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Zur Übersicht über die Synagogen
Rysum (Gemeinde
Krummhörn, Kreis
Emden, Ostfriesland / Niedersachsen)
Jüdische Geschichte
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen
Einwohner
In Rysum bestand zu keiner Zeit eine jüdische
Gemeinde. Die am Ort lebenden wenigen jüdischen Personen (von einem jüdischen
Kaufmann ist die Rede, vgl. weiter unten) gehörten zur jüdischen
Gemeinde in Emden.
Am Ort bestehen als Erinnerung an die
jüdische Geschichte eine "Judenstraße" sowie die Straßen "Am
Judendobbe" und "Judenlohne".
Nach Dr. Rolf Uphoff, Leiter des Emder Stadtarchiv und Kenner der Geschichte der Juden in Ostfriesland,
könnte die direkte Verbindung der drei Straßen möglicherweise etwas mit dem Transport von Vieh zu einem jüdischen Schlachter zu tun haben. In Rysum ist aus den überlieferten Chroniken allerdings nichts dergleichen abzulesen. Es habe wohl einen jüdischen Kaufmann gegeben, der sein Geschäft später an einer Rysumerin weiter gegeben hat. Aber einen Schlachter
gab es demnach nicht. Ältere Einheimische erinnern sich daran, dass die Judenstraße
"schon immer" so hieß. Diese
Angaben nach der facebook-Seite https://www.facebook.com/UrlaubInRysum/.
Nach der Darstellung zur Geschichte Rysums im Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Rysum
gab es Anfang des 19. Jahrhundert neun jüdische Einwohner in Rysum
(preußische Statistik 1805/06; Quelle: Karl Heinrich Kaufhold; Uwe Wallbaum
[Hrsg.]: Historische Statistik der preußischen Provinz Ostfriesland (= Quellen
zur Geschichte Ostfrieslands. Band 16), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich
1998, ISBN 3-932206-08-8, S. 136, 144, 374, 593 und 619). Falls diese
Familien in der "Judenstraße" wohnten, könnte dies auch den Ursprung des Namens
der Straße erklären.
Nach Hinweisen von Karen Dressen (vgl. Artikel in der "Ostfriesenzeitung" vom
3.12.2025 s.u.) wurde von älteren Rysumern der "Rysumer Plaats" einst als
"Judenhof" bezeichnet (heute geschlossene Gastwirtschaft in der Straße "Am
Judendobbe"). In einer alten Flurkarte sei der Flurname "Old Jöd" bei Rysum
verzeichnet. Im Niedersächsischen Landesarchiv gibt es nach Dressen eine
Archivalie mit dem Titel "Jüdische Familien in Rysum" mit einem Dokument "Edith
Friedrichs II. gegen den Wucher", datiert auf den 13. Januar 1755. Damals
könnten also jüdische Familien in Rysum gelebt haben.
Unabhängig von den Flur- und Straßennamen wird im Ortssippenbuch von Rysum ein
Salomon Seligmann genannt, der in den 1890er-Jahren ein uneheliches Kind mit
einer Frau aus Rysum hatte. Ob der im Artikel genannte Alexander Seligmann mit
Salomon Seligmann in Beziehung steht, ist aber unklar (Biographischer
Artikel zur Stolperstein-Verlegung in Emden im Anhang).
Auffallend ist, dass in mehreren Ausgaben des "Statistischen Jahrbuches des
Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" Rysum ohne weitere Angaben genannt ist im
Zusammenhang mit der jüdischen Gemeinde Emden
(Ausgaben 1896 S. 34; 1897 S. 37; 1898 S. 42; 1899 S. 45; 1901 S. 52; 1903 S.
53). Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem im Ortssippenbuch von
Rysum in den 1890er-Jahren genannten Salomon Seligmann.
Insgesamt erscheint wahrscheinlich, dass zumindest im Zeitraum von der Mitte
des 18. Jahrhunderts bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wenige jüdische
Personen/Familien in Rysum gelebt haben, möglicherweise im "Judenhof" in der
Straße "Am Judendobbe".
Von den in Rysum geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): In beiden Listen werden
keine Personen aus Rysum genannt. Die Mitglieder der Familie von Alexander
Seligmann (Emden) konnten nach Ekuador emigrieren (s.o. Biographischer Artikel
zur Stolperstein-Verlegung in Emden).
Berichte zur
jüdischen Geschichte am Ort
| In jüdischen Periodika wurden noch keine
Berichte zur jüdischen Geschichte am Ort
gefunden. |
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 5.8.2010)
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| Ansichten der
"Judenstraße" in Rysum |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Achim von Quistorp: Rysum. Ein
Portrait der früheren Herrlichkeit. Hamburg 2008. Online
zugänglich (pdf-Datei): in dieser Publikation finden sich allerdings
keine Nachweise zu Juden in Rysum, auch die "Judenstraße" wird
nicht erwähnt. |
 | Lotta Groenendaal: Artikel "Auf Spurensuche in
Rysum - Emderin geht bei Recherche dem Rätsel um die jüdischen Straßennamen
im Dorf nach". In. "Ostfriesenzeitung" vom 3. Dezember 2025.
Link zum Artikel (eingestellt: Artikel als
einfache
Bilddatei) |

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