Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Cloppenburg (Landkreis Cloppenburg, Niedersachsen) 
Der neue jüdische Friedhof 
(die Seite wurde erstellt von Martin J. Schmid, Oldenburg)  
    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde      
   
Siehe Seite zur Synagoge in Cloppenburg (noch nicht erstellt)   
   
   
Zur Geschichte der Friedhöfe       
   
Ein erster Friedhof für die jüdische Gemeinde bestand bereits im 18. Jahrhundert außerhalb der Stadt Cloppenburg am rechten Soeste-Ufer (an der Cloppenburg / Ambührener Grenze). Nachdem auf dem Gelände immer wieder Hunde wühlten und auch Sand abgefahren wurde, konnte des Gelände 1822 im Zusammenhang mit einer Erweiterung des Grundstückes eingefriedet werden.  
Ausführliche Darstellung siehe Seite zum alten jüdischen Friedhof in Cloppenburg (interner Link).   
       
Die Anlage des zweiten Friedhofs in der Stadt Cloppenburg wird um das Jahr 1870 datiert. Der älteste vorhandene Stein ist aus dem Jahr 1875 (siehe unten). Der Friedhof in Cloppenburg wurde ungewöhnlicherweise auf dem für den Synagogenbau zur Verfügung gestellten Grundstück angelegt, da das Grundstück durch den Bau nicht ganz belegt worden war. Dies entsprach zwar den örtlichen (katholischen) Begebenheiten, jedoch nicht aber dem jüdischen Religionsgesetz. Dies wurde jedoch vermutlich durch den damals amtierenden liberalen Landesrabbiner Bernhard Wechsler (1841 bis 1874 Landesrabbiner in Oldenburg) ermöglicht. Der spätere orthodoxe Landesrabbiner Dr. Philipp de Haas (von 1920 bis 1935 Landesrabbiner in Oldenburg) ließ Synagogen und Friedhof durch eine Hecke trennen.  
    
Im Jahr 1924 wird über drei umgeworfene Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof und einen Übergriff auf die Synagoge berichtet.
    
Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 durch ein Rollkommando der SA in Brand gesteckt. Die Brandruine wurde wenig später beseitigt, die Steine abgefahren und verbaut, der Bauschutt teilweise zum neuangelegten Weg Am Forstgarten verwendet. Auf dem Friedhof kam in den Tagen nach dem Pogrom noch zu Schändungen durch Schulklassen, die zu diesem Zweck von ihren Lehrern dorthin gebracht wurden. Das Synagogen- und Friedhofsgelände musste durch den letzten Gemeindevorsteher (Hermann Heiersberg) der Stadt Cloppenburg übertragen werden.
    
Nach 1945: Der jüdische Friedhof an der Krankenhaus- / Ritterstraße mit einer Fläche von 1.441 qm ging 1952 an die Jewish Trust Corporation (JTC, Jüdische Vermögensverwaltung), 1959 an den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen über. Ein gutes Drittel des Geländes wurde 1964 der Stadt Cloppenburg überlassen. 1954 wurde der Friedhof instand gesetzt, 1983 zusammen mit dem benachbarten Synagogengrundstück als Gedenkstätte gestaltet. Eine Tafel erinnert an die niedergebrannte Synagoge (siehe unten). 1991 wurde der Friedhof geschändet.   
    
Es sind 32 Grabsteine erhalten: ältester Grabstein vom 1. Dezember 1875, jüngster Grabstein vom 16. August 1957 (Erich Willner).  
    
 
   
Die Lage des Friedhofes  
    
Ritterstraße / Ecke Krankenhausstraße     
    
    
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   
  

Größere Kartenansicht    
     
     
     
Fotos 
(Fotos: Martin J. Schmid, Oldenburg; die Zahlen in eckigen Klammern beziehen sich auf die Dokumentation des Friedhofes bei Töllner usw. s. Lit.) 

Cloppenburg Friedhof 204.jpg (161288 Byte) Cloppenburg Friedhof 202.jpg (190140 Byte) Cloppenburg Friedhof 203.jpg (190268 Byte)
 Blick auf den Eingangsbereich 
(im Vordergrund Gedenkstein für die
ehemalige Synagoge) und das Eingangstor
 Blick über den Friedhof I  
Dieses Foto in hoher Auflösung 
 Blick über den Friedhof II 
Dieses Foto in hoher Auflösung  
      
           
Cloppenburg Friedhof 200.jpg (162254 Byte) Cloppenburg Friedhof 211.jpg (143102 Byte) Cloppenburg Friedhof 201.jpg (148756 Byte)
 Grabstein Mitte für Georgiene Rosenthal
 (1851-1875) [652], links davon für
Rosalie Rosenthal (1845-1920) [651 re.]
  Grabstein für Emanuel G. Willner
(1828-1909) [667 li.] 
  Grabstein für Julius Rosenthal 
(1845-1917) [654 li.]
      
