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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Mallorca - Jüdische
Geschichte Anfänge der jüdischen Geschichte. Auf den Balearischen Inseln (Mallorca, Menorca, Ibiza) lebten Juden spätestens seit dem 2. Jahrhundert n.d.Z. Im 5. Jahrhundert kam es zu einer Judenverfolgung in Mahon (Magona), der Hauptstadt von Menorca. Bereits damals ließen sich offenbar mehrere jüdische Einwohner taufen, um weiteren Verfolgungen zu entgehen. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts, als unter der Herrschaft der Almohaden die Juden in Spanien zunehmend verfolgt wurden, nahm die Zahl der Juden in Mallorca, insbesondere in Palma stark zu. In der Stadt wurden eine große und zwei kleinere Synagogen erbaut. Die jüdischen Einwohner verdienten ihren Lebensunterhalt durch Handel und Landwirtschaft. 13.-15. Jahrhundert. Als König Jakob I. von Aragón (Jaime I. el Conquistador, König von 1213-76) 1229 Mallorca eroberte, befand sich in seinem Gefolge der Jude Don Bachiel von Saragossa. Er war für den König als Übersetzer tätig. Der König gab den Juden von Palma eine Wohnviertel unweit des Palastes und garantierte ihnen ihre Rechte. Den Christen wurde unter Androhung strenger Strafen verboten, Juden zu beleidigen. Diese konnten Häuser, Weinberge und andere Liegenschaften in Mallorca erwerben. König Jakob II. von Aragón (Jaime II., König von 1291-1327) bestätigte den Juden ihre Privilegien. Zu seiner Zeit wurde im jüdischen Viertel "Calle" eine neue Synagoge erbaut und ein jüdischer Friedhof angelegt. Um 1300 nahmen die Spannungen zwischen den Juden und den Christen zu, vor allem, da viele Christen bei Juden hoch verschuldet waren. Dem christlichen Klerus wurde 1305 verboten, das jüdische Viertel oder die Häuser der Juden zu betreten. Doch bestätigte auch der neue König Sancho I. die Privilegien der Juden. Fotos - Spuren des jüdischen Mittelalters in Palma de Mallorca
Im Juli und August 1391 kam es auf der ganzen Insel zu schweren Pogromen gegen die jüdischen Gemeinden. In Palma brachen die Unruhen am 10. Juli 1391 aus, als christliche Jugendliche mit Kreuzen in das jüdische Wohnviertel eindrangen. Durch den nachfolgenden Mob kam es zu einem ersten Massaker. Anfang August 1391 wurden die jüdische Gemeinden von Inca, Sóller, Sineu und Alcudia ausgelöscht; viele Juden dieser Städte ermordet. Andere zogen die Taufe dem Tod vor. Am 24. August 1391 kam es zu einem Massaker an der jüdischen Bevölkerung in Palma. Die jüdischen Häuser wurden zerstört, 300 bis 400 Juden wurde vor allem im Bereich der Hauptstraße des jüdischen Viertels (Monti-Sion-Straße) ermordet. 800 hatten sich in das königliche Schloss flüchten können. Nicht wenige Juden ließen sich taufen. Als Königin Violante von dem Massaker informiert wurde, verurteilte sie die christlichen Bewohner der Stadt zu einer hohen Geldstrafe. 1392 wurde vom König jedoch eine volle Amnestie ausgesprochen. Die Schulden, die Christen bei Juden hatten, wurden diese erlassen. Ein Edikt vom 21. Januar 1393 regelte neue Schutzbestimmungen für die jüdischen Einwohner. Ein christlicher Bürger, der einen Juden verletzte, sollte gehängt werden. Seitdem zogen zahlreiche weitere jüdische Familien aus dem westlichen Mittelmeerraum nach Mallorca (darunter im Jahr 1394 150 Familien aus Portugal), sodass es hier Anfang des 15. Jahrhunderts mehr als 1.000 jüdische Familien gab. Die bitteren Erfahrungen von 1391 wurden alsbald verdrängt. Zu einer erneuten Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung kam es durch eine Verordnung des Königs Ferdinand von Aragon (1412-16) am 20. März 1413. Nun waren Juden plötzlich gezwungen, sich ausschließlich in ihrem Wohnviertel aufzuhalten. Sie durften nicht mehr mit Christen essen und trinken oder Christen beschäftigen. Ihre beruflichen Möglichkeiten wurden stark eingeschränkt. Sie mussten ein Abzeichen tragen, durften sich nicht mehr Don nennen und konnten viele Artikel (zum Beispiel elegante Kleider) nicht mehr erwerben. Jüdische Ärzte durften keine Christen mehr behandeln. 1415 kam der Dominiker San Vicente (Vinzenz) Ferrer für sechs Monate nach Mallorca. Seine Bußpredigten führten zu zahlreichen Taufen von Juden. Die Katastrophe von 1435. Zwanzig traten Jahre später (1435) kam die
Katastrophe über die jüdische Gemeinde, die von manchen schon lange
befürchtet wurde. In der Stadt verbreitete sich das verlogene und boshafte
Gerücht, die Juden wollten am Osterfest den Leidensweg Jesu wirklichkeitsgetreu
nachvollziehen. Ein arabischer Sklave solle gekreuzigt werden. Die angeblich
schuldigen Juden wurden sofort festgenommen. Andere jüdische Gemeindeglieder
setzten sich für sie ein. Mehrere wurden gefoltert und gestanden unter
schlimmsten Qualen, dass die Juden schuldig seien. Der beschuldigte Astruc Sibili und drei Mittäter sollten lebendig
verbrannt werden, aber, falls sie sich taufen ließen, sollten sie frei kommen.
