Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Laupheim Friedhof 151.jpg (72924 Byte)   

 

Laupheim (Landkreis Biberach) 
Jüdischer Friedhof

 

Postkarte aus dem Kunstverlag Edmund von König (Dielheim)
zum jüdischen Friedhof Laupheim und einem Synagogenfenster von Friedrich Adler
    


Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

siehe Seite zur Synagoge in Laupheim (interner Link)      
   

Zur Geschichte dieses Friedhofes   

Der Friedhof der jüdischen Gemeinde auf dem "Judenberg" wurde nach 1730 angelegt und später mehrfach erweitert (Fläche 46,27 ar). Er hat die NS-Zeit nahezu unversehrt überstanden. Ende 1942 wurden alle Metallgegenstände von den Grabsteinen entfernt. Nur die Bronzetafel mit den Namen der Kriegstoten des 1. Weltkrieges verblieb am Gefallenendenkmal. Der Friedhof ist auch nach 1945 mehrfach belegt worden. Am Eingang wurde 1984 eine große Gedenktafel mit den Namen der Laupheimer Opfer der Verfolgungszeit 1933 bis 1945 angebracht. Die Leichenhalle am Friedhof wurde 1822 erbaut, 1907 durch eine neue am selben Standort (Judenberg 24) ersetzt. Auf den ca. 1.200 Gräbern sind ca. 1.000 Grabsteine erhalten.

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Lage des jüdischen Friedhofes Laupheim
 (durch Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken vergrößert werden)
Lage des jüdischen Friedhofes in Laupheim auf dem dortigen Stadtplan: oben anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, israel., Laupheim"
     

Link zu den Google-Maps  


Fotos 
Historische Fotos
 
(Quelle: Jüdische Friedhöfe und Gotteshäuser in Württemberg. Hg. vom Oberrat der Israeliten in Württemberg 1932) 

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Neuere Fotos

Der Friedhof im September 2007
(Fotos: Angelika Brosig, Schopfloch; Aufnahmedatum: 19.9.2007)

  
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Blick über den Friedhof Gang über den Friedhof mit dem um die Erhaltung des Friedhofes hoch verdienten Ernst Schäll (siehe unten)
   
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Teilansicht Grabstein mit reicher Symbolik, u.a. "segnenden Händen" der Kohanim In die Seitenmauer eingefügte Grabsteinfragmente
     
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    Grabstein mit "segnenden Händen" der Kohanim für Schmuel S. Naftali KaZ (gest. 1764)   
         

Der Friedhof im September 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 9.9.2003)

 
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Der Friedhofseingang auf dem "Judenberg" Inschrift am Eingang Eingangstüre
     
Laupheim Friedhof 153.jpg (68904 Byte) Laupheim Friedhof 154.jpg (79561 Byte) Laupheim Friedhof 157.jpg (89615 Byte)
Gedenktafel mit den Namen der in der NS-Zeit umgekommenen Laupheimer Juden Der Hauptweg durch den Friedhof (Blick vom Eingang) Blick zum Gefallenendenkmal des Ersten Weltkrieges (Mitte)
     
Laupheim Friedhof 158.jpg (83651 Byte) Laupheim Friedhof 170.jpg (92102 Byte) Laupheim Friedhof 172.jpg (86670 Byte)
Das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen Teilansichten
   
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Teilansichten
 
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Teilansichten 
 
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Grabstein für Rabbiner Dr. Leopold Treitel (1845-1931) und seine Frau Rebekka Symbole: Schofar auf Buch
  
     
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Gräber aus den Jahren 1941/42 Grabstein für Josef Bergmann und seine Frau Friedericke Erinnerungsplakette für John H. Bergmann, Chronist der jüdischen Geschichte Laupheims (1908-1996)
 
     
Laupheim Friedhof 173.jpg (94880 Byte) Laupheim Friedhof 159.jpg (93324 Byte) Laupheim Friedhof 163.jpg (93925 Byte)
Grab für Melanie Steiner-Herz (1872-1956) Grabstein für Kantor Emil Dworzan (1856-1931), Frau Rosa und Tochter Alwine     
     
 

Laupheim Friedhof 174.jpg (99310 Byte)

 
Von Jugendgruppe gepflanzter "Mandelbaum" mit Text des Liedes von Schalom Ben-Chorin ("Freunde, dass der Mandelzweig..."), dessen Vorfahren teilweise aus Laupheim stammten.

 

Fotos Mitte der 1980er-Jahre 
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre)
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Eingangstor  Inschrift am Eingangstor Namenstafel für die in der NS-Zeit umgekommenen jüdischen Laupheimer 
     
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Teilansicht des Friedhofes am Hauptweg durch den Friedhof Charakteristischer Segenswunsch
     
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Teilansicht Neueres Grab Gefallenendenkmal 

  

