Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mulhouse (Mülhausen) (Dep. Haut Rhin /Alsace / Oberelsass) 
Cimetière juif / Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

In der früheren Reichsstadt Mülhausen im Elsass bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Nach 1266 werden Juden aus Mülhausen in verschiedenen Städten, um 1300 auch in Mülhausen selbst genannt. 1311 hört man von einer Synagoge in der Stadt. Während der Zeiten der Judenverfolgungen (Armlederverfolgung 1338 und Pestzeit 1348/49) wurden die meisten Juden der Stadt ermordet. Nach 1367 zogen wieder einzelne jüdische Familien zu. Ihre höchste Zahl wird um 1418 mit neun Familien erreicht. Danach ging die Zahl wieder zurück. Um 1500 waren es noch drei Familien, bis 1512 nur noch eine Familie. Um 1515 endete die jüdische Ansiedlung in der Stadt, ohne dass von einer eigentlichen Vertreibung die Rede ist.    
       
Ab 1655 lebten wieder Juden in Mülhausen. Ihre Zahl nahm langsam zu, sodass 1784 23 jüdische Familien mit 94 Personen gezählt wurden. Nach der Französischen Revolution zogen zahlreiche jüdische Familien aus Landgemeinden zu. Eine erste Synagoge wurde 1822 erbaut. Sie wurde 1849 durch einen Neubau ersetzt. 1885 lebten 3.839 Juden in der Stadt. Die Zahl ging auf 2.710 im Jahr 1926 zurück. 1939 hatte die Gemeinde 2.240 Mitglieder. Von ihnen wurden die meisten am 16. Juli 1940 von den Deutschen nach Südfrankreich deportiert. Viele von ihnen wurden in den folgenden Jahren ermordet. Die Synagoge wurde demoliert, überstand insgesamt jedoch die NS-Zeit. 1964 gehörten zur jüdischen Gemeinde in Mülhausen 1.920 Personen.
   

Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes   
       
Ein jüdischer Friedhof in Mülhausen war vermutlich schon im Mittelalter vorhanden, worauf eine Angabe aus Basel vor 1394 hinweist. Ein neuer Friedhof wurde im 19. Jahrhundert angelegt. Er wurde in der NS-Zeit teilweise zerstört. Er ist Teil des zentralen städtischen Friedhofes und wird bis zur Gegenwart belegt.   
  
  
Aus der Geschichte des jüdischen Friedhofes 
"Einweihung" eines Grabsteines auf dem jüdischen Friedhof durch einen katholischen Geistlichen (1912)      

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Juni 1912:   

  
  

Lage des Friedhofes  
  
10 Pte du miroir, 68100 Mulhouse 
   


Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 14.4.2004) 

Mulhouse Cimetiere 102.jpg (71287 Byte) Mulhouse Cimetiere 106.jpg (65653 Byte) Mulhouse Cimetiere 100.jpg (53427 Byte)
Blick zum Eingangstor Hinweistafeln Plan des zentralen Friedhofes Mulhouse 
mit Eintragung des jüdischen Teiles (gelb)
     
Mulhouse Cimetiere 103.jpg (65365 Byte) Mulhouse Cimetiere 105.jpg (68943 Byte) Mulhouse Cimetiere 104.jpg (57017 Byte)
Friedhofshalle Leichenhalle
   
Mulhouse Cimetiere 101.jpg (86279 Byte) Mulhouse Cimetiere 107.jpg (78203 Byte) Mulhouse Cimetiere 108.jpg (101514 Byte)
Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Juden aus Mulhouse Gedenkstein für 1993 hier 
beigesetzten Torarollen
   
Mulhouse Cimetiere 110.jpg (84155 Byte) Mulhouse Cimetiere 109.jpg (63980 Byte) Mulhouse Cimetiere 113.jpg (58796 Byte)
Denkmal aus restlichen Grabsteinen zur Erinnerung an die teilweise Zerstörung 
des jüdischen Friedhofes in der NS-Zeit
Blick über den Hauptweg 
durch den Friedhof
   
Mulhouse Cimetiere 114.jpg (55325 Byte) Mulhouse Cimetiere 115.jpg (61221 Byte) Mulhouse Cimetiere 112.jpg (60720 Byte)
Teilansichten Grabstein für Rabbiner Salomon Moock
   
Mulhouse Cimetiere 116.jpg (79965 Byte) Mulhouse Cimetiere 111.jpg (79687 Byte) Mulhouse Cimetiere 117.jpg (89977 Byte)
Neuere Grabstätten Grabstein rechts mit segnenden Händen 
der Kohanim 
   
Mulhouse Cimetiere 119.jpg (59878 Byte) Mulhouse Cimetiere 118.jpg (80305 Byte)   
  Grabstein mit Portrait (2002)   
     

     
   

Links und Literatur

Links:

Plan des Friedhofes: hier anklicken  

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 554f; III,2 S. 894-898.
Simon Adler: Geschichte der Juden in Mülhausen i.E. Mülhausen 1914.

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. Oktober 2011