Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Wittlich (Kreis Bernkastel-Wittlich) 
Jüdischer Friedhof  
 

Bitte besuchen Sie auch die Website des AK Jüdische Gemeinde Wittlich http://ak-juedische-gemeinde-wittlich.de/
  
 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde        
     
Siehe Seite zur Synagoge in Wittlich (interner Link)    
     
     
Zur Geschichte des Friedhofes         
     
Der jüdische Friedhof in Wittlich wurde spätestens um 1670 angelegt. Zwei Grabsteine sind aus dem Jahr 1672 erhalten (versteckt auf der rechten Seite des Friedhofes). 1718 wird der Distriktname "Beym Juden Begräbnuß" erstmals beurkundet. Im Urkataster von 1828 ist der Friedhof als "Judenkirchhof" eingetragen.
   
Die letzte Beisetzung fand 1941 statt. 
   
In der NS-Zeit kam der Friedhof 1943 unrechtmäßig für 100 RM in den Besitz der Stadt. 1948 kam er in den Besitz der Jüdischen Kultusgemeinde Trier; die in der NS-Zeit gewaltsam umgestürzten Grabsteine wurden von der Stadt Wittlich wieder aufgerichtet. Mehrfach wurde der Friedhof geschändet: 1970, 1971, 1972, 1983 und 1987. Bei der Schändung 1987 wurden durch drei junge Männer 111 der insgesamt 162 Grabstein umgeworfen und teilweise zerstört. Die Täter konnten verhaftet werden und wurden zu insgesamt 27 Monaten Freiheitsstraße auf Bewährung verurteilt.   
     
     
Die Lage des Friedhofes
  
Der Friedhof ist erreichbar über einen Feldweg, der von der Bundesstraße 50 (Richtung Himmerod) nach links abzweigt. 

Rechts: Lageplan des Friedhofes 
(Quelle: Jüdisches Leben in Wittlich S. 41)  
Wittlich Friedhof 070.jpg (97320 Byte)

   
Link zu den Google-Maps 
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   

Größere Kartenansicht  
   
  

Fotos               
(Fotos: Hahn, Aufnahmen im April 2006; Fotos zum Friedhof auch in den Fotoseiten von Stefan Haas https://www.blitzlichtkabinett.de/friedhöfe/friedhöfe-in-rlp-iii

Wittlich Friedhof 103.jpg (154885 Byte) Wittlich Friedhof 102.jpg (113067 Byte) Wittlich Friedhof 105.jpg (155235 Byte)
Eingangstor Hinweistafel  
     
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Teilansichten des Friedhofes
 
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Teilansichten des Friedhofes
  
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Grabstein mit "segnenden Händen" 
der Kohanim  
  
Grabsteinfragmente, die 1991 
außerhalb des Friedhofes gefunden 
wurden und in der ehemaligen 
Synagoge aufbewahrt werden
Gemälde zum jüdischen Friedhof 
in der Ausstellung der 
ehemaligen Synagoge  
     
     

      
      
