Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Forchheim (Kreisstadt, Oberfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
   
In der im Mittelalter an wichtigen Handelsstraßen und der damals bis hierher schiffbaren Regnitz liegenden Stadt Forchheim bestand bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine relativ große jüdische Gemeinde. Ihre Entstehung dürfte bereits auf die Zeit um 1200 zurückgehen. Die jüdische Gemeinde wurde bei der Judenverfolgung 1298 ("Rindfleisch-Verfolgung") zerstört. Dabei wurden 84 Angehörige von 18 jüdischen Familien ermordet. Einige konnten möglicherweise fliehen, da zwischen 1314 und 1343 mehrere Forchheimer Juden in Nürnberg genannt werden. In Forchheim selbst ist erst wieder in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Juden die Rede (1356). 1403 waren es etwa 13 jüdische Haushaltungen. Um 1450 traten neun Forchheimer Juden vor dem Landgericht Bamberg auf. In mehrere Städten werden zwischen 1386 und 1471 (teilweise mehrfach) Juden aus Forchheim genannt (Ehingen an der Donau, Nürnberg, Bamberg, Rothenburg ob der Tauber, Baiersdorf, Kronach). Die Juden lebten überwiegend vom Geldhandel, 1480-1484 ist ein jüdischer Zahnarzt in der Stadt tätig. Die Judenschaft stand unter dem Schutz des Bischofs von Bamberg. Enge Beziehungen gab es zwischen den Forchheimer und den Nürnberger Juden. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts führte die auf Grund der Klagen von Christen gegen Juden von den Gerichten durchgesetzte Zinsreduktion zu einer Abwanderung der jüdischen Familien. Dadurch nahm ihre Steuerkraft und ihre Bedeutung für die Stadt ab. 1499 ordnete der Bamberger Bischof Heinrich von Trockau die Vertreibung der Juden aus Forchheim an.
An Einrichtungen bestanden im Mittelalter eine Synagoge (s.u.), sicher auch ein rituelles Bad und ein jüdischer Friedhof im Bereich der heutigen Wallstraße. 

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges werden wieder Juden in Forchheim genannt (1644). Vermutlich waren sie auf der Flucht vor den kriegerischen Unruhen aus Dörfern in die Stadt geflohen und hatten hier Aufnahme gefunden. Die jüdischen Familien konnten in der Folgezeit in der Stadt bleiben. Sie hatten ein regelmäßiges "Vertragsgeld" an den Magistrat der Stadt zu bezahlen. 1681 wurden sechs jüdische Familien gezählt, 1701 waren es neun Haushaltungen, 1749 12 jüdische Familien. Das Verhältnis zwischen Christen und Juden blieb während des 18. Jahrhunderts noch voller Spannungen. Zahlreiche Verbote regelten das Nebeneinander, u.a. durften Christen noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Wohnungen nicht an Juden vermieten. 1763 wurden im Amt Forchheim 222 jüdische Einwohner gezählt. Die jüdischen Familien lebten im 18. Jahrhundert vor allem vom Handel mit Vieh, Waren unterschiedlicher Art (Hausierwaren, Tabak, Leder, Kleider, Schnittwaren) und vom Darlehensverleih. 1822/23 hatten die jüdischen Familien feste Familiennamen anzunehmen, darunter waren die Namen: Baiersdorfer, Dormitzer, Eisenberger, Fraenkel, Goldschmidt, Goldsticker, Heller, Lederer, Mayer, Rindskopf, Rosenbaum, Rothschild, Schmitt, Schwarzmann, Schwarzschild, Ullmann, Zeiller).   

Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner weiter zu: 1812 103 Personen (3,5 % von insgesamt 2.972), 1867 152 (3,3 % von 4.609), 1880 212 (4,8 % von 4.384), um danach durch Aus- und Abwanderung zurückzugehen: 1890 160 (2,7 % von 5.971), 1900 116 (1,5 % von 7,574), 1910 107 (1,2 % von 9.150).
 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten jüdische Gewerbetreibende großen Anteil an der Entwicklung der Forchheimer Industrie und des Handels. Bis in die Zeit Anfang der 1930er-Jahre gehörten vier größere Betriebe (Papierfabrik Ellern, Optische Fabrik A. Schweizer, Folienfabrik D. Morgenstern und Künstlerfarbenfabrik C. Kreul) jüdischen Besitzern. Nach der Zeit des Ersten Weltkrieges lebten noch 14 bis 15 jüdische Familien in Forchheim, zumeist in guten wirtschaftlichen Verhältnissen.

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Schule sowie ein rituelles Bad (ältere Mikwe auf Grundstück Wiesentstraße 15a, 1836 aufgegeben, 1989 ausgegraben aber wieder verfüllt; neue Mikwe Wiesentstraße 15, 1994 vermutlich Reste entdeckt, aber nicht weiter erforscht). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Baiersdorf beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der teilweise zugleich aus Vorbeter und Schächter tätig war. 1824 bis 1844 war als Vorbeter Emanuel Rotschild tätig, als Religionslehrer von 1824 bis 1839 Isaac Gotthold. Gottholds Nachfolger war 1827/28 Hirsch Faber, dann Jakob Weiss (1838-53). Mehrere Jahrzehnte war danach (von 1860 bis zu seiner Pensionierung 1907) Michael Löb Kleemann Lehrer der Gemeinde. 

Seit der Zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die jüdischen Einwohner im städtischen Leben weitgehend integriert. Jüdische Einwohner beteiligten sich in allen Bereichen des allgemeinen städtischen Lebens oder waren Mitglieder in den allgemeinen Vereinen. Dies zeigt auch der unten wiedergegebene Bericht über den oben genannten jüdischen Lehrer Michael Kleemann, der über dreißig Jahre als Kassier des "Vereins zur Unterstützung verwundeter und erkrankter Krieger" war. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier Ludwig Bauer (geb. 23.11.1888 in Forchheim, gef. 29.8.1916), Gefreiter Ludwig Ebert (geb. 9.8.1892 in Forchheim, gest. 25.4.1915 Lazarett Speyer), Unteroffizier Richard Ebert (geb. 8.10.1888 in Forchheim, gest.. 15.10.1914 Lazarett Jonville), Sigmund Heller (geb. 15.4.1880 in Forchheim, gef. 15.10.1914) und Paul Schmidt (geb. 30.3.1883, gest. 10.2.1915 in Forchheim). Ihre Namen standen auf einer Gedenktafel in der Synagoge. Diese Gedenktafel blieb erhalten, galt seit den 1970er-Jahren für verschollen und wurde im Herbst 2009 wiederentdeckt (siehe Bericht und Foto unten).     
      
Um 1925, als 75 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (0,75 % von insgesamt ca. 10.000 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Max Zeiller (siehe Nachruf zu seinem Tod 1937 unten) und Bankier M. Ebert. Als Lehrer war Benno Reinhold angestellt. Er nahm auch Rabbinerfunktionen in der Gemeinde war. Er unterrichtete an der Religionsschule der Gemeinde im Schuljahr 1924/25 fünf Kinder und erteilte zudem Religionsunterricht an der Volksschule. An jüdischen Vereinen gab es den Israelitischen Frauenverein (Heilige Schwesternschaft, unter Leitung von Frau Schoß), den Wohltätigkeits- und Bestattungsverein Chewra Kadischa (gegr. 1723, unter M. Ebert) und den Wohltätigkeitsverein Gemillus Chassodim (unter Max Zeiller). Weitere Wohltätigkeitseinrichtungen, die damals nicht mehr bestanden, waren die "Almosenkasse" (1851 bis 1877) und die "Unterstützungskasse für die Armen Jerusalems" (1863-1875), von 1934 bis 1937 kam die "Jüdische Winterhilfe" dazu. Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Bamberg. 

1933 lebten noch 68 jüdische Personen in Forchheim (0,7 % von 10.338). Auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Auswirkungen des wirtschaftlichen Boykotts verließen alsbald mehrere der jüdischen Familien die Stadt. Zwischen 1934 und 1940 konnten 24 Personen emigrieren, 20 verzogen innerhalb von Deutschland. 1938 verließ auch Lehrer Benno Reinhold die Gemeinde. Beim Novemberpogrom 1938 wurde besonders gewaltsam gegen die jüdischen Einwohner vorgegangen. Zahlreiche jüdische Wohnungen und Geschäfte wurden geplündert, viele jüdische Personen misshandelt und schließlich auf das Polizeirevier geschleppt. Die 1941 noch in Forchheimer verbliebenen 13 jüdischen Personen wurden zwischen 1941 und 1944 deportiert, sieben Personen über Nürnberg nach Riga am 27. November 1941 (vom Forchheimer Paradeplatz aus), drei Personen über Bamberg nach Izbica bei Lublin am 25. April 1942, zwei Frauen in das KZ Theresienstadt am 9. 'September 1942.  

Von den in Forchheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Rosa Aal geb. Schloss (1888), Jenny Abraham geb. Gröschel (1877), Leo Abraham (1875), Ida Bamberger geb. Zeiller (1858), Josef Bauer (1890), Helene Bayreuther (1914), Hermann Bayreuther (1875), Jenny Bayreuther geb. Schloss (1886), Clara Blumenthal geb. Zeiller (1868), Clothilde Brasch geb. Frank (1880), Emma Rosalie (Salie) Braun (1877), Gottlieb Braun (1883), Philipp Braun (1871), Rosa Braun geb. Asch (1883), Marie Bravmann geb. Hermann (1893), Rosa Dessauer geb. Braun (1893), Oskar Fleischmann (1882), Max Frank (1876), Max Frank (1878), Rosalie Frank (1866), Hedwig Goldschmidt geb. Bauer (1884), Netty Gutmann geb. Frank (1874), Flora Heller (1886), Julius Heller (1922), Marie Heller (1890), Frieda Hermann (1883), Jenny Hofmann geb. Prager (1885), Ilse Cilly Israel geb. Braun (1911), Auguste Kahn geb. Lederer (1873), Minna Katz geb. Ebert (1862), Sophie Kotz geb. Sternberg (1860), Adelheid Lehmann geb. Frank (1869), Clara Leyens geb. Heller (1888), Moritz Münster (1871), Mathilde Neumayer geb. Zeiller (1869), Gunda (Kunigunde) Prager (1880), Jette Prager (1875), Julius Moritz Prager (1895), Betty Priester geb. Zeiller (1863), Selma Reich geb. Frank (1874, "Stolperstein" in Dessau, Link), Sera Rosenbaum geb. Prager (1888), Klara Rosenthal geb. Mann (1871), Elisabeth Sacki geb. Lederer (1880), Julie Salomon geb. Heller (1877), Ida Schönberger (1885), Selma Sigmund geb. Prager (1877), Kathinka Stern geb. Heller (1880), Berta Sundheimer (1872), Rosa Tiesler geb. Becker (1875), Jonas Uhlfelder (1872), Lotte (Charlotte) Weinschenk geb. Frank (1872), Grete Zeiller (1889), Siegfried Zeiller (1863).
 