Mehr als 200 Juden ließen sich danach taufen; der Rabbiner Salom stiftete einen
Kronleuchter mit 350 Lämpchen für die Kathedrale. Bücher und Heiligtümer der
Juden wurden daraufhin zerstört. Als die Inquisition 1492 auf Mallorca Angst
und Schrecken verbreitete, gab es keine praktizierenden Juden mehr. Ein großer
Teil hatte sich taufen lassen oder die Insel verlassen. Die Verfolgung hörte
freilich nicht auf, da viele Juden offenbar nur zum Schein Christen geworden
waren. Jüdische Persönlichkeiten: Simon ben Zemach Duran (RaSCHBAZ oder TaSCHBeTZ; 1361
Palma de Mallorca - 1444 Algier), Rabbiner und Arzt. Floh vor den
Judenverfolgungen nach Algier, wo er zunächst als Arzt lebte und 1394 zum
Oberrabbiner von Algier gewählt wurde. Verfasser zahlreicher Kommentare zu
Bibel und Talmud, Gutachten und Ermahnungsschreiben. Seine medizinischen
Schriften blieben nicht erhalten. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden mehrfach Personen, die heimlich am Judentum festhielten, angeklagt und zum Tod durch Verbrennung verurteilt (1506 22 Juden, 1509/10, 62 Juden 1511). Die "geheimen Juden" nannten sich auf Mallorca "Leute vom Calle" oder Chuetas. Die Chuetas von Palma bewohnten unter anderem die "Straße der Goldschmiede" und übten den Beruf des Goldschmieds, Juweliers, des Reeders oder Händlers aus. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts kam es zu 346 Prozessen im Rahmen der Inquisition, durch die 257 Personen zum Tod verurteilt wurden. 1679 wurde eine heimliche Synagoge in einem Haus entdeckt, zahlreiche Chuetas wurden jahrelang gefangen gesetzt und ihr Eigentum konfisziert. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu Verfolgungen. 1691 wurde unter andere der bedeutende Rabbiner Raphael Valls zum Tod durch Verbrennung verurteilt. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als Menorca von 1713 bis 1781 englischer Besitz war, bestand in der Stadt eine kleine jüdische Gemeinde mit Familien aus afrikanischen Städten. Eine Synagoge wurde in Mahon erbaut. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielten die Chuetas unter König Carlos III. gleiche Rechte wie die Christen. Bis dahin waren ihnen u.a. öffentliche Ämter, ein Studium oder der Militärdienst nicht zugänglich. Außer der Goldschmiedezunft waren ihnen die Zünfte verschlossen. Nachdem 1773 die Chuetas König Carlos III. gebeten hatten, gleichberechtigt mit ihren Nachbarn leben zu dürfen, erklärte sie der König für gleichberechtigt mit den übrigen Bürgern. Viele einflussreiche Mallorquiner protestierten damals gegen diese Gleichstellung. Gegenwart. Manche der Nachkommen des Chuetas, die heute teilweise noch dieselben Familiennamen wie ihre mittelalterlichen Vorfahren besitzen, haben bedeutende Positionen in der Industrie und Landwirtschaft sowie in Wissenschaft und Politik inne. Seit 1971 besteht wieder eine kleine jüdische Gemeinde in der Stadt, die erste seit der Katastrophe von 1435. Der Gemeinde gehören etwa 100 Mitglieder an; die Zahl der Juden auf Mallorca wird auf etwa 300 geschätzt. Im Juni 1987 konnte eine Synagoge in der Calle Monseñor Palmer eingeweiht werden. Der jüdische Friedhof befindet sich etwa 16 km östlich der Stadt in Santa Eugenia. Lage des Friedhofes: Unmittelbar hinter dem kommunalen Friedhof von Santa Eugenia. Adresse der jüdischen Gemeinde: Comunidad of Majorca, Calle Monseñor
Palmer 3.
Spanischer Text La herencia de los "xuetes" mallorquines Gastronomía, cultura popular, arqueología y patrimonio histórico
reflejan la presencia hebrea en Mallorca; hoy se celebra la quinta edición de
la Jornada Europea de la Cultura Judía PERE MARÍ. PALMA. Historia Links:
Literatur:
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