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Zurück zur allgemeinen Übersicht der Friedhöfe
Zur Übersicht über die jüdischen
Friedhöfe im Oldenburger Land und in Ostfriesland
Weener (Kreis
Leer, Ostfriesland)
Jüdische Friedhöfe
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Weener (interner
Link)
Zur Geschichte der Friedhöfe
Die alten Friedhöfe in Smarlingen
1670 wurde den Juden des Rheiderlandes - Weener, Bunde
und Jemgum - von der Fürstin Christine Charlotte erlaubt, einen eigenen
Friedhof in Smarlingen bei Weener anzulegen. Bis dahin wurden die jüdischen
Toten dieser Orte in Emden beigesetzt. In unmittelbarer Nähe dieses alten
Friedhofes wurde später ein neuer Friedhof angelegt, der bis 1849 belegt wurde. Über
den Zustand der beiden Friedhöfe in Smarlingen um 1925 erfährt man aus einem
Bericht der Zeitschrift "Der Israelit" (siehe unten). Die beiden
Friedhöfe sind erhalten. Die ältere befindet sich auf im Bereich des
Grundstückes eines landwirtschaftlichen Gehöftes, der jüngere in etwa 300 m
Entfernung inmitten von Wiesen.
Der alte Friedhof in Weener
1850 wurde ein Friedhof in Weener erstmals belegt. Das Grundstück war
ein Geschenk der Brüder Isaak und Joseph Israels an die Gemeinde. Das
Grundstück umfasst eine Fläche von 6,73 ar.
Nach 1945 wurde der Friedhof instandgesetzt. 1950 wurden 93 Grabsteine gezählt,
1998 nur noch 71.
Der neue Friedhof in Weener
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde 1896 erstmals belegt. Er wurde bis in die
NS-Zeit belegt. Das Grundstück umfasste ursprünglich eine Fläche von 68,41 ar.
In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet. Etwa 38 Grabsteine wurden
gestohlen.
Nach 1945 wurde der Friedhof instandgesetzt. Das unbelegte Friedhofsgelände
wurde vom Landesverband 1966/71 an Privatpersonen beziehungsweise an die Stadt
zum Straßenausbau verkauft. Das noch erhaltene Friedhofsgrundstück umfasst
37,41 ar mit 67 Grabstellen und 17 Steinen. Die ehemalige Friedhofshalle wurde
nach 1945 zeitweise als Wohnhaus verwendet.
Aus der Geschichte der Friedhöfe
Über die beiden alten Friedhöfe in Smarlingen
(Bericht von 1925)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1925:
"Verfallende Friedhöfe. In Smarlingen, unweit der
ostfriesisch-holländischen Grenze, befinden sich, durch einen
Landstreifen getrennt, zwei alte jüdische Friedhöfe, die früher einmal
den jüdischen Ansiedlern in den ostfriesischen Flecken Weener und Bunde
als Begräbnisplätze gedient haben. Auf dem größeren (jüngeren)
Friedhofe steht noch ein Dutzend Grabsteine aufrecht, fast alle übrigen
sind schon von Moos überwuchert und kaum noch erkennbar. Nur selten
scheint sich ein interessierter Jude nach diesem Gottesacker zu verirren,
der bald verfallen sein wird wie der nördlich von ihm gelegene
benachbarte Friedhof, ein kleines aufgeschüttetes Stückchen Land, das
eher einem Düngerhaufen als einem Friedhofe ähnlich sieht und kaum noch
die Spur seiner ehemaligen Bestimmungen aufweist. Nur ein einziger
flachliegender Grabstein ist darauf zu entdecken, die übrigen Steine sind
versackt, wenn nicht zu profanen Zwecken entfernt; jedenfalls wollten die
in der Nähe wohnenden Landsleute durch Verwendung von Eisenstangen
festgestellt haben, dass keine Grabsteine nahe der Oberfläche mehr
vorhanden sind. Das Interesse an der Erwerbung dieses kleinen Fleckchens
Erde, das doch überhaupt kein Friedhof mehr sei, scheint deswegen
vorhanden zu sein, weil man scheinbar vergrabene Schätze vermutet, wie
aus der gestellten Frage, ob den jüdische Toten früher wertvolle
Gegenstände mit ins Grab gelegt seien, zu schließen ist. Diese Leute
können mit ihrer ... natürlich kein Verständnis für die Heiligkeit
dieser alten Stätten aufbringen und benutzen sie, jedenfalls ohne viel zu
fragen und im Vertrauen auf die mangelnde Kontrolle, als Viehweide. Reste
eines 'Boekfüers' zeigten, dass kürzlich noch Flammen darauf gelodert
hatten. Der jüngere Friedhof wies auch Stellen auf, die auf Grabungen
schließen lassen. Bei der Bestellung des benachbarten Feldes war
übrigens festgestellt worden, dass auch in dem den Friedhof umgebenden
Graben Begräbnisse stattgefunden haben, weil man daselbst auf Grabsteine
gestoßen wäre.