 An die aus Forchheim 1941 bis 1944 deportierten jüdischen Personen erinnert seit November 2008 ein Deportationsmahnmahl bei der St. Gereonskapelle:   

Forchheim Denkmal 010.jpg (16432 Byte)Foto und Text aus einer Seite der Website der Stadt Forchheim (Link zu dieser Seite): "Das Deportationsmahnmal steht auf dem Gehweg bei der St. Gereonskapelle und wurde am 16. November 2008 durch Oberbürgermeister Franz Stumpf und Dr. Dieter George vom Heimatverein übergeben. Dabei wurde der Standort bewusst ausgewählt: Schräg gegenüber des ehemaligen Anwesens "Paradeplatz 4" (heute Fotogeschäft Brinke) wurden am 27. November 1941 sechs Frauen und zwei Männer in Richtung Osten abtransportiert, wo sie einen gewaltsamen Tod erlitten. Weitere sechs Personen folgten bis 1944.
Entworfen wurde das Mahnmal vom Künstler und Kunsterzieher Rudolf Ullmann. Auf der 1,80 Meter hohen, aus Sandstein gefertigten Stele ist eine Bronzetafel - mit der Aufschrift "entrechtet - deportiert - ermordet", die Namen der Deportierten sowie ein Zitat aus dem Alten Testament (Jesaja 42,8) - befestigt. Auf eine eindeutige jüdische Symbolik wurde verzichtet, nachdem eine der Deportierten evangelische Christin war. Den mentalen Denkanstoß gab Gymnasiallehrer Rolf Kießling, der sich schon seit langem mit der Forchheimer Geschichte der Juden auseinandersetzt. Durch Spenden der Evangelischen Allianz und weiterer Unterstützung durch das evangelisch-lutherische Dekanat Forchheim-Muggendorf mit seinen Kirchengemeinden und der Abteilung Kunst und Kultur der Erzdiözese Bamberg konnte das Mahnmal verwirklicht werden."
   
Fotos der Inschriften und Presseartikel (erhalten von Jürgen Hanke, Kronach; Aufnahmedatum der Fotos 21.6.2009) 
Forchheim Gedenkstein 010.jpg (18634 Byte) Forchheim Gedenktafel 020.jpg (92416 Byte) Forchheim PA 17112008.jpg (246316 Byte)
Links Bibelzitat am Sockel: "Ich bin da - das ist mein Name. Jesaja 42,8"; auf dem Boden 
"1941-1945"; rechts Gedenkinschrift: "Entrechtet, deportiert, ermordet. Jenny Abraham *1877 . 
Leo Abraham '1973 . Emma Rosalie Braun *1877 . Gottlieb Braun *1883 . Rosa Braun *1883 . 
Flora Heller *1886 . Ilse Israel *1911 . Sofie Kotz *1860 . Julius Moritz Prager *1895 . 
Sera Rosenbaum *1898 . Ida Schönberger *1885 . Berta Sundheimer *1872 . Rosa Tiesler *1875 . 
Grete Zeidler *1889."
Presseartikel von Georg Körfgen in den
 Nordbayerischen Nachrichten vom 17. November
 2009: "Kein Vergessen der jüdischen Mitbürger.
 Mahnmal für Deportierte wurde übergeben -
 'Entrechtet, deportiert, ermordet." Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken.

  
  
  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers/Vorsängers/Schächters 1907 / 1924 
Anmerkung: Die Ausschreibung von 1907 erfolgte auf Grund der Pensionierung von Lehrer Michael Löb Kleemann 

Forchheim Israelit 31011907.jpg (66965 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1907
"Infolge Pensionierung des seitherigen Inhabers ist in Forchheim in Oberfranken die Stelle des 
Religionslehrers
 
verbunden mit dem Kantorate und Schächterdienst zunächst durch einen Verweser mit Aussicht auf definitive Anstellung baldigst zu besetzen. Gehalt 1.000 Mark, Nebeneinnahmen durch die Schechita etc. circa 700 bis 800 Mark. Bewerbungen sind die die Verwaltung der Kultusgemeinde in Forchheim in Oberfranken zu richten." 
 
Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 14. August 1924
"Bei der Kultusgemeinde Forchheim in Oberfranken ist die
Religionslehrerstelle 
verbunden mit Kantorat und Schechita zu besetzen. Gehalt nach Tarif; Wohnung vorhanden, dagegen kein Kosthaus. Bewerbungen sind zu richten an 
Israelitische Kultusverwaltung in Forchheim in Oberfranken
."            

  
Lehrer Kleemann wird in einer antisemitischen Zeitschrift verleumdet (1869)
  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember 1869: "In München vegetiert seit einiger Zeit ein neues ultramontanes Blatt, 'das Vaterland', redigiert von Dr. J. Sigl; das sich in jeder Nummer darin gefällt, Juden und Judentum zu beschimpfen. In vorigem Monate hatte dasselbe auch den israelitischen Lehrer Kleemann in Forchheim verleumdet, und ist dieserhalb der Redakteur zu 12 Tagen Arrest und Tragung der Kosten verurteilt worden. Der Redakteur ergriff hiergegen die Berufung, und sollte die Sache in zweiter Instanz verhandelt werden. Herr Sigl hat jedoch vorgezogen, - krank zu werden, und sich die 'Gehirnaffektion', welche es ihm unmöglich macht, zu denken, schwarz auf weiß bestätigen lassen. Der Vertreter des Klägers, Herr Advokat Dr. v. Schauß, erklärte nach Verlesung dieses Schriftstücke, dass es der Vorlage eines nutzlosen Zeugnisses nicht bedurft hätte, um nachzuweisen, dass Sigl an einer Irritation seines Nervensystems (Geisteskrankheit) leide, weil sich hiervon jedermann täglich aus seinem Blatte überzeugen könne." 

   
70. Geburtstag des Lehrers Michael Löb Kleemann (1898)  
Anmerkung: Lehrer Michael Löb Kleemann war von 1860 bis zu seiner Zurruhesetzung im November 1908 Lehrer in Forchheim. Er stammte aus Werneck, wo er am 27.1.1828 als Sohn eines Viehhändler geboren ist. Von 1845 bis 1847 ließ er sich am Schullehrerseminar in Würzburg ausbilden, war danach ein Jahr Hauslehrer in Würzburg und von 1848 bis 1860 Lehrer in Schonungen. Er heiratete die am 11.1.1830 in Schonungen geborene Amalie geb. Fleischmann, mit der er zusammen sieben Kinder hatte. Lehrer Kleemann starb am 21.12.1908 und wurde im jüdischen Friedhof in Baiersdorf beigesetzt. Seine Frau Amalie starb am 26.8.1909 und wurde gleichfalls in Baiersdorf beigesetzt. Quelle: Kiessling, Juden in Forchheim S. 98-99.       

Forchheim AZJ 11021898.jpg (75632 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Februar 1898: "Forchheim (Bayern), 8. Februar (1898). Herr Lehrer Kleemann, feierte am 27. vorigen Monats seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurden oben genanntem Herrn durch die Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde ein ansehnliches Geschenk sowie eine Adresse der ganzen Kultusgemeinde überreicht. Seitens seiner Herrn Kollegen wurde Herr Lehrer Kleemann in angemessener Form gratuliert, so auch von der Schuljugend; von auswärts trafen eine Menge Glückwunschtelegramme, Briefe und Karten ein. Von der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, deren Kassageschäfte Herr Lehrer Kleemann seit nahezu 20 Jahren in mustergültiger Weise verwaltet, wurde derselbe durch einen veranstalteten Familienabend geehrt, bei welcher Gelegenheit in schwungvollen Reden und Toasten der vielen Verdienste des Siebzigjährigen gedacht und ihm ein Geschenk überreicht wurde. Möge dem wackeren Manne ein noch recht langer und sonniger Lebensabend beschert sein!"

  
Auszeichnung für den jüdischen Lehrer Michael Kleemann für 20jähriges Engagement beim "Roten Kreuz" u.a.m. (1902)

Forchheim Israelit 20011902.jpg (59316 Byte)Die Zeitschrift "Der Israelit" berichtete in ihrer Ausgabe vom 20. Februar 1902: "Forchheim, 9. Januar (1902). Durch Erlass des königlich bayerischen Kriegsministeriums vom 28. vorigen Monats wurde dem israelitischen Lehrer, Herrn Michael Kleemann dahier, das Dienstauszeichnungskreuz für zwanzigjährige ersprießliche Tätigkeit als Mitglied des bayerischen Landes-Hilfsvereins vom Roten Kreuz verliehen. Heute Vormittag wurde obige Auszeichnung Herrn Lehrer Kleemann im kleinen Rathaussaale, im Beisein der städtischen Kollegien, des königlichen Bezirksamtmanns von Michels und des Bezirksarztes Dr. Diedel, durch rechtskundigen Bürgermeister Strecker mit entsprechender Ansprache und herzlicher Beglückwünschung überreicht. 
Lehrer Kleemann ist seit dreißig Jahren Kassierer des Vereins zur Unterstützung verwundeter und erkrankter Krieger und besorgte während der Kriege 1866 und 1870 die schriftlichen Arbeiten in den dahier errichteten Reserve-Lazaretten".

  
    
Einzelnes aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde      
Artikel "Zur Geschichte der Juden in Forchheim" (1927)
Anmerkung: Der Artikel befasst sich vor allem mit der Zeit der 2. Hälfte des 18. und dem Anfang des 19. Jahrhunderts. 
Verfasser ist Rabbiner Dr. Adolf Eckstein, Bamberg.   

