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Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
Laupheim (Landkreis Biberach)
Jüdischer Friedhof
Postkarte aus dem Kunstverlag
Edmund von König (Dielheim)
zum jüdischen Friedhof Laupheim und einem Synagogenfenster von Friedrich Adler
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
siehe Seite zur Synagoge in
Laupheim
(interner Link)
Zur Geschichte dieses Friedhofes
Der
Friedhof der jüdischen Gemeinde auf dem "Judenberg" wurde
nach 1730 angelegt und später mehrfach erweitert (Fläche 46,27 ar). Er hat die
NS-Zeit nahezu unversehrt überstanden. Ende 1942 wurden alle Metallgegenstände
von den Grabsteinen entfernt. Nur die Bronzetafel mit den Namen der Kriegstoten
des 1. Weltkrieges verblieb am Gefallenendenkmal. Der Friedhof ist auch nach
1945 mehrfach belegt worden. Am Eingang wurde 1984 eine große Gedenktafel mit
den Namen der Laupheimer Opfer der Verfolgungszeit 1933 bis 1945 angebracht. Die
Leichenhalle am Friedhof wurde 1822 erbaut, 1907 durch eine neue am selben
Standort (Judenberg 24) ersetzt. Auf den ca. 1.200 Gräbern sind ca. 1.000
Grabsteine erhalten.
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Lage des jüdischen Friedhofes Laupheim
(durch
Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken
vergrößert werden) |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Laupheim auf dem dortigen Stadtplan: oben anklicken und unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, israel., Laupheim" |
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Link
zu den Google-Maps |
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Fotos
Historische Fotos
(Quelle: Jüdische Friedhöfe und Gotteshäuser in
Württemberg. Hg. vom Oberrat der Israeliten in Württemberg 1932)
Neuere Fotos
Fotos Mitte der 1980er-Jahre
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre)
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| Eingangstor |
Inschrift am Eingangstor |
Namenstafel für die in der NS-Zeit umgekommenen jüdischen
Laupheimer |
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| Teilansicht des Friedhofes am Hauptweg durch den Friedhof |
Charakteristischer Segenswunsch |
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| Teilansicht |
Neueres Grab |
Gefallenendenkmal |
Von den Schwierigkeiten der Rettung
zerstörter Grabsteine
Ernst Schäll aus Laupheim restauriert seit 1982 Grabsteine des Laupheimer
jüdischen Friedhofes. Dazu Zitate aus einem Pressebericht (Stuttgarter Zeitung
(?) vom 15.11.1986 im Rückblick auf die ersten vier Jahre seiner Arbeit):
"Wenn Ernst Schäll durch den Laupheimer Judenfriedhof - mit 1000
Grabmälern einer der größten im Land - geht, sieht er mehr als der eilige
Besucher, der nur himmlische Ruhe und rosige Idylle genießt. Er sieht, wie der
Buntsandstein unter seinen Fingern zerbröselt, sieht Risse und Sprünge und
abgebrochene Stücke liegen. Ernst Schäll sieht einen Friedhof sterben.
Hunderte von Grabsteinen sind bereits so stark angegriffen, dass fünf
hauptamtliche Steinmetze jahrelang mit Restaurationsarbeiten beschäftigt
wären. Anschließend hätte ein Fachmann ein Leben lang zu tun, neuen
Zerstörungen entgegenzuwirken. Ein immenser Aufwand, den man sich hierzulande
offenbar nicht leisten will. Was die öffentliche Hand für die Erhaltung
jüdischer Friedhöfe ausgibt, zeugt nicht von dem politischen Willen, diese
Kulturgüter zu retten. Es sind symbolische Beträge, die für gärtnerische
Pflege der Anlagen aufgebraucht werden, aber keinen Stein zu retten vermögen.
Privatleute sind es zumeist, die sich im Land um den Erhalt der Friedhöfe
kümmern. Allerdings sind es nur Initiativen, etwa in Buttenhausen... und in
Laupheim, wo es Ernst Schäll mit ein paar Mitarbeitern gelungen ist, in den
letzten vier Jahren mit großem technischem Aufwand rund 40 Steine zu retten.
Darunter viele, die als künstlerisch wertvoll einzustufen sind...
Was den Grabsteinen - überwiegend aus Buntsandstein - zusetzt, sind saurer
Regen und schwefelhaltige Luft. Die Schwefelverbindungen bauen die für den
Stein 'lebensnotwendige' Kieselsäure in den äußeren Partien ab, wodurch des
Steines Härte und sein innerer Zusammenhalt verloren gehen; der Stein wird zu
Mehl. Oft genügt ein leichter Daumendruck, um ganze Schichten abblättern zu
lassen.
Bei der Restaurierung werden Gesteinspartien, deren Halt nicht mehr
gewährleistet ist, herausgebrochen, gereinigt und dann mit Dübeln aus
nichtrostendem Stahl wieder befestigt. Risse werden erweitert und mit
eingefärbtem Steinersatzmaterial verschlossen. Mit demselben Stoff werden
fehlende Gesteinsteile ersetzt. Danach wird dem Stein Kieselsäure zugeführt,
damit er seine ursprüngliche Härte zurückgewinnt. Abschließend erhält er
eine wasserabweisend, die natürliche Atmung erlaubende Imprägnierung. Nach
dieser gründlichen 15- bis 20stündigen Behandlung wird der Stein wieder auf
sein Fundament (das oft noch zusätzlich erneuert wird) gesetzt.
Diese aufwändige, zeitraubende Arbeit geschieht in Schälls und seiner Mitarbeiter
Freizeit...
Ergänzende Anmerkung: bis zur Gegenwart hat Ernst Schäll etwa 130
Grabsteine restauriert. Bei den baden-württembergischen Heimattagen 2002 wurde
Schäll mit der "Heimatmedaille" des Landes Baden-Württemberg
ausgezeichnet.
Fotos zur Restaurierung der Grabsteine in Laupheim
Quelle der nachfolgenden Fotos: E. Schäll
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| Vor der Werkstatt von Ernst
Schäll |
Ob daraus wieder ein Stein
entstehen kann, ist fraglich |
Fragmente, aus denen wieder
ein Stein entstehen wird |
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| Grabstein aus Fragmenten -
Oberer Teil fehlt und wurde bewusst nicht ergänzt |
Grabstein - zusammengesetzt
aus vier Fragmenten |
Grabstein nur ein Fragment,
Rest neu: Grab von "Anschel" Marx Rosenthal (1770 Ichenhausen -
1817 Laupheim), ein Ur-Ur-Großvater des Religionsphilosophen
Schalom Ben Chorin s.A. |
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 | Informationen zum Besuch des Friedhofes: Gruppenführungen
ab 10 Personen nach vorheriger Vereinbarung möglich (Kontakt über Michael Schick (Tel.
07392/9697824, E-Mail; Museum
zur Geschichte von Christen und Juden, Telefon 07392-968000, Internet). |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Nathanja Hüttenmeister: Der jüdische Friedhof Laupheim. Eine
Dokumentation. Hg. Stadt Laupheim 1998. 601 S. ISBN 3-00-003527-3 (hierin
weitere Literatur) |

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