Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rysum (Gemeinde Krummhörn, Kreis Emden, Ostfriesland / Niedersachsen)
Jüdische Geschichte  

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Einwohner  
bulletBerichte zur jüdischen Geschichte am Ort   
bulletFotos / Darstellungen   
bulletLinks und Literatur    

     

Zur Geschichte der jüdischen Einwohner          
    
In Rysum bestand zu keiner Zeit eine jüdische Gemeinde. Die am Ort lebenden wenigen jüdischen Personen (von einem jüdischen Kaufmann ist die Rede, vgl. weiter unten) gehörten zur jüdischen Gemeinde in Emden.   
   
Am Ort bestehen als Erinnerung an die jüdische Geschichte eine "Judenstraße" sowie die Straßen "Am Judendobbe" und "Judenlohne". 
   
Nach Dr. Rolf Uphoff, Leiter des Emder Stadtarchiv und Kenner der Geschichte der Juden in Ostfriesland, könnte die direkte Verbindung der drei Straßen möglicherweise etwas mit dem Transport von Vieh zu einem jüdischen Schlachter zu tun haben. In Rysum ist aus den überlieferten Chroniken allerdings nichts dergleichen abzulesen. Es habe wohl einen jüdischen Kaufmann gegeben, der sein Geschäft später an einer Rysumerin weiter gegeben hat. Aber einen Schlachter gab es demnach nicht. Ältere Einheimische erinnern sich daran, dass die Judenstraße "schon immer" so hieß. Diese Angaben nach der facebook-Seite https://www.facebook.com/UrlaubInRysum/.  
 
Nach der Darstellung zur Geschichte Rysums im Wikipedia-Artikel  https://de.wikipedia.org/wiki/Rysum gab es Anfang des 19. Jahrhundert neun jüdische Einwohner in Rysum (preußische Statistik 1805/06; Quelle: Karl Heinrich Kaufhold; Uwe Wallbaum [Hrsg.]: Historische Statistik der preußischen Provinz Ostfriesland (= Quellen zur Geschichte Ostfrieslands. Band 16), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-08-8, S. 136, 144, 374, 593 und 619). Falls diese Familien in der "Judenstraße" wohnten, könnte dies auch den Ursprung des Namens der Straße erklären.  
 
Nach Hinweisen von Karen Dressen (vgl. Artikel in der "Ostfriesenzeitung" vom 3.12.2025 s.u.) wurde von älteren Rysumern der "Rysumer Plaats" einst als "Judenhof" bezeichnet (heute geschlossene Gastwirtschaft in der Straße "Am Judendobbe"). In einer alten Flurkarte sei der Flurname "Old Jöd" bei Rysum verzeichnet. Im Niedersächsischen Landesarchiv gibt es nach Dressen eine Archivalie mit dem Titel "Jüdische Familien in Rysum" mit einem Dokument "Edith Friedrichs II. gegen den Wucher", datiert auf den 13. Januar 1755. Damals könnten also jüdische Familien in Rysum gelebt haben. 

Unabhängig von den Flur- und Straßennamen wird im Ortssippenbuch von Rysum ein Salomon Seligmann genannt, der in den 1890er-Jahren ein uneheliches Kind mit einer Frau aus Rysum hatte. Ob der im Artikel genannte Alexander Seligmann mit Salomon Seligmann in Beziehung steht, ist aber unklar (Biographischer Artikel zur Stolperstein-Verlegung in Emden im Anhang). 
Auffallend ist, dass in mehreren Ausgaben des "Statistischen Jahrbuches des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" Rysum ohne weitere Angaben genannt ist im Zusammenhang mit der jüdischen Gemeinde Emden (Ausgaben 1896 S. 34; 1897 S. 37; 1898 S. 42; 1899 S. 45; 1901 S. 52; 1903 S. 53). Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem im Ortssippenbuch von Rysum in den 1890er-Jahren genannten Salomon Seligmann.
 
Insgesamt erscheint wahrscheinlich, dass zumindest im Zeitraum von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wenige jüdische Personen/Familien in Rysum gelebt haben, möglicherweise im "Judenhof" in der Straße "Am Judendobbe".  
  
Von den in Rysum geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): In beiden Listen werden keine Personen aus Rysum genannt. Die Mitglieder der Familie von Alexander Seligmann (Emden) konnten nach Ekuador emigrieren (s.o. Biographischer Artikel zur Stolperstein-Verlegung in Emden).     
   
   
   
Berichte zur jüdischen Geschichte am Ort       

In jüdischen Periodika wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte am Ort gefunden.    

     
      
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 5.8.2010)   

Rysum Judenstrasse 170.jpg (150927 Byte) Rysum Judenstrasse 172.jpg (134430 Byte) Rysum Judenstrasse 173.jpg (123407 Byte)
Ansichten der "Judenstraße" in Rysum 
  

        


Links und Literatur

Links:   

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Website der Gemeinde Rysum       

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Website der Gemeinde Krummhörn    

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Wikipedia-Artikel  https://de.wikipedia.org/wiki/Rysum  

Literatur:  

bulletAchim von Quistorp:  Rysum. Ein Portrait der früheren Herrlichkeit. Hamburg 2008.  Online zugänglich (pdf-Datei): in dieser Publikation finden sich allerdings keine Nachweise zu Juden in Rysum, auch die "Judenstraße" wird nicht erwähnt. 
bulletLotta Groenendaal: Artikel "Auf Spurensuche in Rysum - Emderin geht bei Recherche dem Rätsel um die jüdischen Straßennamen im Dorf nach". In. "Ostfriesenzeitung" vom 3. Dezember 2025. Link zum Artikel (eingestellt: Artikel als einfache Bilddatei)    

     
      

                   
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Stand: 17. Dezember 2025