Forchheim BayrGZ 07011927a.jpg (242709 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 7. Januar 1927: "Zur Geschichte der Juden in Forchheim. In der oben mitgeteilten Eingabe der Gesamtjudenschaft vom Jahre 1759 ist die leise Drohung nicht zu überhören, die Landjuden könnten leicht aus der bischöflichen in eine ritterliche Schutzherrschaft übertreten. Der Fall mag bisweilen vorgekommen sein. Öfter dagegen sind Fälle bekannt, dass auch wohlhabende und vermögende Juden von auswärts sich um den Schutz des Krummstabes bewarben. Ein interessantes Beispiel dafür bietet folgende Urkunde: ‚Dass der hiesige Schutz-Juden Selig Hirsch, welcher vorhero lange Zeit beim Faktor Israel Elias in Diensten gewesen, zeithero aber, da er sich selbst etabliert gehabt, vor sich sein Negotium und zwar meistenteils mit auswärtigen Kaufleuten getrieben und dahero ein Vermögen an die 8 bis 10.000 Gulden vor sich zusammengebracht, auch, so viel übrigens allhier bewusst, wieder sich nicht zu Schulen kommen lassen. Solches wird ihm hiermit attestieret. Dresden, den 28. Januar 1764. Der Rat zu Dresden.’
Der in dieser Urkunde vom Rat zu Dresden als wohlhabend und einwandfrei beleumundete Kaufmann Selig Hirsch wurde nach Forchheim aufgenommen und wir finden seinen Namen wieder in einer Liste der Einnahmegelder für Judenschutz im Amt Forschheim von Ende Dezember 1770, welche folgende Namen enthält: Simon Rothschilds wittib, Israel Moyses, Löb Männlein, Wolf Seckels wittib, Michael Rothschild, Philipp Mayer, Gottlieb Abraham, Feist Jacob, Is. Feustel, David Jacob, Lob Feustel, Samuel Männlein, David Rothschild, Jos. Feustel, Emanuel Merzbacher, Selig Hirsch und Is. Männlein, zusammen 15 Familienhäupter und 2 Witwen.
Bei dieser Gelegenheit sei ein Freipaß mitgeteilt, den Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn im April 1719 einem ungenannten Schutzjuden in Forchheim, den er wahrscheinlich in geschäftlichen Angelegenheiten bisweilen außer Landes reisen ließ, und seinem Sohne zum Ausweis ausstellen ließ: ‚Wir Lothar Franz tot. tit. Nachdem Wir Vorzeigern dieses Unsern Landt-Schutzjuden zu Vorchheim N.N. und dessen Sohn N. mannigmahl außer Lands verschicken und diese frömbter (fremder) Herrschaften territoria zum öftern unumgänglich zu betreten haben: Als ersuchen Wir hiermit jedermänniglich Standts Würden nach, resp. freundlich, günstig und gnäd., denen Unserigen aber ernstlich befehlend, sie wollen denselben sambt ged. seinen Sohn je und allezeit nicht allein aller Zoll, Gelaids und anderen Beschwerden frei- und nebstdeme zu Wasser und Landt, bei Tag und Nacht auf bedürffenden Fall, um mehrerer Sicherheit willen, allen guten Vorschub williglich angedeihen lassen. Solches seind Wir in dergleichen und anderen Begebenheiten gegen all und jede zu reziprozieren erbietig; die Unserige aber vollziehen hieran unsern gnädigsten Willen und Befehl. Der geben ist in Unserer Residenz-Stadt Bamberg.’
Von Forchheim gingen auch die ersten Bestrebungen zur Aufhebung des so genannten Leibzolls aus. Darunter verstand man eine Abhabe, die jede jüdische Person beim Passieren der Zollschranke in Stadt und Land, wie von einem vierbeinigen Wesen oder einer Ware, zu entrichten hatte. Von einer solchen Verzollung ihrer Person waren auch diejenigen nicht befreit, die mit Einkäufen von Lebensmitteln für die Kaiserloche Armee beauftragt waren. Im Dezember 1789 beschwerten sich nun die Judenschaften von Forchheim und Lichtenfels darüber, dass sie als hochfürstliche Schutzverwandte, wenn sie in Geschäftsangelegenheiten nach Bamberg kämen, gleich Fremden und Ausländern für das Recht des Aufenthaltes, täglich 15 Kr. Franken als Judenleibzoll entrichten müssten, was in keinem anderen Herrschaftsgebiet üblich wäre; es sei ja bekannt, das es keinen noch so alten Missbrauch gäbe, den Seine hochfürstlichen Gnaden nicht aufgehoben hätte, um den Untertanen die Lasten zu erleichtern, und darum fühlten auch sie sich zu der Bitte um Aufhebung oder wenigstens Minderung der unzeitgemäßen Leibzoll - 
Forchheim BayrGZ 07011927b.jpg (93015 Byte)abgabe berechtigt. Eine Nachfrage ergab, dass nach Maßgabe einer Zollinstruktion an den 2 ersten Herbstmesstagen 15 Kreuzer für die Person und den Aufenthaltstag, sonst 10 Kreuzen von Bemittelten gezahlt werden mussten, wobei zwischen stiftischen und fremdherrischen Juden kein Unterschied gemacht wurde. – Die Eingabe hatte trotzdem keinen Erfolg und erst durch die Mautordnung vom 1. Dezember 1807 wurde der Leibzoll im Königreich aufgehoben.
Im Anschluss daran sei ein Verzeichnis der Judenleibzoll-Einnahmen vom Jahre 1790/91: Sie betrugen
in Bamberg fl.fr. 1.300 /Pachtsumme)   
In Bechhofen fl.fr. 4 und 44 3/8 Kr.
in Ebermannstadt fl.fr. 83 u. 30 Kr.
in Hallstadt fl.fr. 38 und 42 Kr.
in Herzogenaurach fl.fr. 15 und 12 Kr.
in Oberscheinfeld fl.fr. 14 und 9 ½ Kr.
in Veldenstein fl.fr. 14 und 9 ½ Kr.
in Wallenfels fr. 1 u. 49 ½ Kr.
in Zapfendorf fl.fr. 6 u. 40 5/8 Kr.
in Zeil fl.fr. 6 und 3 ¼ Kr.
fl.fr. 1589 u. 20 ¼ Kr.
Wir schließen diese kleine Nachlese mit der Mitteilung einer fürstbischöflichen Entschließung vom 21. August 1800 betreffend Synagoge in Weidnitz, die folgenden Wortlaut hat: ‚Wenn einmal eine Religion toleriert wird, so dürfen deren Religionsverwandte in Ausübung ihrer gottesdienstlichen Verrichtungen nicht gestört werden. Von diesem Grundsatz überzeugt, bewilligen daher S. Hochf. Gnaden, dass von der Judenschaft zu Weidnitz auf dem dortselbst bestehenden kastenlehnbaren Hause gegen Entrichtung eines Kanons von jährlich 24 Kr. Fr. … eine Judenschul, jedoch nur widerruflich, errichtet werde.’

    
Kritische Bemerkung in einem Reisebericht von 1851

Forchheim AZJ 10111851.jpg (31427 Byte)Aus der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. November 1851: "Auf der Rückreise von dort berührte ich die kleineren Gemeinden Forchheim und Forth, die ihre Religionslehrer, wie gewöhnlich, so schlecht besolden, dass sie auf Mittel bedacht sein müssen, ihre und ihrer Familien Subsistenz durch einen anderweitigen Nebenverdienst zu fristen..."

  
Früher Antisemitismus in Forchheim: Der "Judenkrawall" (1881)

Forchheim Israelit 29061881.jpg (43664 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juni 1881: "Aus Forchheim (Bayern), 8. Juni (1881), berichtet man dem 'Fränkischen Volksblatte' von einem kleinen Judenkrawall. Gestern früh wurden dem Juden B. Frank die Fensterläden demoliert und an mehreren Judenhäusern wurden die Türen und Läden eingeschlagen. Plakate waren angeschlagen, Rufe ertönten: Fort mit diesem Blutsaugern usw. Allgemein wird befürchtet, dass es noch zu größeren Ausschreitungen kommt. Die ganze hiesige jüdische Bevölkerung befindet sich daher begreiflicherweise in großer Aufregung. (Die Befürchtung war indessen unbegründet; weitere Ausschreitungen sind nicht vorgekommen)."  

  
  
Berichte zu einzelnen Personen der Gemeinde   
Zum Tod des Kaufmanns Moses Moritz Zeiller (1872)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Mai 1872: "Baiersdorf, 2. April (1872). Heute wurde der Kaufmann Herr Moses Moritz Zeiller von Forchheim auf dem israelitischen Friedhofe dahier zur Erde bestattet. Dass der Selige in allgemeiner Achtung gestanden, zeigte sich bei dem Leichenzuge in Forchheim, woran auch viele christliche Einwohner und namentlich mehrere Honoratioren und Beamte der Stadt sich beteiligten.  
Was aber besonders rühmlichst hervorzugeben, das ist der Umstand, dass die Gemeindebehörde daselbst - bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal - in echt liberalem Sinne den städtischen Leichenwagen ihren israelitischen Mitbürgern zur Verfügung stellte. Obwohl die Sache in neuerer Zeit nichts weniger als vereinzelt dasteht, indem beinahe überall in den Städten dieselbe humane und gerechte Handlungsweise gegriffen hat und so auch die Nachbarstadt Erlangen ihren Leichenwagen den israelitischen Bürgern zur unbeanstandeten Benützung überlässt, so tut es doch dem Herzen jedes wahren Menschenfreundes so wohl, den Geist des Friedens und der Menschenverbrüderung immer weiter zur Herrschaft gelangen zu sehen, dass man sich mit ganzer Seele gedrungen fühlt, jeden solchen Akt zur öffentlichen Anerkennung zu bringen."    

   
Dr. Jakob Frank (geb. 1871 in Forchheim) wird Oberarzt am städtischen Krankenhaus in Fürth (1911)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. März 1911: "Fürth. Zum Oberarzt des städtischen Krankenhauses ist Dr. med. Frank ernannt worden..."          
 
Es handelt sich bei Dr. med. Frank um den Arzt Dr. Jakob Frank; nach ihm wurde im März 2020 das Hauptgebäude des Fürther Klinikums benannt: 
Artikel von Johannes Alles in den "Fürther Nachrichten" vom 5. März 2020: "Signal: Fürther Klinikum würdigt jüdischen Mediziner. Hauptgebäude trägt jetzt den Namen des Arztes und NS-Opfers Jakob Frank. 
FÜRTH -
Das Klinikum Fürth hat sein Hauptgebäude nach dem jüdischen Arzt Dr. Jakob Frank benannt. Die Nationalsozialisten hatten ihn 1933 als Krankenhausleiter entlassen und in den Ruin getrieben..."
Link zum Artikel  
Lebensgeschichte von Dr. Jakob Frank - ebd. - Artikel von Johannes Alles - in den "Fürther Nachrichten" vom 5. März 2020: "Der Fürther Mediziner starb in ärmlichen Verhältnissen. Die Nazis nahmen Jakob Frank zuerst seinen Beruf und dann seine Heimat.
Jakob Frank erblickte 1871 in Forchheim das Licht der Welt. Nach dem Abitur studierte er Humanmedizin an den Universitäten Würzburg, München und Berlin, wo er einige Jahre am Pathologischen Institut unter dem großen Mediziner Rudolf Virchow arbeitete. Ein Zeugnis aus diesen Jahren bescheinigt ihm nicht großes 'Wissen' und 'Fleiß', sondern auch eine 'liebevolle Behandlung der Patienten'. 1896 trat der Chirurg eine Stelle als Assistenzarzt am Fürther Krankenhaus in der Schwabacher Straße an. Parallel eröffnete er drei Jahre später seine erste Praxis gegenüber dem früheren Ottoschulhaus. Frank kümmerte sich auch sehr um arme Menschen, nicht selten kostenlos. In Fürth genoss er einen ausgezeichneten Ruf. Wegen des großen Zulaufs verlegte er seine Praxis 1910 in die Hindenburgstraße 29, die heutige Rudolf-Breitscheid-Straße. 1911 wurde Frank zum Oberarzt am Krankenhaus ernannt. Für seine Verdienste im Hilfslazarett Berolzheimerianum wurde Frank im Ersten Weltkrieg hoch dekoriert. Zu seinen größten Verdiensten zählt der Bau des heutigen Krankenhauses auf der Schwand – das alte war längst nicht mehr zeitgemäß gewesen. Frank, seit 1924 Chefarzt der Klinik, kämpfte lange für einen Neubau. 1931 konnte er eingeweiht werden. Am 20. März 1933, kurz nach der Machtergreifung Hitlers, wurde Frank wegen seines jüdischen Glaubens aus dem Dienst entlassen. Zunächst konnte er am jüdischen Krankenhaus weiterarbeiten und in seiner Praxis privat Patienten behandeln. Im September 1938 wurde jedoch allen jüdischen Medizinern die Approbation entzogen. Die Schrecken der Pogromnacht musste Frank in Fürth erleben. Im März 1939 flüchtete er mittellos über Schweden in die USA. Weil er dort keine Zulassung als Arzt bekam, musste er sich als Hilfspfleger in einem Altenheim über Wasser halten. 1953 starb Frank in New York mit 82 Jahren in bescheidenen Verhältnissen."
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Zum Tod von dem aus Forchheim stammenden Jacob Fränkel (geb. 1855 in Forchheim, gest. 1927 in München)