     
Cloppenburg Friedhof 207.jpg (128152 Byte) Cloppenburg Friedhof 213.jpg (102626 Byte) Cloppenburg Friedhof 212.jpg (105564 Byte)
 Grabstein für Jehuda Bar ... Rosenthal
gest. 28. Kislew 5647 = 25.12.1886*   
[bei Töllner nicht genannt]
 Grabstein für Fanny Willner 
geb. Hirsch
(1827-1911) [658 li.]
 Grabstein für Moses Bendix
(1861-1933) [660 li.]
vgl. Bericht unten zu seiner Beisetzung
    
     
Cloppenburg Friedhof 208.jpg (175078 Byte) Cloppenburg Friedhof 210.jpg (205739 Byte) Cloppenburg Friedhof 206.jpg (171659 Byte)
Gedenkstein Carl Simon (1884-1913), 
Selma Katz Simon (1894-1943 und
 Ilse Simon (1928-1948) 
Grabstein links für Erich Willner
 (1903-1957) [670 re.], rechts für
 Hermann Willner (1866-1924) [670 li.]
Grabstein für Friederike Rosenthal 
geb. Rheine
(1812-1884) [654 re.]
    
     
  Cloppenburg Friedhof 205.jpg (120504 Byte)  
  Gedenkstein für die ehemalige Synagoge mit der Inschrift: "Hier stand die Synagoge, das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde Cloppenburg, frevelhaft zerstört am 9. November 1938. Der Friedhof unserer jüdischen Mitbürger soll erinnern und ewig mahnen. Laßt uns Frieden halten. Es soll Frieden sein in der ganzen Welt."         
            
*) Anmerkung zu "Jehuda Bär ... Rosenthal":  nach den Recherchen von M. Schmidt in einer Liste von Einwohnern von Cloppenburg starb ein Louis (Lefmann) Rosenthal, Kaufmann in Cloppenburg (Mühlenstraße) am 25. Dezember 1885; er war geboren am 17. Oktober 1837 und verheiratet mit Rosalina geb. Frankenthal (geb. 12. November 1888 in Cloppenburg, umgekommen nach Deportation im KZ Sobibor). Der Grabstein gibt allerdings als Todesjahr 1886 an, was jedoch auch ein Fehler in der Beschriftung des Steines sein könnte.    

     
     
Presseberichte 

Zum Tod und zur Beisetzung von Moses Bendix (1933)   
Cloppenburg Israelit 26011933.jpg (89645 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar 1933: "Cloppenburg in Oldenburg, 19. Januar (1933). Am 18. Januar wurde hier Moses Bendix, früher in Ahaus in Westfalen, unter großer Beteiligung, auch aus seiner früheren Heimat, nach fast vollendetem 72. Lebensjahr zu Grabe getragen. Der Verewigte war ein aufrechter, strengfrommer Mann, ein wirklicher Gottesfürchtiger, lange Jahre hat er in seiner Heimat das Amt des Vorstehers bekleidet und zugleich ehrenamtlich von Jugend auf die Schechitoh versehen, in der er anerkannter Meister war. Er gehörte zu den verdienten Begründern und langjährigen Vorstandsmitgliedern des 'Vereins zur Wahrung religiöser Interessen Westfalens', und wirkte mit den verewigten Rabbinen Gerson Lange - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, und Moses Marx - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, zur Erhaltung und Hebung des jüdischen Lebens in seiner Heimatprovinz. Als Geschäftsmann sowie als Jude erfreute er sich weitgehendster Achtung und Verehrung. Die letzten Jahre seines Lebens brachte er in unserer Gemeinde zu, wo er gleichfalls durch Mahnung und Vorbild überaus verdienstvoll wirkte. Zuj der Beerdigung war eine große Anzahl von Freunden und Verehrern von nah und fern herbeigeeilt. Leben und Art des Heimgegangenen wurden vom Landesrabbiner Dr. de Haas im Hause und am Grabe eingehend gewürdigt. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       
   

         
          

Links und Literatur 

Links:   

Website der Stadt Cloppenburg  
Weitere Informationen  
Enthüllung einer Gedenktafel  
Ein Beitrag der Realschule Cloppenburg zum Geschichts@tlas Niedersachsen   

Literatur:  

Oldenburger Land Lit 010.jpg (81351 Byte)Johannes-Fritz Töllner in Zusammenarbeit mit Wouter J. van Bekkum, Enno Meyer und Harald Schieckel: Die jüdischen Friedhöfe im Oldenburger Land. Bestandsaufnahme der erhaltenen Grabsteine. Oldenburg 1983 (= Oldenburger Studien Bd. 25). Zu Cloppenburg: S. 649-670. 
Berne Literatur 010.jpg (66315 Byte)Hans Hochgartz: Die Synagoge von Cloppenburg. In: Enno Meyer (Hrsg.): Die Synagogen des Oldenburger Landes. Oldenburg 1988. S. 18-28.   
Tamar Avraham: Cloppenburg. In: Herbert Obenaus (Hg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fränkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. 2005. Bd. 1 S. S. 422-429 (mit weiteren Literaturangaben). 

    
      

                   
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Stand: 02. März 2017