Es ist tief bedauerlich, das die Friedhofs-Kommissionen der erwähnten
Gemeinden sich nicht um die Erhaltung dieser jüdischen Stätten
bekümmern und die Plätze und Grabsteine verfallen lassen. Keine Mauer
umgibt die Friedhöfe, und wenn nicht über kurz oder lang für Abhilfe
gesorgt wird, werden sie in wenigen Jahrzehnten von der Bildfläche
verschwunden sein. Ehrensache der zuständigen Gemeinden ist es, für
Erhaltung der Friedhöfe Sorge zu tragen und die Hebung der Grabsteine zu
veranlassen. Die Bekanntgabe der alten Grabstein-Inschriften an das
Gesamtarchiv der deutschen Juden in Berlin gehört heute mit zu den
Pflichten der jüdischen Gemeinde-Verwaltungen. Und vielleicht haben auch
die Landrabbinate ein gewisses Interesse daran, den Verfall der jüdischen
Friedhöfe aufzuhalten?
Ist nicht die Gleichgültigkeit gegenüber diesen altehrwürdigen Stätten
ein Symptom für das einschlafende jüdische Interesse der einstmals
blühenden Landgemeinden? Gleicht nicht das Bild solcher vernachlässigtem
Totenstätten dem Bilde eines absterbenden
Lebens?" |
Lage der Friedhöfe
Die alten Friedhöfe liegen - im Abstand von
etwa 300 m - bei Smarlingen.
Der alte Friedhof in Weener liegt an der Graf-Ulrich-Straße (frühere
Stapelmoorer Landstraße); Zugang vom Buchenweg.
Der neue Friedhof in Weener liegt an der Graf-Edzard-Straße, Ecke
Batelerweg.
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 4.8.2010)
Der
zweite Friedhof
(= der jüngere der beiden
alten Friedhöfe)
bei Smarlingen |
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Blick
auf den inmitten von Wiesen liegenden Friedhof; der noch ältere Friedhof
befindet sich auf einem Grundstück hinter dem benachbarten Hof (oben
links des linken Bildrandes) |
Blick über den
Friedhof |
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| Ansichten
des von einem Drahtzaun umgebenen Friedhofes |
Die
meisten Grabsteine sind umgestürzt, mehrere könnten ohne großen Aufwand
wieder aufgerichtet werden |
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Zwei
umgestürzte Grabsteine,
rechts daneben ein noch
stehendes Grabsteinfragment. |
In der
Mitte ein Grabstein, der
- soweit lesbar - auf 5602 datiert
(= 1841/42) |
Hoher Grabstein
für
"Naftali Bar Nathan HaKohen"
mit segnenden Händen der Kohanim (schwer erkennbar in der unteren
Hälfte) |
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In der
Mitte ein Grabstein für
Reis'che,
die Frau des Mosche Bar Natan |
Links
Grabstein mit segnenden
Händen der Kohanim, rechts
Grabsteinfragment |
Der noch ältere
Friedhof befindet sich
im Bereich des Grundstückes des
rechts erkennbaren
Bauernhofes |
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Grabstein
mit dem Sterbejahr 5534
(= 1773/74) |
Grabstein
mit schöner floraler
Ornamentik (unten geknickte Blume) |
Grabstein für
Riwka, die Frau des
Nathan Bar Eisik |
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Der
vierte (jüngste) Friedhof
der Gemeinde |
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Der
Eingang zum Friedhof
vom Buchenweg |
Ansicht des
weitgehend
unbelegt gebliebenen Friedhofes |
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Weitere
Ansicht des weitgehend
unbelegt gebliebenen Friedhofes |
Ein
Teil des unbelegten
Friedhofsgeländes wurde abgetrennt
und ist in
Privatbesitz |
Grabsteine
mit ineinandergelegten
Hände als Zeichen der Liebe; linker
Stein für
Bertha Salomons |
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In
der Mitte Grabstein für den
Kaufmann Isaak Markreich |
Grab /
Grabstein für die beiden zuletzt beigesetzten "Geschwister
Lazarus":
Samuel Lazarus (1887-1981) und Rosa Lazarus (1892-1971) aus Stapelmoor |
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In der
Mitte Grabstein für
Moses Löwenstein (1828-1904) |
Grabstein
Mitte für
Helene Hertz (gest. 1919) |
Grabstein für
Sara Salomons
(1842 in Weener - 1919 in Weener) |
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Grabstein
für Abraham Grünberg
(1846-1919) und Frauke Grünberg geb.
Cohen
(1850-1937) mit zusätzlicher
Gedenkinschriftenplatte für das
Schicksal
der Kinder des Ehepaares
und ihrer Familien |
Grabstein
für den Kaufmann und
bekannten plattdeutschen Heimatdichter
Louis Israels
(1854 in Weeners - 1922
in Weeners); in der Nazizeit wurde der
Begriff
"Heimatdichter" auf dem
Grabstein auszutilgen versucht. |
Rechts Grabstein
für
Wilhelm de Vries |
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Grabstein
für Samuel Gerson
(1848-1929) und Gedenkinschrift für
Aron Gerson mit
zusätzlichen
Inschriftenplatten |
Grabstein
für Benjamin Abraham de Jonge
(1866-1927) und Erinnerung an die
in
Montreal beigesetzte Selma de Jonge
geb. Hertz (1877-1952) |
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| Kleine
Gedenksteine für weitere Personen, die auf dem Friedhof beigesetzt sind
und deren Grabstein fehlt |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in
Niedersachsen und Bremen (Hrsg. von Herbert Obenaus in Zusammenarbeit
mit David Bankier und Daniel Fraenkel). Bd. II Göttingen 2005 S. 1534-1544 (Abschnitt zu
Wehner von Daniel Fraenkel).
Hier
finden sich S. 1543-1544 weitere Literaturangaben. |

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