Forchheim BayrGZ 22061927.jpg (167716 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 22. Juli 1927: "Jacob Fränkel. Am 25. Mai dieses Jahres ist Jacob Fränkel im Alter von 72 Jahren uns durch einen sanften Tod entrissen worden. Er war in Forchheim (Oberfranken) geboren, einer angesehenen Familie entsprossen, in der Jugend schon mit reichem allgemeinem und jüdischem Wissen vertraut geworden. Seine frühen Mannesjahre verlebte er in Fürth, über drei Jahrzehnte seines Lebens dann in München, wo er sich die Lebensgefährtin geholt hatte, eine Tochter des Bankiers Elias Landauer, dessen Andenken noch in weiten Kreisen unserer Gemeinde lebendig ist. Jacob Fränkel hat viel Leid erfahren in seinem Leben. Die Gattin ist vor ihm ins Grab gesunken, der einzige Sohn nach schwerem Siechtum der Mutter gefolgt. Körperliche Beschwerden haben lange schon ihn gequält und seine Lebenskraft geschwächt. Aber dies war das Bewundernswerte an Jacob Fränkel: Trotz Kummer und Krankheit blieb sein Geist frisch und sein Herz empfänglich für die Mitwelt. Die Fragen des öffentlichen Lebens beschäftigten seinen lebhaften Sinn. Vor allem fühlte er sich innerlich beteiligt an allen jüdischen Angelegenheiten. So hat er, der religiös streng konservative Mann, in der Religionsgemeinschaft Ohel Jacob als Vorstandsmitglied und Kassier viele Jahre eine fruchtbare Wirksamkeit entfaltet. Er hat aber auch der Gesamtgemeinde seine Dienste bereitwilligst zur Verfügung gestellt und bis in die jüngste Zeit hinein die Revision der Gemeinderechnungen alljährlich mit großer Sachkenntnis und Gewissenhaftigkeit vorgenommen. – Als vor sechs Jahren erstmals die Wahlen zur Tagung des Landesverbandes stattfanden, wurde Jacob Fränkel von seinen Gesinnungsgenossen als Kandidat aufgestellt. Er hat sich dann nach seiner Wahl als Abgeordneter mit großem Eifer an den Arbeiten der Tagung beteiligt und auch dem Landesverband bei den Revisionsarbeiten seine Kraft gewidmet. Überall wurden die Leistungen des tüchtigen und bescheidenen Mannes aufs höchste geschätzt. Aber auch der weiteren jüdischen Öffentlichkeit hat Jacob Fränkel seine Dienste geweiht. Zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Artikel in verschiedenen jüdischen Zeitungen sind seiner Feder zu verdanken – die meisten ohne Nennung des Verfassers und haben Belehrung und Anregung in weite Kreise getragen. Auch unsere Gemeindezeitung durfte sich seiner Mitarbeit erfreuen. – So hinterlässt der Mann, dem keine Kinder nachtrauern, eine große Gemeinde trauernder Freunde und Gesinnungsgenossen, die ihm ein treues, ehrenvolles Andenken bewahren werden. N.St."

  
 Zum Tod des langjährigen 1. Vorstehers der jüdischen Gemeinde Max Zeiller (1937)  

Forchheim BayrGZ 15081937.jpg (75170 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. August 1937: "Forchheim. Eine stattliche Trauerversammlung hatte sich auf dem altehrwürdigen Friedhofe in Baiersdorf eingefunden, um dem langjährigen 1. Vorstand der Gemeinde Forchheim, Herrn Max Zeiller das letzte Geleite zu geben, welcher nach kurzer Krankheit im 73. Lebensjahr am 25. Juli starb. Nahezu vier Jahrzehnte hat der Verlebte das Amt eines 1. Vorstandes in seiner Heimat bekleidet, mit großer Hingabe und mit tiefem Verständnis für alle Fragen des Judentums sich diesem Amte gewidmet. Ein Mann von lauterem Charakter, von Bescheidenheit, Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft wusste sich der Verlebte die größten Sympathien aller Kreise zu erwerben. Sein Rat wurde überall gesucht und dankbar hingenommen. Herr Rabbiner Dr. Behrens aus Fürth wusste das Lebens- und Charakterbild des Toten trefflich zu zeichnen als vorbildlicher Führer der Gemeinde und treuer Anhänger seiner Heimatstadt. Für die Gemeinde Forchheim sprach Lehrer Kahn (Hirschaid) tief empfundene Worte des Dankes und der Verehrung. Herr Rechtsanwalt Dr. Morgenroth (Bamberg) rühmte in dem Verstorbenen den eifrigen Mitarbeiter im Distriktsverband des Rabbinatsbezirks Bamberg und dessen zielbewusstes Eintreten für die Interessen der Kleingemeinden."
Forchheim CV-Ztg 29071937.jpg (24969 Byte)Todesanzeige in der CV-Zeitung vom 29. Juli 1937: "Unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Max Zeiller ist nach kurzer schwerer Krankheit verschieden.
Forchheim, 25. Juli 1937. Die trauernden Hinterbliebenen."

   
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe         

Anzeigen des Manufaktur- und Modewarengeschäftes Isaak Frank (1901 / 1902)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1901: "Für mein Manufaktur- und Modewaren-Geschäft suche zum Eintritt per 15. April oder 1. Mai dieses Jahres einen Lehrling. Samstags und Feiertage geschlossen. 
Isaak Frank junior, Forchheim in Bayern."   
  
Anzeige in der "Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. August 1901: "Für mein Manufaktur- und Modewaren-Geschäft suche zum Eintritt per 1. Oktober dieses Jahres einen Lehrling
Samstags und Feiertage geschlossen. 
Isaak Frank junior,
Forchheim in Bayern."      
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1902: "Suche zum baldigen Eintritt einen Lehrling aus besserer Familie für mein Manufaktur- und Modewarengeschäft. Samstags und Feiertage geschlossen. 
Isaak Frank junior,
Forchheim in Bayern."   

   
Lehrlingsgesuche des Kaufhauses Hermann Schloss (1901 / 1904 / 1908)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Oktober 1901
"Suche per sofort (1. November 1901) einen jungen Mann mit guter Schulbildung, welcher in meinem Hause als 
Lehrling
 
eintreten kann. Samstags und Feiertage geschlossen. Kost und Logis im Hause. 
Kaufhaus Hermann Schloß, 
Forchheim in Bayern."   
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni 1904
"Per 1. Juli dieses Jahres wird ein 
Lehrling
 
mit guter Schulbildung, in meinem Modewaren- und Herrenkonfektionsgeschäft gesucht. Samstags streng geschlossen. Offerten an 
Kaufhaus Hermann Schloß.
Forchheim in Bayern."     
 
Forchheim Israelit 25061908.jpg (49361 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juni 1908
"Suche per sofort oder bis 15. Juli einen 
Lehrling

ca. 15 Jahre alt, mit guter Schulbildung. Samstag und Feiertage geschlossen. 
Kaufhaus Hermann Schloss. 
Modewaren und Herren-Konfektion. 
Forchheim (Bayern)." 

        
Lehrlingsgesuch der Öl- und Fettwarengeschäftes H. Engel  Cie. (1910)  

Forchheim Israelit 14021901.jpg (32548 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Februar 1902: "In unserem Öl- und Fettwarengeschäft en gros wird ein Lehrling mit guter Schulbildung und schöner Handschrift, aus achtbarer Familie gesucht. Samstags und Feiertage geschlossen. Selbstgeschriebene Offerten sind zu richten an 
H. Engel & Cie., Forchheim in Bayern."
  

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge          
   
Im Mittelalter lebten die Juden überwiegend in der "Judengasse" (1381 Juden gazze, später Huppmannsgäßchen, heute zur Wallstraße gehörende kleine Verbindungsgasse zwischen Wallstraße und Hauptstraße - südlich parallel zur Schlossergasse verlaufend), die sehr günstig lag, da sie unmittelbar in die Durchgangsstraße von Bamberg nach Nürnberg einmündete. Mitte des 15. Jahrhunderts werden abseits der Judengasse zwei jüdische Wohnhäuser genannt (gemeint sind die Anwesen Hauptstraße 54 und 56 = Oberes und Unteres Judenhaus). 
   
Eine Synagoge wird erstmals 1326/28 erwähnt; es dürfte sich um die im 13. Jahrhundert benutzte Synagoge handeln. Es ist nicht ganz klar, ob sie mit dem um 1400 als schul beziehungsweise 1407 in einer Stadtrechnung als Synagoga judaeorum benannten Gebäude identisch ist. Letztmals hört man 1484/85 von der Judenschuel. Für die Benutzung der Synagoge war ein jährlicher Erbzins an den Bischof von Bamberg zu bezahlen.  
  
Im 17. Jahrhundert siedelten sich die jüdischen Familien zunächst im mittleren Teil der heutigen Wiesentstraße an (Bereich des sog. "Raschenbach"), die damals die Bezeichnung "Judengasse" erhielt. Noch während des Dreißigjährigen Krieges konnte 1645 eine Synagoge (Betsaal) eingerichtet werden. 
  
(Der nachfolgende Abschnitt nach Eckstein s. Lit. S. 138f): Die 1645 erbaute Synagoge war Anfang des 18. Jahrhunderts bereits in derart baufälligem Zustand, dass der Gottesdienst in einem zu diesem Zweck gegen Miete zur Verfügung gestellten Raum im Haus des Wolf Rothschild abgehalten werden musste. Rothschild war ein Sohn des damaligen Landesrabbiners Mendel Rothschild (seit 1686 Landesrabbiner in Bamberg, zugleich  Mitverwalter der Rabbinate Bayreuth und Baiersdorf). 1714 fand eine Beratung der Gemeinde vor dem Rabbinat in Bamberg statt, bei der sich die Mehrheit für einen Neubau aussprach. Dennoch macht Wolf Rothschild zugleich der Gemeinde das Angebot, seine Privatsynagoge der Gemeinde "für ewige Zeiten" zur Verfügung zustellen unter der Bedingung, dass sein Haus nicht verkauft oder vertauscht werde. Für diesen Fall behielt er sich und seinen Erben vor, der Gemeinde in einem andern Haus eine Synagoge zur Verfügung zu stellen, wenn die Gemeinde sich verpflichten würde, auf einen Neubau zu verzichten, so lange er oder seine Erben die Synagoge im Hause halten wollten. Die Gemeinde nahm das Angebot Rothschilds an. 1742 ist jedoch wieder von einem Neubau die Rede, der jedoch nicht zustande gekommen ist. Unter der Vorsteherschaft des Michel Rothschild wurde dann ein Neubau  1771 durchgeführt. 
Eine Erinnerung an einen um 1720 vorhandenen Betsaal gibt es bis zur Gegenwart im Haus Apothekenstraße 4, wo sich bei einer Restaurierung des Gebäudes eine hebräische Inschrift fand, die die Gebetsrichtung angab ("Misrach" = Osten).
  