Von den Schwierigkeiten der Rettung zerstörter Grabsteine

Ernst Schäll aus Laupheim restauriert seit 1982 Grabsteine des Laupheimer jüdischen Friedhofes. Dazu Zitate aus einem Pressebericht (Stuttgarter Zeitung (?) vom 15.11.1986 im Rückblick auf die ersten vier Jahre seiner Arbeit): 
"Wenn Ernst Schäll durch den Laupheimer Judenfriedhof - mit 1000 Grabmälern einer der größten im Land - geht, sieht er mehr als der eilige Besucher, der nur himmlische Ruhe und rosige Idylle genießt. Er sieht, wie der Buntsandstein unter seinen Fingern zerbröselt, sieht Risse und Sprünge und abgebrochene Stücke liegen. Ernst Schäll sieht einen Friedhof sterben.
Hunderte von Grabsteinen sind bereits so stark angegriffen, dass fünf hauptamtliche Steinmetze jahrelang mit Restaurationsarbeiten beschäftigt wären. Anschließend hätte ein Fachmann ein Leben lang zu tun, neuen Zerstörungen entgegenzuwirken. Ein immenser Aufwand, den man sich hierzulande offenbar nicht leisten will. Was die öffentliche Hand für die Erhaltung jüdischer Friedhöfe ausgibt, zeugt nicht von dem politischen Willen, diese Kulturgüter zu retten. Es sind symbolische Beträge, die für gärtnerische Pflege der Anlagen aufgebraucht werden, aber keinen Stein zu retten vermögen.
Privatleute sind es zumeist, die sich im Land um den Erhalt der Friedhöfe kümmern. Allerdings sind es nur Initiativen, etwa in Buttenhausen... und in Laupheim, wo es Ernst Schäll mit ein paar Mitarbeitern gelungen ist, in den letzten vier Jahren mit großem technischem Aufwand rund 40 Steine zu retten. Darunter viele, die als künstlerisch wertvoll einzustufen sind...
Was den Grabsteinen - überwiegend aus Buntsandstein - zusetzt, sind saurer Regen und schwefelhaltige Luft. Die Schwefelverbindungen bauen die für den Stein 'lebensnotwendige' Kieselsäure in den äußeren Partien ab, wodurch des Steines Härte und sein innerer Zusammenhalt verloren gehen; der Stein wird zu Mehl. Oft genügt ein leichter Daumendruck, um ganze Schichten abblättern zu lassen.
Bei der Restaurierung werden Gesteinspartien, deren Halt nicht mehr gewährleistet ist, herausgebrochen, gereinigt und dann mit Dübeln aus nichtrostendem Stahl wieder befestigt. Risse werden erweitert und mit eingefärbtem Steinersatzmaterial verschlossen. Mit demselben Stoff werden fehlende Gesteinsteile ersetzt. Danach wird dem Stein Kieselsäure zugeführt, damit er seine ursprüngliche Härte zurückgewinnt. Abschließend erhält er eine wasserabweisend, die natürliche Atmung erlaubende Imprägnierung. Nach dieser gründlichen 15- bis 20stündigen Behandlung wird der Stein wieder auf sein Fundament (das oft noch zusätzlich erneuert wird) gesetzt.
Diese aufwändige, zeitraubende Arbeit geschieht in Schälls und seiner Mitarbeiter Freizeit...

Ergänzende Anmerkung: bis zur Gegenwart hat Ernst Schäll etwa 130 Grabsteine restauriert. Bei den baden-württembergischen Heimattagen 2002 wurde Schäll mit der "Heimatmedaille" des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
   

Fotos zur Restaurierung der Grabsteine in Laupheim
Quelle der nachfolgenden Fotos: E. Schäll

Laupheim Friedhof 162.jpg (45638 Byte) Laupheim Friedhof 163.jpg (67637 Byte) Laupheim Friedhof 164.jpg (23240 Byte)
Vor der Werkstatt von Ernst Schäll Ob daraus wieder ein Stein entstehen kann, ist fraglich Fragmente, aus denen wieder ein Stein entstehen wird
     
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Grabstein aus Fragmenten - Oberer Teil fehlt und wurde bewusst nicht ergänzt Grabstein - zusammengesetzt aus vier Fragmenten Grabstein nur ein Fragment, Rest neu: Grab von "Anschel" Marx Rosenthal (1770 Ichenhausen - 1817 Laupheim), ein Ur-Ur-Großvater des Religionsphilosophen 
Schalom Ben Chorin s.A.
    

  

Informationen zum Besuch des Friedhofes: Gruppenführungen ab 10 Personen nach vorheriger Vereinbarung möglich (Kontakt über Michael Schick (Tel. 07392/9697824, E-Mail; Museum zur Geschichte von Christen und Juden, Telefon 07392-968000, Internet).  

      
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Laupheim   
Website des Zentralarchivs Heidelberg: zum jüdischen Friedhof Laupheim   
Zur Website des Museums zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim   
Website der "Gesellschaft für Geschichte und Gedenken Laupheim e.V."  (hier weitere Informationen zum jüdischen Friedhof Laupheim in deutsch und englisch)  
Epigraphische Datenbank zum jüdischen Friedhof in Laupheim auf Grund der Dokumentation von Nathanja Hüttenmeister  
Online über die Website des Steinheim-Institutes in Duisburg 
   
Zur Seite über die Synagoge Laupheim (interner Link) 

Literatur:

BuchLaup.jpg (93922 Byte)Nathanja Hüttenmeister: Der jüdische Friedhof Laupheim. Eine Dokumentation. Hg. Stadt Laupheim 1998. 601 S.  ISBN 3-00-003527-3  (hierin weitere Literatur)
  

           

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. September 2009