Landshut  Lower Bavaria. The 13th century Jewish community was destroyed in 1338 in the wake of the massacre of the Jews in nearby Deggendorf. The renewed community was expelled in 1452. The modern community, attached to Straubing, was organized in the late 19th century and numbered 48 in 1933 (total 30,858). Seventeen managed to emigrate until 1939, mostly to England and the U.S. Another 14 left for other German cities, mainly Munich. Of those remaining, six committed suicide and 11 were expelled to Piaski in the Lublin District (Poland) on 2 April 1942. 
   
    

                   
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Stand: 30. Juni 2020