Die Synagoge von 1771 war 1806 in einem baufälligen Zustand. Die Baubehörde wies auf den für Besucher wie Passanten lebensgefährlichen Zustand des Gebäudes hin und gab die Anweisung, es innerhalb von acht Tagen einzureißen. So musste sehr schnell ein Neubau geplant werden. Der Bauplan des Maurermeisters Georg Rotschka lag am 10. August 1806 vor. 1807/08 wurde der Bau ausgeführt; die Inneneinrichtung folgte 1809. Im Synagogengebäude befanden sich auch die Räume der jüdischen Schule und die Lehrerwohnung. Umfangreichere Renovierungen waren 1833 und 1861/62 durchzuführen. Letztere erforderte einen finanziellen Aufwand von etwa 800 Gulden. Die feierliche Wiedereinweihung war am 23. Mai 1862. Zwischenzeitlich war im Haus des Moses Moritz Zeiller ein Betsaal eingerichtet worden. Von einem Ausbau/Aufstockung des Synagogengebäudes ist 1876 und einem Ausbau des Schulzimmers 1874/75 die Rede. An Ritualien waren 1860 u.a. sechs Torarollen vorhanden.
  
Bis 1938 wurden in der Synagoge Gottesdienste gefeiert. Beim Novemberpogrom 1938 gingen zahlreiche Forchheimer Nationalsozialisten, vor allem Angehörige der SA und andere Parteimitglieder sowie Zivilpersonen mit besonderer Grausamkeit gegen die hier noch lebenden jüdischen Einwohner vor. Auch die Synagoge wurde heimgesucht. Sie konnte jedoch auf Grund der engen Bebauung nicht angezündet werden. Die Inneneinrichtung des Gotteshauses wurde völlig zerstört. Kultgegenstände aus Silber, Teppiche, Gebetbücher und sonstige hebräische Schriften wurden zur Polizei gebracht. Torarollen wurden in die nahe Wiesent geworfen. Am Nachmittag des 10. November 1938 wurde die Synagoge gesprengt. Da der Stadtbaumeister die für eine Sprengung notwendigen Geräte nicht zur Verfügung hatte, wurde der Landesmeister der Technischen Nothilfe Nürnberg herbeigeholt. Er führte die Sprengung in Anwesenheit einer großen Zuschauermenge durch. Die jüdischen Männer, darunter einen zwölfjährigen Jungen, schleppte man schließlich auf den Synagogenplatz und zwang sie, nach der Sprengung den Schutt fortzuräumen. Am nächsten Tag wurden sie in das Konzentrationslager Dachau gebracht und erst nach Wochen wieder entlassen. 
Die Torarollen waren im Wehr der Kammerersmühle hängen geblieben. Die Mühlenbesitzerin Margareta Ladenburger ließ sie heimlich aus dem Fluss bergen und versteckte sie bis 1945. Nach dem Krieg übergab sie die Torarollen an eine jüdische Organisation. 
  
Im April 1948 fand vor dem Landgericht Bamberg ein Prozess gegen 19 der am Novemberpogrom 1938 Beteiligten statt. 18 von ihnen erhielten Gefängnisstrafe von drei Monaten bis zu vier Jahren, einer wurde freigesprochen.   
  
Das Grundstück der Synagoge blieb nach 1945 unbebaut. Eine Baulücke, die als Parkplatz genutzt wird, kennzeichnet den früheren Standort. 1982 wurde eine Gedenksäule zur Erinnerung an die Synagoge und die frühere jüdische Gemeinde erstellt. Die Diskussion nach einer erneuten Überbauung des Grundstückes mit einem Wohnhaus wurde 2012 im Gemeinderat angeregt und ist auch 2015 noch aktuell (siehe Presseberichte unten).   
   
   
Adresse/Standort der SynagogeWiesentstraße 15          
  
  
Plan / Fotos / Darstellungen
(Quelle für die historischen Abbildungen: Buch von R.K. Kiessling s.Lit.; Stadtarchiv Forchheim)   

Spur eines älteren Betsaales 
um 1720  
Forchheim Synagoge 139.jpg (88815 Byte)
    "Misrach"-Inschrift zur Markierung der Gebetsrichtung im Haus Apothekenstraße 4   
   
Forchheim Plan 010.jpg (105949 Byte) Forchheim Synagoge 137.jpg (105340 Byte) Forchheim Synagoge 138.jpg (80891 Byte)
Plan von Forchheim aus dem 19.
 Jahrhundert mit eingetragener Judengasse
Die Forchheimer Synagoge um 1900
 
rechts der Wiesent 
Gemälde eines unbekannten Malers, 
rechts der Wiesent die Synagoge
        
Die Zerstörung der Synagoge      
Forchheim Synagoge 136.jpg (63550 Byte) Forchheim Synagoge 135.jpg (57298 Byte) Forchheim Synagoge 111.jpg (111378 Byte)
Blick auf die demolierte Synagoge vor der
 Sprengung - ein Teil der Innenreinrichtung
 liegt zerstört vor dem Gebäude
Die Synagogenruine nach der Sprengung im November 1938  
 
           
Gedenken an die zerstörte Synagoge
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach, aus: www.synagogen.info
Forchheim Synagoge 131.jpg (53549 Byte) Forchheim Synagoge 130.jpg (51169 Byte) Forchheim Synagoge 132.jpg (60654 Byte)
Das Grundstück der ehemaligen 
Synagoge - als Parkplatz verwendet 
Die 1982 aufgestellte Gedenksäule 
 
       
Fotos 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 12.4.2007) 
       
Forchheim Synagoge 254.jpg (128095 Byte) Forchheim Synagoge 253.jpg (124968 Byte)   
Das Grundstück der ehemaligen Synagoge - als Parkplatz verwendet     
   
Forchheim Synagoge 250.jpg (118502 Byte) Forchheim Synagoge 251.jpg (99388 Byte) Forchheim Synagoge 252.jpg (96778 Byte)
Verschiedene Ansichten der 1982 aufgestellten Gedenksäule
     
Erinnerungen an die Synagoge 
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach; 
Aufnahmen vom Sommer 2010). 
Forchheim Gedenktafel 1914-18.jpg (124809 Byte) Forchheim Ner Tamid 010.jpg (74168 Byte)
  Gedenktafel für die jüdischen Gefallenen
 des Ersten Weltkrieges, die sich
 ursprünglich in der Synagoge befand 
(siehe Pressebericht unten)  
Ner tamid 
(ewiges Licht) aus 
der Synagoge 
  
   Die beiden Erinnerungen an die Synagoge wurden während der Sonderausstellung
 "Schalom und Schabbat" im Sommer 2010 im Pfalzmuseum Forchheim gezeigt.
       

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

November 2009: Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus der Forchheimer Synagoge gefunden  
Artikel vom 27. November 2009 von Georg Körfgen in den "Nürnberger Nachrichten" (Artikel):    
"Forchheim: Verschollene Gedenktafel aufgetaucht - Erinnerung an im Ersten Weltkrieg gefallene Juden. 
FORCHHEIM
- 'Eine kleine Sensation' sieht Pfalzmuseumsleiterin Susanne Fischer, in einem Fund, den der Bauhof-Mitarbeiter Klaus Barthelmes vor zwei Wochen in einem Schuppen des Gartenamtes gemacht hat: Die verschollene Gedenktafel der jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs ist wieder aufgetaucht. Bescheiden steht Barthelmes am Rand des Pressetermins, der doch ohne ihn gar nicht stattgefunden hätte. Als er vor zwei Wochen einen Schuppen auf dem Gelände des Gartenamtes aufräumen sollte, fand sich erst einmal die üblichen, vergessenen Stücke: alte Stangen, alte Geräte, Werkzeuge. Doch dann stutzte der geschichtsinteressierte Forchheimer: In einer Ecke entdeckte er eine schwarze Tafel aus Granit, in die die Namen von fünf im Ersten Weltkrieg gefallenen Forchheimern eingemeißelt waren. Woher stammte sie?  
Schon damals hatten Bauhof-Mitarbeiter die Tafel gerettet. 
Kurz darauf - Barthelmes war erkrankt, seine Frau hatte ihm zum Lesen das Buch von Rolf Kießling 'Juden in Forchheim' geschenkt - beantwortete sich die Frage für den geschichtsbewussten Arbeiter: Die Tafel war die seit den 70er Jahren verschollene Gedenktafel, die an der nach der Pogromnacht am 9. November 1938 zerstörten Synagoge in der Wiesentstraße hing. 
Und schon damals hatten Bauhof-Mitarbeiter die Tafel gerettet. Denn bevor das jüdische Gotteshaus von den Nazis und ihren willigen Helfern gesprengt werden sollte, hatten die städtischen Mitarbeiter Balthasar Prell und Hans Friedel die Tafel abmontiert und somit gerettet. Bis in die 60er Jahre war bekannt, dass sie im Bauhof lag. Dann vergaß man sie offensichtlich. 
Museum zeigt eine Ausstellung zu jüdischem Leben in Forchheim. Dass sie jetzt wieder aufgetaucht ist, bezeichnet Museumschefin Fischer als 'Glücksfall'. Denn 2010 wird das Museum eine Ausstellung zu jüdischem Leben in Forchheim zeigen. Die Tafel wird dann einen prominenten Platz einnehmen. Was dann mit ihr geschieht, weiß Fischer noch nicht. 'Ich könnte mir aber einen Platz im öffentlichen Raum vorstellen', meinte sie. 
Auf der Gedenktafel zum Ersten Weltkrieg am Frechhaus neben dem Rathaus sind die gefallenen jüdischen Mitbürger berücksichtigt. Ein Zeichen, dass die gefallenen Juden vor dem Naziterror sehr wohl von einer breiten Bevölkerungsmehrheit geehrt wurden. Für den Buchautor Rolf Kießling ist denn auch die Rettung der Tafel nach der Pogromnacht durch Arbeiter ein klares Zeichen, dass 'der Einsatz junger jüdischer Männer nicht vergessen war'. Mit der Aufmerksamkeit von Klaus Barthelmes schließt sich insofern der Kreis nach 71 Jahren."  
  
Foto der Gedenktafel von Michael Schulbert in einem weiteren Artikel zu dem Fund in der Website "infranken.de" (Artikel)   
   
Hinweis: Die Ausstellung zu jüdischem Leben in Forchheim "Schalom und Schabbat" wurde vom 22. Juli 2010 bis zum 31. Oktober 2010 im Pfalzmuseum Forchheim gezeigt.      
  
