Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Abensberg (Kreis Kelheim) 
Ehemaliger Jüdischer Friedhof 
  

Zur Geschichte des Friedhofes 
   
In Abensberg bestand ein jüdischer Friedhof ("Judenpühel") im Mittelalter. Die Flur "Judenpühel" wird 1449 erstmals genannt. Nach der Vertreibung der Juden in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Friedhof - wie andernorts auch - vermutlich zerstört und die Steine verbaut. Das ehemalige Friedhofsgrundstück wird bis heute als "Judenbuckel" bezeichnet.  
  
Aus der jüdischen Geschichte  
Nennung des in Abensberg gebürtigen Juden Mosse (1450, Artikel von 1929) 

 Aus einem Beitrag von Raphael Straus: "Die Judenpolitik Herzog Heinrichs des Reichen von Landshut" in: "Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" Heft 2 Juli 1929 S. 117: "Beilage: Schuldverschreibung der Juden von Niederbayern-Landshut an Herzog Ludwig.
1450. Landshut, 4. Nov. Namens aller Juden im Lande Herzog Ludwigs erklären die 25 mit Namen Genannten, dem Herzog 25 000 fl. zu schulden, zahlbar je zur Hälfte bis Weihnachten und Lichtmeß, und bei Nichtzahlung mit Weib und Kind ins Gefängnis zu gehen, so wie sie auch jetzt im Gefängnis seien. — Or.-Pgt. m. vier anhg. S. (München, H.-Staatsarchiv, Juden in Bayern, fasc. 8).
'Wir dy nachgeschriben mit namen Mosse, Lesirs sun, item Lasarus im egkhaus, Süessel im Loch, Männdel Jud in dem haus bey dem Gampuchler, Ycze des Josep sun von Münichen, Mosse von Pfarrkirchen, Lesir Jud, Mayr von Straubing, Jüdel Jud, Jacob von Mospurg, den man nennt Penndit, Josep Yserleins aydem, Jacob des Yserleins bruder, Mayr des Jüdens aydem, Höschel der Leserinn sun, den man nennt Kohein, Mayr des Lesirs bruder, Josep eil des Lesers aydem, Eysack bey dem Mosse von Pfarrkirchen, Mosse pürtig von Abensberg zu Plädling, Mayr des Sälickmans sun von Wasserburg, David ob dem freithof, Josepp von Münichen, all Juden zu Landshut, Bunumair Jud zu Inngolstat, Jacob Jud zu Burghausen, Knäbel Jud zu Brawnaw, Mayr Jud zu Lanndaw, als wir und all ander Judischait in des durchleuchtigen hochgeborn fürsten und herrn herrn Ludwigs pfalzgrafen bei Rein herzogen in Nydern und Obern Bayrn etc. lande yetzo wonhaftig demselben hochgeboren fürsten herzog Ludwigen allen seinen eriben und nachkomen schuldig worden sein unverschaidenlich rechter und redlich schuld 25 000 reinischer guldein oder ye 5 Schilling 18 pfennig irer landeswerung für ain guidein, dieselb sum und guidein wir dann halbeu mit namen dreizehenthalb tausend reinisch guld. auf dy schirsten Weihennachten und halbe auf dy schirsten Liechtmessen, auch dreizehenthalb tausend reinisch guidein zu Landshut in der Stat zu yeder benanten friste oder in den negsten acht tagen vorhin bezalen sullen und wellen unverzogentlich und an all waigrung und auszüge. also bekennen wir obgenannt Juden für uns und all ander Juden in des benanten hochgeborn herzog Ludwigs etc. lande yetzo wonhaftig und für unser und ir aller hausfraun, eriben und nachkomen offenlich mit dem brif, geloben und gereden auch in kraft des brifs als bey unserem ayde und sunst, so wir höchst sullen und können oder mögen, dass wir dy benanten 25 000 reinisch guld. also unverzogenlich, zu yeder benanten frist dreizehenthalb tausend reinisch guidein, iren..."   

 
  
Die Lage des Friedhofes 
   
Der Friedhof lag ursprünglich außerhalb der Stadt an der Straße nach Offenstetten (Straubinger Straße). Der Bereich wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bebaut. Reste des Friedhofes sind nicht vorhanden.  

  Ungefähre Lage des mittelalterlichen jüdischen Friedhofes in Abensberg. Links anklicken 
(bzw. über das Straßenverzeichnis zur Straße "Auf dem Judenbuckel").

 
Links zu den Googlemaps: 
    
     
     
Fotos
 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 21.8.2007)   

"Judenbuckel"  Abensberg Judenbuckel 250.jpg (90772 Byte) Abensberg Judenbuckel 251.jpg (75548 Byte)
     Im Bereich der Flur "Judenbuckel" befand sich einst der jüdische Friedhof; 
Spuren haben sich nicht erhalten. Das Gebiet ist bebaut.

    
Zusätzlicher Hinweis
: In Abensberg sowie in benachbarten Orten fanden sich bis in die 1950er-Jahre Gräber von KZ-Häftlingen, die beim Durchzug der "Todesmärsche" aus den KZ-Außenlagern Hersbruck und Saal a.d.D. Mitte April 1945 an den Strapazen gestorben oder ermordet worden sind: in Theißing ein Toter, in Teutering vier Tote, in Pullach neun, in Abensberg elf, darunter auch sechs Tote eines Tieffliegerangriffs, in Siegenburg zwei und in Train zwei Tote. Im Abensberger Ortsteil Pullach war der Grabstein der nach der Exhumierung 1945 auf Anordnung der Amerikaner auf dem Gemeindefriedhof bestatteten Leichen zum Gedenkstein umgewandelt worden, der noch 1967 erwähnt wird, aber spätestens 1992 verschwunden war. Der Stein trug die Inschrift: "Hier ruhen 10 unbekannte KZ-Häftlinge. 1958 wurden die Gebeine in einen Sammelfriedhof gebracht".     
     
     
       

Links und Literatur

Links:   

bullet Website der Stadt Abensberg   
bulletSeite zur jüdischen Geschichte in Abensberg (interner Link)  

Literatur:  

bulletGermania Judaica III,1 S. 3. 
bulletIsrael Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 324.  
bullet Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus 1995 S. 112.  

     
      

                   
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Stand: 09. August 2026