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im Elsass"
Struth (Strutt)
(Dep. Bas-Rhin /Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Struth bestand eine jüdische Gemeinde bis in die 1960er-Jahre, deren
Geschichte in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurückgeht.
Nach einer
Volkszählung von 1756 waren sieben jüdische Familien am Ort. Damals herrschte
konfessionelle Vielfalt am Ort: außer den jüdischen Familien lebten hier
sieben evangelisch-lutherische, acht evangelisch-reformierte, 19 katholische und
drei mennonitische (Wiedertäufer) Familien. In den folgenden Jahrzehnten
nahm die Zahl der Juden weiter zu. Bei der Volkszählung am 30 September 1784
waren es bereits 17 Familien mit 70 Personen,
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807 108 Personen, 1868 161. Durch
Abwanderung der jüdischen Familien in die Städte ging die Zahl seitdem
zurück: 1923 92 Personen, 1929 57, 1936 45.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine
jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer
angestellt, der zufleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte
zum Rabbinat von Sarre-Union, nach 1926
zum Rabbinat Saverne.
1940 wurden die hier noch lebenden
Juden nach Südfrankreich gebracht, ein Gedenkstein im Friedhof nennt die Namen
der acht deportierten und umgekommenen Juden.
Von den in Struth geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Lucie Bernstein (1897),
Isaac Kahn (1867), Jules Kahn (1896), Fernand Keim (1877), Bernhard Kern (),
Helene Kern geb. Blum (), Caroline (Lina, Line) Levy geb. Muller (1899), Raymond
Meyer (1915), Arie Muller (), Louis Muller (), Roseline Muller (), Louise Weil
(1904).
Ein Teil der Überlebenden kehrte
nach 1945 zurück, sodass 1953 wieder 23 jüdische Personen in Struth lebten,
deren Zahl jedoch in den folgenden Jahrzehnten weiter zurückgegangen ist. Heute
leben nur noch wenige jüdische Personen am Ort.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
| In jüdischen Periodika des 19./20.
Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in
Struth gefunden. |
Zur Geschichte der Synagoge
Die heute noch bestehende Synagoge wurde 1836 erbaut. Sie
wurde in neuromanischem Stil erstellt. Um 1850 wurde die Synagoge renoviert.
Dabei wurde statt den bis dahin üblichen Betständern das bis heute erhaltene Mobiliar eingebaut.
1903 wurde zur
Vergrößerung des Gebäudes eine Apsis zur Straße hin vorgebaut. Gottesdienste
wurden bis Ende der 1930er-Jahre abgehalten. Mit der Deportation der jüdischen
Einwohner 1940 endete das jüdische Gemeindeleben.
Nach 1945 ist die Gemeinde wiederbegründet worden. Die Synagoge wurde
restauriert und neu geweiht. Regelmäßige
Gottesdienste wurden bis 1969 gehalten. Seit dem 16. Juli 1987 steht die
Synagoge einschließlich der gesamten Inneneinrichtung und der Umfassungsmauer
unter Denkmalschutz. 1997 wurde die Synagoge äußerlich, 2002 im Inneren
umfassend restauriert. Zu den Hohen Feiertagen wird einmal im Jahr in der
Synagoge noch G"ttesdienst abgehalten.
Adresse/Standort der Synagoge: rue Principale (gegenüber
Haus Nr. 43), 67290 Struth
Kontaktadressen für Besichtigungen:
Association Sauvegarde du Patrimoine historique israélite de Struth, c/o Frau
Sonia Lemmel, Tel.: ++33/3/88607210 E-Mail
oder über das Bürgermeisteramt in der ehemaligen jüdischen Schule: 48, rue Principale, 67290 Struth, Tel.:
++33/3/88015920
Fotos
Historische Fotos:
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| Ansichtskarte von
1902 (Quelle: hier
anklicken). Damals war die Apsis noch nicht angebaut. |
Neuere Fotos
(Fotos aus den 1980er-Jahren: Rothè / Warschawski s.Lit.; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.5.2004)
| Die Synagoge in den
1980er-Jahren |
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| Die Fotos zeigen
den Zustand vor den umfassenden Renovierungen Ende der 1990er-Jahre |
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| Die Synagoge im
Frühjahr 2004 |
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| Synagoge von Nordosten |
Synagoge von Südosten |
Synagoge von Westen |
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Eingangsportal
auf der
Südseite |
Inschrift über dem Eingang
mit
Zitat aus Psalm 118,20:
"Dies ist das Tor zum HERRN,
Gerechte
ziehen durch es hinein..." |
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| Blick zum Toraschrein |
Toraschrein mit -vorhang,
Leuchtern und Vorlesepult |
Blick von der
Frauenempore |
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| Toraschrein |
Im Eingangsbereich
befinden sich mehrere Informationstafeln |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
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Michel
Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire.
Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 32.138.
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n.e.

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