August 2012: Soll der Synagogenplatz mit einem Wohnhaus überbaut werden ?    
Artikel von Ekkehard Roepert in "Fränkischer Tag" vom 1. August 2012: "Wohnen, wo die Synagoge stand? 
Forchheim.
Geschichte. Darf Oberbürgermeister Franz Stumpf dort, wo 1938 das jüdische Gotteshaus gesprengt wurde, ein Haus bauen? Der Bauausschuss ist uneins..."  
Link zum Artikel  
Anmerkung: Das Brisante an der Thematik ist, dass der Grund und Boden der früheren Synagoge im Besitz von Oberbürgermeister Franz Stumpf ist, der nun selbst hier bauen möchte! In seiner Doppelrolle als Stadtoberhaupt und Privateigentümer möchte sich OB Stumpf "heraushalten"; seine Frau erhielt "grünes Licht vom Bauausschuss". 
Siehe hierzu Artikel von Beke Maisch in "Nordbayern.de" vom 1. August 2012: "Ein Wohnhaus dort, wo die Forchheimer Synagoge stand..."  
 
August 2012: Kompetente Stimmen äußern sich gegen eine Bebauung des Synagogenplatzes mit einem Wohnhaus 
Artikel in Ekkehard Roepert in "Fränkischer Tag" vom 3. August 2012: "Protest gegen Wohnhaus auf Synagogengrund. Wolfgang Schmidt ist ein Jugendfreund von Oberbürgermeister Franz Stumpf. Die beiden haben oft miteinander gespielt - auch auf dem Synagogengelände', erzählt Schm9idt. Diese Erinnerung nimmt Schmidt zum Anlass für einen offenen Brief an den Oberbürgermeister..."  
Link zum Artikel   
Artikel von Ulrich Graser in "Nordbayern.de" vom 3. August 2012: "Wo soll in Forchheim das Gedenken gelernt werden?
Das schwierige Erbe jüdischen Lebens in Forchheim — Ritual am Gedenkstein — Erinnerung geht verloren.
FORCHHEIM
- Eine Synagoge, aus der die heiligen Schriftrollen der Thora entfernt wurden, ist keine Synagoge mehr. Ein leeres Grundstück, auf dem früher mal eine Synagoge stand, ist kein Synagogengrundstück mehr. Diese Haltung kann man haben. So wie Oberbürgermeister Franz Stumpf als Besitzer des Grundstückes Wiesentstraße 15, der hier ein Wohnhaus bauen will (wir berichteten gestern). Man kann aber auch anders darüber denken...
Link zum Artikel      
Artikel von Beke Maisch in "Nordbayern.de" vom 3. August 2012: "OB spricht mit Arno Hamburger. Franz Stumpf reagiert auf Kritik an Plänen für das ehemalige Synagogen-Grundstück.  
FORCHHEIM - Oberbürgermeister Franz Stumpf hat auf das kritische Echo von Bürgern und Experten auf seine Pläne für das ehemalige Synagogen-Grundstück reagiert und das Gespräch mit der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg gesucht. Deren Vorsitzender, Arno Hamburger, sieht die Angelegenheit gelassen..."
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Artikel in "Der neue Wiesentbote" vom 3. August 2012: "Forchheimer Kreis-JuLis: 'Platz der ehemaligen Synagoge würdigen'
Junge Liberale wollen 'einmalige Chance nutzen” – Wiederaufbau denkbar

'Ein trauriges Kapitel der Nazigeschichte in Forchheim wird mit einer traurigen Aussage von Stadtrat Markus Schmidt, man könne das Areal für die Hinterlassenschaften der Hunde nutzen, verunglimpft. Köpfchen in der Politik ist auch auf der kommunalen Ebene gefragt', kritisiert Patrick Schroll, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen, die Aussage des CSU-Stadtrats.
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Artikel von Ekkehard Roepert in "Fränkischer Tag" vom 7. August 2012: "Der Zerstörung gedenken - aber wie? Geschichte Bürger und Politiker diskutieren, wie die Stadt mit dem Platz umgehen soll, auf dem 1938 die Synagoge niedergebrannt wurde. Elf Stadträte fordern eine umfassende Erörterung...  Am 27. September wird der Stadtrat über das Thema "Wiesentstraße 15' sprechen. 'Eine private Bebauung lehnen wir ab', sagte FGL-Rätin Annette Prechtel am Montag. Sie fordert die Forchheimer auf, sich mit dem Gedenken an die Zerstörung der Synagoge auseinanderzusetzen. Sie persönlich könne sich vorstellen, "auf einem Gedenkplatz den Umriss der Synagoge am Boden sichtbar zu machen und die Geschichte mit Hilfe von Tafeln zu veranschaulichen'..."   
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TV-Beitrag im "Bayerischen Fernsehen" von Roland Zimmermann vom 6. August 2012: "Forchheim- Ärger um Wohlhausbau auf ehemaliger Synagoge". 
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August 2012: Erinnerung von den Gerichtsprozess 1949  
Artikel von Ekkehard Roepert im "Fränkischen Tag" vom 22. August 2012: "Die Forchheimer Reichskristallnacht vor Gericht. Prozessakten. Der Umgang mit dem alten Synagogengelände hat in Forchheim eine Debatte über die Erinnerungskultur ausgelöst. Eine Gerichtsakte über den 9. November 1938 hilft, die Erinnerung zu beleben..."   
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September/Oktober 2012: Die weitere Diskussion um die Bebauung des Synagogengrundstückes 
Am Donnerstag, 27. September, wird in der Stadtratsitzung der Beschluss des Bauausschusses überprüft.     
 
März 2015: Weitere Diskussion um die Überbauung des Synagogengrundstückes  
Artikel in der "Nordbayerischen Zeitung" (nordbayern.de) vom 4. März 2015: "Debatte um Synagogengrundstück in Forchheim kehrt zurück
Charlotte Knobloch lehnt Wohnhaus auf ehemals religiös genutztem Grund ab.   
FORCHHEIM - Charlotte Knobloch hofft, dass sich in Forchheim eine Bürgerinitiative bildet, die verhindert, dass auf dem ehemali­gen Synagogengrundstück ein Wohn­haus gebaut wird. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Mün­chen und Oberbayern äußerte sich dazu gestern bei einer Besichtigung in der Wiesentstraße sehr deutlich..."
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Januar 2018: Jüdische Geschichte der Stadt soll sichtbarer werden 
Artikel in der "Nordbayerischen Zeitung" (nordbayern.de) vom 12. Januar 2018: "Jüdische Geschichte soll in Forchheim sichtbarer werden. Antrag im Stadtrat: Gedenkstein mit einer Infotafel ergänzen
FORCHHEIM - Die SPD-Fraktion setzt ihre Ankündigung in die Tat um: Im Stadtrat beantragt sie eine Gedenk- und Informationstafel gegenüber der ehemaligen Synagoge in der Wiesentstraße auf dem Grundstück des Gedenksteins aufzustellen. Der Gedenkstein zur Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 soll mit einer Infotafel ergänzt werden, wünscht sich (nicht nur) die SPD-Fraktion. Die Synagoge stand schräg gegenüber, wo jetzt ein Parkplatz vermietet wird. Zuletzt hatten sich, wie berichtet, vor allem die Jusos, die Jugendorganisation der Sozialdemokraten, für eine solche Tafel eingesetzt. Sie soll Informationen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Forchheim enthalten sowie Informationen zu Pogromen und speziell zur Reichspogromnacht in Forchheim, den Deportationen und den Schicksalen der Deportierten. Passanten sollen dazu angeregt werden, sich mit der Thematik aktiv auseinanderzusetzen. In Forchheim sind Informationen über die jüdische Geschichte im Stadtbild kaum vorhanden. Dass nun mit Stolpersteinen an die Forchheimer Juden erinnert werden soll, die während des Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden, begrüßt die SPD-Fraktion laut Mitteilung ausdrücklich. Dennoch fehlen ihr weitere Informationsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Die Metallsäule an der Gereonskapelle sei leicht zu übersehen. Die jüdische Gemeinde Forchheims wurde seit dem 13. Jahrhundert zweimal ausgelöscht und lange diskriminiert. Die Pogrome, so die SPD, kamen nicht aus heiterem Himmel, sondern auf Grund immer wieder geschürten Antisemitismus: 'Eine Entwicklung, die wir heute wieder erleben.'" 
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Februar 2018: In Forchheim werden die ersten "Stolpersteine" verlegt   
Artikel von Pauline Lindner in inFranken.de vom 8. Februar 2018: "FORCHHEIM. Erinnerungskultur. RVT-Schüler werden Steinpaten für Stolpersteine
Am Mittwoch, 21. Februar, werden in Forchheim die ersten vier Stolpersteine verlegt zum Gedenken an vier deportierte Forchheimer Juden.

Die ersten vier Stolpersteine in Forchheim werden verlegt vor dem Anwesen Paradeplatz 4 für Emma Rosalie Braun und Ilse Cilly Israel und vor dem Anwesen Klosterstraße 13 für Gottlieb und Rosa Braun. Ihr Wissen über die vier deportierten Forchheimer jüdischen Glaubens werden Schüler der Ritter-von-Traitteur-Schule (RVT) dabei vortragen. Sie, insbesondere die achten Klassen haben sich intensiv mit diesem lokalgeschichtlichen Thema befasst. Im Geschichtsunterricht und als Projekte in Religion und Ethik trugen sie wesentliche Fakten für Forchheims jüdische Mitbürger zusammen. Bei einem Gang zu deren Häusern wurde ihnen bewusst, 'dass das welche von uns waren', berichtete Schülersprecherin Julia Ciftci den Organisatoren der Stolpersteinverlegung vom Netzwerk Respekt und Toleranz. Dieser Vereinigung gehören neben den beiden Kirchen das Bündnis gegen Rechtsextremismus 'Bunt statt braun' und das 'Bündnis gegen Extremismus jeder Art' ('Bügex') an.
'Im Geschichtsunterricht nimmt man es nicht so wahr, aber jetzt ist das anders', sind sich die Schülersprecher sicher. Man spürt die Betroffenheit, versichert Vertrauenslehrerin Seyran Reyhan. Mit dem Historiker Rolf Kießling erarbeiteten die Schüler die einzelnen Lebensläufe. 
Die Jüngste war 30. 'Ilse Cilly war mit 30 Jahren die Jüngste, die aus Forchheim deportiert wurde', nennt als Beispiel Schülersprecherin Madeleine Haller. Besonders berührt hat sie, dass deren Tante Emma Rosalie am 27. November 1941 noch bleiben durfte, weil sie ihre schwer kranke, greise Mutter Karolina pflegte. Die starb im Februar 1942 und einen Monat später wurde auch die Tochter abgeholt. Reyhans Absicht, Geschichte für Schüler greifbar zu machen, ist offenbar aufgegangen. 'Sie sind sehr stolz darauf, denn den Paradeplatz kennen alle und sie wissen nun, das waren Forchheimer Menschen.' Für Reyhan und ihren Kollegen Frank Welz ist es ein Beitrag, den Titel 'Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage' zu leben. 
Negative Erfahrung. Das Engagement der Schule rührt allerdings aus einer negativen Erfahrung her. Vor einiger Zeit besuchten die Schüler die Ausstellung gegen Fremdenfeindlichkeit, die das Netzwerk 'Respekt und Toleranz' in die Forchheimer Rathaushallen geholt hatte. Dabei äußerten drei Schüler rechtsextreme Positionen, wie es Huber bei der anschließende Diskussion mit den Schülern erlebte.
Mit vier Steinen für die Mitglieder der Familie Braun beginnt es in diesem Jahr. In vier oder fünf Schritten sollen Stolpersteine für alle Forchheimer verlegt werden, die durch die Nazis in Todeslager deportiert wurden. 'Erinnerungskultur ist wichtig, damit es nicht noch einmal passiert', erläuterte Udo Schönfelder von 'Bügex'. 
'Eine Zukunft der Verantwortung' sieht Ludwig Preusch ('Bunt statt braun') angesichts von Versuchen, solche Erinnerungsinitiativen totzumachen.
Sind Stolpersteine der richtige Weg? Die frühere Vorsitzende der israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, möchte nicht, dass man über die Toten trampelt. Anders sieht das, so wusste Emmerich Huber persönlich von einer Verlegung in Bamberg, die Familie eines Umgekommenen: 'Die Leute steigen darauf, aber sie sehen es sich auch an', äußerte damals der Enkel. So sehen das auch die Schüler: 'Klar läuft man vorbei, aber man schaut sie auch an und liest und reagiert', formuliert es Ciftci. Deshalb haben die RVT-Schüler auch zugesagt, als Steinpaten zu fungieren und nach dem Rechten zu sehen, wenn sie dort fast täglich vorbeikommen." 
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Artikel in inFranken.de vom 17. Februar 2018: "Erinnerungskultur. Die ersten vier Stolpersteine für Forchheim
Die ersten Stolpersteine für deportierte Juden in Forchheim werden am Mittwoch, 21. Februar, um 15.30 Uhr verlegt. Um 19 Uhr folgt ein Vortrag.

