Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Stotzheim (Dep. Bas-Rhin / Alsace / Unterelsass) 
Jüdische Geschichte  /  Synagogue / Synagoge  

    

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen  
bulletLinks und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde             
    
In Stotzheim bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1900. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Um 1613 werden die Juden (jüdische Familienvorstände) Michell und Koppell am Ort genannt. 1784 wurden fünf jüdische Familien mit zusammen 29 Personen am Ort gezählt.   
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1807 52 jüdische Einwohner, 1846 72 / 83; 1861 79, 1870 86. 1897 67 (in 18 Familien), 1898 65 (in 18 Familien), 1900 67, 1910 46.  
 
In Kollektenlisten oder zu anderen Anlässen werden Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderem folgende jüdische Einwohner Stotzheims genannt: Marcel und Marthe Behr, Michel Behr, Bernhard Kahn (Cahn), Bernhard Klein, Coralie Lang, Maurice Marx, David Weill, Jeanne Weill, Michel Weil. Außerdem werden genannt: Clémence Weill und Paul Lang (Verlobung nach Jüdisches Blatt vom 3.1.1913, Heirat nach Jüdisches Blatt vom 28.2.1913), Frau von David Weil (starb 1914 im Alter von 68 Jahren nach Jüdisches Blatt 20.3.1914).

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein jüdischer Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Als solcher wird um 1897 F. Kahn genannt, um 1898 Herr Schillio. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat von Niedernai, ab 1910 zum Rabbinat Fegersheim.  
 
An Vereinen gab es eine Männer-Chewra (Beerdigungs- und Wohltätigkeitsverein).
 
Gemeindevorsteher war um 1897 H. Baer, um 1899/1903 P. Baer, um 1914 Michel Behr.  
 
1936 wurden noch 21 jüdische Personen am Ort gezählt
. Diejenigen, die in den folgenden Jahren den Ort nicht verlassen konnten, wurden unter der deutschen Besatzung 1940 nach Südfrankreich deportiert.  
  
Von den in Stotzheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Palmyre Bloch (1887), Cäcilie Klein (1884), David Klein (1869), Fanny Klein (1896), Paul Klein (1900), Roger Klein (1926), Rosa Klein (1926), Yvonne Klein (1924), Clemence Lang geb. Weill (1886), Mathilde Metzger (1885), Edgar Weill (1891), Germain Weill geb. Lang (1888), Germain Weill (1895), Gilbert Weill (1933), Henriette Weill (1892), Jeanine Weill (1931), Joseph Weill (1900), Louise Weill geb. Keim (1904), Lucien Weill (1895), Marcel Weill (18), Mili Weill (), Pierre Weill (1925), Raxmond Weill (), Roger Weill (1937), Rosa Weill (1837), Simon Weill (1885), Simon Weill (1892), Sylvain Weill (1891), Rachel Wertheimer geb. Klein (1868)    
   
Nach 1945 kehrten nur wenige der jüdischen Einwohner nach Stotzheim zurück. 1953 wurden sechs jüdische Einwohner gezählt.    
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde      
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Benoit Bloch, Schwiegersohn von David Weill starb mit 32 Jahren (1914)     

Artikel in "Das jüdische Blatt" vom 29. Mai 1914: "Stotzheim. Schwer heimgesucht wurde die Familie David Weill von hier. Der vor etwa drei Jahren verheirateten Tochter starb nach kurzer Krankheit infolge von Blutvergiftung der Gatte Benoit Bloch im Alter von 32 Jahren, wohnhaft in Trimbach (Kreis Weißenburg). Er war sehr beliebt bei Juden und Nichtjuden. Er war ein frommer, gesetzestreuer Israelit und war sehr gut und stets bereit, die Armen zu unterstützen und ihnen beizustehen; wo Hilfe verlangt wurde, war er immer am Platze. An ihm verliert Gattin und Kind einen pflichttreuen Vater und Gatten. Möge der Allmächtige der schwer geprüften Gattin nebst der ganzen Familie Trost senden."  

  
   
   
Zur Geschichte der Synagoge    
   
Die Synagoge des Ortes wurde 1837 erbaut. Gut 100 Jahre war das Gebäude Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens in Stotzheim. 1939 wurde die Synagoge geschlossen. 
     
Das Gebäude ist bis zur Gegenwart erhalten und wird als Lagerraum verwendet.  
     
     
Adresse/Standort der Synagoge:    27 rue de Benfeld   
     
     
Fotos   

 Das Gebäude der 
ehemaligen Synagoge
(Quelle: Rothé / Warschawski 
s.Lit. S. 123)
 Stotzheim Synagogue 120.jpg (136731 Byte)   
    Das Synagogengebäude mit einem
 charakteristischen Krüppelwalmdach
  
     

   
     

Links und Literatur

Links:   

bulletWebsite der politischen Gemeinde Stotzheim   
bulletFranzösische Informationsseite zur Synagoge in Stotzheim (Kurznotiz)  
bulletWebsite des Ministere de la culture mit Informationsseite zur Synagoge in Stotzheim   

Literatur:  

bullet

Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 43.123.  

   
   n.e.               

                   
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Stand: 30. Juni 2020