Einzelne Presseberichte zum jüdischen Friedhof        

August 2020: Über den jüdischen Friedhof in Wittlich                                          

Artikel von Christina Bents im "Trierischen Volksfreund" vom 16. August 2020: "Serie: Worte für die Ewigkeit – Der jüdische Friedhof in Wittlich ist der größte im Kreis.
Wittlich. Der jüdische Friedhof in Wittlich ist mit 3820 Quadratmetern und 162 erhaltenen Grabsteinen der größte im Kreis. Einige Grabsteine haben interessante Inschriften, die auf das Leben der Menschen hinweisen.
Wie auf vielen jüdischen Friedhöfen ist es auch auf dem Wittlicher zuerst die Stille, die den Besuchern auffällt. Außerhalb der Stadt gelegen, wie es im jüdischen Glauben Brauch ist, weil man die Wohnung der Lebenden von der Wohnung der Toten trennen soll, findet man ihn am Stäreberg im sogenannten Judenbüsch. Auf der rechten Seite des Geländes stehen nur wenige Grabsteine, darunter die beiden ältesten. Sie sind aus dem Jahr 1672. Heute kann man kaum noch lesen, was auf ihnen geschrieben ist, weil sie mit Moos überwachsen oder die Schrift auf den Sandsteinen verwittert ist.
Professor Reinhold Bohlen, der sich intensiv mit dem Friedhof beschäftigt und darüber geforscht hat, veröffentlichte dazu im Jahrbuch des Kreises 1985 einen Text, 1993 ein Buch mit Maria Wein-Mehs, das vergriffen, aber in der Stadtbücherei noch ausleihbar ist, und eine Schrift für das Emil- Frank-Institut. Darin hat er unter anderem alle Grabinschriften aus dem Hebräischen übersetzt. Zur Ehefrau eines Doppelgrabs steht auf einem Stein: 'Hier ruht eine Frau, angesehen und fromm, die teure Frau Gnendle Tochter des David…'. Die Gräber wurden in der Reihenfolge ihres Todestages angelegt. Das letzte Doppelgrab wurde 1940 und 1941 für Emma Mendel und Berta Sänger angelegt. Die letzte Beisetzung war im Juli 1941 die von Berta Hess-Grünbaum, die zu ihrem Mann, der 1930 gestorben ist, kam. Einige Grabsteine sind einfach gehalten, es gibt aber auch sehr viele, die mit Rosetten, Blüten oder Kronen filigran gestaltet sind. Man findet zudem Symbole wie die gespreizten Hände, für Menschen, die Segen spenden durften oder Steine in Form von abgebrochenen Säulen, die zeigen, dass hier ein junger Mensch gestorben ist. Einige Familiengrabstätten wie die der Familie Ermann-Bach, die einen Kolonialwarengroßhandel hatten, oder die des Zigarrenfabrikanten Hess sind groß und prächtig. Auf dem Grabstein von Emmy Ermann steht der Zusatz: 'Zur Erinnerung an meinen geliebten Bruder Willy Ermann und seine Tochter Lotte. Sie wurden ein Opfer der Nazi-Verfolgung. Die unbekannte Erde möge ihnen ewigen Frieden und Ruhe geben'. Kinder wurden oft im Grab der Großeltern beigesetzt. Allerdings gibt es auf dem Wittlicher Friedhof ein einzelnes Kindergrab am Rand des Friedhofs. Werner Bühler, der für das Emil-Frank-Institut zweimal jährlich Führungen über den Friedhof anbietet, erklärt, dass dieses Kind vermutlich deshalb ein eigenes Grab bekam, weil die Familie aus Speicher kam und in Wittlich wohl noch keine Grabstätte hatte. Ein ausführlicher Nachruf ist in den Grabstein von Israel Frank, Rabbiner und Großvater von Emil Frank, eingemeißelt, was ungewöhnlich ist. Darin heißt es unter anderem, dass er dem Frieden eine große Bedeutung zugeschrieben und den Armen seine Arme ausgebreitet habe. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es bereits Überlegungen, einen weiteren jüdischen Friedhof anzulegen. Grundstücke auf dem Rollkopf und neben dem Friedhof Burgstraße waren im Gespräch. Der jüdische Friedhof in Wittlich wurde mehrfach geschändet. Am 2. Juni 1987 haben junge Erwachsene dort 111 von 162 Grabsteinen umgeworfen und teilweise zerstört. Die Schäden wurden, soweit möglich, behoben. An einigen Grabsteinen sieht man noch, wo sie gebrochen waren.
Eine Gedenktafel in der Synagoge erinnert an 89 Wittlicher Juden, die in Konzentrationslagern umgekommen sind, dazu gibt es eine Gedenkschrift von Marianne Bühler, in der die Schicksale festgehalten sind. Seit 30 Jahren führt der Arbeitskreis 'Jüdische Gemeinde Wittlich' am 9. November eine Mahnwache auf dem Marktplatz durch. Zudem werden Kontakte zu Angehörigen Wittlicher Juden in aller Welt gepflegt, und es gibt eine Internetseite, www.ak-juedische-gemeinde-wittlich.de, die Informationen und Hintergründe zur ehemaligen jüdischen Gemeinde Wittlich beinhaltet."
Link zum Artikel    

   
    

Links und Literatur

Links:   

bulletWebsite der Stadt Wittlich 
bulletZur Seite über die Synagoge in Wittlich (interner Link) 
bulletWebsite des AK Jüdische Gemeinde Wittlich http://ak-juedische-gemeinde-wittlich.de/  
bulletFotos zum jüdischen Friedhof auch in der Website von Stefan Haas:  https://www.blitzlichtkabinett.de/friedhöfe/friedhöfe-in-rlp-iii  

Literatur:  

bulletAngelika Schleindl: Jüdisches Leben in Wittlich. Ausstellungskatalog. (Hg. im Auftrag der Stadtverwaltung Wittlich). Wittlich 1993.
bulletReinhold Bohlen: Der jüdische Friedhof zu Wittlich im Licht seiner erstmals edierten hebräischen Grabinschriften. In: SACHOR. Beiträge zur jüdischen Geschichte in Rheinland-Pfalz. 3. Jahrgang. Ausgabe 2/1993, Heft Nr. 5. S. 5-14. Online zugänglich (als pdf-Datei eingestellt, 15,0 MB).  
bullet Reinhold Bohlen: Ein Gang über den jüdischen Friedhof zu Wittlich. Reihe: Machbarot. Hefte des Emil-Frank-Instituts (hrsg. von Hans-Georg Gradl) Heft 3. Paulinus Verlag Trier 2014. 
Erhältlich zum Preis von 2,90 € beim Emil-Frank-Institut. 
Hinweis: das Foto auf der Umschlagvorderseite zeigt die Grabsteine des Rabbiners Israel Frank und seiner Frau Amalie
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Stand: 30. Juni 2020