In Forchheim werden am 21. Februar die ersten vier Stolpersteine verlegt. Initiiert und organisiert wird die Verlegung vom Netzwerk für Respekt und Toleranz aus den Forchheimer Bündnissen 'Bunt statt Braun' und 'BügEx' sowie den evangelischen und katholischen Kirchen Forchheims in Zusammenarbeit mit der Stadt Forchheim. Verlegt werden die Steine von dem Künstler Gunter Demnig, und zwar um 15.30 Uhr zwei Steine am Paradeplatz 4 und anschließend zwei in der Klosterstraße 13. Schüler der Ritter-von-Traitteur-Mittelschule Forchheim werden bei der Verlegung den persönlichen Hintergrund der Ermordeten vortragen. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ist Schirmherr der Veranstaltung.
Abends um 19 Uhr wird Gunter Demnig im Veranstaltungsraum der Volksbank Forchheim, Hauptstraße 39, einen 50-minütigen Vortrag halten mit dem Thema 'Stolpersteine - Spuren und Wege', mit anschließender Diskussion. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Es wird jedoch um Anmeldung gebeten per E-Mail an Emmerich Huber unter regeshuber@gmx.de. Spenden für die Verlegung der Stolpersteine sind willkommen an 'Bunt statt Braun Forchheim' auf das Konto bei der Sparkasse Forchheim, IBAN DE56 7635 1040 0020 5237 67.
Der Ablauf: Der Ablaufplan für die Stolpersteinverlegung am Mittwoch, 21. Februar:
1. Teil: Verlegung. 15.30 Uhr (Ankunft Gunter Demnig nach Plan), zwei Steine am Paradeplatz 4 (bei Foto-Brinke) für Emma Rosalie Braun und Ilse Cilly Israel, Musik, Begrüßung P. Muschler (für Netzwerk Respekt und Toleranz), Grußwort Schirmherr Kirschstein, Musik, Lehrerin Reyhan ('Schule ohne Rassismus') und Schüler, Verlegung der Steine durch Gunter Demnig; zwei Steine Klosterstraße 13 für Gottlieb Braun und Rosa Braun, Musik, Schüler, Verlegung der Steine, Verabschiedung und Einladung zum Vortragsabend (Emmerich Huber)
2. Teil: Vortrag, 19 Uhr: Vortrag von Gunter Demnig (Volksbank, Eingang von Apothekenstraße), 
Musik, Begrüßung und Moderation: Emmerich Huber, Grußworte Landrat Hermann Ulm (CSU), Israelische Kultusgemeinde (IKG) Nürnberg, evtl. Vorstand Bank, Musik, Vortrag Gunter Demnig, Musik zum Imbiss." 
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5 kurze Videos auf Youtube zur Stolperstein-Verlegung in Forchheim:  
  
 
 
 
 
 
Juli 2019: Weitere "Stolpersteine" werden in Forchheim verlegt   
Artikel in "infranken.de" vom 25. Juni 2019: "Gedenken. Forchheim erhält vier weitere Stolpersteine für deportierte Juden
In Forchheim werden im Juli weitere vier Stolpersteine zur Erinnerung an frühere jüdische Mitbürger verlegt.

Am Donnerstag, 4. Juli, werden vier weitere Stolpersteine für deportierte und ermordete Forchheimer Juden verlegt. Und zwar um 11 Uhr vor dem Eingang Nürnbergerstraße 2 (vor Eingang Schuhgeschäft) für folgende zwei Personen: Julius Moritz Prager, Jg. 1895, im Ersten Weltkrieg als Soldat für Deutschland schwer verwundet (er hat ein Bein verloren), Schuhhändler, am 23. März 1942 deportiert nach Izbica. Sera Rosenbaum, geb. Prager, Jg. 1888, die jüngere Schwester von Julius Prager, ebenfalls am 23. März 1942 nach Izbica deportiert. Danach, circa 11.30 Uhr, werden vor dem Eingang Hornschuchallee 4 Steine verlegt für: Sofie Kotz, geb. Sara Sternberg (sie war vor der Ehe mit Johann Kotz zum katholischen Glauben konvertiert), verwitwete Brückner, Jg. 1860, am 17. Januar 1944 im Alter von 83 Jahren als letzte in Forchheim lebende Jüdin nach Theresienstadt deportiert (Todestag vermutlich 13. Oktober 1944). Rosa Tiesler, geb. Becker, Jg. 1875, im Alter von 26 Jahren zum evangelischen Glauben konvertiert, am 24. April 1942 nach Krasnystaw deportiert. Bereits um 10 Uhr am 4. Juli, also vor der Verlegung, hat das Herder-Gymnasium Forchheim eine Gedenkveranstaltung im Kulturraum St. Gereon mit Musik und Beiträgen zum Leben der Ermordeten organisiert.
Nachdem im Februar 2018 für Emma Rosalie Braun, Ilse Cilly Israel, Gottlieb Braun und Rosa Braun die ersten vier Steine verlegt worden waren, wird damit in dieser Weise acht der 14 von den Nazis ermordeten Forchheimer Juden gedacht. Organisiert wird die Verlegung wieder vom Netzwerk für Respekt und Toleranz aus den Forchheimer Bündnissen "Bunt statt Braun" und "Büg-Ex" sowie den evangelischen und katholischen Gemeinden Forchheims in Zusammenarbeit mit der Stadt Forchheim. Verlegt werden die Steine von dem Künstler Gunter Demnig selbst, der das Projekt Stolpersteine 1992 ins Leben rief. Stolpersteine liegen außer in Deutschland noch in 23 europäischen Ländern. Sie sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Schüler des Herder-Gymnasiums werden bei der Verlegung den persönlichen Hintergrund der Ermordeten vortragen. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ist Schirmherr der Aktion.
Spenden für die Verlegung der Stolpersteine sind willkommen an: Bunt statt Braun Forchheim Sparkasse Forchheim, IBAN: DE56 7635 1040 0020 5237 67". 
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Vgl. Artikel von Birgit Herrnleben in "nordbayern.de" (Nordbayerische Nachrichten Forchheim) vom 4. Juli 2019: "Zeichen gegen das Vergessen: Vier neue Stolpersteine verlegt...
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Artikel im "Marktspiegel" (Forchheim) vom 30. Juli 2019: "Gedenkveranstaltung in St. Gereon. Neue Stolpersteine in Forchheim
FORCHHEIM
(rr) – Am Donnerstag den 4. Juli hat der Künstler Gunter Demnig in der Nürnberger Straße und in der Hornschuchallee vier weitere Stolpersteine für deportierte und ermordete Forchheimer Juden verlegt. Seit 1992 hat Demnig bereits über 70.000 Stolpersteine gesetzt.
Vorher hatten Schüler des Herder-Gymnasiums unter Federführung von Lehrerin Sonja Döbrich eine Gedenkveranstaltung in St. Gereon mit Musik und Beiträgen zum Leben der Ermordeten vorbereitet. Organisiert wurde die Verlegung vom Netzwerk für Respekt und Toleranz sowie den evangelischen und katholischen Gemeinden Forchheims in Zusammenarbeit mit der Stadt." 
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August 2019: Im Heimatmuseum Forchheim wird das "Ewige Licht" aus der Forchheimer Synagoge ausgestellt  
Artikel im "Marktspiegel" vom 5. August 2019: "Werk des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat. Buch '100 Heimatschätze' kostenlos im Pfalzmuseum erhältlich
FORCHHEIM (bk/rr) – Einen ganz besonderen 'Heimatschatz' nennt das Pfalzmuseum Forchheim sein Eigen: Das 'Ewige Licht' - ein ganz besonderer jüdischer Kultgegenstand im Stadtmuseum.
Zusammen mit 100 anderen 'Heimatschätzen' ist die Beschreibung des Kleinods nun im gleichnamigen Buch erschienen. Herausgegeben hat das Werk das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, das das Forchheimer Objekt genau vor zwei Jahren, im Juli 2017, mit einem Preisgeld von 1.000 Euro prämierte.
240 Seiten starker Band. Was haben der 'Peitinger Liebeszauber', ein 'Leichenbitterstab', das 'Ewige Licht' und das 'Zugspitzkreuz' gemeinsam? Sie alle sind regionaltypische Kleinode, die im 240 Seiten starken Band '100 Heimatschätze - Verborgene Einblicke in bayerische Museen' anschaulich präsentiert und deren Hintergrundgeschichten näher beleuchtet werden. Das kostenlose Buch mit der dazugehörigen 'Heimatschatzkarte' kann im Pfalzmuseum Forchheim unter der E-Mail kaiserpfalz@forchheim.de vorbestellt werden. Ebenfalls erhältlich ist das Werk unter www.bestellen.bayern.de (Abgabe nur solange der Vorrat reicht und nur in Einzelexemplaren).
Auf besondere Schatzsuche hatten sich 2017 das Heimatministerium und das Kunstministerium gemeinsam mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen und dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege im Rahmen des Wettbewerbs '100 Heimatschätze' begeben. 300 Museen beteiligten sich mit 600 'Heimatschätzen', darunter auch das Pfalzmuseum. Die 100 besten Heimatschätze im Freistaat, darunter auch das Forchheimer Kleinod, wurden mit einem Preisgeld von 1000 Euro prämiert und mit einer Urkunde ausgezeichnet. Die Leiterin des Pfalzmuseums, Susanne Fischer, und die stellvertretende Museumsleiterin Christina König nahmen den Preis aus den Händen der damaligen Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle und Finanz- und Heimatminister Albert Füracker im Rahmen eines Festakts in München entgegen.
Objekt mit bewegter Geschichte. Besondere Beachtung bei der Jurierung fand nicht nur das Objekt selbst, sondern auch seine Geschichte: So ist das 'Ewige Licht' mit Forchheims jüngster Stadtgeschichte eng verbunden. Es erinnert an die Synagoge für die kleine jüdische Gemeinde, die seit dem Mittelalter hier ansässig war. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wütete der braune Mob der Nationalsozialisten auch in Forchheim. In der Synagoge wurde das Mobiliar zerschlagen, die jüdischen Kultgegenstände landeten in der vorbeifließenden Wiesent. Am nächsten Tag wurde die Synagoge gesprengt. Ein Schuttberg blieb übrig, den die Juden mit bloßen Händen abräumen mussten. Über viele Generationen erzählte man sich in Forchheim, dass die jüdischen Kultgegenstände aus der Synagoge unwiederbringlich verloren seien. Nachforschungen des Pfalzmuseums ergaben jedoch, dass eine Anwohnerin mutig die Gegenstände aus der Wiesent gefischt, sie aufbewahrt und nach dem Krieg der Jewish Restitution Successor Organisation (IRSO) übergeben hat. Dafür durfte sie das ehemalige Synagogengrundstück erwerben, auf dem in den 50er Jahren ihr Enkel, der spätere, langjährige Oberbürgermeister von Forchheim, Franz Stumpf, spielte. Der Verbleib der jüdischen Kultgegenstände aus Forchheim konnte bis heute nicht geklärt werden, seien sie doch auf nicht näher zu bestimmende 'amerikanische Museen' verteilt worden (Auskunft Jüdisches Zentralarchiv Jerusalem). Genau 60 Jahre nach der Pogromnacht, im November 1998, wurde dem Pfalzmuseum ein Objekt angeboten, das die ganzen Jahre auf dem Dachboden von Manfred Fenne überdauert hatte: Das "Ewige Licht" (Ner tamid) der Synagoge, das zur Erinnerung an den siebenarmigen Leuchter des Tempels vor dem Toraschrein hing. Der ursprüngliche Glaseinsatz ging verloren, leuchtet aber in der Inszenierung im Museum weiter, erzählt von den Vorgängen in der Reichspogromnacht und bleibt als einziges Erinnerungsstück an die Forchheimer Synagoge erhalten."
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November 2019: Gedenken zum Novemberpogrom 1938 
Artikel in "Fränkischer Tag" vom 6. November 2019: "Forchheim. Gedenken an die Reichspogromnacht
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden von Nationalsozialisten Synagogen angezündet und Menschen verfolgt, verprügelt und getötet - auch in Forchheim. Diese Reichspogromnacht fand vor 81 Jahren statt. Das Forchheimer Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus 'Bunt statt Braun' lädt alle Bündnispartner und Interessierte zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus ein. Treffpunkt ist am Samstag, 9. November, um 14 Uhr in der Wiesentstraße am Synagogendenkmal. Es werden Texte vorgelesen, Bilder gezeigt und die dazu passenden Musikstücke gespielt. Es können Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die Vertreter der Stadt Forchheim ein Blumengebinde am Synagogendenkmal niederlegen."
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Juli 2020: Drei weitere Stolpersteine wurden verlegt 
Artikel in den "Nordbayerischen Nachrichten" vom 17. Juli 2020: "Erinnerung: Sie lebten mitten in Forchheim
Mit drei weiteren Stolpersteinen gedenkt die Stadt jüdischer Bürgerinnen und Bürger
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FORCHHEIM - Das größte dezentrale Mahnmal für die während des Nationalsozialismus entrechteten und ermordeten Juden ist um drei Stolpersteine gewachsen. In der Hauptstraße erinnern nun Stolpersteine an Ida Schönberger (geb. 1885) sowie das Ehepaar Leo Abraham (geb. 1875) und Jenny Abraham (geb. 1877). Bei der Verlegung durch den Künstler Gunter Demnig war die komplette Stadtspitze vertreten. Nun fehlen dem Netzwerk für Respekt und Toleranz nur noch drei Stolpersteine. Einmal mehr ist Gunter Demnig (73) angereist. Der Künstler aus Hessen hat seit nunmehr 28 Jahren rund 72 000 Stolpersteine in zwei Dutzend Ländern in den Boden eingelassen. Freilich nicht alle selbst. Auch in Forchheim hat er Hilfe durch die Bauhof-Mitarbeiter Patrick Kaiser und Christian Höhn, die auf städtischem Grund die Pflastersteine entfernt haben. Damit Demnig mit Eimer, Kelle und Schwamm die glänzenden Gedenkwürfel ins Erdreich einsetzen kann. Der Mann mit dem Hut befindet sich derzeit auf einer kleinen Tournee, die ihn nach Nürnberg und Hüttenbach (Gemeinde Simmelsdorf) gebracht hat und noch nach Würzburg und Bad Brückenau führen wird. Die Zeremonie begleiten Alex Feser aus Forchheim und Wolfgang Knauer aus Hausen musikalisch. Mit Gitarre und Klarinette spielen sie trotz Regens 'A Freiylekhe Nakht in Gan Eydn' und andere Klezmer-Stücke wie den 'Sherele'-Tanz oder den 'Hasidic'-Walzer. Vom Wachrufen der Erinnerung spricht Schirmherr Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD); von Bürgern, die mitten in Forchheim lebten, Lisa Badum (Grüne), die der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Bundestages angehört; von Geschöpfen Gottes, deren jedes einzelne Leben zähle, spricht Regionaldekan Martin Emge. Zuletzt wohnten die jüdischen Bürger nicht mehr in ihren eigenen Wohnungen. Man hatte sie in 'Judenhäuser' gezwungen, um ihrer im Fall der Verschleppung einfacher Herr zu werden. So liegen die Stolpersteine nicht vor dem Paradeplatz 4, von wo aus sie im November 1941 die Lastwagen in den sicheren Tod besteigen mussten. Sondern vor den Anwesen Hauptstraße 65, in dem einst das Textilgeschäft Gröschel residierte. An dessen Spitze Bernhard Gröschel und ebenjener Leo Abraham. Bis es 1938 durch die 'Arisierung' geraubt wurde. Nutznießer war der Geschäftsmann Albert Kranich. Das Bettenhaus, das auch Kurzwaren führte, bestand nach Auskunft des Stadtarchivars Rainer Kestler bis Mitte der 80-er Jahre. Heute befindet sich im Inneren das Modegeschäft 'Bonita'. Die wenigen noch bekannten biographischen Details erzählen die Schülerinnen Mia Kreßmann aus Wimmelbach sowie Annika Böhm und Olivia Sauerborn aus Forchheim, die alle der Klasse 9D der Georg Hartmann-Realschule angehören. Mit ihren Lehrkräften Judith Hill und Thomas Krauser hatten sie sich des Projektes angenommen. Danach begab sich der Tross zur Hauptstraße 45, der ehemaligen Oberen Badstube. Wo heute eine Fielmann-Filiale Sehhilfen feilbietet, wohnte einst Ida Schönberger. Unter ihr gingen die gehobenen Kreise der Stadt bei Christian und Konrad Schaub ein und aus, wie Stadtarchivar Kestler noch aus eigener Erinnerung weiß. Galt doch der Besuch in der Konditorei mit Café und Weinstube als besonderes Vergnügen. Der Kaufmann Leo Abraham aus Hohenhausen bei Lemgo heiratete in die Familie Gröschel ein. Einen bitteren Vorgeschmack gaben ihm die örtlichen Nazi-Machthaber, als sie ihn und andere Männer am Tag nach der Zerstörung der Synagoge ins KZ Dachau verschleppten. Dort wurde er drei Wochen in 'Schutzhaft' misshandelt. Seit 1910 lebte Ida Schönberger in Forchheim. Ihre Familie stammte aus Ermreuth, das für seine reichhaltige jüdische Tradition berühmt war. Ihrem Bruder Leopold gelang noch die Auswanderung in die USA. Eine Rettung, die der unverheirateten, kinderlosen Frau verwehrt blieb. Das Ende läutete der Transport der letzten Juden aus Forchheim am 27. November 1941 ein. Mit dem Lkw nach Bamberg, dann per Zug ins besetzte Riga ging die Reise. Niemand weiß heute so genau, wann die drei Forchheimer im fernen Lettland umgebracht worden sind." 
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Links und Literatur

Links:  

bulletWebsite der Stadt Forchheim  
bulletSeite zur Geschichte der Juden in Forchheim auf der Website der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim  
bulletArchivalien in den Central Archives Jerusalem zur jüdischen Geschichte von Forchheim (pdf-Datei, intern abrufbar) 

Literatur:  

bulletAdolf Eckstein: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg. Bamberg 1898.
bulletGermania Judaica II,1 S. 236-237; III,1 S. 341-344.
bulletJohannes Bischoff: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung 22 1975 S. 15 (nennt bereits wieder 1552 jüdische Personen in Forchheim)
bulletBaruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 132-133.
bulletIsrael Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 205.
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 243-245.
bulletForchheimer Land T01.jpg (37188 Byte)Georg Knörlein: Jüdisches Leben im Forchheimer Land.  Verlag Medien und Dialog. Haigerloch 1998. S. 10-13.
bulletForchheim Buch 01.jpg (40097 Byte)Rolf Kilian Kiessling: Juden in Forchheim - 300 Jahre jüdisches Leben in einer kleinen fränkischen Stadt. Verlag Kulturamt Landkreis Forchheim 2004. Buchbesprechung
bulletSynagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Forchheim S. 144-151.  
bulletFranken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Forchheim S. 61-64. 

   
In englischer Sprache:  

bulletLudwig Bauer: The destruction of the synagogue and the Jewish community in Forchheim, Upper Franconia (Bavaria, Bermany). An eyewitness account of the rage during Reichspogromnacht, November 9/10, 1938. Link:  http://www.rijo.homepage.t-online.de/pdf_2/EN_BY_JU_bauer_forchheim.pdf    
bulletders.: Our visits to Germany in 1987 & 1988.  Link:  http://www.rijo.homepage.t-online.de/pdf_2/EN_BY_JU_bauer_1987.pdf   

   
   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Forchheim  Upper Franconia.  The early community was destroyed in the Rindfleisch massacres of 1298, with at least 85 Jews murdered. Jews lived in Forchheim thoughout the 15th century until their presence was banned in 1499 by the bishop of Bamberg. From the mid-17th century Jews inhabited a special quarter. A synagogue was erected in 1645, with new ones built in 1771 and 1808. During the 19th century the community was one of the most important in the region with members acting as army suppliers and court agents. The Jewish population stood at 212 in 1880 (total 4.384), declining to 68 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938), Jewish homes and stores were looted and the synagogue was blown up. In 1934-40, 24 Jews emigrated and 20 left for other German cities. Seven were deported to the Riga ghetto via Bamberg on 27 November 1941 and six to Izbica in the Lublin district (Poland) and the Theresienstadt ghetto starting in March 1942.   
      
        

                   
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Stand: 30. Juni 2020